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Esplanade kommt aus dem Französischen und bedeutet ursprünglich eine eingeebnete, als Schussfeld dienende freie Fläche vor einer Zitadelle, die auch als Parade- und Waffenplatz diente.
Wie auch andere Freiflächen der Festungsbaus, wie die Glacis entlang der Stadtmauer, wird die Esplanade nach dem Abkommen der Stadtfortifikationen für städtebauliche Maßnahmen frei, und spätestens in der Gründerzeit für Plätze, Parks, Promenaden, Galerien und breite Straßen (Boulevards) oder für Neugebäude genutzt. Zum Beispiel tragen den Namen Esplanade die ehemaligen Paradefelder in Paris (vor dem Hôtel des Invalides) und Riga sowie Straßen in Hamburg, Wesel, Berlin, Ingolstadt, Neumünster und Helsinki.
Spianada der Alten Festung (Palaió Froúrio) von Korfu (Aufnahme von der Festung auf die Altstadt): Von den Venezianern 1537 bis 1571 angelegt, mit dem Palast der beiden Heiligen Michael und Georg (englischer Stil, 1819–1824, ganz rechts), und der begleitenden Häuserfront im französischen Stil mit Arkaden (frühes 19. Jh.). Seit dem 19. Jahrhundert ist die Esplanade bepflanzt und bildet heute die Parks Kolla (rechts) und Eneseos (links). Vorne das Vorwerk des Palaió Froúrio, durch einen Kanal mit Brücke von der Stadt getrennt, mittig am anderen Ende der Altstadt die neue Festung.
Rechts Stadtplan: Oben rechts (schwarz) die alte Festung, westlich der Kanal und die Esplanade (grün), die Zidadelle und Altstadt trennt.
Esplanade nennt man auch allgemein Plätze und Promenaden vor einem größeren öffentlichen Gebäude, später gelegentlich auch in Gärten; während auch im Französischen der Aspekt des Platzes überwiegt, bezeichnet der Begriff im Englischen das, was das heute deutsche Promenade – zu französisch promener ‚spazieren‘ – bezeichnet (falscher Freund). Im Sinne der Promenade findet sich der Name etwa in Bad Liebenstein, Gmunden, Bad Ischl, Altmünster.
Gebäude:
Esplanade bezeichnet auch einen Gleisabschnitt aus dem ehemaligen Berliner Grenzgebiet (zwischen West- und Ostberlin), mit der Maßgabe, dass man – wenn man mit Lokschaden dort stehen blieb – eine rot abgeblendete Handlampe auf- und abbewegend zum nächsten Grenzposten zu gehen habe, um nicht als vermutlicher Republikflüchtling beschossen zu werden.