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Das Buch Ester (auch: Esther) ist ein Teil des jüdischen Tanach bzw. des christlichen Alten Testaments. Es zählt im Judentum zu den fünf Festrollen (Megillot) der hebräischen Bibel und steht in enger Verbindung mit dem Purimfest.
Inhaltsverzeichnis |
Der Verfasser und seine Lebenszeit ist nicht genau festzustellen.
Aus dem Buch Ester selbst geht nur hervor, dass Achaschwerosch bei seiner Abfassung bereits gestorben war. Nach der jüdischen Überlieferung wurde das Buch um 400 v. Chr. verfasst.
Auch im christlichen Bereich gab es eine Frühdatierung in die Zeit noch vor dem Untergang des Perserreiches vor Alexander den Großen (um 330 v. Chr.).
Da sich bei genauer Analyse jedoch zeigt (siehe dazu den folgenden Abschnitt), dass die Kenntnis persischer Verhältnisse im Buch Ester keineswegs so gut ist, wie es zunächst scheint, wird in der heutigen Wissenschaft eine Datierung des Buches Ester in das 3. Jahrhundert v. Chr. vertreten. Dafür spricht außerdem, dass das Thema Judenverfolgungen in der Zeit der Diadochenkämpfe nach dem Tod Alexanders des Großen aktuell war.
Das Esterbuch in der Septuaginta hat erhebliche Veränderungen und Zusätze zum hebräischen Text, die wohl erst einige Zeit später geschrieben wurden (1. Jahrhundert vor Christus). In der Lutherbibel stehen die Zusätze als „Stücke zu Ester“ unter den Apokryphen.
Das hebräische Buch Ester hat einen klaren Aufbau und ist literarisch ein geschlossenes Werk.
Vertreter der Glaubwürdigkeit des Buches Ester stellen heraus, dass sich manche im Buch beschriebenen Einzelheiten gut in unser historisches Bild vom persischen Königshof fügen, so etwa der Luxus am Hof, der königliche Wein und das Charakterbild von Achaschwerosch bzw. Xerxes I. als eigensinnig und leicht beeinflussbar durch Frauen und Günstlinge.
In der modernen historisch-kritischen Bibelwissenschaft gilt das Buch Ester trotzdem als legendarisch. Zum einen würde die historische Hintergrundinformation, die – zumindest teilweise – richtig wäre, noch nicht auch die Richtigkeit der eigentlichen Handlung beweisen. Außerdem zeige sich der fiktive Charakter der Ester-Erzählung unter anderen an folgenden Indizien:
Nach dem Urteil der heutigen historisch-kritischen Forschung steht daher fest, dass die Handlung des Buches Ester nicht historisch sein kann. Das bedeutet in letzter Konsequenz auch, dass das Purimfest nicht auf ein wirkliches Geschehen um Ester, Mordechai und Haman am persischen Hof zurückgehen kann. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass Angehörige des Volkes Israel das Purimfest von Nachbarvölkern übernommen hatten (ursprünglich wohl als eine Art Neujahrsfest). Das Buch Ester könnte dann geschrieben worden sein, um für dieses Purimfest eine fiktive Verankerung in der jüdischen Geschichte zu finden. Außerdem sollte das Buch Ester den Juden vor allem in der Diaspora Mut machen, dass sie auch weiterhin antisemitische Anfeindungen überstehen würden.
Trotz dieser beiden Punkte ist das Buch Ester ein eminent theologisches Buch, so dass heute ein allgemeiner Konsens über seine Zugehörigkeit zum biblischen Kanon besteht. Jedoch war die Kanonizität des Buches sowohl unter Juden wie auch unter Christen historisch umstritten. Einige Rabbiner des ersten christlichen Jahrhunderts wollten es ausgeschlossen sehen, einige Kirchenväter sahen das Buch als zweitrangig an.
Dem Motiv der Esthererzählung widmen sich in der Kunst z.B.:
Josua | Richter | Rut | 1. Samuel | 2. Samuel | 1. Könige | 2. Könige | 1. Chronik | 2. Chronik | Esra | Nehemia | Ester
Spätschriften katholisch: Judit | Tobit | 1. Makkabäer | 2. Makkabäer | Zusätze Ester
Judit | Tobit | 1. Makkabäer | 2. Makkabäer | Weisheit | Jesus Sirach | Baruch inkl. Baruch 6 | Zusätze Ester| Zusätze Daniel