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Als Eurozone (amtlich auch Euro-Währungsgebiet oder Euroraum) wird die Gruppe der EU-Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Die Eurozone besteht derzeit aus 17 EU-Staaten und wird deswegen auch als Euro-17 bezeichnet.
Die derzeit 17 EU-Staaten der Eurozone sind Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern. Von den übrigen 10 EU-Staaten sind acht verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die vereinbarten Konvergenzkriterien erreichen. Dänemark und Vereinigtes Königreich (Großbritannien) haben de jure bzw. de facto eine Ausstiegsoption.
Für die Geldpolitik der Eurozone ist die Europäische Zentralbank zuständig und verantwortlich. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der Staaten der Eurozone bildet sie das Eurosystem. Im Rahmen der Euro-Gruppe stimmen die Staaten der Eurozone ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik untereinander ab, allerdings ohne formale Entscheidungsbefugnis.
In den Gründungsverträgen der Europäischen Union kommt der Begriff Eurozone selbst nicht vor; ihre Mitglieder werden nur als „Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist“ (Art. 136ff. AEU-Vertrag) bezeichnet. Auch das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union gebraucht den Begriff nicht, sondern nutzt stattdessen Euro-Währungsgebiet oder Euroraum, um „die am Euro teilnehmenden Länder als Ganzes“ zu bezeichnen.[1] Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich im Deutschen jedoch die Bezeichnung Eurozone etabliert.[2]
Synonym dazu wird bisweilen der Ausdruck Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) verwendet. Allerdings kennzeichnet dieser Ausdruck einen Politikbereich der EU allgemein. Mitglieder der EWWU sind formal alle EU-Mitgliedstaaten, wobei diejenigen Länder, die den Euro nicht eingeführt haben, im Vertragstext als „Mitgliedstaaten, für die eine Ausnahmeregelung gilt“ (Art. 139ff. AEU-Vertrag) bezeichnet werden.
Bisweilen wird Eurozone auch im weiteren Sinn für alle Staaten verwendet, die den Euro nutzen, auch wenn sie keine EU-Mitglieder sind. Diese haben entweder ein Währungsabkommen mit einem EU-Mitgliedstaat, den Euro einseitig als Währung eingeführt oder den Kurs ihrer Währung an die Leitwährung Euro gekoppelt.
Im engeren Sinn umfasst die Eurozone diejenigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro als Währung eingeführt haben. Bedingung hierfür ist die Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien, die eine gewisse wirtschaftspolitische Harmonisierung der Eurozone gewährleisten sollen.
Bei der Einführung des Euro als Buchgeld zum 1. Januar 1999 wurden diese Kriterien zunächst von elf der damals fünfzehn Mitgliedstaaten erfüllt. Griechenland gab 2000 an, die Kriterien ebenfalls zu erfüllen, und trat der Eurozone am 1. Januar 2001 bei. Am 1. Januar 2002 wurde der Euro mit Euromünzen und Eurobanknoten als offizielle Währung in den zwölf Staaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien eingeführt.[3] Slowenien erfüllte 2006 die Kriterien und führte am 1. Januar 2007 den Euro als Währung ein.[4] Malta[5] und Zypern[6] erfüllten 2007 die Kriterien und führten am 1. Januar 2008 den Euro als Währung ein. Die Slowakei erfüllte 2008 die Kriterien und führte am 1. Januar 2009 den Euro als Währung ein.[7] Estland erfüllte 2010 die Kriterien und führte am 1. Januar 2011 den Euro als Währung ein.[8]
Allerdings gibt es einige Gebiete der Mitgliedstaaten, die den Euro nicht oder nur eingeschränkt gebrauchen. Dies gilt etwa für Büsingen und Campione d’Italia, eine deutsche und eine italienische Exklave in der Schweiz, in denen der Euro zwar offizielle Währung ist, faktisch jedoch der Schweizer Franken verwendet wird.[9] Zudem verwendet keines der Außengebiete der Niederlande (ehemaligen Niederländischen Antillen) den Euro, sondern den US-Dollar oder daran gebundene lokale Währungen. Einige französische Außengebiete im Pazifik nutzen den CFP-Franc, der allerdings fest an den Euro gebunden ist. Ein Sonderfall ist Nordzypern, das sich als unabhängigen Staat betrachtet und offiziell die Türkische Lira benutzt, während es aus Sicht der EU Teil der Republik Zypern und damit der Eurozone ist. Faktisch kursieren beide Währungen, wobei der Euro als Mittel zur Förderung des innerzyprischen Handels und zur Reduzierung der Abhängigkeit von der Türkei gesehen wird.[10]
Als Bezeichnung für statistische Bemessungen sind amtlich:[11]
Es ist auch Euro-11 und ähnlich üblich, seit 2011 Euro-17)
| Land | Einführung | Einwohner | Ausnahmen | |
|---|---|---|---|---|
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Belgien | 1. Jan. 1999 | 10.666.866 | |
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Deutschland | 1. Jan. 1999 | 82.314.906 | Büsingen |
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Estland | 1. Jan. 2011 | 1.340.729 | |
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Finnland | 1. Jan. 1999 | 5.289.128 | |
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Frankreich | 1. Jan. 1999 | 63.392.140 | |
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Griechenland | 1. Jan. 2001 | 11.125.179 | |
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Irland | 1. Jan. 1999 | 4.239.848 | |
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Italien | 1. Jan. 1999 | 60.626.442 | Campione d’Italia |
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Luxemburg | 1. Jan. 1999 | 511.840 | |
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Malta | 1. Jan. 2008 | 404.962 | |
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Niederlande | 1. Jan. 1999 | 16.471.968 | ehemalige Niederländische Antillen:
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Österreich | 1. Jan. 1999 | 8.316.487 | |
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Portugal | 1. Jan. 1999 | 10.599.095 | |
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Slowakei | 1. Jan. 2009 | 5.389.180 | |
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Slowenien | 1. Jan. 2007 | 2.013.597 | |
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Spanien | 1. Jan. 1999 | 47.021.031 | |
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Zypern | 1. Jan. 2008 | 766.400 | |
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Eurozone | 327.054.866 |
Vergleich der Eurozone mit anderen Volkswirtschaften, Stand 2007.[17]
| Staat | Einwohner (in Millionen) | BIP (in Billionen €) | Pro-Kopf-Einkommen (in Tausend €) | Anteil am Welt-BIP (KKP) | Exporte* (Waren und Dienstleistungen, % des BIP) | Importe* (Waren und Dienstleistungen, % des BIP) | Gesamte Staatsverschuldung (% des BIP) | Haushaltssaldo (% des BIP) | Leistungsbilanzsaldo (% des BIP) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Eurozone | 318,5 | 8,9 | 27,9 | 14,7 | 21,6 | 20,9 | 66,6 | -0,6 | 0,1 |
| Vereinigte Staaten | 299,8 | 10,1 | 33,7 | 21,4 | 11,9 | 17 | 63,4 | -1,2 | -4,9 |
| Japan | 127,7 | 3,2 | 25,1 | 6,6 | 17,7 | 15,9 | 162,5 | -0,8 | 5 |
| China | 1321 | 2,2 | 1,7 | 10,9 | 41,9 | 33,8 | 45 | -1,3 | 9,2 |
Die folgende Tabelle zeigt den Verlauf des Harmonisierten Verbraucherpreisindex in der Eurozone:[18]
| Jahr (jeweils Mitte) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Harmonierter Verbraucherindex in Prozent | 1 % | 2 % | 2,8 % | 1,9 % | 1,9 % | 2,5 % | 2,0 % | 2,5 % | 1,9 % | 4,0 % | -0,1 % | 1,4 % | |
| Steigerung auf Basis eines Euros 1998 | 1,00 EUR | 1,01 EUR | 1,03 EUR | 1,06 EUR | 1,08 EUR | 1,10 EUR | 1,13 EUR | 1,15 EUR | 1,18 EUR | 1,20 EUR | 1,25 EUR | 1,25 EUR | 1,27 EUR |
Auch außerhalb der Europäischen Union benutzen einige Staaten den Euro als Währung. Diese meist sehr kleinen Staaten hatten teilweise zum Zeitpunkt der Euro-Einführung Abkommen mit einem EU-Mitgliedstaat über eine Währungsunion; teilweise verzichteten sie einseitig auf die Einführung einer eigenen Währung und ließen stattdessen Euro als Fremdwährung in Umlauf bringen (sog. Euroisierung). Die Staaten, die den Euro außerhalb der EU verwenden, nehmen nicht am Eurosystem oder der Euro-Gruppe teil. Auch wird die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern von der Europäischen Zentralbank bei der Festlegung ihrer Geldpolitik formell nicht berücksichtigt.
| Staat/Gebiet | Einführung | Abkommen | Einwohner | |
|---|---|---|---|---|
| |
Mayotte | 1. Jan. 1999 | 31. Dez. 1998 | 186.452 |
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Monaco | 1. Jan. 1999 | 31. Dez. 1998 | 32.671 |
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San Marino | 1. Jan. 1999 | 31. Dez. 1998 | 29.615 |
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Saint-Pierre und Miquelon | 1. Jan. 1999 | 31. Dez. 1998 | 6.125 |
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Vatikan | 1. Jan. 1999 | 31. Dez. 1998 | 800 |
Mehrere Staaten außerhalb der EU benutzen den Euro als ihre offizielle Währung. Für eine Einführung, welche das Recht auf Prägung eigener Münzen umfasst, muss ein Abkommen mit der EU und einem Staat der Eurozone geschlossen werden. Solche Vereinbarungen gibt es mit Monaco, San Marino und dem Vatikan. Diese Länder benutzten bis zur Euroeinführung ihre eigenen Währungen, die im Verhältnis 1:1 an die Währung des jeweiligen Nachbarlandes gebunden und dort auch gleichberechtigt im Umlauf waren. San Marino und der Vatikan hatten ihre Währungen an die Italienische Lira gebunden und Monaco benutzte den Monegassischen Franc, der an den Französischen Franc gebunden war.[19]
Diese Länder haben Vereinbarungen mit der EU und den Mitgliedstaaten: San Marino und der Vatikan mit Italien und Monaco mit Frankreich, die ihnen die Nutzung und Prägung einer begrenzten Zahl von Euromünzen (mit ihren eigenen nationalen Symbolen auf der Rückseite) gestattet. Ihre Münzen gelten in der gesamten Eurozone. Sie haben jedoch keine Erlaubnis, Banknoten zu drucken. Ein ähnliches Abkommen mit Andorra ist abgeschlossen, es wird am 1. Juli 2013 in Kraft treten.[20]
Solche Vereinbarungen wurden auch für zwei französische Überseegebiete geschlossen. Saint-Pierre und Miquelon vor der Küste Kanadas und Mayotte im Indischen Ozean, die zum Zeitpunkt der Euro-Einführung nicht zur EU gehörten und dennoch den Euro als Währung benutzen dürfen. Sie dürfen jedoch keine eigenen Münzen prägen und Scheine drucken. Am 31. März 2011 wurde Mayotte als 101. Département Frankreichs Überseegebiet der Europäischen Union und damit Teil der Eurozone.[21] Die französische Insel Saint Barthélemy ist ab 1. Januar 2012 als assoziiertes überseeisches Hoheitsgebiet (ÜLG) nicht mehr Teil der Europäischen Union [22], behält jedoch den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel[23].
| Staat/Gebiet | Einführung | Übernahme | Einwohner | |
|---|---|---|---|---|
| |
Akrotiri und Dekelia | 1. Jan. 2008 | informell | 14.500 |
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Andorra | 1. Jan. 1999 | informell | 82.000 |
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Kosovo | 1. Jan. 2002 | informell | 2.100.000 |
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Montenegro | 1. Jan. 2002 | informell | 684.736 |
Andorra besitzt keine eigenen Euromünzen. Das Land hatte zuvor den Französischen Franc und die Peseta de facto als gesetzliches Zahlungsmittel, hatte aber nie eine Vereinbarung mit Spanien oder Frankreich. Verhandlungen mit der Europäischen Union über den offiziellen Status des Euro in Andorra wurden bereits 2004 aufgenommen, aber es konnte jahrelang keine Einigung erzielt werden. Größtes Hindernis war dabei das andorranische Bankgeheimnis. Am 30. Juni 2011 wurde die Währungsvereinbarung schließlich unterzeichnet. Nach der Ratifizierung kann Andorra demnach ab Juli 2013 Euro-Münzen im Umfang von 2,4 Millionen Euro jährlich herausgeben.[24]
Montenegro und der Kosovo benutzen den Euro seit seiner Einführung; davor war ihre Währung jeweils die Deutsche Mark, die den Jugoslawischen Dinar ersetzt hatte. Als die D-Mark vom Euro abgelöst wurde, übernahmen sie den Euro durch einseitige Euroisierung. Eine Vereinbarung mit der EZB über die Verwendung des Euro besteht nicht[25][26]. Im Kosovo ist außerdem noch der Serbische Dinar im Umlauf, welcher von den serbischen Minderheiten benutzt wird[27].
Die Einführung des Euro in Montenegro und im Kosovo brachte wirtschaftliche Vorteile für die Länder. Aus diesem Grund förderte der Kommissar für Wirtschaft und Währung Joaquín Almunia die Einführung des Euro in kleinen Staaten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet stellte klar, dass die EZB - welche die einseitige Einführung des Euro nicht unterstützt - keine Gründe für die Einführung des Euro in anderen Ländern sieht.
Mit der Einführung des Euro in Zypern haben auch die britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia, welche vor der Euroeinführung das Zypern-Pfund als Währung benutzten, den Euro übernommen. Die Militärbasen sind zwar Überseegebiete des Vereinigten Königreiches, aber kein Teil der EU, und stehen unter militärischer Rechtsprechung. Unabhängig von ihrer Rechtsprechung wurde die Euroeinführung im Einklang mit der Rechtsprechung Zyperns vollzogen.[28]
Seit der Aussetzung des Simbabwe-Dollar im April 2009 gilt der Euro auch in Simbabwe neben dem US-Dollar und Südafrikanischen Rand als gesetzliches Zahlungsmittel.
Einige Staaten haben ihre Währung zu einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Wirtschaftlich hat das ähnliche Auswirkungen wie eine einseitige Einführung des Euro, durch die Fortexistenz einer nominal eigenen Währung ließe sich diese Bindung jedoch etwa bei einer währungspolitischen Neuorientierung leichter aufheben.
Die Währung von Kap Verde ist an den Euro gebunden, weil der Kap-Verde-Escudo vor der Euroeinführung an den portugiesischen Escudo gebunden war. Die Währung von Bosnien und Herzegowina, die Konvertible Mark, war vor der Euroeinführung an die D-Mark gebunden, welche vom Euro abgelöst wurde. Der CFA-Franc und der Komoren-Franc, welche in früheren Kolonien Frankreichs benutzt werden, und der CFP-Franc, welcher in den Französischen Überseegebieten im Pazifik benutzt wird, sind an den Euro gebunden, da sie vorher an den französischen Franc gebunden waren.
Mit Bulgarien und Litauen haben auch zwei EU-Mitgliedstaaten ihre Währung in einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Der Lew, die bulgarische Währung, wurde 1999 im Verhältnis 1:1 an die Deutsche Mark gekoppelt, so dass die Währung heute einen festen Umrechnungskurs von 1,95583 BGN = 1 EUR hat.[29] Die Einführung des Euro selbst scheiterte jedoch bislang an der bulgarischen Inflation, die zu hoch für die Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien ist. Der litauische Litas war seit 1994 erst an den US-Dollar gebunden, im Vorfeld des litauischen EU-Beitritts wurde er im Februar 2002 im Kurs von 1 EUR = 3,4528 LTL auf Euro umgestellt. Litauen ist zudem Mitglied im Wechselkursmechanismus II.
Einige EU-Mitgliedstaaten haben ihre Währung nicht fest, sondern nur innerhalb einer bestimmten Wechselkursbandbreite an den Euro gebunden. Sie nehmen an einem Verfahren teil, nach dem ihre Zentralbanken intervenieren müssen, wenn der Wechselkurs um mehr als einen bestimmten Prozentsatz von einem zuvor festgelegten Leitkurs abweicht. Dabei handelt es sich um den sogenannten Wechselkursmechanismus II (WKM II), der bei der Euro-Einführung 1999 als Nachfolger des 1979 gegründeten Europäischen Währungssystems eingeführt wurde. Die mindestens zweijährige Teilnahme eines Landes am WKM II ist eine Vorbedingung zur Einführung des Euro.
Derzeit (Stand: Januar 2011) haben Dänemark, Lettland und Litauen ihre nationalen Währungen über den WKM II an den Euro gekoppelt. Er sieht einen Schwankungsbereich der Wechselkurse zwischen Euro und jeweiliger nationaler Währung von ± 15 % vor. Dänemark hat darüber hinaus eine Vereinbarung mit der EU geschlossen, den Wechselkurs nur um ± 2,25 % schwanken zu lassen. Litauen hat bereits 2002 einseitig einen festen Wechselkurs zum Euro festgelegt. Lettland verfolgt seit 2005 einseitig eine Verengung der Wechselkursbandbreite auf ± 1%, konnte diesen Wert jedoch nicht immer halten.
Zusammen mit Dänemark sind auch seine beiden Autonomiegebiete Grönland und die Färöer, die nicht der EU angehören, über den WKM II mit dem Euro verbunden. In Grönland wird die Dänische Krone benutzt, auf den Färöern die Färöische Krone, die 1:1 an die Dänische Krone gebunden ist.
| Land | Währung | ISO 4217 | Leitkurs (1 EUR =) |
Garantierte Wechselkursbandbreite |
WKM-II-Beitritt | Sperrfrist für Euro-Einführung |
Geplante Euro-Einführung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| |
Dänische Krone | DKK | 7,46038 | ±2,25% (beidseitig) | 1. Januar 1999 | abgelaufen | weitere Volksabstimmung geplant |
| |
Lats | LVL | 0,702804 | ±1% (einseitig durch Lettland)* | 29. April 2005 | abgelaufen | 1. Januar 2014 |
| |
Litas | LTL | 3,45280 | ±0% (einseitig durch Litauen)* | 27. Juni 2004 | abgelaufen | frühestens 2014 |
(*) Darüber hinaus beidseitig garantierte Wechselkursbandbreite von ±15%
Die Schweiz, mit Liechtenstein, hat einen eigenständigen Weg entwickelt. Angesichts der Abwertung der Euro mit der Schuldenkrise wurde der gegen 1 SFr = 1,4 Euro gefallene Kurs als untragbar empfunden, weil es den Export der Schweiz lähmt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legte aber 2011 einen Mindestkurs fest, der bei 1,20 € liegt. Um das zu erreichen, wird der Franken in eine vorsätzliche Entwertung getrieben, indem solange Geld gedruckt und Euro gekauft werden, bis sich der gewünschte Kurs einstellt. „Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen“, teilte die SNB mit. Ziel sei „eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens“. Diese Maßnahme ist rein national, und erfolgt ohne jede Absprache mit der EZB.[30] Die Schweiz hatte schon vorher den Euro gestützt, das aber 2010 aufgeben. Man nimmt an, dass sich diese Stützungskäufe auf 160 Mrd. Euro beliefen.[31]
| Land | Währung | ISO 4217 | Leitkurs (1 EUR =) |
Kriterium | Seit | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| |
Schweizer Franken | CHF | < 0,833 | Untergrenze SNB | September 2011 | keine Euro-Einführung geplant |
Verschiedene Staaten außerhalb der Europäischen Union haben die Wechselkurse ihrer Währung an Währungskörbe gebunden, an denen neben anderen Währungen auch der Euro beteiligt ist. Dies gilt etwa für den marokkanischen Dirham, dessen Wechselkurs zu 80% vom Euro und zu 20% vom US-Dollar abhängig ist.[32] Auch der russische Rubel ist an einen Währungskorb gebunden, der zu 45% vom Euro und zu 55% vom Dollar abhängig ist.[33] In ähnlicher Weise hängt der chinesische Renminbi von einem Währungskorb ab, an dem der Euro beteiligt ist, wenn auch zu einem deutlich niedrigeren Anteil als der US-Dollar.
Auch das Sonderziehungsrecht (SZR) des Internationalen Währungsfonds sind an einen Währungskorb gekoppelt, in dem im Zeitraum 2011 bis 2015 der Euro mit einem Gewicht von 37,4% vertreten ist (neben dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund als weiteren Währungen). Währungen wie der Uganda-Schilling, die an das SZR gekoppelt sind, hängen somit ebenfalls indirekt vom Euro ab.
| Kategorie | Einwohner | Länder und Gebiete |
|---|---|---|
| EU-Mitglieder, die den Euro benutzen (Euro-17) | 330 Millionen | Belgien, Estland, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern |
| Andere europäische Länder und Gebiete, die den Euro benutzen | 3 Millionen | Akrotiri und Dhekelia, Andorra, Kosovo, Montenegro, Monaco, San Marino und Vatikan |
| Nicht-EU-Gebiete außerhalb Europas, welche den Euro benutzen | 6.345 | Clipperton-Insel, Französische Süd- und Antarktisgebiete und Saint-Pierre und Miquelon |
| EU-Mitglieder, deren Währung fest an den Euro gebunden ist | 11,5 Millionen | Bulgarien und Litauen |
| Andere europäische Länder, deren Währung fest an den Euro gebunden ist | 4 Millionen | Bosnien und Herzegowina |
| Afrikanische Staaten, deren Währung fest an den Euro gebunden ist | 110 Millionen | CFA-Franc BEAC/BCEAO: Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Gabun, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Republik Kongo, Senegal und Togo |
| 1,1 Millionen | Kap Verde und Komoren | |
| Ozeanische Gebiete, deren Währung fest an den Euro gebunden ist | 0,5 Millionen | CFP-Franc: Französisch-Polynesien, Neukaledonien und Wallis und Futuna |
| EU-Mitglieder, deren Währung mit Wechselkursbandbreiten an den Euro gebunden ist | 7,5 Millionen | Dänemark und Lettland |
| Summe | 476 Millionen | 44 Staaten und sieben Gebiete |
Zehn Mitglieder der Europäischen Union benutzen nicht den Euro. Es sind: Bulgarien, Dänemark, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Dänemark und das Vereinigte Königreich setzten im Vertrag von Maastricht für sich Ausnahmeregelungen (sogenannte Opt-outs) durch und sind nicht zur Einführung des Euro verpflichtet. Alle anderen Mitgliedstaaten haben sich vertraglich dazu verpflichtet, den Euro einzuführen. Sieben dieser Länder nehmen bislang jedoch nicht am WKM II teil und verfehlen so automatisch zumindest eines der Konvergenzkriterien. Zudem löste die Finanzkrise ab 2007 in vielen Ländern große wirtschaftliche Probleme aus, durch die weitere Konvergenzkriterien verfehlt wurden.
Islands ehemalige Außenministerin Valgerður Sverrisdóttir sagte in einem Interview vom 15. Januar 2007, dass sie überprüfen möchte, ob Island den Euro einführen kann, ohne ein Mitglied der EU zu sein. Sie sagte, dass es schwierig sei, sich mit einer unabhängigen Währung in einer kleinen Volkswirtschaft auf dem offenen europäischen Markt zu behaupten.[63] Eine umfassende Umfrage vom 11. September 2007 von Capacent Gallup ergab, dass 53 Prozent der Befragten für die Annahme des Euro, 37 Prozent gegen den Euro und 10 Prozent unentschlossen waren.[64]
In der Türkischen Republik Nordzypern wird teilweise auch der Wunsch geäußert, den Euro einzuführen,[25] wobei er dort aus Sicht der EU bereits offizielle Währung ist.