|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Eusozialität (von griech. ευ „gut“ und lat. socialis „kameradschaftlich“) ist die Bezeichnung für das Verhalten der Staatenbildung im Tierreich. Sie ist besonders auffällig bei Hautflüglern, z. B. bei Ameisen, Honigbienen, Feldwespen und Echten Wespen, kommt aber auch bei anderen sozialen Insekten wie den Termiten, bei anderen Arthropoden und selbst bei wenigen marinen Garnelenarten (Knallkrebse der Gattung Synalpheus) vor. Eindeutig eusoziale Säugetiere sind die Nacktmulle; den Graumullen wird Eusozialität nicht einhellig zugesprochen.
Für echte Eusozialität müssen vier Bedingungen erfüllt sein. Diese sind
Ist nur die erste Bedingung erfüllt, spricht man von einer quasi-sozialen Art, ist nur die letzte nicht erfüllt, handelt es sich um eine semi-soziale Art. Die Übergänge können aber fließend sein. Eusozialität umfasst eine strenge Rangordnung, die Aufgaben wie Begattung, Brutpflege, Bau, Feindabwehr und Führung für einzelne Gruppen festschreibt.
Nachgewiesen wurden Ansätze zur Eusozialität auch bei parasitisch in Mollusken lebenden Saugwürmern, von denen ein Teil der Kolonie sich reproduzieren kann, während andere Individuen die Kolonie verteidigen. Diese „Soldaten“ weisen nur zwei Prozent der Körpergröße von reproduktionsfähigen Individuen auf.[1]
Eusozialität bedingt ein hohes Maß an Altruismus und ist daher aufschlussreich für Fragen der Populationsgenetik.