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Das Adjektiv evangelisch bedeutet „auf das Evangelium zurückgehend“. Heute ist evangelisch die in Deutschland übliche Bezeichnung für Anhänger der protestantischen Kirchen, die im Wesentlichen auf die Lehren Martin Luthers oder Jean Calvins zurückgehen. Es wird zwischen Lutheranern und Reformierten bzw. Calvinisten unterschieden. In den vielen Kirchenregionen Deutschlands sind die lutherischen und reformierten Konfessionen in einer unierten Landeskirche vereinigt, unter Beibehaltung der verschiedenen Liturgien. Hinzu kommen die evangelischen Freikirchen.
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Die Kirchen der Reformation wählten den Ausdruck evangelisch als Beschreibung, um klarzustellen, dass sie gemäß dem Sola-Scriptura-Prinzip ausschließlich die Bibel als Quelle akzeptieren; die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse und Dogmen gelten demgegenüber als „normierte Norm“, andere Überlieferungen wie die Apostolischen Väter verfügen lediglich als historisch bedeutsame Traditionen über Relevanz.
Neben den evangelischen Kirchen verwenden auch die meisten anderen Kirchen den Begriff. Zum Sprachgebrauch gehören etwa die Evangelischen Räte.
Die Bezeichnung evangelisch muss unterschieden werden vom relativ neuen Begriff evangelikal, der vom englischsprachlichen evangelical ins Deutsche übertragen wurde. Das englische Wort evangelical bedeutet ursprünglich evangelisch. Im Deutschen wird hierunter heutzutage häufig eine aus dem Pietismus hervorgegangene Strömung innerhalb des Protestantismus bezeichnet, in deren Glaubensauffassung die persönliche Frömmigkeit eine besondere Rolle spielt. Oftmals wird zwischen evangelikalen Christen und fundamentalistischen Christen aufgrund gewisser Ähnlichkeiten in der Haltung zu Kreationismus oder Sexualethik nicht differenziert, obwohl sich deren Ansichten in vielen Bereichen (Ökumenische Bewegung) unterscheiden.