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Die Evangelische Akademie Bad Boll ist die älteste der nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Evangelischen Akademien in Deutschland. Ihr Sitz ist der Kurort Bad Boll am Fuß der Schwäbischen Alb. Ziel der Akademiearbeit ist es, am „dritten Ort“ den Dialog zwischen „Kirche und Gesellschaft“ zu führen. Jährlich veranstaltet die Akademie etwa 400 Tagungen und ist an weiteren rund 1000 Veranstaltungen in Württemberg und bundesweit beteiligt. In das große Areal mit Tagungsräumen, Symposion (Speisesaal), Hotelbetrieb und Kapelle kommen jährlich durchschnittlich 20.000 Gäste.
Die Tagungen werden von mehr als 30 Studienleitern und einem Geschäftsführenden Direktor (seit 2006 Joachim L. Beck) vorbereitet und durchgeführt. Um einer Überalterung der Tagungsteilnehmer vorzubeugen, richtet die Akademie Bad Boll im Unterschied zu anderen evangelischen Akademien ihre Arbeit vor allem auf beruflich und thematisch geprägte Zielgruppen aus.
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Die Evangelische Akademie Bad Boll wurde am 29. September 1945, dem Michaelistag, gegründet. Gründer waren der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Theophil Wurm und Pfarrer Eberhard Müller. Symbol der Akademie ist die Brücke.
In der Vergangenheit waren an der Akademie als Geschäftsführende Direktoren die Theologen Christoph Bausch (1972–1988), Manfred Fischer (1988–1996) und Jo Krummacher (1996–2005) tätig. Bekannte "Studienleiter" waren Thilo Fitzner, Klaus Hirsch, Thomas Schlag und Hans-Joachim Thilo.
Zahlreiche Institutionen, Gesetze und Initiativen verdanken ihr Entstehen den Diskursen in Bad Boll, z. B. die Aktion Gemeinsinn, die Christliche Presse Akademie, der Kronberger Kreis, die Ausbildung zum Anwalt des Kindes oder der Verein zur Alphabetisierung. 1988 wurde hier auf einer Vikarstagung die Ökumenische Initiative Mittelamerika gegründet, die in der Entwicklungspolitik und Menschenrechtsarbeit tätig ist.[1] Die Studienleiter haben mit internationalen Tagungsprojekten viel zum Ruf der Akademie als Stätte des Diskurses beigetragen.
In Erinnerung an die in Bad Boll tätigen Theologen Christoph Blumhardt und Johann Christoph Blumhardt hat die Akademie im Jahr 2005 „Blumhardts Literatursalon“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach eingerichtet. Ihren Stiftungstag begeht die Akademie jährlich mit einer „Michaelisakademie“.
Heute gibt es im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) weitere 18 evangelische und zahlreiche Katholische Akademien. Die Evangelische Akademie Bad Boll sieht sich auch als Vorbild und Impulsgeberin weiterer Tagungsstätten in Österreich, der Schweiz, in Griechenland, Südkorea, in Japan und in Afrika.
Inzwischen haben mehr als eine Million Menschen Tagungen und Veranstaltungen der „schwäbischen Querdenkerzelle“ besucht.
Die Dialogteams und Fachteams der Akademie arbeiten in vier Themenbereichen:
Mit folgenden Fachdiensten leistet die Akademie spezifische Hilfestellungen für Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen:
Ein zwölfköpfiges Kuratorium (Vorsitzender: Werner Stepanek) ist für die Besetzung der Direktionsstellen und für die Feststellung des Haushalts der Akademie verantwortlich; ein fünfzehnköpfiger Konvent mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen und Repräsentanten gesellschaftlicher Felder berät die Direktion.
Die Evangelische Akademie Bad Boll gehört zum Verein Evangelische Akademien in Deutschland, zur Ecumenical Association of Academies and Lay Centers in Europe (EAALCE) und zum globalen Akademienetz Oikos-Net.
Die Akademie Bad Boll hat eine Vorreiterrolle in der ökologischen Ausrichtung ihrer Hauswirtschaft übernommen und ist in den zurückliegenden Jahren dafür mehrfach ausgezeichnet worden (z. B. BioStar 2003). Im November 2003 wurde die Akademie Bad Boll nach der europäischen Ökoauditverordnung EMAS zertifiziert. Die Akademie ist eine von zehn evangelischen und katholischen Einrichtungen, die im mit EU-Mitteln geförderten Projekt „Sustainable Churches“ gemeinsam mit KATE e. V. den Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems entwickeln und erproben.