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Die Überlebensrate ist ein Begriff aus der Epidemiologie und gibt die Wahrscheinlichkeit an, einen definierten Zeitraum ab Diagnosestellung zu überleben. Sie dient zur Einschätzung der Prognose einer Erkrankung. Bei der Jahresüberlebensrate muss es sich nicht um den Zeitraum bis zum Tod der Patienten handeln (z. B. bei Krebs), sondern sie kann sich auch auf den Ausfall mechanischer Systeme (z. B. künstliche Herzklappen, Endoprothesen oder Zahnersatz) sowie Organersatz beziehen. Wenn im folgenden von Krebs die Rede ist, lassen sich alle Überlegungen jedoch auch auf den Ausfall mechanischer Systeme übertragen. Die Angabe der Jahres-Überlebensrate ist ein statistischer Wert und erfolgt in Prozent. Es wird zwischen der absoluten und relativen Überlebensrate unterschieden.
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Die absolute Überlebensrate beschreibt den Anteil von Patienten, die nach einer bestimmten Zeit noch leben. Sie ergibt sich also aus den direkt beobachteten Fällen von Patienten, die innerhalb des Zeitraums gestorben sind. Die absolute Überlebensrate dient als Bindeglied zwischen Inzidenz und Prävalenz. Es kann aus der Inzidenz und der absoluten Überlebensrate auf die Prävalenz einer Krankheit in einer definierten Bevölkerung geschlossen werden. Die absolute Überlebensrate kann Werte zwischen 0 und 100 % annehmen. Hierbei bedeutet 0 %, dass nach der Diagnosestellung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes kein Patient mehr am Leben ist.
Man bezeichnet damit den Anteil der Patienten mit einer bestimmten Krankheit, die fünf Jahre, nachdem die Krankheit erkannt wurde, noch am Leben sind. Eine Fünfjahresüberlebensrate von beispielsweise 80 % heißt, dass von 100 Patienten nach fünf Jahren noch 80 Patienten leben. Der Begriff wird insbesondere in der Onkologie benutzt.
Die Fünfjahresüberlebensrate ist stark von der Art der Krebserkrankung abhängig. So liegt sie durchschnittlich für Bauchspeicheldrüsenkrebs unter vier Prozent[1], für Lungenkrebs zwischen fünf und zehn Prozent[2], bei Hodenkrebs dagegen bei ca. 95 %.
Abweichend davon wird bei einigen Krebserkrankungen, wie beispielsweise dem Brustkrebs, stattdessen die Zehnjahresüberlebensrate verwendet, weil bei diesen Erkrankungen auch nach einem mehrjährigen tumorfreien Verlauf noch Rezidive der Krankheit auftreten können.
Die relative Überlebensrate setzt das Überleben an Krebs Erkrankter in Relation zum Überleben der allgemeinen Bevölkerung, welches anhand von Sterbetafeln entsprechend der Alters- und Geschlechtsstruktur geschätzt wird. Eine relative Überlebensrate von 100 % bedeutet, dass die Sterblichkeit unter den Erkrankten genauso hoch ist wie die Sterblichkeit der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters.
Basierend auf dem Krebsregister des Saarlandes ergab sich bezogen auf den Zeitraum von 1998 bis 2002 für alle Krebsarten eine relative Fünfjahresüberlebensrate von etwa 55 %.[3]
Unter dem Begriff Mittleres Überleben versteht man in der Regel den Medianwert der Überlebenszeiten. Damit ist also jene Zeit gemeint, innerhalb der die Hälfte der Patienten nach Diagnosestellung verstorben ist.
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