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Das Fürstentum Walachei (rumänisch Principatul Valahiei) bildete sich zu Beginn des 14. Jahrhunderts unter dem Wojewoden Basarab I. (Regierungszeit ca. 1310–1352) als Staatswesen mit dem Zentrum in Câmpulung (später in Curtea de Argeș) heraus,[1] das aber noch bis etwa 1330 unter dem Supremat des Königreichs Ungarn stand,[2] dem Jahr der Schlacht bei Posada, in der König Karl von Ungarn den Walachen militärisch unterlag.
Inhaltsverzeichnis |
Nach mehreren Kämpfen und trotz erbittertem Widerstand durch den Fürsten Mircea den Alten zwang Sultan Bayezid I., nach der Eroberung Bulgariens durch die Annexion des bulgarischen Zarats von Weliko Tarnowo 1393/1395 (wodurch die Walachei eine gemeinsame Grenze zu den türkischen Osmanen bekam) und den Schlachten von Rovine und Nikopolis, die Walachei 1396[3] in ein Abhängigkeitsverhältnis[4] zum Osmanischen Reich. Sie hatte Tributleistungen an den Sultanshof in Edirne (ab 1453 in Konstantinopel) zu leisten, die im Lauf der Jahrhunderte die innere Autonomie des Staates sicherten,[5] zudem eine gewaltsame Eroberung und Islamisierung des Fürstentums verhinderten. Nach dem politischen Sturz des Fürsten Vlad III. Drăculea, 1462, vertiefte sich jedoch die politische Abhängigkeit zum Nachbarn im Süden. Das Fürstentum wurde aufgrund schwacher Herrscher und interner Machtkämpfe innerhalb der Bojarenoligarchie in den folgenden Jahrhunderten de facto ein Schutz- und Vasallenstaat des Osmanischen Reiches, wodurch die walachischen Fürsten (betitelt auch mit Wojewode oder Hospodar) zusätzlich, neben den Tributzahlungen, zur Heerfolge in der Osmanischen Armee verpflichtet wurden. An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert erkämpften sich die Walachei und andere osmanische Schutzstaaten in der Region aufgrund einer Schwächephase des Osmanischen Reiches kurzzeitig ihre Unabhängigkeit zurück. Das Fürstentum Walachei wurde 1600 erstmals mit dem Fürstentum Siebenbürgen und dem Fürstentum Moldau im Zuge einer knapp einjährigen Personalunion unter Fürst Michael dem Tapferen vereinigt. Die Donaustädte Brăila, Giurgiu und Turnu Măgurele standen allerdings weiterhin unter direkter osmanischer Herrschaft in den Jahren 1417–1829.
Die Vereinigung mit dem Fürstentum Moldau im Jahr 1859 war der Ursprung des am 24. Dezember 1861 proklamierten Staates Rumänien, der als Nachfolger beider Staaten gilt.
Das Fürstentum Walachei während der Herrschaft von Fürst Mircea cel Bătrân (1386–1418), der um 1390 für die Walachei die Dobrudscha (Terra Dobrotici) erwarb, damit einen Zugang zum Schwarzen Meer
Die territoriale Ausdehnung der rumänischen Fürstentümer Moldau und Walachei im Spätmittelalter (beide Staaten als souverän eingezeichnet, die Moldau war allerdings ab 1387 nominell Vasallenstaat des Königreichs Polen und die Walachei tributpflichtig gegenüber dem Osmanischen Reich; die walachische Landverbindung zum Schwarzen Meer über die Dobrudscha ging für den Zeitraum 1420–1878 an die Osmanen verloren (Ungefähre politische Entwicklung der Balkanhalbinsel und der Donaufürstentümer vom 14. Jh. bis 1453)
Das Fürstentum Walachei (auf der Karte fälschlich ohne die Kleine Walachei eingezeichnet, dort als osmanische Provinz „Banat von Krajowa“ genannt, was erst für die Jahre 1718–1739 als österreichische Provinz zutrifft) innerhalb der Grenzen des Osmanischen Reiches als dessen Schutz- und Vasallenstaat in den Jahren 1462–1878 (Politische Entwicklung des Balkans und der Donauländer vom Ausgang des Spätmittelalters bis zum Jahr 1699)