|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| FTSE MIB | |
|---|---|
| | |
| Stammdaten | |
| Staat | Italien |
| Börse | Borsa Italiana |
| ISIN | IT0003465736 |
| WKN | 145814 |
| Symbol | XMB |
| RIC | ^FTMIB |
| Bloomberg-Code | FTSEMIB <INDEX> |
| Kategorie | Aktienindex |
| Typ | Kursindex |
| Familie | FTSE |
FTSE MIB (früher S&P/MIB) ist ein italienischer Leitindex der 40 führenden italienischen Aktiengesellschaften, die an der Mailänder Börse gehandelt werden. FTSE MIB steht für Financial Times Stock Exchange und Milano Italia Borsa. Es handelt sich im Gegensatz zum DAX um einen Kursindex, Dividenden fließen nicht in den Index ein. Der FTSE MIB (bis 2009 S&P/MIB) löste am 3. November 2003 den MIB 30 (bis 1994 COMIT 30) als italienischen Leitindex ab.
Inhaltsverzeichnis |
Der FTSE MIB Index umfasst die 40 wichtigsten italienischen Unternehmen und deckt fast 80 Prozent der inländischen Marktkapitalisierung ab. Um in den Index aufgenommen zu werden muss das Unternehmen finanziell handlungsfähig sein, eine hohe Liquidität aufweisen, auf der italienischen Börse (Borsa Italiana) gehandelt werden und mindestens 30 Prozent Streubesitz haben. Die Auswahl erfolgt dabei anhand einer sogenannten Industry Classification Benchmark (ICB).
Der Index wird nicht um Dividendenzahlungen bereinigt. Kapitalmaßnahmen wie Aktiensplits haben keinen (verzerrenden) Einfluss auf den Index. Die Gewichtung erfolgt nach der Marktkapitalisierung der gelisteten Unternehmen. Eine Überprüfung der Zusammensetzung des FTSE MIB erfolgt regelmäßig im März und September. Die Berechnung wird während der Handelszeit von 9:00 bis 17:30 MEZ alle 15 Sekunden aktualisiert. Ein anderer Mailänder Index ist der FTSE Italia All-Share (früher MIB TELEMATICO, auch MIBtel genannt), der alle italienischen Aktien umfasst.[1][2]
Der italienische Leitindex startete am 31. Dezember 1992 unter dem Namen COMIT 30 mit einem Basiswert von 100 Punkten. Am 17. Oktober 1994 übernahm die Borsa Italiana die Rechte am COMIT 30 von der Banca Commerciale Italiana (heute Sanpaolo IMI) und nannte den Index in MIB 30 um. Der Basiswert von 1992 wurde auf 10.000 Punkte festgelegt. Die Indexauswahl erfolgte anhand eines sogenannten „Indikator der Liquidität und Kapitalisierung“ (ILC), der aus der Handelsliquidität und der Marktkapitalisierung ermittelt wurde. Eine Neubewertung erfolgte zweimal pro Jahr.[3]
Am 2. Juni 2003 führte die italienische Börse in Mailand in Zusammenarbeit mit Standard & Poor's den aus 40 Werten bestehenden S&P/MIB ein, der für eine Testphase von fünf Monaten parallel zum etablierten aus 30 Werten bestehenden MIB 30 berechnet wurde.[4] Am 3. November 2003 löste der S&P/MIB den MIB 30 als italienischen Leitindex ab, dessen Berechnung am 29. Mai 2009 eingestellt wurde. Beide Indizes wurden am 31. Oktober 2003 auf den Wert von 25.973 Punkten synchronisiert, um einen reibungslosen Übergang des Handels von Futures und Optionen auf den neuen Leitindex zu gewährleisten. Am 1. Juni 2009 trat Standard & Poor's den Index an die FTSE Group ab, die zu 50 Prozent der London Stock Exchange Group gehört und gleichzeitig die Muttergesellschaft der Borsa Italiana ist. Seitdem nennt sich der Aktienindex FTSE MIB, um diese Änderung widerzuspiegeln.
Am 2. März 2000 beendete der MIB mit 50.664 Punkten erstmals den Handel über der 50.000-Punkte-Marke. Am 6. März 2000 schloss der Index mit 51.093 Punkten auf einem Allzeithoch. Nach dem Platzen der Spekulationsblase im Technologiesektor (Dotcom-Blase) fiel der Index bis 12. März 2003 auf einen Tiefststand von 20.539 Punkten. Das war ein Rückgang seit März 2000 um 59,4 Prozent. Der 12. März 2003 bedeutet das Ende der Talfahrt. Ab Frühjahr 2003 begann der MIB wieder zu steigen. Bis zum 18. Mai 2007 stieg der Aktienindex auf einen Schlussstand von 44.364 Punkten.
Im Verlauf der internationalen Finanzkrise, die im Sommer 2007 in der US-Immobilienkrise ihren Ursprung hatte, begann der MIB wieder zu sinken. Am 20. Juni 2008 schloss er mit 29.854 Punkten wieder unter der Grenze von 30.000 Punkten. Im Zuge der Krise stieg die Volatilität des Index. Am 6. Oktober 2008 erlitt der MIB mit 8,24 Prozent den größten Tagesverlust seiner Geschichte und am 13. Oktober 2008 erzielte der Aktienindex mit 11,49 Prozent den höchsten Tagesgewinn. Am 24. Oktober 2008 schloss er mit 19.900 Punkten unter der 20.000-Punkte-Marke. Einen neuen Tiefststand erzielte der MIB am 9. März 2009, als er den Handel mit 12.620,57 Punkten beendete. Seit 18. Mai 2007 entspricht das einem Rückgang um 71,6 Prozent.
Den zweithöchsten Kursanstieg erlebte der MIB am 10. Mai 2010 (11,28 Prozent) aufgrund des Beschlusses zur Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus. Der 9. März 2009 markiert den Wendepunkt der Talfahrt. Ab dem Frühjahr 2009 war der Index wieder auf dem Weg nach oben. Bis zum 19. Oktober 2009 stieg er um 67,9 Prozent auf einen Schlussstand von 24.425,98 Punkten.
Die Staatsschuldenkrise im Euroraum ab 2010 und die Abschwächung der globalen Konjunktur ab 2011 führten zu einem Kurseinbruch des italienischen Leitindex. Am 12. September 2011 beendete der FTSE MIB den Handel bei 13.474,14 Punkten. Der Verlust seit dem Höchststand am 19. Oktober 2009 beträgt 42,8 Prozent.[5][6][7]
Im März 2000 markierte der MIB im Handelsverlauf und auf Schlusskursbasis Allzeithöchststände.[6]
| Punkte | Datum | |
|---|---|---|
| im Handelsverlauf | 51.272 | Dienstag, 7. März 2000 |
| auf Schlusskursbasis | 51.093 | Montag, 6. März 2000 |
Die Tabelle zeigt die Meilensteine seit 1992.[5]
Die besten TageDie Tabelle zeigt die besten Tage seit 1992.[5][7]
Die schlechtesten TageDie Tabelle zeigt die schlechtesten Tage seit 1992.[5][7]
Jährliche EntwicklungDie Tabelle zeigt die jährliche Entwicklung des COMIT 30 (1992-1993), des MIB 30 (1994-2002), des S&P/MIB (2003-2008) und des FTSE MIB (seit 2009).[5][7]
ZusammensetzungDer FTSE MIB setzt sich aus folgenden Unternehmen zusammen (Stand: 16. Januar 2012). [8]
WeblinksEinzelnachweise
Unternehmen im FTSE MIB Stand: 15. April 2009
A2A | Alleanza Assicurazioni | Assicurazioni Generali | Ansaldo STS | Atlantia | Autogrill | Banca Monte dei Paschi di Siena | Banca Popolare di Milano | Banco Popolare | Bulgari | Buzzi Unicem | CIR Group | Davide Campari-Milano | Enel | Eni | Fiat | Finmeccanica | Fondiaria-Sai | Geox | Impregilo | Intesa Sanpaolo | Italcementi | Lottomatica | Luxottica | Mediaset | Mediobanca | Mediolanum | Mondadori | Parmalat | Pirelli | Prysmian | Saipem | Snam Rete Gas | STMicroelectronics | Telecom Italia | TenarisDalmine | Terna | UBI Banca | Unicredito | Unipol |