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FakultÀtsentwicklung

EuropÀisches Modell der FakultÀtsentwicklung in Anlehnung an EFQM

FakultĂ€tsentwicklung bezeichnet in Deutschland die Förderung von FakultĂ€ten an Hochschulen und UniversitĂ€ten in personeller und organisatorischer Sicht. Ziel ist nicht die Förderung der Hochschule, sondern die Förderung der einzelnen FakultĂ€t. Dieses Konzept ergibt sich aus der Kritik an StudiengebĂŒhren, die oftmals vom Land erhoben werden, jedoch eigentlich nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn damit nicht die Hochschule, sondern die FakultĂ€t gefördert wird.

Inhaltsverzeichnis

Vergleich von FakultÀten

Ein weiteres Modell von FakultĂ€tsentwicklung â€“ ohne an StudiengebĂŒhren oder Entgelte geknĂŒpft â€“ sieht der Vergleich von FakultĂ€ten vor. So werden alle MaschinenbaufakultĂ€ten oder Wirtschaftswissenschaftlichen FakultĂ€ten eines Landes anhand verschiedener Kriterien verglichen.

Kriterien der FakultÀtsentwicklung

1: FĂŒhrung durch den Dekan: (HĂŒhnerhofprinzip) Das erste Kompetenzfeld bezieht sich auf die FakultĂ€tsleitung durch den Dekan als FĂŒhrungskraft: Der Dekan ist als Leitungsperson fĂŒr die Strukturen, Prozesse und Ergebnisse der FakultĂ€t verantwortlich. Seine Arbeit umfasst die Steuerung der Entwicklungsarbeit in allen diesen im folgenden genannten Feldern der FakultĂ€tsentwicklung zusammen mit dem Team der Kollegen und Mitarbeiter in der FakultĂ€t.

2: Ziele der FakultĂ€t: Hier geht es um GrundsĂ€tze, Leitbilder, Visionen und Strategien (im Schulkontext wird es „Schulprogramm“ genannt), die idealerweise oft in der FakultĂ€tsbroschĂŒre Aussagen und Kennzahlen zu allen diesen neun Feldern umfassen.

3: Beteiligtenorientierung/Personalentwicklung fĂŒr die Mitarbeiter: Die Mitarbeiter und Dozenten sind ein wichtiges Potenzial in der FakultĂ€t, nur mit ihrem Engagement, mit ihrer kompetenten Arbeit, ihrem Interesse an Weiterbildung und VerĂ€nderung und Verbesserung sowie stĂ€ndigem Lernen durch Personalentwicklung können die Strukturen, Prozesse und Ergebnisse der FakultĂ€t reifen.

4: Ressourcen (Kompetenzen, Information, Finanzen): Hier geht es um das Budget der FakultĂ€t, wie ein Finanzplan vom Dekan mit den Beteiligten abgestimmt wird und in welche Projekte und Anschaffungen investiert wird. Ebenso geht es um die Verteilung von Kompetenzen und Informationen: in diesem Entwicklungfeld muß z. B. schriftlich festgelegt werden, wie Informationen schriftlich ausgetauscht werden und wer in welchen Feldern Kompetenzen hat.

5: Prozesse von Lehre und Forschung, d.h. besonders Seminarentwicklung und (Dritt-)MittelaktivitĂ€t fĂŒr Forschungsprojekte: Es geht um die ÜberprĂŒfung, ob Seminare eine enge Betreuung der Studierenden garantieren, um sie zum Lernerfolg und Studienabschluss zu fĂŒhren; es geht darum, zu evaluieren, ob die Seminarinhalte dem modernen Stand der Erkenntnisse entsprechen und ob sie didaktisch aufgebaut sind und wie sie in das Studiengangcurricculum integriert werden, z.B. auch spĂ€ter im Beruf oder fĂŒr die AbschlussprĂŒfung benötigt werden. Aber auch die Prozesse der Entwicklung von Forschungsprojekten werden angesprochen: Sind die Arbeitsschritte in der FakultĂ€t dergestalt, dass damit Projekte akquiriert, als auch er-folgreich durchgefĂŒhrt, abgeschlossen und vermarktet bzw. an die Öffentlichkeit transferiert werden können?

6: Zufriedenheit der Lehrenden: Hier geht es um die Feststellung der Zufriedenheit der Dozenten. Als Mitarbeiter haben sie in diesem Entwicklungsfeld einen hohen Stellenwert, und alle Entwicklungen sollen die Beteiligten einbeziehen und auch deren Zufriedenheit erhöhen, denn nur ein zufriedener Dozent z.B. im sog. Mittelbau kann auch einen positiven Beitrag zur FakultÀtsentwicklung leisten.

7: Zufriedenheit der Studierenden mit der Lehre und den Lernbedingungen: Neben den Mitarbeitern werden auch die Abnehmer des Bildungsgutes â€“ also die Studierenden â€“ schriftlich zu ihrer Zufriedenheit zu verschiedenen Kriterien befragt. Idealerweise sind auch die hier genannten Entwicklungsfelder als Fragen in den Fragebogen eingebettet.

8: Kooperationen und gesellschaftliche Verantwortung, Image der FakultĂ€t durch Projekte: Hier geht es darum, dass die FakultĂ€t sich ihrer gesellschaftspolitischen, sozialverantwortlichen und demokratisierenden Verantwortung stellt und jede FakultĂ€t in diesem Entwicklungsfeld ĂŒberlegt, wie sie durch kontinuierliche Projekte dazu beitragen kann. Dieses können beispielsweise Projekte zum Umweltschutz oder zur Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen oder der moralisch-ethisch-verantwortlichen Forschung in den Naturwissenschaften sein.

9: Erfolg, Evaluation und Ergebnissicherung: Die Ergebnisse der FakultĂ€t und des Controllings werden in einer Art GeschĂ€ftsbericht der FakultĂ€t durch den FakultĂ€tsentwickler prĂ€sentiert. In diesem Feld wird somit schriftlich ĂŒber die Fortschritte in den oben genannten Entwicklungsfeldern regelmĂ€ĂŸig berichtet. Sinnvoll ist es auch, einzelne Kennzahlen als eine Art ‚Controlling‘ fĂŒr jedes Entwicklungsfeld zu definieren, die gemessen werden können, um die positive VerĂ€nderung der FakultĂ€tsentwicklung in jedem Feld aufzuzeigen (z.B. Erhöhung der Zufriedenheit der Mitarbeiter und Studierenden).

Ergebnisdokumentation

Es wird angestrebt, die vergleichende Evaluierung von FakultÀten mit Punkten zu berechnen und die erreichten Punkte in die Zeugnisse der FakultÀten als QualitÀts-Siegel aus einem Audit aufzunehmen.

Erfolgsfaktoren von FakultÀtsentwicklung

  • Der Wille zur VerĂ€nderung.
  • UnterstĂŒtzung der obersten Leitung.
  • Beteiligung der Betroffenen (Lehrende, Studierende, Verwaltung).
  • Begleitung und Steuerung des VerĂ€nderungsprozesses durch ModeratorInnen.
  • Die Bereitschaft aller Mitwirkenden, selbst etwas Neues zu lernen.
  • Ungesichertes Terrain betreten mit allen damit verbundenen UnwĂ€gbarkeiten.
  • Entwicklung neuer Lehr-/Lernmaterialien und Lernformen.
  • Mehr Vertrauen in die Studierenden setzen.

Literatur

  • Zeitschrift fĂŒr Evaluation: Modelle von FakultĂ€tsentwicklung - Zur BegrĂŒndung einer Forschungsrichtung. Heft 2/2003:149-170.
  • H. Lang: Management-Zertifizierung von FakultĂ€ten nach EFQM. Uni Prag 2002
  • M. HopfenmĂŒller: Projekt zur EinfĂŒhrung von FakultĂ€tsentwicklung nach dem EFQM-Modell an Hochschulen. Regensburg 2001

Weblinks

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