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Felix Weltsch (* 6. Oktober 1884 in Prag, damals Österreich-Ungarn; † 9. November 1964 in Jerusalem), Dr. jur. u. phil., war ein deutschsprachiger jüdischer Journalist, Schriftsteller, Philosoph und Bibliothekar.
Inhaltsverzeichnis |
Der Cousin von Robert Weltsch und engste Freund von Max Brod und Franz Kafka absolvierte an der Prager Universität die Fächer Jura und Philosophie mit Promotionen, er arbeitete von 1910 bis 1939 als Bibliothekar an der Prager Universität. Von 1919 bis 1938 gab er die in Prag erscheinende zionistische Wochenzeitschrift Selbstwehr heraus. Kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag am 15. März 1939 verließ er mit Max Brod und seiner Familie im letzten möglichen Zug die Stadt und flüchtete nach Palästina. Von 1940 an betreute er die Nationalbibliothek in Jerusalem.
Er war neben Robert Weltsch, Martin Buber und Hugo Bergman einer der wichtigsten Zionisten und ein bedeutender politischer Denker, dessen Artikel über die Staatsentwicklung Israels, philosophische Diskussionen oder seine Kenntnisse über Franz Kafka in Dutzenden Zeitungen weltweit Eingang fanden. Für sein in Israel (deutsch und hebräisch) veröffentlichtes Werk Natur, Moral und Politik erhielt er 1952 den Ruppin-Preis der Stadt Haifa.
Seine lebenslange Begleiterin in schöner und schwieriger Zeit war seine Frau Irma Herz (1892-1969), mit der er eine Tochter hatte, Ruth Weltsch-Gorenstein (1920-1991).
Durch die Zusammenarbeit mit Max Brod wurde Weltsch mit dem Werk Anschauung und Begriff in Deutschland und in Prag bekannt. Er war Anhänger der Philosophie von Christian von Ehrenfels, was ihn von den vielen Freunden und Kollegen in Prag unterschied, von denen sehr viele inhaltlich Franz Brentano folgten, weshalb sie Brentanisten genannt wurden.
Bereits vor 1914 hatte Weltsch, meist in Feuilletons, einige Artikel in verschiedenen deutschsprachigen Zeitungen veröffentlicht, zumeist im Prager Tagblatt. Später weitete sich seine Autorenschaft auf Dutzende Zeitungen und Zeitschriften aus, und in seiner Wochenschrift Selbstwehr gab er im Laufe von 20 Jahren Hunderte Artikel zu Inhalten aus Kunst, Musik, Politik, Zionismus, Literatur und Philosophie heraus. Seit den 1920er Jahren zeichnete Weltsch auch für viele Artikel außerhalb der C.S.R. verantwortlich, wie etwa für die Wiener Morgenpost oder die Jüdische Rundschau in Berlin, die sein Cousin Robert Weltsch in diesen Jahren leitete.
Im Zentrum seines Interesses standen die Grundfragen der Menschen, des Glaubens, der Ethik. Viele Veröffentlichungen, Essays und Vorträge befassten sich mit Problemen des Judentums und des Zionismus. Seine ethische Hauptarbeit wurde zu Lebzeiten nicht vollendet. Weltschs wichtigster Lehrer war der Philosoph Christian von Ehrenfels.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Weltsch, Felix |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Journalist, Schriftsteller, Philosoph und Bibliothekar |
| GEBURTSDATUM | 6. Oktober 1884 |
| GEBURTSORT | Prag |
| STERBEDATUM | 9. November 1964 |
| STERBEORT | Jerusalem |