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Pierre de Fermat [pjɛːʀ dəfɛʀˈma] (* in den ersten zehn Jahren des 17. Jahrhunderts, in Beaumont-de-Lomagne, Tarn-et-Garonne; † 12. Januar 1665 in Castres) war ein französischer Mathematiker und Jurist.
Inhaltsverzeichnis |
Als Geburtsdatum galt lange Zeit der 17. August 1601. Neuere Recherchen von Klaus Barner haben jedoch ergeben, dass Fermat vermutlich eher Ende 1607 oder Anfang 1608 geboren wurde. Der am 20. August 1601 in Beaumont de Lomagne getaufte „Pierre Fermat“ war danach vermutlich ein früh verstorbener Halbbruder gleichen Namens aus der ersten Ehe seines Vaters Dominique Fermat mit Françoise Cazeneuve, die 1603 verstarb. Nachdem sein Vater 1604 in zweiter Ehe Claire de Long geheiratet hatte, wurde der Mathematiker Pierre Fermat möglicherweise im November des Jahres 1607 geboren.
Fermat studierte von 1623 bis 1626 Zivilrecht an der Universität Orléans und schloss dieses Studium im Juli 1626 mit dem baccalaureus iuris civilis ab. Im Herbst desselben Jahres ließ er sich als Anwalt am parlement de Bordeaux nieder, wo er bis Ende 1630 blieb. Danach kaufte er das Amt eines conseiller au parlement de Toulouse und wurde am 14. Mai 1631 hierin vereidigt.
Die Zeit seiner großen mathematischen Entdeckungen lag vor 1643. Danach wurde Fermat durch die mannigfachen Verpflichtungen aus seinem Amt als Conseiller des königstreuen Parlaments von Toulouse, das für den größten Teil Südfrankreichs politisch verantwortlich war, so sehr in Anspruch genommen, dass ihm praktisch keine Zeit mehr für mathematische Forschungen blieb.
Zum einen gab es in dieser Zeit Bauernaufstände im Languedoc wegen brutaler Steuereintreibungen, deren ungesetzliche und unmenschliche Praktiken von Fermat aufgedeckt wurden. Zum anderen wüteten damals die in Südfrankreich besonders heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Fronde, die auch Fermats Geburtsstadt Beaumont-de-Lomagne in Mitleidenschaft zogen. Durch mutigen persönlichen Einsatz verhinderte er ihre Zerstörung durch königliche Truppen. Er gehörte der Kommission an, die mit den Generalständen des Languedoc, die sich auf die Seite der Fronde geschlagen hatten, langwierige Verhandlungen zur Wiederherstellung des Rechtsfriedens führte.
1652 wurde Fermat an das oberste Strafgericht befördert. Im selben Jahr erkrankte er so schwer an der Pest, dass sein Freund Bernard Medon bereits die Todesnachricht verbreitete, dies jedoch kurz darauf erleichtert dementierte.
Fermat war bis zu seinem Tode 1665 als Richter tätig.
Fermat beschäftigte sich wie die meisten Wissenschaftler seiner Zeit nicht ausschließlich mit der Mathematik. So beschränkte sich sein Einfluss auf die Korrespondenz mit vielen bedeutenden Gelehrten seiner Zeit (wie z. B. Carcavi, Beaugrand, Descartes sowie Mersenne) und auf die von seinem Sohn vorgenommene Ausgabe seines Nachlasses, einschließlich der von ihm kommentierten Arithmetik des Diophant von Alexandrien (siehe unten). Er leistete wichtige Beiträge zur Zahlentheorie, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Variations- und Differentialrechnung. Dabei teilte er seine Resultate oft nur in Form von „Denksportaufgaben“ – von Problemen ohne Angabe der Lösung – mit.
Nach Fermat sind unter anderem benannt:
Fermat zu Ehren wird von der Universität Toulouse seit 1989 alle zwei Jahre der Fermat-Preis verliehen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fermat, Pierre de |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Mathematiker und Jurist |
| GEBURTSDATUM | 1607 oder 1608 |
| GEBURTSORT | Beaumont-de-Lomagne |
| STERBEDATUM | 12. Januar 1665 |
| STERBEORT | Castres |