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Feuer ist ein abiotischer Umweltfaktor, der als Störung Suzessionsprozesse auslöst.
Häufig werden Brände in der Natur als ökologische Katastrophe gesehen. Dies trifft jedoch nur auf durch den Menschen bereits veränderte Naturlandschaften zu. So sind künstlich angelegte Waldmonokulturen oft instabil gegen Faktoren wie Schädlingsbefall oder Brände. In natürlichen Ökosystemen haben im Laufe der Evolution viele Lebewesen Anpassungen an regelmäßig wiederkehrende Feuer erworben.
Sieht man von durch Menschen absichtlich - wie z. B. großflächige Brandrodungen - oder unabsichtlich ausgelösten Waldbränden ab, so werden in der Natur Brände meist durch Blitzschlag oder Selbstentzündung verursacht. Voraussetzung für natürliche Brände sind länger anhaltende Trockenperioden. Ökosysteme, in denen Feuer ein typisch auftretender Umweltfaktor ist, sind Tundra und Taiga, Savanne und Steppe, die Hartlaubwälder im Mittelmeerraum, die Kiefernwälder Floridas oder die Eucalyptuswälder Australiens.
Inhaltsverzeichnis |
Vor allem größere, unbewegliche Pflanzen haben Anpassungen an regelmäßige Brände entwickelt.
Feuer verändern das Ökosystem auch in klimatischer Hinsicht:
Die Erkenntnisse über den Umweltfaktor Feuer haben dazu geführt, dass im Naturschutz Feuer gezielt gelegt und kontrolliert werden, um die natürliche Vegetation zu erhalten. So werden in England Heidemoore abgebrannt, um den Bestand an Moorhühnern zu erhöhen, da diese sich von den Knospen der nach Bränden nachwachsenden Heide ernähren. Der Freiburger Feuerökologe Johann Georg Goldammer praktiziert und wirbt weltweit für diese Methode der Umweltpflege, oft gegen den Widerstand von Naturschützern und Feuerwehrleuten. Kontrollierte Brände, die nicht die Kronen der Wälder erreichen sind aber von großem Nutzen für die Erneuerung der Pflanzenwelt. Sie führen neues Licht und Dünger den unteren Bereichen des Waldes zu und sorgen für eine regelmäßige Beseitigung des Totholzes. Kleintiere überstehen diese Prozedur oft gut, da sie sich in angrenzende Bereiche verziehen. Wälder, die hingegen lange Zeit keinem Brand ausgesetzt waren, bilden zu viel Totholz aus und trocknen derart durch, dass das schädliche Waldbrandrisiko sehr hoch liegt. Diese völlig neue Erkenntnis im Naturschutz erfordert ein Umdenken vom im 19. Jahrhundert vor allem in Deutschland entwickelten Vorstellung von der ungestörten Waldesruh, die außer durch die Romantiker, in der Wissenschaft vor allem durch die Arbeiten Sir Dietrich Brandis, der in der britischen Kolonialverwaltung vor 150 Jahren predigte „Feuer ist der Feind des Waldes.“