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Feuersturm

Dieser Artikel behandelt den Brandeffekt. Siehe auch: Der Feuersturm, TV-Serie

Als Feuersturm bezeichnet man den Kamineffekt bei großen Flächenbränden, bei denen durch starke Hitzeentwicklung heiße Luft über dem Brandherd emporsteigt und der entstehende Sog Frischluft nachzieht. Bei diesem Kamineffekt entsteht somit eine positive Rückkopplung – die Zufuhr frischer Luft facht das Feuer weiter an. Begünstigt werden Feuerstürme durch eine talförmige Geländeformation sowie durch eine fächerförmige Anlage der Initialbrände, wobei die Spitze des Fächers in die Richtung zeigt, aus der der Wind kommt.

Ein Feuersturm wird gelegentlich mit einem Großbrand verwechselt, bei dem jedoch nicht solche Rückkoppelungseffekte auftreten.

Ein Feuersturm kann nur entstehen, nachdem sich ein großflächiger, zusammenhängender Brandherd gebildet hat (z.B. durch das Zusammenwachsen von einzelnen kleinen Bränden). Feuerstürme können bei großen Waldbränden und bei Bränden von Stadtvierteln oder Städten entstehen.

Einige Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg führten zu Feuerstürmen (siehe unten).

Nach atomaren Explosionen - den beiden Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki sowie oberirdischen Kernwaffentests - wurden sie ebenfalls beobachtet.[1]

Das meteorologische Umfeld kann ihre Entstehung begünstigen (z.B. war es in den Wochen vor dem Feuersturm in Hamburg besonders heiß und trocken). Die Alliierten warfen bei ihren Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg oft zunächst Sprengbomben, um die Dächer abzudecken, und dann Brandbomben, die zunächst die Dachstühle und die hölzernen obersten Geschossdecken ("Speicherboden") und dann die ganzen Häuser in Brand setzten. Sie verursachten also gezielt und absichtlich große Brände oder Feuerstürme.

Enge Straßen mit hohen Häusern und wenig Grünflächen unterstützen den Kamineffekt.

Der Rückkoppelungseffekt zwischen aufsteigender und nachströmender Luft führt zu starken Winden in Richtung Brandherd, die das (Weg-)laufen - oder sogar das normale Gehen unmöglich machen können und Menschen an der Flucht aus dem Gefahrenbereich hindern. Durch die Intensität des Feuers können Flammen über 2000 Grad Celsius heiß werden. Ihre Strahlungshitze kann Straßenbeläge (Teer, Asphalt bzw. Bitumen) schmelzen und in Brand setzen.

Ein großer Feuersturm kann durch die Corioliskraft auch in Rotation geraten und dann einen Wirbelsturm bilden. Feuerstürme gelten allgemein als nicht aktiv löschbar. Sie enden meist wegen fehlendem weiteren Brennmaterial.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele

Britische Luftaufklärung nach dem verheerenden Luftangriff vom 6. November 1944, zu sehen ist die Altstadt von Koblenz, links das ausgebrannte Kurfürstliche Schloss

Bekannte historische Feuerstürme sind der

Im Zweiten Weltkrieg gab es eine Vielzahl durch Flächenbombardements mit Spreng- und Brandbomben herbeigeführter Feuerstürme als Teil des Luftkriegs, zum Beispiel:

Ein nuklear erzeugter Feuersturm entstand am 6. August 1945 beim Atombombenabwurf auf Hiroshima.

Dass schwere, konzentrierte Bombardements von Städten nicht notwendigerweise einen Feuersturm erzeugen, zeigen die Beispiele von Berlin und München. Auf längere Zeit verteilte Angriffe konnten keinen Rückkoppelungseffekt erzeugen; speziell dann nicht wenn Löschkapazitäten vor Ort vorhanden waren.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Florian Coulmas: Hiroshima: Geschichte und Nachgeschichte, Seite 32. Beck Verlag 2005 (ISBN 3406527973 / 978-3406527975), 2010 (3406587917 / 978-3406587917)
  2. Sixty Seconds that Will Change the World. Peter Hadfield. Erste Kapitel und Fußnoten

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Feuersturm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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