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Das Filmfest München ist das zweitgrößte Filmfestival in Deutschland. Es findet jährlich Ende Juni in München statt und ist Deutschlands bedeutendstes Sommer-Filmfestival. Es stellt Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sowie Fernsehfilme in internationaler, europäischer oder deutscher Erstaufführung vor. Die 30. Ausgabe findet vom 29. Juni bis 7. Juli 2012 statt. Festivalleiterin ist Diana Iljine.
Mit mehr als 200 Filmen auf 18 Leinwänden und etwa 70.000 Besuchern ist es vor allem ein Publikumsfest.[1] Zugleich dient es Filmjournalisten und Fachbesuchern als Treffpunkt der Filmbranche.
Das Filmfest dauert neun Tage. Nach der Eröffnungsveranstaltung im Mathäser-Filmpalast spielt sich das Festival in fünf zentralen Veranstaltungsorten (Filmmuseum, CinemaxX, Museum Lichtspiele, Gasteig, Rio Filmpalast) entlang der Isarmeile ab. Das Presse- und Gästezentrum des Filmfests München ist im Kulturzentrum Gasteig. Veranstalter des Filmfests München ist die Internationale Münchner Filmwochen GmbH, die auch das jährlich im Herbst stattfindende Internationale Festival der Filmhochschulen München veranstaltet. Gesellschafter sind der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München, die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) und der Bayerische Rundfunk.
Inhaltsverzeichnis |
Das Filmfest München wurde 1983 zum ersten Mal veranstaltet. Eberhard Hauff, Bruder des Regisseurs Reinhard Hauff, leitete das Festival bis 2003. Ihm folgte Andreas Ströhl. Nach der 29. Ausgabe des Festivals im Jahr 2011 übernahm Diana Iljine die Leitung.[2]
Nach der Berlinale ist es das größte Filmfestival in Deutschland. Im Jahr 2009 wurde mit rund 73.500 Eintrittskarten ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Jährlich sind beim Filmfest München über 2.500 deutsche und internationale Medienprofessionals aus der Film-, Fernseh- und Videobranche sowie mehr als 600 Journalisten akkreditiert.
Das Filmfest bietet ein offenes Programm – von großen Premieren bis zum No-Budget-Underground, vom engagierten Spielfilm bis zur aktuellen politischen Dokumentation. Ein besonderer Schwerpunkt ist traditionell die Förderung junger Talente aus aller Welt. Besonderen Wert legt München dabei auch auf die deutschen Filmemacher. Neben den traditionellen Reihen des Festivalprogramms werden auch immer wieder neue thematische oder regionale Schwerpunkte gesetzt. Die Reihen des Filmfests München:
Die zentrale Reihe des Filmfests München. Regisseure wie Lars von Trier, Quentin Tarantino, Stephen Frears oder Danny Boyle haben hier ihre frühen Filme gezeigt. Aus dem Internationalen Programm sind im Laufe der Jahre etliche regionale Reihen besonders produktionsstarker Regionen hervorgegangen: Nouveau Cinéma Français, Visiones Latinas und Fokus Fernost.
Die American Independents-Reihe bot vielen US-Indie-Regisseuren ihre erste internationale Plattform, darunter Steven Soderbergh (Schizopolis), Jonathan Demme (Stop Making Sense), Ethan und Joel Coen (Blood Simple), Allison Anders (Border Radio), Tom DiCillo (Living in Oblivion) und Richard Linklater (Slacker).
Die französischen Filme werden seit 1996 in einer eigenen Reihe präsentiert. Gezeigt werden neue Filme der ursprünglichen Nouvelle-Vague-Regisseure (Godard, Chabrol, Rivette, Rohmer) sowie deren Nachfolger (unter anderem Tavernier, Chéreau, Leconte, Desplechin); Autorenfilme junger, noch unbekannter Regisseure; aber auch Beispiele des Polar, des französischen Polizei- und Gangsterfilms.
In der Reihe zum lateinamerikanischen Film haben Regisseure wie Pablo Trapero, Lucrecia Martel und Carlos Reygadas ihre Werke persönlich präsentiert.
Gezeigt werden ausschließlich Kinofilme in deutscher Erstaufführung. Deutsche Regisseure wie Sönke Wortmann (Allein unter Frauen), Rainer Kaufmann (Stadtgespräch), Oskar Roehler (Silvester Countdown) und Marcus H. Rosenmüller (Wer früher stirbt, ist länger tot) zeigten hier ihre Filme zum ersten Mal. Auch die Oscar-nominierten Filme Jenseits der Stille von Caroline Link und Die Geschichte vom weinenden Kamel von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni hatten ihre Uraufführung in der Reihe. Verliehen wird in dieser Reihe der Förderpreis Deutscher Film.
Uraufführungen ausgewählter Fernsehfilme und Dokumentationen werden in einer eigenen Sektion gezeigt. Die Fernsehspiele konkurrieren um den mit 25.000 Euro dotierten Bernd-Burgemeister-Fernsehpreis. Die Reihe ist 2000 aus der internationalen TV-Reihe Top TV hervorgegangen. 2011 werden unter anderem Filme von Rainer Kaufmann (Blaubeerblau, Föhnlage. Ein Alpenkrimi), Tim Trachte (Davon willst du nichts wissen) und Dominik Graf (Polizeiruf 110 - Cassandras Warnung) gezeigt.
Zu den Retrospektiven bekannter Regisseure und Filmschaffender gehörten Sergio Leone (1986), Im Kwon-taek (1990), Lars von Trier (1991), Hal Hartley (1992), Nagisa Ōshima (1992), Stanley Donen (1992), Nanni Moretti (1994), Michael Haneke (1994, 2009), Nelson Pereira (1995), Nicolas Roeg (1995), Robert Wise (1996), Ron Bass (1996), Roman Polanski (1999), Milos Forman (2000), Aki & Mika Kaurismäki (2004), Alan Parker (2004), Barry Levinson (2006), Mike Figgis (2006), Richard Linklater (2007), Werner Herzog (2007), Herbert Achternbusch (2008), Julie Christie (2008) und Stephen Frears (2009), Ulrich Seidl (2010), Roy Andersson (2011)
Gezeigt werden Spielfilme und Kurzfilme, nach Möglichkeit auch Dokumentarfilme für eine Altersgruppe zwischen vier und vierzehn Jahren. Es wird ein Kinderfilm-Publikumspreis verliehen.
Im Forum des Festivalzentrums Gasteig werden bei freiem Eintritt an sieben Abenden sieben Filme zu einem jährlich wechselnden Thema gezeigt. Die Open-Air-Reihe 2011 steht unter dem Motto Katzen.
2009 wurde in Zusammenarbeit mit der Münchner Volkshochschule eine Vortragsreihe zur Filmbildung eingeführt. 2010 entstand daraus die Vortragsreihe Begegnung Filmfest, bei der das Publikum einen Blick hinter die Kulissen erhält und die auch 2011 fortgesetzt wird.
Der MedienCampus Bayern veranstaltet jedes Jahr eine Podiumsdiskussion und in Kooperation mit filmtoolsConsult das Animation-Meeting auf dem Filmfest München. In der Black Box, einem Saal im Kulturzentrum Gasteig, werden neueste Entwicklungen in der Animationsbranche vorgestellt.
Auf dem Filmfest München werden folgende Preise im Gesamtwert von ca. 150.000 Euro verliehen:
Außerdem erfolgt im Rahmen des Filmfestes die Vergabe von: