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Forschung ist die Suche von neuen Erkenntnissen im Gegensatz zum zufälligen Entdecken sowie deren systematische Dokumentation und Veröffentlichung in Form von wissenschaftlichen Arbeiten. Forschung wird sowohl im wissenschaftlichen als auch im industriellen Rahmen betrieben.
Inhaltsverzeichnis |
Forschung wird im Allgemeinen unterschieden in:
Der Zusammenhang zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung besteht demnach darin, dass die Grundlagenforschung das Wissen für die angewandte Forschung liefert und die angewandte Forschung unter anderem Impulsgeber für die Grundlagenforschung sein kann. Der wissenschaftliche Erkenntnisgrad nimmt von der Grundlagenforschung zur angewandten Forschung hin ab. Der Konkretisierungsgrad sowie der Praxisbezug nehmen hingegen weiter zu. Diese Trends verstärken sich in dem der Forschung nachgelagerten Prozess der Entwicklung, die ihr Wissen aus der angewandten Forschung bezieht.
Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2007 betrugen die gesamten Forschungsaufwendungen in Deutschland insgesamt rund 61,5 Milliarden Euro, wovon 70 Prozent von der Industrie finanziert wurden. Die forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland trugen dabei 10,5 Prozent der gesamten Forschungsaufwendungen der deutschen Industrie.[2]
Die einzelnen Schritte des Forschungsprozesses können sehr unterschiedlich sein. Auch die Reihenfolge kann verschieden sein. Vor allem in Naturwissenschaften wird aber idealtypisch oft wie folgt vorgegangen:
In einem ersten Schritt wird geklärt, aus welchem Zusammenhang oder welcher Diskussion die Forschungsfrage überhaupt entstanden ist und welcher Verwertung die bei der Forschung entstehenden Erkenntnisse zugeführt werden können. Ist das Objekt der Fragestellung definiert, wird das noch grob umrissene Projekt präzise und schriftlich formuliert.
Die konkreten Fragen stellen Folgende dar:
Es müssen die vorhandenen Kenntnisse über das Themengebiet analysiert und der in der Forschungsliteratur vorliegende Wissensstand zusammengefasst werden (vgl. Stand der Wissenschaft). Die Literatursuche kann je nach Forschungsstand und Größe des betreffenden Themengebietes mehr oder weniger Zeit beanspruchen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes die oben erwähnte Zielsetzung korrigiert werden muss.
Die Fragen hierzu lauten:
Man wählt – außer in den Geisteswissenschaften - einen Versuchsaufbau mit geeigneten (eventuell noch zu entwerfenden) Reaktions- und Messinstrumenten. In der Physik, Chemie und Biologie können dies analytische Maschinen oder Messsysteme sein; in der Psychologie finden definierte Situationen und mathematisch-statistische Auswertung ihre Anwendung; in der Literatur verwendet man Vergleichstexte, Lexika oder Textanalyse durch Computerprogramme; etc. Außerdem sollten – vor Versuchsbeginn – Kontrollmöglichkeiten (Qualitätskontrolle) dargestellt und der gesamte geplante Ablauf des Versuches schriftlich festgelegt werden.
Die konkreten Fragen sind:
Der nächste Schritt ist die eigentliche Versuchsdurchführung. In den Naturwissenschaften werden zu diesem Zeitpunkt oft „Vorversuche“ durchgeführt, deren Ergebnisse als Entscheidungs- oder Korrekturhilfe für die Durchführung kostspieliger „Hauptversuche“ dienen sollen. Um zu gewährleisten, dass der Versuch nachvollziehbar ist, ist eine Wiederholung unter möglichst gleichen Bedingungen notwendig. Die Wiederholung von Versuchen ist in Forschungsgebieten der Physik und Chemie grundsätzlich leicht, da es eine überschaubare Anzahl von Einflussfaktoren (z. B. Menge, Temperatur, Luftdruck, Reaktionsdauer) gibt. In anderen Forschungsgebieten wie der Biologie oder Psychologie führt erst eine je nach Fragestellung verhältnismäßig große Zahl von Versuchswiederholungen zu einem statistisch zuverlässigen Ergebnis.
Die treffenden Fragen sind:
Während des Versuchs muss dieser sorgfältig dokumentiert werden: Validierte Laborsoftware; handschriftliche Aufzeichnungen in speziell dafür vorgesehenen, seitennummerierten Labortagebüchern; Videoaufnahmen; Tonaufnahmen usw. Fehlende oder undatierte Dokumentation kann die Versuchsdurchführung hinfällig machen. Zur Dokumentation gehören die Datenzusammenstellung, die Auswertung, eine Interpretation und ein Endbericht des Versuches.
Die Interpretation kann zeitmässig die Versuchsdurchführung um ein Vielfaches übertreffen. Bei diesem Schritt ist es wichtig, dass man die Ergebnisse und die Interpretationen mit vertrauenswürdigen und kompetenten Kollegen diskutiert. Die Diskussion stellt die neu erhaltenen Ergebnisse in Zusammenhang mit den bereits in der Literatur vorhandenen Ergebnissen.
Nach dem Abschluss des Endberichts kann eine Publikation erwogen werden.
Die konkreten Fragen heißen: