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Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln sind Stadtteile im Süden Münchens, die zusammen den Stadtbezirk 19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln bilden.
Im Bezirk 19 liegt mit der so genannten Balde-Höhe, einem Hügel auf dem Gelände von Kloster Warnberg (579 m ü. NN) der höchste Punkt im Stadtgebiet Münchens. Für das Stadtklima wichtige Grünzüge (Isartal, Forstenrieder Park, Sendlinger Wald bzw. Südpark[1], Siemenswäldchen, Waldfriedhof) grenzen an oder durchziehen den Bezirk, der sich aus recht unterschiedlichen Stadtteilen zusammensetzt.
Inhaltsverzeichnis |
Der in der Isarniederung westlich des Flusses gelegene Stadtteil gehört zu den ältesten Siedlungen im Süden der Stadt und hat durch seine Lage an der renaturierten Isar eine bedeutende Erholungs- und Freizeitfunktion für die gesamte Stadt. In Thalkirchen befindet sich der heutige Floßkanal Münchens, auf der anderen Isarseite über eine Brücke gut erreichbar liegt der Tierpark Hellabrunn im Nachbarbezirk 18 Untergiesing-Harlaching, und im Nordosten auf der Thalkirchner Flussseite der zu Sendling gehörende Flaucher, ein ausgedehnter Grünzug entlang der Isar mit Wald und Wiesen, Spielplätzen und dem gleichnamigen Biergarten in einem Forsthaus aus dem Jahre 1800.
Obersendling liegt geographisch gesehen am südlichen Münchner Stadtrand, westlich der Isar. Der Stadtteil reicht von der Isarhangkante (Thalkirchen) im Osten bis zum Südpark im Westen (Forstenried). Die nördliche Grenze verläuft zum Stadtbezirk Sendling-Westpark. Im Süden grenzt der Stadtteil an Solln.[2]
Ursprünglich gehörte der Stadtteil zu Thalkirchen und wurde 1. Januar 1900 in München eingemeindet.[3] Städtebaulich betrachtet, handelt sich es bei diesem Stadtteil um ein Mischgebiet. Der Wohnungsbestand, welcher auch noch ältere Wohnquartiere aufweist, ist in ein Industrie- und Gewerbegebiet eingebettet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Obersendling eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung. Wesentlicher Auslöser war hier die Standortkonzentration der Firma Siemens rund um die Hofmannstraße. Dort befand sich bereits seit 1927 ein Zweigwerk. Als das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Sitz von Berlin nach München verlegte, wurde die Hofmannstraße der zentrale Standort. Mit dem Siemens-Hochhaus wurde von 1961 bis 1963 ein repräsentatives Verwaltungsgebäude errichtet, um den Solitär gruppierten sich Fertigungs- und Vertriebsbauten.
Die Siemens AG gab den Standort Hofmannstraße um die Jahrtausendwende auf und verkaufte das Gelände. Im Rahmen des Projektes Isar Süd sollte ab 2005 eine grundlegende Neugestaltung des gesamten Siemens-Areals durchgeführt werden. Ziel des Projektes war es unter anderem, den früher abgeschlossenen Siemens-Standort zu öffnen und durch ein integriertes Konzept von Wohnen mit Arbeiten zu ersetzen. Auf Grund des Bürgerentscheides „Initiative-Unser-München“[4] im Jahr 2004 musste die Planung überarbeitet und auf Hochhäuser über 99 m Höhe verzichtet werden. Der neue Bebauungsplan für das ehemalige Siemensgelände wurde 2010 beschlossen. Das neue Stadtquartier mit rund 2000 Einwohnern und 1000 Arbeitsplätzen um eine zentrale Parkanlage soll bis 2013 errichtet werden.[5]
Ebenfalls in Obersendling, nordwestlich des Werksgeländes liegt die Siemens-Siedlung an der Boschetsriederstraße. Erwähnenswert sind die sind die beiden Siemens-Sternhochhäuser, die ersten Hochhäuser ihrer Art, welche nach dem Krieg in München gebaut wurden.
Der Stadtteil mit noch relativ gut erhaltenem alten Dorfkern besteht überwiegend aus Wohngebieten. Er wurde erstmals im Jahr 1166 als Uorstersriet erwähnt, der Name setzt sich zusammen aus den Wörtern Uorst für Forst, Wald und Ried für Rodung. Der alte Ortskern lag um die Pfarrkirche Heilig Kreuz (heute Forstenrieder Allee 180a). Forstenried wurde am 1. Januar 1912 nach München eingemeindet. Zwischen 1959 und 1971 wurden auf der Gemarkung Forstenried drei Großwohnanlagen errichtet. Mit Neu-Forstenried (ehem. Fürstenried-III [6] ), Fürstenried Ost und Fürstenried West sowie mit der östlich davon auf Sollner Flur gebauten Parkstadt Solln entstanden über 12.500 Wohnungen für mehr als 25.000 Bewohner.
Solln ist der südlichste Stadtteil von München. Mit seinem Gartenstadtcharakter und alten Villen zählt es zu den teuersten Wohngegenden der Stadt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Solln gegen Ende des 11. Jahrhunderts als de Solon. Sole oder sule bezeichnet einen Ort, an dem sich Wild suhlt. Der frühere Ortskern erstreckte sich von der Alten Sollner Kirche St.Johann Baptist (heute Herterichstraße 54) nach Süden bis zum heutigen Wilhelm-Leibl-Platz. Hier stand die Alte Post, die Tafern-Wirtschaft und Posthalterei an der Straße nach Pullach. Außer der Alten Sollner Kirche gibt es noch drei weitere katholische (die Pfarrkirche St. Johann Baptist am Fellererplatz, die Pfarrkirche St. Ansgar sowie Klein-Schönstatt in der Parkstadt Solln) und zwei evangelische Kirchen (die Apostelkirche in Alt-Solln und die Petruskirche in der Parkstadt). Einer der berühmtesten Sollner der Neuzeit ist der noch vor der Eingemeindung geborene Chemie-Nobelpreisträger Ernst Otto Fischer. Im Alten Sollner Friedhof fand er auch seine letzte Ruhe. In Solln wurde 1915 der Schauspieler Curd Jürgens (gestorben 1982) geboren. Auf dem Waldfriedhof Solln liegt Vera Brühne (1910 - 2001) begraben, die nach einem bis heute umstrittenen Prozess des Mordes für schuldig befunden wurde. In der Pössenbacherstraße und dann ab 1986 in der Heilmannstraße war im Zeitraum von 1975 bis 1991 der Verlag Dokumentation Saur o.H.G, der spätere K. G. Saur Verlag, ansässig.
Wegen der hohen Grundstückspreise im Stadtteil verliert Solln zunehmend seinen Villencharakter. Im Zuge der Nachverdichtung entstehen vermehrt an Stelle der alten Herrschaftshäuser dicht bebaute Eigentumswohnanlagen im oberen Preissegment.
Solln besitzt zwei der größten Münchner Pfadfindergruppen, den Stamm Albatros e.V. im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Alt-Solln und den Stamm Sankt Ansgar der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in der Parkstadt Solln, mit jeweils über 100 Mitgliedern.
Mit dem TSV Solln (gegründet 1931) besitzt Solln einen Sportverein mit dem Schwerpunkt auf Fußball. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß.
Im September 2009 kam es an der S-Bahn-Station Solln zu einem Vorfall, bei dem der Manager Dominik Brunner ums Leben kam, der sich zuvor schützend vor vier Kinder gestellt hatte. Zwei Jugendliche, 17 und 18 Jahre alt, hatten in der S-Bahn vier Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren angepöbelt und mit Schlägen bedroht, um 15 Euro von ihnen zu erpressen. Brunner, der auf Grund seiner Intervention schließlich selbst zum Opfer wurde, wurde postum für Zivilcourage geehrt.
Die Arbeitsplätze im Stadtbezirk konzentrieren sich zum Großteil auf den Industrie- und Gewerbestandort Obersendling. Die soziale Struktur des Bezirks folgt den städtebaulichen Gegebenheiten in den Bezirksteilen (Villenviertel Alt-Solln, Einfamilienhausgebiete in Forstenried und Maxhof, Großwohnanlagen und Reihenhausgebiete in Fürstenried, ältere Wohnquartiere und Genossenschaftsbauten in Thalkirchen und Obersendling). Der Ausländeranteil liegt für den gesamten Bezirk unter dem städtischen Durchschnitt, schwankt aber deutlich zwischen den einzelnen Bezirksteilen.
Der Stadtbezirk wird zum einem über die Autobahn 95 und zum anderen über die Bundesstraße 11 erschlossen. Des Weiteren befinden sich in diesem Stadtbezirk die U-Bahn-Stationen Fürstenried West, Basler Straße, Forstenrieder Allee, Machtlfinger Straße, Aidenbachstraße, Obersendling und Thalkirchen der Linie U3 sowie die S-Bahn-Stationen Siemenswerke und Solln der Linien S7, S20 und S27. Die frühere Isartalbahn wurde stillgelegt und das Gleisbett zu einem Radweg umgebaut, der nun Solln und Thalkirchen verbindet.
(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)
| Jahr | Einw. | davon Ausländer | Fläche ha | EW/ha | Quelle mit weiteren Daten |
|---|---|---|---|---|---|
| 2000 | 76.762 | 13.454 (17,5 %) | 1.775,14 | 43 | Statistisches Taschenbuch München 2001 |
| 2001 | 77.518 | 13.945 (18,0 %) | 1.775,14 | 44 | Statistisches Taschenbuch München 2002 |
| 2002 | 77.659 | 14.208 (18,3 %) | 1.775,13 | 44 | Statistisches Taschenbuch München 2003 |
| 2003 | 77.850 | 14.325 (18,3 %) | 1.775,25 | 44 | Statistisches Taschenbuch München 2004 |
| 2004 | 78.056 | 14.380 (18,4 %) | 1.776,12 | 44 | Statistisches Taschenbuch München 2005 |
| 2005 | 79.147 | 14.983 (18,9 %) | 1.775,25 | 45 | Statistisches Taschenbuch München 2006 |
| 2006 | 80.701 | 15.219 (18,9 %) | 1.775,64 | 45 | Statistisches Taschenbuch München 2007 |
| 2007 | 82.283 | 15.849 (19,3%) | 1.775,87 | 46 | Statistisches Taschenbuch München 2008 |
| 2008 | 82.771 | 15.964 (19,3%) | 1.775,87 | 47 | Statistisches Taschenbuch München 2009 |
| 2009 | 82.482 | 15.647 (19,0%) | 1.775,86 | 46 | Statistisches Taschenbuch München 2010 |
| 2010 | 83.584 | 16.467 (19,7%) | 1.776,74 | 47 | Statistisches Taschenbuch München 2011 |
Dem Bezirksausschuss gehören 37 Mitglieder an. Die Wahl vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung: SPD 14, CSU 14, GRÜNE 5 und FDP 4. Die Wahlbeteiligung betrug 51,1 Prozent.
Allach-Untermenzing | Altstadt-Lehel | Aubing-Lochhausen-Langwied | Au-Haidhausen | Berg am Laim | Bogenhausen | Feldmoching-Hasenbergl | Hadern | Laim | Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt | Maxvorstadt | Milbertshofen-Am Hart | Moosach | Neuhausen-Nymphenburg | Obergiesing-Fasangarten | Pasing-Obermenzing | Ramersdorf-Perlach | Schwabing-Freimann | Schwabing-West | Schwanthalerhöhe | Sendling | Sendling-Westpark | Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln | Trudering-Riem | Untergiesing-Harlaching
48.088888888911.5194444444Koordinaten: 48° 5′ N, 11° 31′ O