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Frühlingsrolle

Frittierte Frühlingsrollen
Unfrittierte Frühlingsrollen mit Dip
Frühlingsrollen (indon. lumpia (Schreibung bis 1972: loempia); chinesisch 春捲 / 春卷 chūn juǎn; vietn. chả giò) sind eine Vorspeise der südchinesischen Küche aus speziellen Teigblättern mit einer Vielzahl unterschiedlicher Füllungen.

Sie werden im Wok frittiert, die nichtfrittierte Variante wird meist als Glücksrolle bezeichnet. Variationen sind in China, Thailand, Korea, Vietnam, Singapur, Indonesien, Japan und auf den Philippinen verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

China

Frühlingsrollen gehören traditionell zum chinesischen Neujahrsfest, dem wichtigsten Festtag des Jahres, an dem der Beginn des Frühlings gefeiert wird. Dabei symbolisieren die Frühlingsrollen Seidenraupen, die zu dieser Zeit schlüpfen.

Frühlingsrollen werden auch zum Qingming-Fest gegessen, an dem der Verstorbenen gedacht wird. Die Füllung soll ursprünglich aus Resten der Gemüseopfer bestanden haben, die den Verstorbenen dargebracht wurden.

Die Füllung von Frühlingsrollen kann unterschiedlich sein, doch gehören meist Soja- oder Mungobohnenkeime, fein geschnittenes Gemüse wie Weißkohl, Möhren und Zwiebeln, Pilze, Hackfleisch und auch Glasnudeln dazu. Die Mischung wird mit Knoblauch, verschiedenen Gewürzen und Sojasauce gedünstet, etwa zwei Esslöffel der Füllung werden in Frühlingsrollenteig walzen- oder schultütenförmig dünn eingewickelt und frittiert. Dazu können verschiedene Soßen gereicht werden.

Vietnam

In Vietnam werden frittierte Frühlingsrollen Nem rán genannt und mit viel Salat und einer pikanten Fischsauce serviert. Die Füllung besteht aus Schweinefleisch, Pilzen, Glasnudeln, Möhren und Kohlrabi. Es gibt auch vegetarische Füllungen. Da die Zubereitung sehr zeitaufwändig ist, werden sie meistens zu feierlichen Anlässen und Familientreffen serviert oder in Restaurants gegessen.

Südostasien

In Indonesien und auf den Philippinen heißen die Frühlingsrollen lumpia (ältere Schreibweise loempia, bei gleicher Aussprache), in Singapur popiah. Die kleineren thailändischen Frühlingsrollen werden Poh pia tod genannt.

Auf den Philippinen besteht die Füllung häufig aus zerkleinertem Gemüse und Erdnüssen und einer süßlichen Sauce. Unfrittiert werden diese Rollen als lumpiang sariwa bezeichnet. Enthält die Füllung Schweinefleisch nach chinesischem Vorbild heißen sie lumpia Shanghai. Als Füllung werden hier außerdem teilweise Fisch, Shrimps, Huhn oder Käse verwendet. Lumpia können hier Teil einer Mahlzeit oder ein Imbiss sein. Die Niederländer haben die kleinen indonesischen Frühlingsrollen in stark vergrößerter Form als komplette Mahlzeit in die Niederländische Küche aufgenommen.[1]

Als Fertiggericht

In Deutschland sind Frühlingsrollen ein beliebtes Tiefkühlprodukt. Sie sind zumeist für die Zubereitung im Backofen vorfrittiert und müssen nur aufgetaut und erhitzt werden. Die Tiefkühlfrühlingsrollen sind zumeist größer als ihre chinesischen Vorbilder und haben einen deutlich dickeren Teig.[2]

Quellenangaben

  1. Alan Davidson, The Oxford Companion to Food, 2nd ed. Oxford 2006, Artikel Lumpia, S. 465
  2. Frühlingsrollen im Geschmackstest, WDR vom 18. März 2011

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Frühlingsrolle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Frühlingsrolle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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