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Frank Steffel (* 2. März 1966 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (CDU) und mittelständischer Unternehmer. Der Diplom-Kaufmann war von Mai 2001 bis Mai 2003 Fraktionsvorsitzender der CDU im Abgeordnetenhaus von Berlin. Seit dem 27. September 2009 ist Steffel Mitglied des Deutschen Bundestages.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Abitur 1984 studierte Frank Steffel Wirtschaftswissenschaft an der FU Berlin, schloss 1990 als Diplom-Kaufmann ab und promovierte 1999. Er ist Inhaber der Steffel-Unternehmensgruppe mit Sitz in Berlin, die insbesondere auf den Gebieten Raumausstattung, Heimtextilien und Bodenbeläge aktiv ist und nach eigenen Angaben europaweit 700 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firma wurde von Steffels Vater Walter Steffel 1964 zusammen mit Bruno Thomas unter dem Namen Thomas & Co. gegründet.[1] Zu der Gruppe gehören, im Wesentlichen durch Zukäufe und Übernahmen bedingt, mehr als zehn Unternehmen unterschiedlicher Größe in Deutschland und Österreich.[2]
Seit Mai 2005 ist Steffel Präsident des Sportvereins „Reinickendorfer Füchse“. Der Verein stieg 2007 in die Handball-Bundesliga auf.
Steffel ist verheiratet und lebt in Berlin-Frohnau. Er ist seit 2008 Vater einer Tochter.
Steffel ist seit 1983 CDU-Mitglied, war von 1985 bis 1991 Vorsitzender der Jungen Union in Berlin-Reinickendorf, von 1989 bis 1991 Mitglied des Landesvorstandes der CDU Berlin und seit 2001 Vorsitzender der CDU in Reinickendorf. Steffel war von 1991 bis 2009 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und war dort von 1999 bis 2001 und ab 2006 stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von 2001 bis 2003 war Frank Steffel Fraktionsvorsitzender. 2006 bis 2009 hatte er den Vorsitz des Ausschusses für Wirtschaft, Betriebe und Technologie inne. Steffel war in den Jahren 2000 und 2001 stellvertretender CDU-Landeschef. 2009 wurde er erneut zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.[3]
Nachdem auch Eberhard Diepgen am 16. Juni 2001 als Regierender Bürgermeister abgewählt wurde, wurde Steffel zum CDU-Spitzenkandidaten und Herausforderer des neuen Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit für die Neuwahl am 21. Oktober 2001 gewählt.
Steffel war der Spitzenkandidat der Berliner CDU bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2001. Steffels Wahlkampf wurde von Beginn an von mehreren öffentlichen Diskussionen über die CDU überlagert: den am ehemaligen Berliner CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus-Rüdiger Landowsky festgemachten Berliner Bankenskandal sowie die noch nicht in Vergessenheit geratenen Spendenskandale um den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und der CDU in Hessen.
Insbesondere jedoch geriet sein Wahlkampf durch eine Reihe unglücklicher Medienauftritte Steffels ins Schlingern. So bezeichnete er bei einem Besuch Münchens diese als „die schönste Stadt Deutschlands“ und „heimliche Hauptstadt“. Beim Wahlkampfauftakt der CDU ging er 2001 in Berlin bei einer Eierwurfattacke hinter dem von der Aktion unbeeindruckten Edmund Stoiber in Deckung. Auch wurde seine Reaktion auf vermeintliche rassistische Äußerungen von ihm zu Jugendzeiten als unsouverän empfunden. Als er Günter Schabowski in seinen „Gesprächskreis Innere Einheit“ aufnahm, monierte Berlins SPD-Chef Peter Strieder, dass damit ausgerechnet der Chef-Propagandist der DDR zum Thema innere Einheit herangezogen worden sei. [4] Für negatives Aufsehen sorgte auch sein Auftritt in der ARD-Talkshow von Michel Friedman.[5]
Bei der Wahl am 21. Oktober verlor die CDU 17 Prozentpunkte und erhielt 23,8 Prozent der Stimmen. Damit lag sie knapp vor der PDS, die 22,6 Prozent erreichte und damit 4,9 Prozentpunkte hinzugewann. Die SPD kam auf 29,7 Prozent (+7,3 Prozentpunkte), die FDP auf 9,9 Prozent (+7,7 Prozentpunkte) und Bündnis 90/Die Grünen auf 9,1 Prozent (-0,8 Prozentpunkte).
Nicht nur für die CDU, auch für Steffel selbst wurde die Wahl zu einer schweren Niederlage. Vom Berliner Stadtmagazin „tip“ wurde Steffel sogar zum „peinlichsten Berliner“ des Jahres 2001 gewählt.[6] Die Strategie Steffels Wahlkampfagentur Publicis, ihn als „Kennedy von der Spree“ zu verkaufen, war damit nicht aufgegangen.
Steffel wurde nach der Wahl trotz des schlechten Abschneidens seiner Partei als Fraktionsvorsitzender der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus wiedergewählt. Danach folgten lange, innerparteiliche Querelen. In deren Verlauf traten die Berliner CDU-Landesvorsitzenden Eberhard Diepgen und sein Nachfolger Christoph Stölzl nacheinander zurück. Auch Steffel trat im Mai 2003 als CDU-Fraktionsvorsitzender zurück. Sein Rücktritt wurde in der Presse als taktischer Zug im Kampf um Posten und Einfluss bezeichnet.[7]
Am 22. Juni 2005 wurde Frank Steffel auf der Wahlkreisvertreterversammlung der CDU im Bundestagswahlkreis Berlin-Reinickendorf (WK 78) mit 87,7 Prozent der abgegebenen Stimmen als Direktkandidat nominiert.
Bei der Bundestagswahl 2005 unterlag er jedoch mit einem Stimmenanteil von 37,8 Prozent seinem Gegenkandidaten Detlef Dzembritzki (SPD), der den Wahlkreis mit 42,5 Prozent der Stimmen direkt gewann. Auch über die Landesliste zog Steffel nicht in den Bundestag ein.
Auf dem Kreisparteitag der Reinickendorfer CDU wurde Frank Steffel am 21. Januar 2006 wieder als Kandidat des Wahlkreises 6 (Frohnau, Hermsdorf, Freie Scholle) für die CDU nominiert. Er gewann den Wahlkreis mit 9349 Stimmen (42,3 Prozent) und damit dem berlinweit höchsten absoluten Erststimmenergebnis der Direktkandidaten.
Am 19. Juni 2008 wurde Frank Steffel auf der Wahlkreisvertreterversammlung der CDU im Bundestagswahlkreis Berlin-Reinickendorf (WK 78) mit 97 Prozent der abgegebenen Stimmen als Direktkandidat nominiert. Am 27. September 2009 errang er dort das Direktmandat mit 39 Prozent, dem höchsten CDU-Ergebnis in ganz Berlin. Im Bundestag arbeitet Steffel als ordentliches Mitglied im Finanz- und Sportausschuss.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Steffel, Frank |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdA, MdB |
| GEBURTSDATUM | 2. März 1966 |
| GEBURTSORT | Berlin |