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Frankfurter Wecker

Der Frankfurter Wecker war eine täglich ab 6.30 Uhr morgens ausgestrahlte Hörfunk-Frühsendung des Hessischen Rundfunks in den 50er- und 60er-Jahren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Idee des Frankfurter Weckers hatte der Intendant des Hessischen Rundfunks Eberhard Beckmann aus einer Studienreise in die USA mitgebracht. In Los Angeles hatte er eine Live-Sendung mit Orchester und Solisten erlebt, die um 6.00 Uhr morgens begann und bis 8.00 Uhr lief. So kam es zum Frankfurter Wecker, der von Montags bis Samstags unter der Leitung des Programmdirektors Hans-Otto Grünefeldt lief und immer vor Publikum stattfand, auch wenn er aus dem Frankfurter Funkhaus kam. So konnten die Zuschauer kostenlos die großen Schlagerstars sehen, während für die Bunten Abende Eintritt verlangt wurde. Dies sorgte ungeachtet der Tageszeit für großen Zulauf. Umgekehrt konnten Musiker mit der Sendung schnell berühmt werden. [1]

Der Wecker startete am 4. Mai 1952.[2] Während der Sommermonate ging man auch auf Tournee durch das Sendegebiet und sendete aus den Stadthallen und von den Marktplätzen hessischer Städte. Ihr besonderes Flair erhielt die Sendung durch große Gesangsstars, durch das mitreisende hr-Tanzorchester (meistens unter Willy Berking) und durch die Conference bekannter Moderatoren. Im ersten Jahr wechselten sich nur Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff ab. Dann kamen weitere Moderatoren wie Otto Höpfner, Heinz Erhardt, Wolf Schmidt, Fred Metzler, Maxi Böhm oder Heinz Schenk hinzu.[3].

Die Sendung begann traditionsgemäß mit dem Frankfurter-Wecker-Marsch "Guten Morgen, Guten Morgen, singe ich nur für Dich leise in Dein Ohr...". In den Glanzzeiten des Weckers wurde der zweite Teil der Sendung ab 7:05 Uhr von Radio Bremen bzw. vom NDR übernommen. Zahlreiche Künstler traten im Wecker auf, so auch am 26. Juli 1957 aus Anlass des 10-jährigen Bestehen der Musikindustrie in der „Stogahalle“ in Nauheim, als die Sängergruppe der „Jacob Sisters“ zum ersten Mal auftrat. 1967 wurde der Frankfurter Wecker durch die Studiosendung Guten Morgen allerseits abgelöst, was zu Protesten der Hörer führte. Der letzte Wecker fand in Obervellmar am 8. Juli 1967 unter der Moderation von Heinz Schenk statt. Im Nachhinein gilt diese Rundfunksendung als Meilenstein oder auch als Kultsendung.

Heute werden die Hörer der HR3-Sendung "Pop & Weck" (Montag bis Freitag von 5 - 10 Uhr) am Ende der Freitagssendung regelmäßig mit dem "Frankfurter Wecker-Marsch" in das Wochenende verabschiedet.

Weitere Bedeutungen

  • In den 1950er Jahren produzierte der Frankfurter Juwelier Uhren Christ einen Frankfurter Wecker, der als Wecksignal die Erkennungsmelodie der Rundfunksendung spielte und erfolgreich in alle Welt vertrieben wurde.
  • Starlifter und Galaxy, beides Transportflugzeuge der US-Luftwaffe, kamen bei ihren Starts und Landungen auf der Rhein-Main Air Base oftmals gefährlich vom Kurs ab. Beide gehörten zu den lautesten Flugzeugtypen in Frankfurt und bewegten sich teilweise nach dem Start in Richtung Osten nördlich des Sollkurses und flogen dann praktisch quer über Frankfurt-Mitte. Diese wurden dann von der Frankfurter Bevölkerung in Anspielung auf die einstige Musiksendung ebenfalls mit der Bezeichnung „Frankfurter Wecker“ betitelt, da sie Zehntausende von Menschen aus dem Schlaf rissen.[4]

Weblinks

Literatur

  • Lonny Kellner: Peter Frankenfeld, Das war mein Leben, Aufgezeichnet von Lonny Kellner-Frenkenfeld. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München und Berlin 1982. ISBN 3-7766-1228-2

Einzelnachweise

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