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| Porinetia Farani Polynésie Française | |||||
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| Wahlspruch: Tahiti Nui Mare'are'a (tahitianisch fĂŒr âGroĂes Tahiti des goldenen Dunstesâ) | |||||
| Amtssprache | Tahitianisch und Französisch | ||||
| Hauptstadt | Papeete (30.000 E.) auf Tahiti | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | StaatsprÀsident Nicolas Sarkozy | ||||
| FlĂ€che | 4.167 kmÂČ | ||||
| Einwohnerzahl | 264.736 (2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 63 Einwohner pro kmÂČ | ||||
| WÀhrung | 1 CFP-Franc 1 ⏠= 119,3317 XPF 100 XPF = 0,838 ⏠(fixer Wechselkurs) | ||||
| Zeitzone | UTC-10 (Gesellschaftsinseln, Tuamotu-Archipel und Austral-Inseln) UTC-9:30 (Marquesas-Inseln) UTC-9 (Gambier-Inseln) | ||||
| Internet-TLD | .pf | ||||
| Telefonvorwahl | +689 | ||||
Französisch-Polynesien (tahitianisch Porinetia Farani, französisch PolynĂ©sie française), ursprĂŒnglich Französisch-Ozeanien, ist ein französisches Ăberseegebiet (France dâoutre-mer) in Polynesien.
Es besteht aus einer Ansammlung kleinerer Inseln, Atolle und Archipele im sĂŒdlichen Pazifik etwa bei 15° 00' SĂŒd und 140° 00' West.
Die bekannteste und bevölkerungsreichste Insel ist Tahiti, daneben ist das Atoll Mururoa zu nennen, auf dem französische Atomtests stattfanden.
Inhaltsverzeichnis |
Französisch-Polynesien besteht aus insgesamt 118 Inseln und Atollen, die zu fĂŒnf Archipelen gehören:[1]
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Gesellschaftsinseln | 13 Inseln | 1.647 kmÂČ | 214.445 Einwohner |
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Tuamotu-Archipel | 76 Atolle | 850 kmÂČ | ca. 18.000 Einwohner |
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Marquesasinseln | 12 Inseln[2] | 1.274 kmÂČ | 8.632 Einwohner |
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Austral-Inseln | 6 Inseln[3] | 148 kmÂČ | 6.669 Einwohner |
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Gambierinseln | 26 Inseln | 31 kmÂČ | 986 Einwohner |
Die Inseln verteilen sich auf eine WasserflÀche von etwa 4.000.000 km2, bei einer LandflÀche von nur etwas mehr als 4.000 km2.
Etwa 78 % der Bevölkerung sind Polynesier, die in verschiedenen Volksgruppen organisiert sind. Die gröĂte Minderheit mit 12 % sind Chinesen, die vor allem in der Wirtschaft einen groĂen Einfluss haben. Ehemals eingewanderte französische Siedler machen 6 % und Franzosen, die nicht in Französisch-Polynesien sondern in Frankreich geboren sind, machen inzwischen 4 % der Gesamtbevölkerung aus. Ein gewisser Anteil der Bevölkerung ist gemischter ethnischer Herkunft.[4]
Obwohl in Französisch-Polynesien zahlreiche verschiedene Sprachen gesprochen werden, ist Französisch die einzige Amtssprache des Gebietes.[5] Ein verfassungsmĂ€Ăiges Gesetz vom 12. April 1996 besagt, dass Französisch die offizielle Sprache ist, Tahitianisch und andere polynesische Sprachen verwendet werden können. Die französische Sprachpolitik ist wie in allen französischen Gebieten sehr rigide und zielt darauf ab, die Frankophonie zu fördern. Dies fĂŒhrt dazu, dass einheimische polynesische Sprachen einen schlechten sozialen Status vonseiten der Regierung erhalten und selbst von den Muttersprachlern immer weniger verwendet werden. Zahlreiche polynesische Sprachen sind daher vom Aussterben bedroht.
So sprechen gemÀà der VolkszĂ€hlung 2007 unter der ĂŒber 15-jĂ€hrigen Bevölkerung inzwischen 68,5 % zuhause am meisten Französisch und nur noch 29,9 % spricht zuhause noch eine der polynesischen Sprachen, davon vier FĂŒnftel Tahitianisch. 1 % spricht zuhause eine der chinesischen Sprachen, davon die HĂ€lfte Hakka, und 0,6 % eine andere Sprache.[6]
Insgesamt können inzwischen sogar 94,7 % der ĂŒber 15-JĂ€hrigen Französisch sprechen, lesen und schreiben, wĂ€hrend nur 2 % keine Französischkennstnisse hat. Dagegen können nur noch 74,6% eine der polynesischen Sprachen sprechen, schreiben und lesen, wĂ€hrend mittlerweile 13,6 % keine Kenntnisse irgendeiner polynesischen Sprache mehr hat.[6]
Durch die französische Herrschaft haben inzwischen die meisten Einwohner von ihrer eigenen polynesische Religion zum Christentum gewechselt. 54 % der Bevölkerung sind protestantische Christen und 30 % sind römisch-katholische Christen. 10 % gehören einer anderen Konfession oder Glaubensgemeinschaft an und mittlerweile 6 % haben keine Religion.[4]
Die Aufzeichnungen ĂŒber die Gesellschaftsinseln beginnen, als Ferdinand Magellan 1521 den Tuamotu-Archipel entdeckt.
Die Gesellschaftsinseln wurden etwa um 200 v. Chr. von Tonga und Samoa aus besiedelt.
Zusammen mit den Marquesas bildeten sie das polynesische Kernland und damit das Sprungbrett zur Besiedlung von Hawaii, Neuseeland, den Gambierinseln und der Osterinsel.
Von der Geografie der Inseln mit ihren abgeschlossenen, sich zum Meer hin öffnenden TĂ€lern begĂŒnstigt, bildeten sich alsbald neun unabhĂ€ngige StammesfĂŒrstentĂŒmer heraus. Dies fĂŒhrte zu einem streng stratifizierten Gesellschaftsmodell, die Gesellschaft war in mehrere getrennte soziale Ebenen gegliedert.
Im Wesentlichen gab es drei Kasten:
Das Herrschaftssystem Tahitis bezog sowohl Merkmale der mittelalterlich-europÀischen Feudalgesellschaft als auch der Kastengesellschaft hinduistischer PrÀgung ein. Religiöse und weltliche Macht waren eng verzahnt und teilweise in denselben Personen vereint.
Eine besondere Rolle innerhalb der polynesischen Gesellschaft Tahitis nahm der Geheimbund der Arioi ein, der sowohl religiöse als auch machtpolitische Bedeutung hatte, letzteres durch ReprÀsentation und Prachtentfaltung zum Ruhm der HerrscherhÀuser.
Zur Zeit der KulturblĂŒte, d. h. vor der europĂ€ischen Entdeckung im 18. Jahrhundert, hatte Tahiti vermutlich 35.000 Einwohner. Zur ErnĂ€hrung der Bevölkerung war ein ausgeklĂŒgeltes System der Landnutzung angelegt worden, dessen kunstvoll be- und entwĂ€sserte Anbauterrassen fĂŒr Taro stellenweise heute noch archĂ€ologisch nachweisbar sind. Weitere bedeutende Kulturpflanzen waren die Brotfrucht, die Kokospalme und die Tahitikastanie (Inocarpus fagifer aus der Familie der Fabaceae).
Im Gegensatz zu seiner heutigen Bedeutung war Tahiti vor der europĂ€ischen Okkupation nicht das politische und religiöse Zentrum der Gesellschaftsinseln. Raiatea wurde bald das geistige und religiöse Zentrum der Gesellschaftsinseln. Sehr anschaulich beschreibt das Jacques Antoine Moerenhout (1796 â 1879, Kaufmann, Ethnologe und Konsul von Frankreich fĂŒr Tahiti):
Die drei Inseln Raiatea, Tahaa und Bora Bora dominierten sogar Tahiti, das gilt insbesondere fĂŒr Raiatea, das sich zum eigentlichen Sitz der polynesischen Theokratie entwickelte. Dort lebte der GroĂmeister der zwölf Logen der Arioi, von dort kamen die Orakel und Prophezeiungen, von denen in den Annalen berichtet wird, und auch die Tabus und religiösen Riten, die in allen Regionen Polynesiens GĂŒltigkeit hatten.
Die wichtigste religiöse StĂ€tte Raiateas, ja der gesamten Gesellschaftsinseln, war der Marae Taputapuatea im Opoa-Tal an der OstkĂŒste. Sie war zunĂ€chst dem Kult von TaÂŽaroa (oder Tangaloa, Tangaroa), dem Gott des Meeres und der Fischerei, geweiht. Das Zeremoniell um TaÂŽaroa war sehr komplex und umfasste auch â zunĂ€chst nur wenige â Menschenopfer. Etwa ab dem 15. Jahrhundert nahm Oro, der Kriegsgott, die Stelle von TaÂŽaroa ein und forderte verstĂ€rkt Menschenopfer. Der Kult strahlte auf die benachbarten Inseln, insbesondere auf Tahiti aus. Dies verhinderte jedoch nicht stĂ€ndige Kriegshandlungen der StĂ€mme untereinander, die auch zur Beschaffung der Menschenopfer dienten und in zahlreichen, heute noch rezitierten GesĂ€ngen verherrlicht werden.
Das Opoa-Tal gilt als die GeburtsstÀtte von Oro, sodass die Bedeutung des Marae Taputapuatea mit dem Aufkommen des Geheimbundes der Arioi im 17. Jahrhundert noch zunahm.
Mit der Bedeutung von Taputapuatea wuchs auch der Einfluss der aus Opoa stammenden Tamatoa-Dynastie, die schlieĂlich die anderen StammesfĂŒrstentĂŒmer dominierte.
Die MachtverhÀltnisse der Gesellschaftsinseln waren bis zum Eingreifen der EuropÀer weitgehend ausgeglichen, auf Tahiti gelang es zunÀchst keinem Stamm die Oberherrschaft zu erringen.
In den abgeschlossenen TĂ€lern Mooreas bildeten sich neun StammesfĂŒrstentĂŒmer heraus, die sich wiederum in einzelne Clans untergliederten. Die stratifizierte Gesellschaft war gekennzeichnet von einer hierarchischen FĂŒhrung, deren Elite sowohl die politische als auch die religiöse Macht auf sich vereinigte. Die fĂŒhrenden Familien Mooreas blieben durch Heirat und Verwandtschaft seit Jahrhunderten mit denen der Nachbarinsel Tahiti verbunden. Diese Verbindungen fĂŒhrten zu bedeutenden Allianzen, waren zu anderen Zeiten aber auch Quelle blutiger Auseinandersetzungen.
Die intensive, bis heute andauernde Erforschung des Opunohu-Tales, beginnend mit Kenneth P. Emory (1897 -1992) in den 1920er Jahren und fortgesetzt in den 1960er Jahren von dem ArchĂ€ologen Roger C. Green von der UniversitĂ€t Auckland, ermöglicht ein beispielhaftes Bild von der Entwicklung der Gesellschaft Mooreas. Die Interaktion zwischen zunehmender Bevölkerungsdichte und der Modifizierung der Umwelt durch den Menschen fĂŒhrte zu deutlichen VerĂ€nderungen in der Gesellschaftsform.
Die sog. Pre-AtiroŽo-Phase, vor 1000 n. Chr., ist gekennzeichnet durch umfangreiche Rodungen und die Kultivierung der talwÀrts gelegenen HÀnge, die zum Ende der Periode bereits Erosion und die Bildung von Alluvialböden zur Folge hatten. Die Gesellschaft war noch nicht stratifiziert, sondern relativ homogen.
In der AtiroÂŽo-Periode (1000 bis 1650 n. Chr.) wurden kĂŒnstliche Anbauterrassen an den HĂ€ngen und einfache Steinbauten, beispielsweise der Marae Tapauruuru, errichtet. Ăberreste von rechteckigen HĂ€usern (fare haupape) und solchen mit lĂ€nglich-ovalem Grundriss (fare poteÂŽe), die der Machtelite vorbehalten waren, deuten auf eine streng stratifizierte, hierarchische Gesellschaftsform hin.
Die nachfolgende Marama-Periode (1650 â 1788 n. Chr.) ist gekennzeichnet von der Eroberung des Opunohu-Tales durch die HĂ€uptlinge (ariki) des ursprĂŒnglich an der KĂŒste ansĂ€ssigen Marama-Stammes, denen es gelang, alle anderen Clans des Tales unter ihrer Oberherrschaft zu vereinigen. Neben einer weiteren Zunahme der Bevölkerung ist in dieser Phase auch eine rege BautĂ€tigkeit reprĂ€sentativer Kultbauten - groĂe Marae in der Art einer Stufenpyramide - zu beobachten. Gegen Ende dieser Periode wurde das Opunohu-Tal eine Zuflucht fĂŒr Ariki, die sich der europĂ€ischen Einflussnahme widersetzten.
Der Erste, der die Insel Maupiti fĂŒr Europa entdeckte, war der NiederlĂ€nder Jakob Roggeveen im Jahre 1722.
Es ist nicht abschlieĂend geklĂ€rt, welcher EuropĂ€er als âEntdeckerâ Tahitis gelten kann. Der Portugiese Pedro FernĂĄndez de QuirĂłs sichtete am 10. Februar 1606 eine bewohnte Insel, die er Sagittaria nannte und bei der es sich um Tahiti gehandelt haben könnte. Eine BestĂ€tigung dafĂŒr gibt es jedoch nicht. So gilt heute der EnglĂ€nder Samuel Wallis als erster EuropĂ€er, der am 21. Juni 1767 Tahiti betrat. Auch die Insel Moorea betrat er in der Zeit und nannte sie York Island. Reste des Entdeckerdorfes des Atolls Scilly existieren immer noch auf dem nördlichen Teil der Insel. Auch das Atoll Maupihaa mit den benachbarten Atollen Motu One und Manuae wurden von ihm zu dieser Zeit entdeckt. In manchen Quellen wird Motu One auch Bellingshausen oder Bellinghausen genannt. Dieser Name geht auf Otto von Kotzebue zurĂŒck, der das Atoll nach dem deutschbaltischen Entdecker Fabian Gottlieb von Bellingshausen taufte.
Samuel Wallis benannte die Hauptinsel, das heutige Tahiti, nach dem Auftraggeber und Sponsor seiner Weltumsegelung. Fortan hieĂ die Insel King George Island. Bereits im folgenden Jahr, am 6. April 1768, landete der Franzose Louis Antoine de Bougainville, blieb neun Tage und bezeichnete Tahiti euphorisch als âLa Nouvelle CythĂšreâ (das neue Kythera; gemeint ist die Liebesinsel der Aphrodite).
Im Bewusstsein der EuropĂ€er sind besonders die Besuche von James Cook geblieben. Am 13. April 1769 ankerte er mit seinem Schiff Endeavour in der Matavai Bucht, ca. 10 km nördlich des heutigen Papeete. Er hatte den Auftrag den Venustransit zu beobachten und errichtete zu diesem Zweck ein Observatorium. Heute befindet sich an dieser Stelle der Leuchtturm Pointe VĂ©nus. Raiatea entdeckte er am 20. Juli 1769 wĂ€hrend seiner ersten Reise. Von Tahiti kommend fuhr er mit der Endeavour durch die den Polynesiern heilige Riffpassage Avamo'a, ankerte in der Bucht von Opoa und ging in der NĂ€he des Marae Taputapuatea an Land. Er hisste den âUnion Jackâ und nahm die Insel in einer kurzen Zeremonie fĂŒr die englische Krone in Besitz.
Mit Cook reiste der Botaniker Joseph Banks, der wĂ€hrend des dreimonatigen Aufenthaltes umfangreiche botanische Studien durchfĂŒhrte. Seine dabei gewonnen Erkenntnisse fĂŒhrten zu der verhĂ€ngnisvollen Fahrt der Bounty von 1787 nach Tahiti, mit der die britische AdmiralitĂ€t William Bligh beauftragte. In diesem blutigen Konflikt, ĂŒberfiel Pouni (oder Puni), ein Ariki von Bora Bora, die Nachbarinseln Raiatea und Tahaa. Ihm gelang es, sich fĂŒr einige Jahre zum Oberherrn zu erheben.
Zur Erweiterung des spanischen Einflussbereiches befahl König Karl III. Expeditionen in den SĂŒdpazifik. Der Gouverneur von Chile und Vizekönig von Peru Manuel dâAmat i de Junyent ankerte 1772 vor den Gesellschaftsinseln mit der spanischen Fregatte El Ăguila in der Baie de Tautira. Er nannte die Insel nach seinem Auftraggeber Isla de Amat. Auch Raiatea erreichte er und nannte die Insel Princess und nahm sie fĂŒr Spanien in Besitz.
Am 17. August 1773 kehrte James Cook nach Tahiti zurĂŒck. In seiner Begleitung befanden sich die beiden naturwissenschaftlich gebildeten Deutschen Johann Reinhold Forster und Georg Forster. Die Berichte der frĂŒhen Entdecker bestimmten lange Zeit (und teilweise heute noch) das Bild der EuropĂ€er von der SĂŒdsee.
ZuverlĂ€ssig kartiert wurden die Inseln 1777 von James Cook auf seiner dritten SĂŒdseereise, welcher ihnen, (wĂ€hrend seiner Ersten SĂŒdseereise 1769) in Anerkennung der Verdienste der Royal Society den Namen Society Islands gibt. Dieser Name bildet die Grundlage fĂŒr die deutschsprachige Bezeichnung Gesellschaftsinseln, ebenso wie fĂŒr den französischen Namen Ăles de la SociĂ©tĂ©.
James Cook ankerte mit den Schiffen Resolution und Discovery jedoch nicht in der nach ihm benannten CookÂŽs Bay, sondern in der benachbarten Baye dÂŽOpunohu. Wegen eines kleinen Diebstahls kam es zum Konflikt mit den Einwohnern, bei dem Cooks Seesoldaten zur Vergeltung einige Kanus und HĂ€user zerstörten. Die europĂ€ischen Schiffe steuerten in der Regel die Matavai-Bucht an. Die Bucht - Wallis nannte sie vorausschauend Royal Bay - gehörte zum StammesfĂŒrstentum Pare, dessen Ariki war PomarĂ© I.. Er wurde daher von den EuropĂ€ern als âKönigâ der gesamten Insel betrachtet, obwohl er nur einer von acht unabhĂ€ngigen StammesfĂŒrsten war. Da es fĂŒr die europĂ€ischen Besucher zudem nĂŒtzlich war, nur einen Ansprechpartner zu haben, unterstĂŒtzten sie die PomarĂ©-Dynastie in ihren StammesrivalitĂ€ten auch militĂ€risch, sodass PomarĂ© I. um 1780 die gesamte Insel seiner Herrschaft unterwerfen konnte. PomarĂ©s Eroberungskriege und die von den EuropĂ€ern eingeschleppten Krankheiten fĂŒhrten zu einem dramatischen BevölkerungsrĂŒckgang.
Am 2. April 1786 erreichte der französische Entdecker Louis Antoine de Bougainville Tahiti, nahm die Gesellschaftsinseln fĂŒr Frankreich in Besitz und begrĂŒndete damit das heutige Französisch-Polynesien.
Missionare schÀtzten 1804 die Bevölkerungszahl Tahitis nur noch auf 6.000 Menschen.
Im Jahr 1796 beschloss die âLondon Missionary Societyâ das Schiff Duff unter dem Kommando von KapitĂ€n James Wilson auszurĂŒsten, um Missionare nach Tahiti, Tonga, den Marquesas, HawaiÊ»i und Palau zu entsenden. An Bord befanden sich 30 Missionare, davon vier ordinierte Geistliche. Ein acht Jahre spĂ€ter zur Zentrale der Society entsandter Bericht beschreibt die Erfolge der âZivilisierungâ und der Missionierung der Einheimischen Tahitis aber als eher gering.
Zwischenzeitlich hatten sich auch desertierte Matrosen, WalfĂ€nger, HĂ€ndler und Abenteurer auf der Insel angesiedelt, die Alkohol und Feuerwaffen an die Bewohner verkauften. Die traditionellen Stammeskriege bekamen dadurch eine neue und besonders verhĂ€ngnisvolle Dimension, was zu einem weiteren BevölkerungsrĂŒckgang fĂŒhrte.
PomarĂ© II. setzte ab 1803 die Kriege zur Festigung seiner Herrschaft fort, wurde jedoch 1808 geschlagen und flĂŒchtete nach Moorea. Als Folge musste die Missionsstation aufgegeben werden. 1811 kehrte PomarĂ© II. nach Tahiti zurĂŒck - und mit ihm die Missionare. Er lieĂ sich 1812 taufen und in den Folgejahren traten weitere fĂŒhrende Ariki zum Christentum ĂŒber.
Mit UnterstĂŒtzung der EuropĂ€er konnte sich König PomarĂ© II. von Tahiti zum SouverĂ€n des gesamten Archipels erklĂ€ren. Am 12. November 1815 wurden die Widersacher PomarĂ©s, die AnhĂ€nger des alten Glaubens, in der Schlacht bei Feipi entscheidend geschlagen.
1819 fĂŒhrte er einen von den Missionaren verfassten Strafkatalog ein, der fĂŒr alle Praktiken, die im Gegensatz zur christlichen Lehre standen, drastische Strafen vorsah. So war zum Beispiel fĂŒr âBlasphemie, Idolatrie und RĂŒckkehr zur Götzendienereiâ die Todesstrafe und fĂŒr âUnzucht (d. h. auĂereheliche geschlechtliche Beziehungen), begangen, verhehlt oder den Missionaren verborgenâ, mehrjĂ€hrige Zwangsarbeit vorgesehen.
1828 wurde der Marae Taputapuatea zerstört. 1831 konnte die Sekte der Mamaia, Nachfolger der inzwischen verbotenen Arioi, noch einmal die Missionare von Raiatea vertreiben. 1832 unterlagen die Mamaia endgĂŒltig und wurden verbannt. Die Missionare kehrten zurĂŒck und Frankreich versuchte zunehmend Einfluss zu gewinnen.
Auf den Gambierinseln hatte sich die französische katholische Mission unter dem Orden âPĂšres et religieuses des SacrĂ©s-CĆurs de Picpusâ (kurz: Picpusiens) etabliert. Sie beobachteten die protestantische Mission auf Tahiti mit Argwohn und Besorgnis. 1836 landeten die französischen Missionare HonorĂ© Laval und François dâAssise Caret auf Tahiti, um den katholischen Glauben zu predigen. Da sie nicht ohne Erfolg waren, verfĂŒgte der Missionar und amtierende britische Konsul George Pritchard ihre Ausweisung. Diese MaĂnahme fĂŒhrte zur Entsendung zweier französischer Kriegsschiffe.
Am 15. November 1836 betrat Charles Darwin wÀhrend seiner Weltreise von 1831 bis 1836 Tahiti. Die Beagle ankerte in der Mataiva-Bucht.
Am 10. September 1839 erreichte Charles Wilkes im Rahmen der United States Exploring Expedition Tahiti. Er baute seine tragbaren Observatorien, im Gedenken an James Cook, am Pointe VĂ©nus auf. Die ihn begleitenden Wissenschaftler fĂŒhrten insbesondere anthropologische, ethnologische und botanische Studien durch. Einen interessanten Hinweis auf das VerhĂ€ltnis der Bevölkerung zum Christentum gibt uns das Tagebuch des 1. Offiziers William Reynolds:
âDer einzige Hinweis auf Religion, den ich bei den Eingeborenen entdecken konnte, war die Beachtung Ă€uĂerlicher Formen und die Furcht vor den Missionaren.â
Die Insel Moorea blieb unter dem Einfluss Tahitis.
1842 erfolgte eine erneute französische Intervention, deren Kommandeur Abel Aubert Du Petit-Thouars am 9. September 1842 das vorlĂ€ufige französische Protektorat verkĂŒndete. Die Clans Raiateas setzten den Annexionsbestrebungen heftigen Widerstand entgegen. Es gelang jedoch den christlichen Missionaren, zunehmend Einfluss zu gewinnen, was zu Religionskriegen zwischen den AnhĂ€ngern des traditionellen und des christlichen Glaubens fĂŒhrte.
Aubert Du Petit-Thouars nutzte geschickt die vorĂŒbergehende Abwesenheit des britischen Konsuls Pritchard. Im November 1843 wurde das Protektorat durch Abmachungen zwischen dem Franzosen und Königin PomarĂ© Vahine IV. vertraglich bestĂ€tigt und 1844 auch von Frankreich formell anerkannt. Da sie von Tahiti englandfreundlich und eher den protestantischen Missionaren verbunden war, lieĂ sie sich in dieser unklaren Situation 1844 nach Raiatea bringen und regierte bis 1847 von dort aus.
Wegen des Verdachtes der Beteiligung an einer Meuterei auf dem australischen WalfÀnger Lucy Ann war der Schriftsteller Herman Melville 1842 in Papeete inhaftiert. Ihm gelang aber die Flucht aus dem GefÀngnis. SpÀter verarbeitete er diese Erlebnisse in dem Roman Omoo.
Ihr Sohn PomarĂ© V. dankte am 29. Juni 1880 ab. Als Folge fiel der gesamte Archipel im MĂ€rz 1888 als Kolonie an Frankreich. Auf Raiatea kam es jedoch weiterhin zu AufstĂ€nden. Der StammeshĂ€uptling Teraupo verschanzte sich im Avera-Tal an der OstkĂŒste und widerstand der französischen Intervention. PomarĂ© V. war der letzte König von Tahiti, er starb 1891 an den Folgen seiner Trunksucht. Erst 1897 kam Teraupo in Gefangenschaft.
Von 1891 bis 1893 lebte der Maler Paul Gauguin auf Tahiti. In dieser Zeit entstanden zahlreiche GemĂ€lde, die das Bild vom âParadies SĂŒdseeâ in Europa weiter festigten. 1895 kehrte er nach Tahiti zurĂŒck. Er legte sich mit der Kolonialverwaltung und den Missionaren an und musste 1901 nach Atuona auf der Insel Hiva Oa ĂŒbersiedeln, wo er 1903 starb.
1904 vermachte die königliche Familie von Tahiti die Insel Tetiaroa dem Zahnarzt Johnston Walter Williams. Bis 1965 wechselte die Privatinsel einige Mal den Besitzer. Nach Abschluss der Dreharbeiten zum Spielfilm Meuterei auf der Bounty, pachtete Marlon Brando die Insel Tetiaroa von ihrem EigentĂŒmer fĂŒr 99 Jahre.
Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ankerten die deutschen Panzerkreuzer SMS Scharnhorst und SMS Gneisenau vor Papeete, um Kohle aufzunehmen. Als ihnen das verweigert wurde und der französische Kommandant mit einer KĂŒstenbatterie das Feuer eröffnen lieĂ, beschoss die Schiffsartillerie Papeete und zerstörte dabei einige HĂ€user. WĂ€hrend des Krieges lief auch der legendĂ€re âSeeteufelâ Felix Graf von Luckner mit seinem Hilfskreuzer Seeadler mehrere Male Tahiti an. Eine Kanone des Schiffes steht heute in einem kleinen Park vor dem PostgebĂ€ude von Papeete.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Insel Bora Bora nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 eine wichtige Versorgungsbasis der USA im SĂŒdpazifik. Das US-amerikanische MilitĂ€r errichtete ein Tanklager, eine Landebahn und eine Basis fĂŒr Wasserflugzeuge. Mehrere strategisch wichtige Bereiche sicherte man mit KĂŒstenbatterien und Flugabwehrkanonen. Die verrosteten Kanonen kann man zum Teil heute noch sehen. Die US-amerikanische Basis wurde wĂ€hrend des Krieges jedoch nicht angegriffen und 1946 aufgegeben.
In den Jahren 1966 bis 1996 fĂŒhrte Frankreich mehrmals Kernwaffentests auf dem Mururoa-Atoll durch und richtete in den umliegenden GewĂ€ssern irreparable SchĂ€den an. Heute noch wird den Touristen zu Jodtabletten geraten, da der verzehrte Fisch immer noch mit einem gesundheitsschĂ€dlichen AusmaĂ an radioaktiver Strahlung verseucht sein kann.
Am 23. Oktober 1987 kam es in einigen Vororten von Papeete, ausgelöst durch einen Streik der Hafenarbeiter, zu Ausschreitungen, als sich arbeitslose Jugendliche wegen ihrer Perspektivlosigkeit und schlechter Bildungs- und Berufschancen gegen die französische Administration auflehnten. Eigens eingeflogene KrÀfte der Gendarmerie Nationale beendeten die Unruhen aber schnell.
Die âCompagnie Française de Tahitiâ, die Besitzerin des Atolls Scilly, pflanzte um 1920 circa 57.000 KokosnussbĂ€ume an. Es wurden bis zu 70 Tonnen Kopra pro Jahr hergestellt. Die Plantage existiert nicht mehr. Das Atoll Scilly ist heutzutage nicht ganzjĂ€hrig bewohnt, aber es wird regelmĂ€Ăig von Fischern von Raiatea besucht. Es gibt weder Schiff- noch Flugverbindungen nach Französisch-Polynesien. Die Lagune ist 1992 zum Naturschutzgebiet erklĂ€rt worden.
Die FrĂŒhgeschichte der Tuamotu-Inseln liegt weitgehend im Dunkeln. Ethnologische Befunde lassen den Schluss zu, dass vermutlich recht frĂŒh, etwa um 700 n. Chr., eine Besiedlung von Westen, von den Gesellschaftsinseln erfolgte. Auf den Inseln Rangiroa, Manihi und Mataiva gibt es aus Korallenblöcken errichtete, flache Zeremonialplattformen (polynesisch: Marae), deren genaues Alter allerdings unbekannt ist.
FĂŒr Europa wurden die Tuamotus 1521 von Ferdinand Magellan wĂ€hrend seiner berĂŒhmten Weltumseglung entdeckt, als er Puka Puka und möglicherweise auch Fakahina und Angatau besuchte. Danach folgten 1606 der Spanier Pedro FernĂĄndez de QuirĂłs, 1616 die HollĂ€nder Willem Cornelisz Schouten, Jakob Le Maire und 1722 Jakob Roggeveen, der Entdecker der Osterinsel, 1765 John Byron und 1767 Samuel Wallis. Anfang April 1769 passierte James Cook mit seinem Schiff Endeavour einige Inseln des Tuamotu-Archipels, doch obwohl er feststellte, dass sie bewohnt waren, ging Cook nicht vor Anker, sondern segelte weiter nach Tahiti zur Beobachtung des Venustransits. Es folgten 1768 der Franzose Louis Antoine de Bougainville sowie 1815 der in Diensten der russischen Zaren stehende Deutsche Otto von Kotzebue. Diese Entdeckungen hatten zunĂ€chst politisch keine Folgen. Die Inseln gehörten weiterhin zum Einflussbereich der Königsdynastie Pomare von Tahiti.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erschienen die ersten Missionare. Als Folge drang auch die Kunde vom Perlenreichtum der Inseln nach Europa und machte sie zu einem begehrten Ziel der Kolonisation europÀischer Imperien.
Nachdem bereits Königin Pomare Vahine IV. von Tahiti den Drohungen des aus Frankreich entsandten Admirals Dupetit-Thouars nachgeben und das französische Protektorat ĂŒber ihren Herrschaftsbereich anerkennen musste, verzichtete ihr Sohn und Nachfolger Arijane, der als Pomare V. nur noch eine Scheinregierung fĂŒhrte, 1880 auf jeglichen Thronanspruch. Als Folge wurden die Tuamotu-Inseln von Frankreich annektiert.
In die Schlagzeilen der Weltpresse gerieten die Tuamotus, als 1947 Thor Heyerdahl mit seinem FloĂ Kon-Tiki von SĂŒdamerika kommend das Atoll Raroia erreichte.
Im September 1995 löste Frankreich mit der Wiederaufnahme der Atomtests auf Fangataufa und dem Mururoa-Atoll nach einem dreijĂ€hrigen Stopp eine weltweite Protestwelle aus. Die Tests wurden im Januar 1996 abgebrochen. Bis heute vertritt die französische Regierung die Auffassung, dass die Atomtests Umwelt und Menschen nicht radioaktiv verseucht hĂ€tten. Offizielle Angaben ĂŒber die Verstrahlung sowie ĂŒber SchĂ€den an Menschen existieren nicht.
Funde von spĂ€ter Lapita-Keramik (Plainware) auf Nuku Hiva durch den Anthropologen Harry Lionel Shapiro von American Museum of Natural History bei Ausgrabungen 1956 beweisen eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig frĂŒhe Kolonisierung der Marquesas durch Protopolynesier, wobei der genaue Zeitpunkt umstritten ist. Der amerikanische ArchĂ€ologe Robert Suggs geht von einer Initialbesiedlung zwischen 100 v. Chr. bis 150 n. Chr. aus,[7] neuere Veröffentlichungen nehmen jedoch eine Erstbesiedlung nicht vor 300 n.Chr. an.[8] Die polynesische Kolonisierung der Marquesas erfolgte von Westen, vermutlich von Samoa oder Tonga, im Rahmen der Polynesischen Expansion.[9] Neuere Erkenntnisse stĂŒtzen allerdings eher die Multibesiedelungsthese in Form mehrerer Siedlungswellen. Von den Marquesas ging spĂ€ter die Besiedlung Hawaiis, Neuseelands, der Gesellschaftsinseln und der Osterinsel aus.
FuĂend auf den Forschungen von Suggs teilt man die Inselgeschichte bis zur europĂ€ischen Entdeckung in vier Zeitabschnitte ein:
Im frĂŒhesten, der Initialbesiedlung folgenden Zeitabschnitt lieĂen sich die Menschen in kleinen, kompakten Siedlungen oder unter FelsĂŒberhĂ€ngen im unmittelbaren KĂŒstenbereich nieder. Ihre Hauptnahrungsquelle war die KĂŒstenfischerei, wie Funde zahlreicher Angelhaken aus Muschelschalen beweisen.[10]
Dieser Besiedlungsphase schloss sich eine Periode der kulturellen Entwicklung und Stabilisierung an. Ab der Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. gewann der Ackerbau (Taro, Yams) und die Nutzung kultivierter, fruchttragender BĂ€ume (Brotfrucht, Kokosnuss) zunehmend an Bedeutung. Die Technik der Tiefseefischerei wurde, wie aus der Fortentwicklung der Angelhaken ersichtlich ist, verfeinert, wahrscheinlich hielt man auch Schweine und Hunde als Nahrungstiere.[11] Fortschritte im Kanubau ermöglichten einen umfangreichen Warenaustausch mit anderen Inseln. Belegt sind Fahrten nach Rarotonga â immerhin 2500 Kilometer entfernt â um die leuchtendroten, sehr begehrten Kura-Federn (von einer Unterart des Kaka (Nestor meridionalis)) fĂŒr den HĂ€uptlingsschmuck einzuhandeln. Gegen Ende dieser Periode gab es eine auffallende Ănderung im Nahrungsangebot. ArchĂ€ologische Untersuchungen von Abfallhaufen zeigten eine drastische Abnahme der Ăberreste wildlebender Tiere (Land- und Seevögel, Schildkröten und MeeressĂ€uger).[12] Lokal gab es einen deutlichen Anstieg in der Bevölkerungsdichte, verbunden mit einem Raubbau an der umgebenden Natur und der Ausrottung einzelner Spezies.[13]
Das weitere Bevölkerungswachstum und der Niedergang der natĂŒrlichen Nahrungsquellen machte ab dem 2. Jahrtausend n. Chr. die Expansion und die Entwicklung neuer Agrartechniken notwendig. Die Siedlungen entfernten sich von der KĂŒste und wuchsen die steilen TĂ€ler hinauf. Anbauterrassen fĂŒr den Taro mit ausgeklĂŒgelten BewĂ€sserungssystemen wurden angelegt. Gelegentliche Trockenperioden und Naturkatastrophen, die den Ertrag minderten, wurden mittels aufwendig angelegter, riesiger Vorratsgruben fĂŒr den fermentierten Brei aus der Brotfrucht (ma) ĂŒberbrĂŒckt. Eine dieser Vorratsgruben im Taipivai-Tal auf Nuku Hiva hatte ein Fassungsvermögen von 216 mÂł.[14] In den durch steile FelsrĂŒcken getrennten, tief eingeschnittenen TĂ€lern entwickelten sich unabhĂ€ngige StammesfĂŒrstentĂŒmer mit einer stratifizierten Gesellschaftsordnung. An der Spitze standen die StammeshĂ€uptlinge, die ihre Genealogie auf die vergöttlichten, mythischen Vorfahren zurĂŒckfĂŒhren konnten und vom Adel und der Priesterschaft gestĂŒtzt wurden. Sie waren Inhaber aller Ressourcen und sicherten die komplizierte Gesellschaftsstruktur durch ein ausgeklĂŒgeltes System von AbhĂ€ngigkeiten, Rechten und Tapus (Verbote, Unantastbarkeiten), die jedem Individuum zwar ein gewisses Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht einrĂ€umten, aber die Einflussmöglichkeiten sorgsam nach Alter, Geschlecht und sozialer Stufe unterschieden.
Zentrum der Siedlung war der tohua, ein ausgedehnter Platz fĂŒr Feste, TĂ€nze und Zeremonien, um den sich zahlreiche steinerne Plattformen kumulierten. Darauf befanden sich die aus vergĂ€nglichen Materialien errichteten HĂ€user - z. B.: Tempel, die HĂ€uptlingsresidenz, WohnhĂ€user fĂŒr den Adel und die Priesterschaft, Versammlungshallen, ein TĂ€towierhaus, ein Haus fĂŒr die Krieger u. a. - die heute nicht mehr erhalten sind. Bergfestungen aus einem sinnreich konstruierten System von GrĂ€ben, Palisaden und Plattformen ĂŒberzogen die schwer zugĂ€nglichen BergrĂŒcken und belegen eine kriegerische Gesellschaft mit hĂ€ufigen, ritualisierten Stammeskriegen.
In der klassischen Periode, etwa ab dem 17. Jahrhundert, wuchsen die Siedlungen weiter die TĂ€ler hinauf, die StrĂ€nde jedoch wurden gemieden, der ArchĂ€ologe Suggs vermutet, um sich zunehmender Angriffe von See her zu entziehen.[15] Die Architektur strebte einem Höhepunkt entgegen. Man errichtete riesige, mehrstufige Tempelplattformen (meÂŽae) mit kolossalen, anthropomorphen Steinfiguren. Hausplattformen (paepae) wurden nun in megalithischer Steinsetzung gebaut. Das Kunstschaffen verlagerte sich auf Experten (tohunga), die die Kultur zu einer neuen BlĂŒte fĂŒhrten und begnadete Tattoo-KĂŒnstler, Holz- und Knochenschnitzer, Steinbildhauer und Kanubauer hervorbrachten. Deren Erzeugnisse sind heute ĂŒber die Völkerkundemuseen der ganzen Welt verstreut. Auf den Marquesas selbst ist nur wenig davon verblieben.
Zu den Schattenseiten gehörte der zunehmende Einfluss der Kriegerkaste (toa), was zur Intensivierung der Konflikte fĂŒhrte. Es bildete sich der elitĂ€re Kriegerorden der Kaioi, etwa vergleichbar mit den Arioi auf Tahiti, jedoch aggressiver in der AusprĂ€gung. Menschenopfer und Kannibalismus waren verbreitet.
âDie MĂ€nner der Marquesas, kaum weniger barbarisch als die von Neuseeland, gestalten ihren Krieg meistens als GeplĂ€nkel oder ĂŒberraschenden Ăberfall, weil er hĂ€ufig lediglich ein Vorwand ist, die Zutaten fĂŒr eine kannibalische Mahlzeit auf Kosten des besiegten Feindes zu erobern.â[16]
Diese Periode reichen kulturellen Wachstums endete, als die EuropĂ€er - insbesondere die Missionare - ab der Mitte des 18. Jahrhunderts zunehmend Einfluss ausĂŒbten.
FĂŒr Europa entdeckt wurden die Marquesas vom Spanier Alvaro Mendana de Neira. Er fuhr mit vier Schiffen von Peru zu den Salomonen, um dort einen spanischen StĂŒtzpunkt zu errichten. ZunĂ€chst sichtete er die Insel Tahuata und benannte die Inselgruppe nach Marques de Mendoza, dem damaligen Vizekönig von Peru: âLas Islas Marquesas Don GarcĂa Hurtado de Mendoza y Caneteâ, verkĂŒrzt âMarquesasâ. Am 21. Juli 1595 landete er auf Fatu Hiva. Nach einer freundlichen BegrĂŒĂung und dem Austausch von Geschenken begingen die Inselbewohner einige kleinere DiebstĂ€hle. Bei dem anschlieĂenden Gefecht wurden 8 Einheimische, darunter ein ehrwĂŒrdiger, alter HĂ€uptling, getötet. Vom 27. Juli bis 5. August 1595 hielt sich Mendana auf der Insel Hiva Oa auf. Auch dort kam es zu Konflikten und der Plan einer Eroberung und Besiedlung scheiterte am heftigen Widerstand der Insulaner. Fernandes de Quiros, einer der KapitĂ€ne, schreibt, bei diesen Auseinandersetzungen seien insgesamt 200 Einheimische getötet worden.
Wegen der ungenauen Positionsangabe und einer Interessenverlagerung der Spanier vom Pazifik weg, gerieten die Inseln bald in Vergessenheit. Erst fast zweihundert Jahre spĂ€ter wurden sie von James Cook wieder entdeckt, der sich wĂ€hrend seiner zweiten SĂŒdseeexpedition vom 7. bis 11. April 1774 auf den Marquesas aufhielt.
1791 entdeckte der Amerikaner Joseph Ingraham, der mit seiner Handelsbrigg Hope von Boston in die SĂŒdsee segelte, die Nordwestgruppe der Marquesas mit der gröĂten Insel Eiao, die er nach dem amerikanischen PrĂ€sidenten âWashington Islandâ nannte.
Leutnant Richard Hergest von der Daedalus, dem Versorgungsschiff der Vancouver-Expedition, zeichnete im MÀrz/April 1792 die erste vollstÀndige Karte der Marquesas.
Im Mai 1804 ankerte Adam Johann von Krusenstern bei seiner Weltumseglung mit den Schiffen Nadeshda und Newa in der Bucht von Taiohae auf der Insel Nuku Hiva. WĂ€hrend seines zehntĂ€gigen Aufenthaltes studierte er den Alltag und die BrĂ€uche der Insulaner. Hierbei konnte er auch deutliche Anzeichen fĂŒr rituellen Kannibalismus feststellen.[17]
In den Folgejahren wurden die Inseln gelegentlich von HÀndlern, Abenteurern, entlaufenen Matrosen und WalfÀngern aufgesucht, die Geschlechtskrankheiten, Feuerwaffen und Alkohol mitbrachten und damit die alte Inselgesellschaft völlig aus dem Gleichgewicht brachten.
âDa waren die wilden Abenteurer, kleine Conquistadoren, die, im Besitz von Flinte und Munition, einen oder ein paar TalstĂ€mme beherrschten, die Eingeborenen in ihren Kriegen anfĂŒhrten und sie womöglich zur Strandpiraterie anstifteten. Sie waren der Schrecken der Missionare. Als âErzieherâ der Eingeborenen spendeten sie ihnen die Gabe des Kokospalmweines.â[18]
1813 erreichte Kommodore David Porter mit der Fregatte USS Essex Nuku Hiva, nahm die Insel am 19. November 1813 fĂŒr die USA in Besitz und nannte sie âMadison Islandâ. Der Kongress der Vereinigten Staaten hat die Okkupation jedoch nicht ratifiziert.
Vom 18. August bis zum 2. September 1814 ankerten die Kriegsschiffe HMS Briton und HMS Targus vor Nuku Hiva und Tahuata. Von dort fuhren sie weiter nach Pitcairn, wo die Besatzung auf John Adams, den letzten Ăberlebenden der Meuterei auf der Bounty traf.
1838 erreichte der Franzose Abel Aubert Du Petit-Thouars (* 7. August 1793 in Turquant, â 16. MĂ€rz 1864 in Paris) mit seiner Fregatte Venus die Marquesas-Inseln und brachte katholische Missionare mit. Nach einem Bericht von Jules Dumont dâUrville, der wenige Wochen spĂ€ter mit seinen Schiffen Astrolabe und ZĂ©lee vor Taiohae ankerte, hatten sich damals auĂerdem vier Amerikaner, zwei Spanier und ein EnglĂ€nder unter den Einheimischen in Taiohae angesiedelt.
Bei seiner zweiten Reise in den Pazifik nahm Du Petit-Thouars, inzwischen Konteradmiral, die Marquesas fĂŒr Frankreich in Besitz. Die Annexion vollzog sich in zwei Etappen:
Der Schriftsteller Herman Melville hielt sich im Juni 1842 vier Monate auf der Insel Nuku Hiva auf. In seinem Roman âTypeeâ schildert er - romantisch ĂŒberzeichnet, doch keineswegs unrealistisch - sein Leben mit einem Clan der Marquesas. Der Erfolgsroman erschien 1846 bei John Murray in London. Die in dem Buch enthaltene Kritik an Kolonisierung und Missionierung fĂŒhrte zu heftigen Angriffen konservativer Kreise. Dennoch beeinflusste der Roman viele spĂ€tere Autoren die ĂŒber die SĂŒdsee schrieben, zum Beispiel Robert Louis Stevenson, Jack London oder Robert Dean Frisbie.
1860 begann ein drei Jahre dauernder Raubzug peruanischer SklavenhĂ€ndler, die zahlreiche Einwohner auf die Guanoinseln vor der peruanischen KĂŒste verschleppten. Die wenigen RĂŒckkehrer verursachten 1863 eine Pockenepidemie, der zahlreiche Bewohner der Marquesas zum Opfer fielen.
1888 weilte der Schriftsteller Robert Louis Stevenson fĂŒr mehrere Monate auf den Marquesas, auf dem Tuamotu-Archipel und auf Tahiti.
1897/98 besuchte der deutsche Arzt und Ethnologe Karl von den Steinen die Marquesas. Ihm verdanken wir u.a. eine akribische Beschreibung der TĂ€towierungen. Ohne diese Arbeit wĂ€ren die kunstvollen Muster fĂŒr immer verloren.
Die ersten Missionare, die ab 1797 aus England kommend ĂŒber Tahiti die Marquesas erreichten, waren die Baptisten William Pascoe Crook und John Harris. Harris kam mit den VerhĂ€ltnissen ĂŒberhaupt nicht zurecht und kehrte wenige Monate spĂ€ter nach Tahiti zurĂŒck (in einem zeitgenössischen Bericht heiĂt es, er sei völlig verzweifelt, nackt und ausgeplĂŒndert am Strand aufgelesen worden). Crook blieb bis 1799.
Nicht mehr Erfolg hatte die amerikanisch-hawaiische Mission. William Patterson Alexander, Benjamin Parker und Richard Armstrong erreichten 1834 mit ihren Ehefrauen und einem drei Monate alten Baby von Hawaii kommend die Marquesas. Bereits im selben Jahr kehrten sie zurĂŒck. 1835 kamen zwei weitere Reverends mit ihren Ehefrauen aus Hawaii nach Fatu Hiva, konnten sich aber dort nicht halten und gingen spĂ€ter nach Hiva Oa. Immerhin gelang es dem aus Hawaii stammenden James Bicknell 1857 das Johannesevangelium ins Marquesanische zu ĂŒbersetzen.
Ab 1838/39 konnte sich die katholische Mission, getragen von dem erst 1800 gegrĂŒndeten französischen Orden âPĂšres et religieuses des SacrĂ©s-CĆurs de Picpusâ (oder auch âPicpusiensâ, benannt nach dem Ordenssitz in der Picpus-StraĂe in Paris) etablieren. Die Missionare breiteten sich von Mangareva aus nach Tahuata, Ua Pou und Nuku Hiva aus. Sie hatten, nicht anders als ihre evangelischen GlaubensbrĂŒder, unter der gleichen feindseligen Aufnahme und den Stammeskriegen zu leiden. Mit UnterstĂŒtzung der französischen Behörden konnten sie sich allerdings - trotz aller Hindernisse - auf Dauer behaupten. Ihnen gelang es sogar, König Moana von Nuku Hiva zu taufen, der jedoch 1863 an den Pocken starb.
Die Missionare jeder Glaubensrichtung taten ihr Bestes, die ĂŒberlieferte Kultur mit Kava-Trinken, Fruchtbarkeits- und Mannbarkeits-Riten, Tatauierung, SchĂ€delprĂ€paration, Tanz und traditioneller Musik auszumerzen, allerdings versuchten sie auch - und das letztlich mit Erfolg - Kannibalismus und die stĂ€ndigen Stammeskriege zu unterbinden.
Tubuai-Inseln:
Bass-Inseln:
Der Ethnologe Kenneth P. Emory vom Bishop-Museum in Honolulu nahm an, dass die Gambierinseln, ebenso wie die anderen ostpolynesischen Inseln, von den Marquesas aus besiedelt wurden.[20] Inzwischen wird aber eher eine von den Gesellschaftsinseln ausgehende Besiedlung, etwa um 1000 n. Chr., angenommen.[21]
Es liegen archĂ€ologische Befunde dafĂŒr vor, dass die Inseln Mangareva, Taravai, Angakauitai, Akamaru, Aukena und Kamaka in protohistorischer Zeit von Polynesiern besiedelt waren.[22] Die Gesellschaftsform war eine streng stratifizierte Stammesgesellschaft, die sich in stĂ€ndigen Kriegen der Clans untereinander aufrieb, in der zeitweilige Nahrungsknappheit bestand und in der Kannibalismus nicht unbekannt war.[23] Es gibt Hinweise, dass kurz vor der europĂ€ischen Einflussnahme ein Umbruch im Gange war, der zu Aufruhr und BĂŒrgerkrieg zwischen den Gesellschaftsschichten fĂŒhrte.[24] Dieser gesellschaftliche Umschwung, dĂŒrfte die Eroberung der Inselgruppe durch König PomarĂ© II. von Tahiti zu Beginn des 19. Jahrhunderts wesentlich erleichtert haben. Bis zur zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts blieb der Archipel im Einflussbereich der Königs-Dynastie PomarĂ© von Tahiti.
FĂŒr Europa entdeckt hat die Gambierinseln 1797 James Wilson, KapitĂ€n des Schiffes Duff der London Missionary Society, das von GroĂbritannien aus zur Missionierung auf Tahiti, Tonga und den Marquesas aufgebrochen war. Er benannte die Inseln nach seinem Vorbild, dem Hugenotten James Gambier, der die Expedition finanziell unterstĂŒtzt hatte.
1825 erreichte der Brite Frederick William Beechey mit seinem Schiff HMS Blossom die Gambierinseln wÀhrend einer ausgedehnten Forschungsreise in den Pazifik und das arktische Nordamerika. Er schildert die Einwohner als sehr freundlich, jedoch diebisch veranlagt und beschreibt sie wie folgt:
âDie Eingeborenen waren groĂ und von schöner Gestalt, mit dickem, schwarzem Haar und BĂ€rten und ĂŒberall tĂ€towiert [âŠ] Sie hatten keine anderen Waffen als lange Keulen und waren ganz nackt, mit Ausnahme eines in Streifen geschnittenen Bananenblattes, das sie sich um die HĂŒften gebunden hatten. Ein oder zwei MĂ€nner trugen weiĂe Turbane.â[25]
Mit der Ausweitung des französischen Einflussbereiches im SĂŒdpazifik begann auch die katholische Missionierung in Polynesien. Die Gambierinseln gehörten zu den wenigen Inseln, deren Bewohner nicht bereits von der (methodistischen) London Missionary Society bekehrt worden waren. 1834 kamen die Patres HonorĂ© Laval und François dâAssise Caret des erst 1800 gegrĂŒndeten Ordens âPĂšres et religieuses des SacrĂ©s-CĆurs de Picpusâ (kurz: Picpusiens) mit dem Schiff Peruviana auf der Insel Akamaru an. ZunĂ€chst leistete König Maputeoa, der letzte König von Mangareva, Widerstand, aber nachdem er die Genesung von einer schweren Krankheit dem neuen Gott zuschrieb, geriet er mehr und mehr unter den Einfluss der christlichen Missionare und lieĂ sich 1836 taufen. Zuerst mit Duldung und spĂ€ter mit aktiver UnterstĂŒtzung des Herrschers entfalteten die Picpusiens ein umfangreiches Entwicklungsprogramm fĂŒr die Inseln. Dazu gehörten eine umfangreiche BautĂ€tigkeit mit zahlreichen Kirchen- und anderen öffentlichen Bauten auf allen Inseln, der Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle, die Perlen- und Perlmuttfischerei (die dem Orden betrĂ€chtlichen Wohlstand bescherte) sowie die Anlage von Plantagen und NutzgĂ€rten. Zahlreiche ArbeitskrĂ€fte wurden von Mangreva nach Tahiti verschifft, um 1856 die Kathedrale von Papeete zu errichten.
Die zwangsweise Verpflichtung der ArbeitskrĂ€fte fĂŒr die GroĂprojekte entvölkerte die kleineren Gambierinseln und fĂŒhrte zu Hungersnöten, da die tĂ€gliche Nahrungsbeschaffung vernachlĂ€ssigt wurde. Dies und die Verbreitung von bisher unbekannten Infektionskrankheiten hatte Verelendung und einen drastischen BevölkerungsrĂŒckgang zur Folge. Andererseits unterdrĂŒckten die Missionare die stĂ€ndigen Stammeskriege sowie die Menschenopfer und bekĂ€mpften den Kannibalismus.
Der französische Gouverneur von Tahiti sah dem Treiben des Paters Laval lange Jahre tatenlos zu. Erst als sich Beschwerden von GeschĂ€ftsleuten und Handelsschiffern hĂ€uften, schritt er ein. PĂšre Laval musste auf GeheiĂ des Bischofs von Tahiti, Florentin Etienne âTepanoâ Jaussen, 1871 Mangareva verlassen. Er starb arm und verbittert am 1. November 1880 und wurde auf Tahiti begraben.
1881 ĂŒbernahm Frankreich die Verwaltung der Inseln. Heute sind sie Teil des Ăberseeterritoriums Französisch-Polynesien.
Die Stationierung des MilitĂ€rpersonals auf den Gambierinseln fĂŒr die französischen Kernwaffenversuche auf dem etwa 400 km entfernten Mururoa-Atoll fĂŒhrte in den 1960er bis 80er Jahren zu einem vorĂŒbergehenden wirtschaftlichen Aufschwung. Die 2.000 Meter messende, heute zivil genutzte Landebahn auf dem Motu Totegegie vor Mangareva (ICAO ID: NTGY; ebenso lang wie die des Flughafens Dortmund) wurde 1967/68 von der französischen Luftwaffe gebaut.
Die Versuche hatten vermutlich auch unangenehme Begleiterscheinungen. Der radioaktive Fallout fĂŒhrte wahrscheinlich zu einer erhöhten Krebsrate bei den Bewohnern der Gambierinseln. Daten dazu wurden zwar erhoben, blieben aber bisher unter Verschluss. Auf Mangareva baute das französische MilitĂ€r einen bunkerĂ€hnlichen Unterstand, in dem sich die Einwohner bei den Kernwaffenversuchen in Sicherheit bringen sollten. Der Bunker steht noch heute. Bis zum Ende der 1980er Jahre konnten die Gambierinseln nur mit einer Sondergenehmigung der französischen MilitĂ€rbehörde besucht werden.
In den Jahren 2004 und 2005 hat sich die politische Situation des Landes sehr stark verÀndert.
Im Mai 2005 wurde der seit vielen Jahren regierende, Frankreich getreue Gaston Flosse abgewÀhlt und der Independantist Oscar Temaru wurde zum neuen PrÀsidenten gewÀhlt.
Im Februar 2004 wurde in der französischen Hauptstadt Paris ein neues Autonomiestatut fĂŒr Französisch-Polynesien beschlossen. Unter anderem Ă€nderte sich der offizielle Status des Gebietes als französisches Ăbersee-Territorium (TOM = Territoire d'outre-mer) in Ăbersee</b>land (POM = Pays d'outre-mer). Die Position der lokalen Regierung und des lokalen PrĂ€sidenten wurde gestĂ€rkt. Frankreich ist kĂŒnftig nur noch fĂŒr AuĂenpolitik, Justiz, Verteidigung, innere Sicherheit und Geldwesen zustĂ€ndig.
VerĂ€ndert hat sich auch die Zusammensetzung des lokalen Parlamentes, das jetzt aus 57 statt 49 Parlamentariern besteht. Die bei den Wahlen stĂ€rkste Liste erhĂ€lt automatisch 30 % der Sitze zusĂ€tzlich zum proportionalen Stimmenanteil. Die ZugangshĂŒrde zum Parlament wurde von 5 % auf 3 % der abgegebenen Stimmen gesenkt. Die Zahl der Wahlkreise wurde von 5 auf 6 erhöht.
Das VerhĂ€ltnis zur EuropĂ€ischen Union ist ein geteiltes. Französisch-Polynesien ist nicht Teil der EU, seine BĂŒrger sind jedoch französische StaatsbĂŒrger, damit auch EU-BĂŒrger, und sie sind bei Wahlen zum EuropĂ€ischen Parlament wahlberechtigt. Andererseits sind die GrundzĂŒge der EU, wie die freie Arbeitsplatzwahl, in Französisch-Polynesien nicht anwendbar.
In Französisch-Polynesien gibt es drei TV-Sender: RFO Tempo Polynésie, RFO Télé Polynésie des Senders Réseau France outre-mer und TNTV (Tahiti Nui TV).
Zur Esskultur: Die Polynesen verzehren mit Vorliebe Fischgerichte. Auf dem Speiseplan stehen auĂerdem noch viele andere Gerichte, die mit MeeresfrĂŒchten zubereitet werden. Meist werden dazu noch einige verschiedene GemĂŒsearten serviert. Als Nachspeise werden so gut wie immer FrĂŒchte gegessen. Als besondere SpezialitĂ€t/Delikatesse gelten bei der einheimischen Bevölkerung Nacktschnecken aus dem Meer. Sie werden oft beim Langustentauchen eingesammelt und anschlieĂend roh verzehrt. Der Schleim, den diese Schnecke absondert, ist giftig und wird deshalb vor dem Verzehr entfernt.
14 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen:
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Assoziierte Mitglieder: Neukaledonien | Französisch-Polynesien
Beobachter: Osttimor | Tokelau | Wallis und Futuna | Asiatische Entwicklungsbank | Commonwealth Secretariat | Vereinte Nationen | Western and Central Pacific Fisheries Commission
Französisch-Guayana | Französisch-Polynesien | Französische SĂŒd- und Antarktisgebiete | Clipperton-Insel | Guadeloupe | Martinique | Mayotte | Neukaledonien | RĂ©union | Saint-BarthĂ©lemy | Saint-Martin | Saint-Pierre und Miquelon | Wallis und Futuna
-17.5333333333-149.566666667Koordinaten: 18° S, 150° W