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Als Französische Besatzungszone bezeichnet man ein Teilgebiet Deutschlands, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von Frankreich als einer der Siegermächte der Anti-Hitler-Koalition besetzt wurde. Die französische Besatzungszone war damit eine von vier Besatzungszonen in Deutschland nach dem Krieg.
Inhaltsverzeichnis |
Die Französische Besatzungszone in Deutschland (eine der drei Westzonen, jedoch auch für sich alleine Westzone genannt) wurde aus Teilen der amerikanischen und britischen Besatzungszonen gebildet, in die Deutschland nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht von den Vier Mächten eingeteilt worden war. Die Gebiete für die französische Besatzungszone wurden gemäß Berliner Erklärung vom 5. Juli 1945 durch die französischen von den britischen und amerikanischen Alliierten übernommen.
Aus dieser Zone bildete die französische Militärregierung 1945 bzw. 1946 die Länder Baden, Württemberg-Hohenzollern und Rheinland-Pfalz sowie das Saarland, das bereits im Februar 1946 aus der französischen Besatzungszone ausgegliedert und als Saarprotektorat (Protectorat de la Sarre) einem Sonderregime unterstellt wurde mit dem Ziel, es künftig in das Territorium der IV. Französischen Republik einzugliedern, was dann aber bei den übrigen Alliierten auf Ablehnung stieß.
Ferner gab es in Berlin einen französischen Sektor in den Westberliner Bezirken Reinickendorf und Wedding neben den Sektoren der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion.
Am 23. Mai 1949 wurden die Länder Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg-Hohenzollern Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. Bereits 1952 fusionierten die Bundesländer Baden und Württemberg-Hohenzollern mit dem von der amerikanischen Militärregierung gebildeten Land Württemberg-Baden zum Bundesland Baden-Württemberg. Das Saarland trat erst 1957, nach Ablehnung des Saarstatuts in einer 1955 durchgeführten Volksabstimmung, der Bundesrepublik bei.
Zur französischen Besatzungszone gehörte außerdem der bayerische Landkreis Lindau. Dieser diente als Verbindungskorridor zur französisch besetzten Zone im Westen Österreichs. Die Wiedereingliederung des Landkreises nach Bayern erfolgte am 1. September 1955.
In der französischen Besatzungszone entstand 1946 der damalige Südwestfunk (SWF) mit Sitz in Baden-Baden.
Der erste Militärgouverneur der Französischen Besatzungszone und Oberbefehlshaber über die französischen Besatzungstruppen in Deutschland war Jean de Lattre de Tassigny, Oberbefehlshaber der 1. Französischen Armee (später: Rhin et Danube). De Lattre wurde aufgrund seines Führungsstils und extrovertierten Verhaltens im Juli 1945 nach Paris zurück beordert. Sein Nachfolger wurde Marie-Pierre Kœnig, der dieses Amt bis zum 21. September 1949 innehatte (→ Alliierter Kontrollrat).
Mit Bildung der Alliierten Hohen Kommission, mit Sitz auf dem Petersberg bei Bonn, im September 1949 wurde das Amt des Militärgouverneurs durch das Amt des Hohen Kommissars abgelöst. Hoher Kommissar für die Französische Besatzungszone war André François-Poncet vom 21. September 1949 bis zum 5. Mai 1955. Im Zuge dessen wurde auch der Sitz der französischen Besatzungsverwaltung von Baden-Baden auf den Petersberg verlegt.
Amerikanische Besatzungszone | Britische Besatzungszone | Französische Besatzungszone | Sowjetische Besatzungszone
Siehe auch: Besetztes Nachkriegsösterreich