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Franz Heske (* 3. Juli 1892 in Frauenberg, Böhmen; †7. März 1963 in Hamburg) gehört zu den bekanntesten Forstwissenschaftlern des 20. Jahrhunderts. Der deutsch-österreichische Hochschullehrer gilt als Begründer der „Weltforstwirtschaft“. Er ist auch Schöpfer der Philosophie der Organik.
Inhaltsverzeichnis |
Aufgewachsen im Böhmerwald, studierte Franz Heske Forstwissenschaft an der Universität für Bodenkultur Wien. 1928 wurde er zum Professor für Forstwissenschaft und Direktor des Instituts für Forsteinrichtung in Tharandt (Sachsen) berufen. 1931 gründete er dort das Institut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft, das 1937 zur Reichsanstalt erklärt und 1940 auf Weisung von Reichsforstmeister Hermann Göring ins Reinbeker Schloss nach Reinbek bei Hamburg verlegt wurde. Heske blieb bis zu seiner Emeritierung 1956 Leiter der Einrichtung beziehungsweise deren Nachfolgeinstitution, der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (BFH). Wegen seiner während der Zeit des Nationalsozialismus vertretenen Ideen für eine koloniale Forstwirtschaft war er jedoch nicht unumstritten. Im November 1933 unterzeichnete er das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler.
Heske ist Autor von 130 Publikationen und war Herausgeber der von ihm 1932 gegründeten Zeitschrift für Weltforstwirtschaft. Seine Arbeiten, mit denen er der Weltforstwirtschaft entscheidende Entwicklungsimpulse gegeben hat, brachten Leitlinien für die Holznutzung, den Waldbau und speziell auch für die Walderhaltung in den Tropen.
Nachdem er schon zuvor längere Zeit in den USA, Indien und der Türkei tätig war, fungierte Heske von 1957 bis 1961 als Generalforstmeister in Äthiopien. Dort brachte er ein Forstgesetz auf den Weg, baute eine Forstverwaltung auf und richtete eine Forstschule ein. Über diese Tätigkeit berichtete er in dem Buch Erkenntnisse und Erfahrungen zur forstlichen Bodenbenutzung der Entwicklungsländer am Beispiel von Äthiopien, das postum 1966 erschien.
Franz Heske ist Schöpfer der naturphilosophischen Denkrichtung der Organik, deren Grundlagen er in dem Buch Besitz und Verpflichtung. Ein Beitrag der Waldwirtschaft zur sozialökonomischen Problematik unserer Zeit (1950) entwickelte. 1954 schrieb er zusammen mit Pascual Jordan und Adolf Meyer-Abich das Werk Organik. Beiträge zur Kultur unserer Zeit. Damit wurde Heske einer der wesentlichen theoretischen Vorläufer der erst in den 1990er-Jahren allgemein aufkommenden Gedanken einer allgemeinen nachhaltigen Entwicklung und Lebensweise sowie der Nachhaltigkeitswissenschaft. Heskes Gedankengut wurde später von seinem Schüler Rolf Hennig fortentwickelt. Auf Initiative von Hennig wurde 1990 auch die gemeinnützige „Gesellschaft für Organik e.V.“ gegründet, die sich die Pflege der Gedanken Heskes und den weiteren Ausbau seiner Philosophie zum Ziel gesetzt hat.
Franz Heske starb unerwartet am 7. März 1963 in Hamburg an Herzversagen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heske, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Forstwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1892 |
| GEBURTSORT | Frauenberg |
| STERBEDATUM | 7. März 1963 |
| STERBEORT | Hamburg |