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Franz Joseph I. (* 18. August 1830 in Wien-Schönbrunn; â 21. November 1916 ebenda) aus dem Haus Habsburg-Lothringen war seit der Abdankung seines Onkels Ferdinand I. 1848 bis zu seinem Tod 1916 Kaiser von Ăsterreich, König von Böhmen etc. und Apostolischer König von Ungarn. Mit einer Regierungszeit von beinahe 68 Jahren saĂ er damit lĂ€nger auf dem österreichischen Thron als jeder Habsburger oder Habsburg-Lothringer vor ihm. Franz Josephs Regierungszeit war innenpolitisch geprĂ€gt von der Auseinandersetzung mit dem liberalen BĂŒrgertum nach der gescheiterten MĂ€rzrevolution, der Entwicklung von der absolutistischen zur konstitutionellen Monarchie, dem Ausgleich mit Ungarn und dem schwelenden NationalitĂ€tenkonflikt. Nach auĂen beherrschten der Konflikt mit PreuĂen um die Vorherrschaft im Deutschen Bund, der Verlust Lombardo-Venetiens, das österreichische Engagement am Balkan und schlieĂlich der Erste Weltkrieg seine Regierungszeit. Begleitet von der militĂ€rischen Niederlage im Krieg und durch das innere Zerbrechen an den unterschiedlichen Interessen der NationalitĂ€ten des Vielvölkerstaates, lĂ€utete Franz Josephs Tod schlieĂlich den Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie zwei Jahre spĂ€ter ein.
Inhaltsverzeichnis |
Sein Name in den anderen Amtssprachen der Donaumonarchie lautet Francesco Giuseppe I italienisch, FrantiĆĄek Josef I. tschechisch, I. Ferenc JĂłzsef ungarisch, FrantiĆĄek Jozef I. slowakisch, Franciszek JĂłzef I polnisch, Franjo Josip I. kroatisch, Franc JoĆŸef I. slowenisch, Đ€ŃаŃĐŸ ĐĐŸŃĐžŃ (Franjo Josif) I serbisch, Francisc Iosif I rumĂ€nisch, Đ€ŃĐ°ĐœŃ ĐĐŸŃĐžŃ I ruthenisch.
Franz Joseph Karl von Habsburg wurde am 18. August 1830 als Sohn von Erzherzog Franz Karl, dem jĂŒngeren Sohn von Kaiser Franz I., und Prinzessin Sophie von Bayern in Wien geboren.
Nach der Niederschlagung der MĂ€rzrevolution und der anderen Revolutionen von 1848 waren groĂe politische VerĂ€nderungen erforderlich, die Monarchie sollte ein neues Gesicht erhalten. Daher entsagte sein Onkel Ferdinand I., der aus KrankheitsgrĂŒnden die Regierung einer Staatskonferenz ĂŒberlassen hatte, am 2. Dezember 1848 dem Thron. Erzherzog Franz Karl, Franz Josephs Vater, verzichtete, wie im Familienrat vereinbart, auf die Thronfolge.
Franz Joseph I. wurde daher bereits mit 18 Jahren neuer Kaiser von Ăsterreich. Da der Hof wegen des Oktoberaufstandes noch immer auf der Flucht war, erfolgte die Krönung am 2. Dezember 1848 in kleinem Kreis im Palast des Erzbischofs von OlmĂŒtz. Von Anfang an sah Franz Joseph seine Hauptaufgabe darin, eine weitere Revolution zu verhindern, und stĂŒtzte sich dabei hauptsĂ€chlich auf das MilitĂ€r (Armee, Kriegsmarine) und die römisch-katholische Kirche. Kaum eine Darstellung zeigt ihn anders als in der Uniform des Obersten Kriegsherrn. Der erzkonservative ârothosige Leutnantâ, wie er von Kritikern bezeichnet wurde, war in seinen ersten Regierungsjahren keineswegs beliebt.
1853 ĂŒberlebte Franz Joseph ein Attentat, sein jĂŒngerer Bruder Ferdinand Maximilian von Ăsterreich organisierte anlĂ€sslich seiner Errettung eine Kollekte, von deren Geld die Votivkirche am Wiener Schottenring errichtet wurde.[1]
In diesem Jahr lernte er in seiner Sommerresidenz in Ischl seine erst 15jĂ€hrige Cousine Elisabeth (âSisiâ) kennen. Elisabeth war die zweite Tochter von Herzog Max Joseph in Bayern und Ludovika Wilhelmine, Tochter des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph und Schwester von Franz Josephs Mutter Sophie. Eigentlich war zwischen den MĂŒttern vereinbart, dass Elisabeths Ă€ltere Schwester Helene die Braut des 23jĂ€hrigen Franz Joseph werden sollte. Statt dessen verliebte sich Franz Joseph in Elisabeth, die er am 24. April 1854 in der Augustinerkirche in Wien heiratete. In der Folge stand der junge Kaiser, was sein Familienleben betraf, unter dem Einfluss seiner Gattin und seiner dominanten Mutter.
In kurzer Zeit kamen drei Kinder zur Welt: Sophie (1855â1857), Gisela (1856â1932) und Kronprinz Rudolf (1858â1889). Franz Josephs Mutter wollte Elisabeth von der Erziehung ihrer ersten drei Kinder fernhalten; im daraus entstandenen Konflikt setzte sich Sisi durch. 1868 wurde ihr viertes Kind Marie-Valerie (1868â1924) geboren.
1866/1867 half Kaiserin Elisabeth Franz Joseph I. durch ihre sehr guten persönlichen Beziehungen zu Mitgliedern der ungarischen Hocharistokratie, den zur Befriedung der Monarchie dringend nötigen Ausgleich mit Ungarn zustande zu bringen. Hierauf wurde I. Ferenc József 1867 in Budapest feierlich zum König gekrönt.
1879 wurde die Silberhochzeit des Kaiserpaars mit dem vom Maler Hans Makart gestalteten Festzug ĂŒber die Wiener RingstraĂe gefeiert.
Kaiser Franz Joseph hielt den Kronprinzen Rudolf von allen StaatsgeschĂ€ften fern. Nachdem Rudolf seine streng militĂ€risch geprĂ€gte private Ausbildung â nach mehreren Interventionen seiner Mutter Elisabeth beim Kaiser â hatte abbrechen dĂŒrfen, widmete er sich naturwissenschaftlichen Studien und arbeitete an Brehms Tierleben mit. Er war auch als Journalist in der liberalen Presse tĂ€tig, natĂŒrlich anonym und ohne Wissen seines Vaters. Auf Druck des Kaisers heiratete er 1881 Prinzessin Stephanie, Tochter des belgischen Königs Leopold II.. Der Ehe entstammte eine Tochter, Elisabeth, geboren 1883. Kronprinz Rudolf starb am 30. JĂ€nner 1889 durch Suizid. Kaiserin Elisabeth starb am 10. September 1898 in Genf, ermordet von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni.
Das Recht der Thronfolge ging nach dem Tod Rudolfs und des Kaiserbruders Erzherzog Karl Ludwig im Jahre 1896 auf dessen Sohn und Franz Josephs Neffen, Erzherzog Franz Ferdinand ĂŒber. Franz Josephs anderer Bruder, Ferdinand Maximilian, war als (glĂŒckloser) Kaiser von Mexiko dort 1867 erschossen worden. Franz Ferdinands Kinder waren jedoch nicht thronfolgeberechtigt, da er 1900 GrĂ€fin Sophie Chotek (spĂ€ter von Franz Joseph zur Herzogin von Hohenberg erhöht) geheiratet hatte, die zwar dem tschechischen Uradel entstammte, aber dem Kaiserhaus nicht ebenbĂŒrtig war.
Das 60-Jahre-JubilĂ€um des Regierungsantritts Franz Josephs wurde im Jahre 1908 in Ăsterreich gefeiert; in Wien fand â obwohl der Monarch davon nicht viel hielt â ein KaiserjubilĂ€umsfestzug auf der RingstraĂe statt. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. und sĂ€mtliche deutschen Monarchen besuchten Franz Joseph in Wien. Das offizielle Ungarn beteiligte sich nicht an den Feiern: FĂŒr die Ungarn war Franz Joseph erst seit seiner Krönung 1867 legitimer Monarch.
Am 28. Juni 1914 wurden Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau in ihrem Automobil von Gavrilo Princip in Sarajevo erschossen. Franz Joseph soll wenig MitgefĂŒhl gezeigt haben und den Doppelmord laut einem Ohrenzeugen folgendermaĂen kommentiert haben: âDer AllmĂ€chtige lĂ€sst sich nicht herausfordern. Eine höhere Gewalt hat wieder jene Ordnung hergestellt, die ich leider nicht zu erhalten vermochte.â[2] Seiner Tochter Marie Valerie soll er gesagt haben: âEs ist fĂŒr mich eine groĂe Sorge wenigerâ[3] Er soll damit gemeint haben, dass er die morganatische Ehe seines Neffen nicht habe verhindern können â dass die Nachkommen Franz Ferdinands womöglich auf den Thron gekommen wĂ€ren, soll eine groĂe Sorge fĂŒr ihn gewesen sein.
FĂŒr einige österreichische (man sprach von der Wiener Kriegspartei) und ungarische Politiker war das Attentat aber der Anlass, den seit Jahren angestrebten Krieg gegen Serbien auszulösen. Dem 84-jĂ€hrigen Kaiser sollen sie suggeriert haben, dass der Tod seines ungeliebten Neffen die Ehre der Monarchie beschmutzt habe und sich Ăsterreich-Ungarn gegen den kleinen, aber unberechenbaren Nachbarn wenden mĂŒsse. Das vom Kaiser genehmigte Ultimatum an das Königreich Serbien zur Auslieferung der HintermĂ€nner des Attentats und die darauf folgende KriegserklĂ€rung Ăsterreich-Ungarns an Serbien lösten am 28. Juli 1914 den âGroĂen Kriegâ (spĂ€ter Erster Weltkrieg genannt) aus.
Franz Joseph I. fĂŒhrte wegen seines hohen Alters den Oberbefehl ĂŒber die k.u.k. bewaffnete Macht nicht selbst, sondern bestimmte Erzherzog Friedrich zum Armeeoberkommandanten.
Zwei Jahre spĂ€ter verstarb der 86jĂ€hrige Franz Joseph I. mitten im Krieg am 21. November 1916. Die BegrĂ€bnisfeierlichkeiten waren der letzte groĂe Auftritt der Donaumonarchie, die vom Kaiser zusammengehalten worden war. Nachfolger wurde sein GroĂneffe Karl I., der Enkel seines Bruders Karl Ludwig; er regierte nur noch zwei Jahre bis zum Zerfall der Monarchie am Ende des Weltkrieges 1918.
Die Literatur ĂŒber Franz Joseph I. nennt drei nichtadelige Frauen, zu denen er engere Beziehungen unterhielt: Theresia Pointinger, Anna Nahowski und Katharina Schratt.
Die nach der RegierungsĂŒbernahme von Kaiser Franz Joseph I. (im Revolutionsjahr 1848) am 4. MĂ€rz 1849 erlassene Reichsverfassung (Oktroyierte MĂ€rzverfassung) wurde nie voll umgesetzt und am 31. Dezember 1851 mit den Silvesterpatenten wieder abgeschafft. Von nun an regierte der junge Kaiser wieder absolutistisch und entschieden zentralistisch. Erst die Niederlagen 1859 gegen NapolĂ©on III. von Frankreich und die Truppen Piemont-Sardiniens in den blutigen Schlachten von Magenta und Solferino, bei denen Franz Joseph trotz Mangels an Erfahrung selbst den Oberbefehl ĂŒbernommen hatte, lieĂen Verfassungsreformen unausweichlich werden: Der Kaiser erlieĂ 1860 das Oktoberdiplom und 1861 das Februarpatent, die die RĂŒckkehr zu konstitutionellen VerhĂ€ltnissen einleiteten, obwohl er selbst wenig davon hielt.
Die Niederlage gegen PreuĂen im Deutschen Krieg 1866 reduzierte den realisierbaren Machtanspruch des Kaisers neuerlich und machte ZugestĂ€ndnisse an die ungarische Aristokratie, die gegenĂŒber dem Zentralstaat in passiver Resistenz verharrte, unausweichlich. Nach zĂ€hem Ringen kam es zum Ăsterreichisch-Ungarischen Ausgleich, durch den eine Realunion der beiden Reichsteile entstand.
Am 8. Juni 1867 wurde Franz Joseph in Budapest zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt, wobei der Doppelstaat Ăsterreich-Ungarn entstand. Die nicht-ungarischen (cisleithanischen, das heiĂt diesseits des Flusses Leitha liegenden) LĂ€nder erzielten am 21. Dezember 1867 eine konstitutionelle Verfassung (Dezemberverfassung).
An dieser Verfassung hielt Franz Joseph bis zu seinem Tod fest, alle ReformplĂ€ne (auch die seines designierten Nachfolgers Franz Ferdinand, ein Konzept der Vereinigten Staaten von GroĂ-Ăsterreich) lehnte er ab. Auch im Reichsrat, dem österreichischen Parlament, und im ungarischen Reichstag kam es auf Grund der widerstreitenden Interessen der NationalitĂ€ten nicht zu einem grundlegenden Reformprojekt. Diese ReformunfĂ€higkeit von Monarch und Parlamenten gab den UnabhĂ€ngigkeitsbestrebungen der Völkerschaften Ăsterreich-Ungarns neue Nahrung und fĂŒhrte schlieĂlich nach seinem Tod und nach dem verlorenen Krieg zum Zerfall des Vielvölkerstaates.
AuĂenpolitisch gab es wĂ€hrend der Regierungszeit Kaiser Franz Josephs I. eine Serie kleiner Siege und groĂe militĂ€rische Niederlagen. Nach dem âHinausschmissâ aus Deutschland und Italien wandte sich die Monarchie SĂŒdosteuropa zu und versuchte, dort ihre EinflusssphĂ€re zu vergröĂern. Die daraus entstehenden Probleme fĂŒhrten letztlich zum Ersten Weltkrieg.
Russland hatte Ăsterreich beim Kampf gegen die ungarische Revolution 1848 durch sein militĂ€risches Eingreifen den Sieg ermöglicht. Russland war daher enttĂ€uscht, als sich Ăsterreich im Krimkrieg 1854 neutral erklĂ€rte. SpĂ€ter kollidierten die Interessen der beiden GroĂmĂ€chte auch auf dem Balkan.
Im italienischen Krieg gegen Frankreich unter NapolĂ©on III. und Sardinien-Piemont wurde die k.k. Armee 1859 aus der Lombardei vertrieben. Nach der Niederlage im Deutschen Krieg 1866 verlor Ăsterreich auch Venetien und schied aus der gesamtdeutschen Politik aus, Bismarck realisierte die âkleindeutsche Lösungâ und der Deutsche Bund wurde beendet. MilitĂ€rische Leistungen wie Tegetthoffs Sieg in der Seeschlacht von Lissa blieben bedeutungslos.
Beim Berliner Kongress erhielt Ăsterreich-Ungarn 1878 das Mandat, die beiden osmanischen Provinzen Bosnien und Herzegowina zu besetzen und zu verwalten. Formal blieben sie Bestandteile des Osmanischen Reiches. Da sich Ăsterreich und Ungarn nicht darauf einigen konnten, welchem Reichsteil die Provinzen angegliedert werden sollten, wurde die Verwaltung vom k.u.k. Reichsfinanzministerium (einem der drei gemeinsamen Ministerien beider ReichshĂ€lften) ĂŒbernommen.
Nach 1879 lehnte sich die Habsburger Monarchie eng an das 1871 neu gegrĂŒndete Deutsche Kaiserreich an, wodurch sie zwar einen mĂ€chtigen VerbĂŒndeten (etwa in Balkanfragen) bekam, gleichzeitig aber in die kommenden BĂŒndnissysteme verstrickt wurde. Ăsterreich-Ungarn bildete mit dem Deutschen Reich den Zweibund, der nach dem Beitritt Italiens Dreibund genannt wurde. Ihm stand spĂ€ter die Entente gegenĂŒber.
1903 machte der Kaiser wÀhrend der Konklave von 1903 von seinem Recht der Exklusive Gebrauch und lieà durch den Bischof von Krakau Kardinal Jan Puzyna de Kosielsko sein Veto gegen die Wahl von KardinalstaatssekretÀr Mariano Rampolla del Tindaro als neuen Papst einlegen. Franz Josef I. lehnte die Wahl Rampolla del Tindaro vermutlich wegen seiner vermeintlichen französisch-freundlichen Einstellung ab. Daraufhin wurde der Patriarch von Venedig Giuseppe Melchiorre Sarto als Pius X. gewÀhlt, der dieses Recht der katholischen Monarchen abschaffte.
1908 wurden Bosnien und die Herzegowina auch formal annektiert; daraus entstand die Bosnische Annexionskrise, da Ăsterreich-Ungarn zuvor nicht das Einvernehmen mit anderen europĂ€ischen MĂ€chten hergestellt hatte. Es wurde klar, mit wie wenigen VerbĂŒndeten die Donaumonarchie im Ernstfall zu rechnen haben wĂŒrde.
Die politischen Interessenskonflikte auf dem Balkan und die Automatismen der BĂŒndnispolitik brachten 1914 das VerhĂ€ngnis eines europĂ€ischen GroĂkrieges, der sich zum Ersten Weltkrieg ausdehnte. Ohne den Krieg persönlich aktiv betrieben zu haben, folgte der 84-jĂ€hrige Kaiser in der Julikrise doch seinen kriegsfreudigen Spitzenpolitikern und -militĂ€rs. Sein Brief vom 2. Juli an Kaiser Wilhelm stellte klar: âDas Bestreben meiner Regierung muĂ in Hinkunft auf die Isolierung und Verkleinerung Serbiens gerichtet sein.â Serbien, der âAngelpunkt der panslawistischen Politikâ, sollte âals politischer Machtfaktor am Balkan ausgeschaltetâ werden.[4] Franz Joseph genehmigte das Ultimatum an Serbien und entschied sich damit fĂŒr den Krieg. Als der k.u.k. Finanzminister Leon BiliĆski ihn nochmals warnte, das Ultimatum werde einen europĂ€ischen Krieg verursachen, antwortete der Kaiser: âGewiĂ, RuĂland kann diese Note unmöglich akzeptieren.â[5]
Wilhelm II. und das Deutsche Reich standen zum VerbĂŒndeten, Italien erklĂ€rte sich als neutral, weil Ăsterreich-Ungarn nicht angegriffen worden sei. Italien richtete sodann diverse Gebietsforderungen (Trentino, Triest, KĂŒstenland) an die Monarchie. 1915 wurde Italien Mitglied der Entente, die dem Land auf Kosten Ăsterreich-Ungarns Kriegsbeute versprach.
Als Franz Joseph 1916 starb, war der Krieg noch nicht entschieden. In der Entente und den 1917 in den Krieg eingetretenen USA wurde die Auflösung Ăsterreich-Ungarns 1918 zum Kriegsziel.
Besonders der wirtschaftliche Aufschwung der Donaumonarchie ist mit der Ăra Franz Josephs I. verbunden, dessen Name nach wie vor auf vielen Wiener Prachtbauten aus dieser Zeit als Inschrift zu lesen ist. Nach der Schleifung der mittelalterlichen Stadtbefestigungen Wiens auf Anordnung des Kaisers war Platz fĂŒr eine die gesamte Innenstadt umfassende PrachtstraĂe, die RingstraĂe geworden (Wiener RingstraĂenstil der GrĂŒnderzeit), die heute noch lebendiges Zeugnis seiner Epoche ist.
Unter seiner Regentschaft blĂŒhte die Geisteskultur in Ăsterreich-Ungarn wie nie zuvor und nie danach, ohne dass der Monarch freilich â im Gegensatz zu seinem Sohn Kronprinz Rudolf â aktiv an diesen kulturellen und intellektuellen Strömungen, die ihm völlig fremd blieben, Anteil genommen hĂ€tte.
Der Suizid des Architekten Eduard van der NĂŒll, Miterbauer der Wiener Staatsoper, angeblich als Reaktion auf eine Kritik des Kaisers, veranlasste Franz Joseph, zu kulturellen Angelegenheiten nur noch sehr zurĂŒckhaltend Stellung zu nehmen. Der Kaiser Ă€uĂerte sich, statt irgendein Urteil abzugeben, bei kulturellen AnlĂ€ssen nur noch mit der stereotypen Phrase: âEs war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!â[7] Er war sein Code fĂŒr Unverbindlichkeit und GleichgĂŒltigkeit.[8]
Die ZurĂŒckhaltung des Kaisers erlaubte es dem Architekten Adolf Loos, genau gegenĂŒber dem barocken inneren Burgtor der kaiserlichen Hofburg im Jahre 1910 sein umstrittenes Wohnhaus zu bauen, angeblich das erste schmuck- und ornamentlose Wohnhaus Wiens. Franz Joseph soll die Hofburg seit damals stets durch andere Tore verlassen haben.
| Leopold II. (1747â1792), Haus Habsburg-Lothringen | |||||||||||||
| Franz I. von Ăsterreich (1768â1835) | |||||||||||||
| Maria Ludovica von Spanien (1745â1792), Haus Bourbon-Anjou | |||||||||||||
| Franz Karl von Ăsterreich (1802â1878) | |||||||||||||
| Ferdinando von Sizilien (1751â1825), Haus Bourbon-Anjou | |||||||||||||
| Maria Theresia von Neapel-Sizilien (1772â1807) | |||||||||||||
| Maria Karolina von Ăsterreich (1752â1814), Haus Habsburg-Lothringen | |||||||||||||
| Franz Joseph | |||||||||||||
| Friedrich Michael (1724â1767), Haus Wittelsbach-Pfalz-ZweibrĂŒcken-Birkenfeld | |||||||||||||
| Maximilian I. Joseph von Bayern (1756â1825) | |||||||||||||
| Maria Franziska (1724â1794), Haus Wittelsbach-Pfalz-Sulzbach | |||||||||||||
| Sophie Friederike von Bayern (1805â1872) | |||||||||||||
| Karl Ludwig (1755â1801), Haus Baden | |||||||||||||
| Karoline Friederike Wilhelmine von Baden (1776â1841) | |||||||||||||
| Amalie Friederike (1754â1832), Haus Hessen-Darmstadt | |||||||||||||
Aus der Ehe mit Elisabeth Sisi Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern entstammen:
Kaiser Franz Joseph ist bis heute in der Geschichtsschreibung eine Ă€uĂerst zwiespĂ€ltige Figur. In seiner Anfangszeit nach der Revolution von 1848 unpopulĂ€r bis zur Verhasstheit, wurde er (nicht zuletzt in Ungarn) mit dem repressiven SĂ€belregiment des NachmĂ€rz assoziiert. Sein Neoabsolutismus genannter Versuch, ohne jedes Parlament zu regieren, erschien schon damals unzeitgemĂ€Ă. Die gesellschaftlichen und geistigen Entwicklungen der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts gingen an ihm vorbei (letzteres in auffĂ€lligem Kontrast zu seinen kunstinteressierten Vorfahren), die liberalen Reformen nach 1859 geschahen gegen seine innere Ăberzeugung.
EingezwĂ€ngt zwischen der raschen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Westeuropas, seiner ererbten Auffassung von gottgegebenen monarchischen Rechten und Pflichten, beschworenen Verfassungsregeln, den sehr unterschiedlichen Interessen der vielen NationalitĂ€ten und der beiden ReichshĂ€lften und der Treue zum Bundesgenossen Deutsches Reich, stand er zuletzt nur noch dafĂŒr, was man Fortwursteln nannte. Viele Beobachter waren der Auffassung, solange er lebt[9] werde sich in Ăsterreich-Ungarn aus LoyalitĂ€t zum alten Monarchen nichts Wesentliches Ă€ndern, danach mĂŒsse man aber mit allem rechnen.
Bemerkenswert ist, dass Franz Joseph I. â im Gegensatz zu Thronfolger Franz Ferdinand â das von der k.k. Regierung 1906 mit der Sozialdemokratie paktierte allgemeine und gleiche Wahlrecht fĂŒr MĂ€nner in Ăsterreich gegen Interventionen der Aristokratie verteidigt und sein Wirksamwerden 1907 unterstĂŒtzt hat. (Den ungarischen Magnaten drohte er nur einmal kurz mit einer Wahlrechtsreform in Ungarn.) Dennoch formulierte der Wirtschaftsfachmann Ernest von Koerber, MinisterprĂ€sident 1900â1904, seine EinschĂ€tzung so: âDer Kaiser hat Ăsterreich zweimal unendlich geschadet â einmal durch seine Jugend und einmal durch sein Alterâ. Seine Rolle bei der Auslösung des Ersten Weltkrieges, der âUrkatastrophe des 20. Jahrhundertsâ war â wohl auch auf Grund seines hohen Alters â von fatalistischer Nachgiebigkeit gegenĂŒber österreichischen und ungarischen Kriegstreibern charakterisiert. Der ihm zugeschriebene Ausspruch Wenn wir schon zugrunde gehen mĂŒssen, dann wenigstens anstĂ€ndig![10] erscheint in Hinblick auf sein stĂ€ndiges Verhalten durchaus plausibel.
Dagegen wurde der Kaiser schon zu Lebzeiten zu einer teilweise mit nostalgischem Flair umwobenen Figur (wie spĂ€ter, 1932, etwa bei Joseph Roth in seinem Roman Radetzkymarsch) (âĂsterreich-Ungarn, das ist jenes StĂŒck Erde, das der liebe Gott Kaiser Franz-Joseph anvertraut hatâ), nicht zuletzt auch wegen der Beziehung zu seiner Frau Elisabeth (bekannter unter ihrem Kosenamen Sisi, im Film âSissiâ genannt) und dem Briefwechsel mit der Schauspielerin Katharina Schratt, mit der er schon zu Lebzeiten seiner Frau eine lange Beziehung pflegte â ĂŒbrigens auf Elisabeths Initiative hin. Seine SchicksalsschlĂ€ge (1857 Tod seines ersten Kinds Sophie, 1867 Hinrichtung seines Bruders Maximilian in Mexiko, 1889 Suizid seines Sohnes Kronprinz Rudolf, 1898 Ermordung seiner Frau Elisabeth, 1914 die Ermordung seines Neffen und Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau beim Attentat von Sarajewo) lieĂen ihn in den Augen seiner Untertanen als einen Mann erscheinen, der stoisch ein schweres Schicksal trug. âMir bleibt auch nichts erspart!â soll der Kaiser nach dem Bekanntwerden des Attentats auf seine Frau, Kaiserin Elisabeth, gesagt haben. In den letzten Jahren seiner Herrschaft wurde er, auch aufgrund seines Ă€uĂeren Erscheinungsbildes, mehr und mehr als gĂŒtiger Ă€lterer Herr, als âLandesvaterâ, gesehen. Dieses Bild wird heute am hĂ€ufigsten mit seiner Person in Verbindung gebracht. GegenĂŒber den nach 1900 ĂŒberbordenden NationalitĂ€tenkonflikten wirkte er als eine Instanz der Bewahrung und des Zusammenhalts.
Die Gesellschaftspyramide gipfelte in der sozialen Rolle des Kaisers als sakrosankter, fast religiös ĂŒberhöhter Spitze:
âDer höchste Beamte war Gott. Gott aber war eine unsichtbare Instanz, zu der nur ein indirekter Dienstweg ... beschreitbar war. Gott trug weder eine Zivildienst- noch eine MilitĂ€runiform. Seine k.u.k. Apostolische MajestĂ€t, der Kaiser in Wien, trug als nĂ€chster im Range eine Generalsuniform mit Eichenlaub am Kragen, wodurch er sich von der anderen GeneralitĂ€t unterschied. Vom Kaiser ging die Leiter ununterbrochen abwĂ€rts âŠ[11]â
Die Ausbildung hierarchischer Strukturen wird sozialpsychologisch teilweise mit der These erklĂ€rt, dass ein Kind, nachdem es erkannt hat, âwie beschrĂ€nkt tatsĂ€chlich die Allmacht des Vaters ist,â oft nicht anders kann, als sich
âimmer wieder einen neuen Vater zu suchen: Im Lehrer, im Pfarrer, im BĂŒrgermeister, in Königen und Kaisern. Mit einer gewissen RegelmĂ€Ăigkeit wird das Vaterbild auf mehrere Personen aufgeteilt, wobei die furchterregenden Eigenschaften in einer den Erziehern wohlbekannten und den meisten erwĂŒnschten Wahl auf den Polizeimann, FlurwĂ€chter und sonstige Amtspersonen ĂŒbertragen werden.[12]â
Kaiser Franz Joseph war das Bindeglied zwischen der aus der christlichen TrinitÀt stammenden göttlichen Vatergestalt und den menschlichen VÀtern:
âGott und Kaiser haben die besondere Stellung in der Vaterreihe gemeinsam, dass man ihnen anhĂ€ngt, ohne sich mit ihnen zu messen und ihre Höhe erreichen zu wollen. [âŠ] Das Kind hat das Verlangen, von einem ⊠Wesen abzuhĂ€ngen, dessen GröĂe, Macht und Wissen ihm absolute Sicherheit und Schutz gewĂ€hren. Der Wunsch nach einem solchen Vater lĂ€sst eben den wirklichen Vater fallen und bleibt als Bedingung fĂŒr die Wahl der Vatergestalten. Er schafft die IntensitĂ€t der Verehrung und AbhĂ€ngigkeit fĂŒr die spĂ€teren AutoritĂ€ten, als letztes irdisches Abbild, fĂŒr den König und Kaiser. Der Sicherheitsgewinn der uralten WunscherfĂŒllung, die in der tiefsten Seele das Paradies der Kindheit mit seinem unvergleichlichen Vater bewahrte, erhielt sich trotz der Kritik des Verstandes.[12]â
In der Gesellschaft zĂ€hlte, wie unter anderem Stefan Zweig anschaulich berichtet, der Ă€ltere, reife Mann, weniger der jugendliche. Das Greisenhafte des alten Kaisers verstĂ€rkte die mythische Weihe seiner Patriarchenrolle. âVom Alter zu Boden gedrĂŒckt und des nahen Endes bewuĂt, verschlossen in seiner Einsamkeit ⊠scheint der Kaiser ⊠die heroische Mediocritas zu verkörpern.â[13]
Die gesellschaftlich institutionalisierte Vaterrolle des Kaisers wurde durch individuelle ZĂŒge höchst wirksam ergĂ€nzt. Franz Joseph prĂ€sentierte sich als statische, leidgeprĂŒfte Gestalt, die âmit der zwangsneurotischen Pedanterie einer Maschineâ am Schreibtisch saĂ, Akten studierte und unterschrieb, meinte Erwin Ringel. âDer Mann wurde schon in der Kindheit durch seine Mutter und die Erziehung vernichtet, hat dann 68 Jahre regiert, (und) hat in dieser ĂŒberlangen Zeit keine einzige konstruktive Idee gehabt [âŠ].â[14] Diese Diagnose resultiert aus des Kaisers Pessimismus und dem Wissen um die eigene Erfolglosigkeit, jedoch gepaart mit PflichterfĂŒllung bis zuletzt und dem Wunsch, mit Ehren zugrunde zu gehen, ferner der âScheu vor Entscheidungen, Reformen und VerĂ€nderungen.â Augenscheinlich drang auch manches davon auch in die Verwaltung ein, die zwar tĂŒchtig administrierte, aber vor allem in der SpĂ€tzeit der Epoche die Verwaltungsmaschinerie ohne lebendigen Schwung und ohne wirkliche Zukunftsperspektiven dahinwerkeln lieĂ.[15]
Datei:Emperor Francis Joseph of Austria.ogv Obwohl Kaiser Franz Joseph technischen Neuerungen grundsĂ€tzlich skeptisch bis ablehnend gegenĂŒberstand, hatte er vom Film eine positive Meinung â wohl in Anerkennung des groĂen Werbe- und Propagandapotentials dieses vor allem unter der einfachen Bevölkerung besonders beliebten Mediums. So lieĂ er sich hĂ€ufig â vorerst jedoch nur von französischen Operateuren â bei seinen AktivitĂ€ten filmen: Etwa bei den Kaisermanövern mit seinem reichsdeutschen Pendant Kaiser Wilhelm in MĂ€hren 1909, bei der Gamsjagd im selben Jahr in Bad Ischl, bei der Hochzeit von Thronfolger Karl 1911 in Schwarzau, oder auch an der Adria-Ausstellung 1913 in Wien.
1911 berichtete die Kinematographische Rundschau ĂŒber ein Vorkommnis bei einer Rede des Kaisers an seinem 81. Geburtstag, an der auch ein Operateur der Oesterreichisch-Ungarischen Kinoindustrie, wie die Wiener Kunstfilm-Industrie damals noch hieĂ, anwesend war. Er stellte seinen Aufnahmeapparat nahe an den Kaiser, wurde jedoch von einem Mann des Gefolges aufgrund des Knarrens des Apparates aufgefordert, wĂ€hrend der Rede des Kaisers nicht zu filmen. âKaiser Franz Joseph hörte es, faĂte den Herrn des Gefolges beim Arm und sagte, so daĂ es der Operateur hören konnte: âLassen Sie den Mann nur seine Arbeit verrichten, mich stört es nicht!â Der Operateur drehte weiter, und als der Kaiser geschlossen, winkte er dem Kinematographen freundlich zu.â
Im Todesjahr des Kaisers entstand der letzte groĂe Hofbericht aus der Monarchie. Sascha Kolowrat-Krakowsky filmte das BegrĂ€bnis fĂŒr die Wiener Kinos.
1993 stellte das Ăsterreichische Filmarchiv unter dem Titel k.u.k.: Kaiser und Kinematographie eine 3-stĂŒndige Aneinanderreihung sĂ€mtlicher Aufnahmen von Kaiser Franz Joseph zusammen. Darunter auch Aufnahmen von seiner Reise durch Bosnien und die Herzegowina im Jahr 1910, wo unter anderem christliche und muslimische Kinder gemeinsam beim friedlichen Vorbeigehen an einem Aufnahmeort zu sehen sind.
Das seit 1891 als k.u.k. Heeresmuseum bezeichnete heutige Heeresgeschichtliche Museum in Wien wurde von Franz Joseph I. besonders gefördert. Er erteilte als ZwanzigjĂ€hriger selbst den Auftrag zum Bau des âWaffenmuseumsâ (1850â1857) an den Architekten Theophil von Hansen und stiftete 30 der 60 Marmorstatuen von Monarchen und Feldherren in der âFeldherrenhalleâ, dem VestibĂŒl des seit 1869 öffentlich zugĂ€nglichen Hauses[16]. Es handelte sich um den ersten staatlichen, als solchen geplanten und damit Ă€ltesten Museumsbau in der Geschichte Wiens[17].
Das Haus war ursprĂŒnglich dem Gedenken und der Verherrlichung des kaiserlichen Heeres gewidmet. Es sollte eine Art Ruhmeshalle des stets kaisertreuen MilitĂ€rs bilden, â gleichsam Dank und Anerkennung des Monarchen fĂŒr seine Armee, die dem Haus Habsburg wĂ€hrend der Revolution 1848/49 die Herrschaft, insbesondere ĂŒber das abtrĂŒnnige Ungarn, gesichert hatte.
In der Dauerausstellung des Heeresgeschichtlichen Museums wird seines GrĂŒnders prominent gedacht: unter anderem mit einer Vitrine, die persönliche GegenstĂ€nde Franz Josephs I. zeigt. Es handelt sich dabei um die einzigen persönlichen Objekte des Kaisers, die öffentlich zugĂ€nglich sind. Darunter befindet sich seine Uniform mit Campagne- und Galawaffenrock mit den Rangabzeichen eines k.u.k. Feldmarschalls. Franz Joseph trug diese Uniformen in seiner Funktion als Oberbefehlshaber der österreichisch-ungarischen Armee. Er war, wenn er nicht auf die Jagd ging, im Inland praktisch ausschlieĂlich in Uniform zu sehen, um seine Verbundenheit mit dem Heer zu betonen.
Die gezeigten Originaluniformen des Kaisers sind die einzigen erhaltenen; die Reste der frĂŒher zahlreich vorhandenen Uniformen, die der Kaiser als Inhaber auslĂ€ndischer Regimenter oder als Feldmarschall fremder Heere besessen hatte, wurden wĂ€hrend der Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges fast vollstĂ€ndig vernichtet. An die âKollegialitĂ€tâ unter den Monarchen erinnern die ausgestellten auslĂ€ndischen Orden des Kaisers, darunter der britische Hosenbandorden und der französische Orden der Ehrenlegion. Ausgestellt sind aber auch der Zwicker und Zigarrenspitzen des Kaisers[18].
Im Bildband âWien seit 60 Jahrenâ, der von der Stadt Wien 1908 âder Jugend Wiensâ zu seinem 60-Jahre-RegierungsjubilĂ€um gewidmet wurde, wurde Franz Joseph I. als einer âder gröĂten Bauherrenâ bezeichnet, die âunsere Stadt je gehabt hat.â[19] Im 1930 in Berlin uraufgefĂŒhrten Singspiel von Ralph Benatzky, âIm weiĂen RöĂl am Wolfgangseeâ, hieĂ es in einem Lied ĂŒber den Kaiser, âdrauĂen im Schönbrunner Park / sitzt ein alter Herr / sorgenschwerâ. In Joseph Roths 1932 erschienenem Roman âRadetzkymarschâ beschreibt er die letzten Lebensstunden Franz Josephs im November 1916. Hingegen wurde in der 1955 begonnenen Filmtrilogie âSissiâ, âSissi â Die junge Kaiserinâ und âSissi â Schicksalsjahre einer Kaiserinâ der sehr junge Franz Joseph gezeigt. Joseph Roths Roman wurde 1965 und 1995 verfilmt; der Film von 1965 wurde von Konservativen kritisiert, weil darin Franz Joseph kurz im Nachthemd zu sehen ist.
Nachschlagewerke
| VorgÀnger | Amt | Nachfolger |
| Ferdinand I. | Kaiser von Ăsterreich 1848â1916 |
Karl I. |
| Ferdinand I. (als Ferdinand V.) |
König von Ungarn 1848â1916 |
Karl I. (als Karl IV.) |
| König von Böhmen 1848â1916 |
Karl I. (als Karl III.) | |
| König von Kroatien-Slawonien und Dalmatien 1848â1916 |
Karl I. (als Karl IV.) | |
| Erzherzog von Ăsterreich 1848â1916 |
Karl I. (als Karl III.) | |
| Ferdinand I. von Ăsterreich |
PrĂ€sident des Deutschen Bundes 1849â1866 |
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Franz Joseph I. |
| KURZBESCHREIBUNG | Kaiser von Ăsterreich und apostolischer König von Ungarn |
| GEBURTSDATUM | 18. August 1830 |
| GEBURTSORT | Schloss Schönbrunn |
| STERBEDATUM | 21. November 1916 |
| STERBEORT | Wien |