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Franziska Drohsel (* 1. Juni 1980 in Berlin) ist eine deutsche Juristin und Politikerin (SPD). Von November 2007 bis Juni 2010 war sie Bundesvorsitzende der Jusos.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Abitur im Jahr 1999 studierte Drohsel Rechtswissenschaften. In ihrem Studium inbegriffen war 2001–2002 ein Erasmus-Studentenaustausch-Aufenthalt an der Universität „La Sapienza“ in Rom. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen 2005 wurde sie 2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Professor Ulrich Battis an der Humboldt-Universität zu Berlin. Drohsel wurde im Januar 2010 von der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert.
Seit 1995 ist sie bei den Jusos aktiv, seit 2001 gehört sie auch der SPD an. Von 1996 bis 1999 war sie Kreissprecherin der Jusos im Berliner Bezirk Zehlendorf, anschließend bis 2004 im Bezirk Steglitz-Zehlendorf sowie seit 1996 auch Landesdelegierte der Jusos. Zwischen 2000 und 2005 war Drohsel – mit Unterbrechung ab September 2001 bis Januar 2003 – Mitglied im Studierendenparlament der Humboldt-Universität. Von März 2006 bis April 2008 war Drohsel Landesvorsitzende des Juso-Landesverbandes Berlin, nachdem sie zwischen 2000 und 2006 bereits mehrfach mit Unterbrechungen stellvertretende Landesvorsitzende gewesen war.[1] Bei ihrer Wahl zur Bundesvorsitzenden der Jusos am 24. November 2007, bei der sie als einzige Frau kandidierte, erreichte sie mit 75,6 % der gültigen Stimmen das beste Ergebnis, das je ein Kandidat seit 1969 für sich verbuchen konnte. Am 19. Juni 2009 wurde Drohsel mit rund 69 % der gültigen Stimmen als Bundesvorsitzende wiedergewählt. Drohsel wird dem linken Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet, ist Mitglied der Gewerkschaft ver.di[2] und befürwortet Koalitionen mit der Linkspartei auch auf Bundesebene.[3] In einem Interview mit Cicero gab Drohsel die „Überwindung des Kapitalismus“ als eines ihrer drei wichtigsten politischen Ziele an.[4]
Drohsel ist Gründungsmitglied des Institut Solidarische Moderne.[5]
Am 12. Mai 2010 kündigte Drohsel an, aus persönlichen Gründen als Juso-Bundesvorsitzende zurückzutreten.[6] Ihre Amtszeit endete am 18. Juni 2010 mit der Wahl von Sascha Vogt zum Juso-Bundesvorsitzenden.
Ihre zeitweilige Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe e. V., die nach Einschätzung des Verfassungsschutz „von Linksextremisten unterschiedlicher ideologisch-politischer Ausrichtung getragen wird“, führte zu politischen Kontroversen.[7] Dies war zwar schon vor ihrer Wahl zur Juso-Bundesvorsitzenden bekannt, wurde aber erst zur Kontroverse, nachdem der Juso-Landesverband Hamburg in einer Pressemitteilung darauf hinwies. Zahlreiche Medien berichteten darüber.[8][9][10][11] Am 30. November 2007 trat Drohsel aus der „Roten Hilfe“ aus und begründete diesen ihren Schritt damit, „dass die Jusos nicht aufgrund ihrer politischen Positionen, sondern wegen meiner privaten Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe wahrgenommen“ würden.[12]
Richard Herzinger kritisierte Drohsel in der Tageszeitung Die Welt, sie sei eine „radikale Gefühlssozialistin“, die sich nicht auf realpolitische Diskussionen einlasse und für die der Kapitalismus an allem Übel der Welt Schuld sei, dass sie aber selbst keine konkreten Vorschläge für den von ihr propagierten Sozialismus habe. Innerhalb des „Linksaußen-Milieus sei sie der antideutschen Strömung“ zuzurechnen.[13]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Drohsel, Franziska |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (SPD), Bundesvorsitzende der Jusos |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1980 |
| GEBURTSORT | Berlin |