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Als Freiwilligen bezeichnet man einen Soldaten, der sich freiwillig - also aus einer persönlichen Motivation heraus - zum Militärdienst verpflichtet hat.
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Handlungsfreiheit ist Voraussetzung für die freiwillige Meldung zum Militär. Wehrpflichtige können sich freiwillig vor ihrer Einberufung oder über das Maß der Wehrpflicht hinaus zum Militärdienst verpflichten. FWDL ist die Bezeichnung für freiwillig Wehrdienst leistenden Soldaten in der Bundeswehr.
Schon vor der Entwicklung des Wehrdienstes und der Wehrpflicht im heutigen Sinne wurden im Militärwesen wehrfähige Männer zum Wehrdienst verpflichtet oder auf andere Weise rekrutiert. In der Geschichte stellte man Truppen aus Sklaven, Unfreien und Leibeigenen auf, warb Freiwillige an oder preßte Männer zum Militärdienst. Erstmals gab es in Ägypten zur Zeit des Alten Reiches eine Wehrpflicht.
Die aus Jägern und Forstleuten 1631 unter der Regentschaft von Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel aufgestellte Jägertruppe ist die älteste im deutschen Sprachraum. Im Gegensatz zu vielen Fremden oder Gepressten der Infanterie der damaligen Zeit waren es freiwillig dienende Männer, sie galten als besonders loyal zu ihrem Landesherrn.
In den Befreiungskriegen gegen das napoleonische Frankreich dienten Freiwillige nicht nur in den regulären Truppen, sondern auch in diversen Freiwilligenverbänden wie etwa dem Lützowschen Freikorps (von dem sich die Flagge der Bundesrepublik Deutschland ableitet).
Abgesehen von den Kadern, die aus Zeit- bzw. Berufssoldaten bestanden, konnten Wehrpflichtige mit höherer Schulbildung in der Alten Armee des deutschen Kaiserreichs als sogenannte Einjährig-Freiwillige dienen. Ziel dieser Einrichtung war die Schaffung eines Reserveoffizierskorps aus dem wohlhabenden und privilegierten Teil der Gesellschaft. Der Begriff Kriegsfreiwillige im Sinne des § 98,2 der Wehrordnung bezeichnete Männer, die sich nach Ausbruch eines Krieges für die Dauer der Kampfhandlungen zum Dienst meldeten. Sie sollten nach der Demobilmachung oder der Auflösung des betreffenden Truppenteils zur Disposition der Ersatzbehörden gestellt werden.
Im eigentlichen Wortsinn waren Kriegsfreiwillige nur ungediente Freiwillige eines noch nicht militärpflichtigen Jahrgangs zu, die im Frieden noch nicht gemustert und der Ersatzreserve bzw. dem Landsturm zugeteilt worden waren. Sie hatten also im Regelfall das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht.
Nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges stellte die deutsche Heeresführung mehrere Reservekorps auf, denen die meisten der schon August 1914 eingetretenen Kriegsfreiwilligen zugeteilt wurden. Mehrere dieser Reservekorps kamen in der Schlacht um Ypern im Herbst 1914 erstmals zum Einsatz und erlitten hohe Verluste.
Polnische, tschechische und slowakische Einwanderer aus dem Großraum Paris und aus Nordfrankreich engagierten sich im Ersten Weltkrieg in der Französischen Armee. Damit wollten sie die Vormachtstellung Deutschlands und Österreich-Ungarns gegenüber ihren Heimatländern bekämpfen. Ende des 18. Jahrhunderts hatte Polen seine Unabhängigkeit verloren und war zwischen Russland, Preußen und Österreich aufgeteilt worden. Die tschechischen und slowakischen Gebiete waren dem Königreich Österreich-Ungarn unterstellt worden.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges gründeten polnische Einwanderer das Komitee der polnischen Freiwilligen. Damit wollten sie ihre Bereitschaft zeigen, in der französischen Fremdenlegion zu kämpfen. Zusammen mit Gleichgesinnten tschechischen und slowakischen Einwanderern formten sie im Ausbildungslager in Bayonne eine Kompanie mit dem Beinamen „Nazdar“. Bei der französischen Offensive im Artois im Mai 1915 starben viele von ihnen.[1]
Italien betrieb eine expansionistische Politik, die vor allem auf italienisch besiedelte Gebiete unter österreichisch-ungarischer Herrschaft zielte. Es plante 1915 einen Eroberungskrieg gegen Österreich, obwohl es dem geheimen Defensivbündnis Dreibund (1879 zwischen Deutschland und Österreich geschlossen; 1882 trat Italien bei) angehörte. Nach Zustimmung Russlands zum italienischen Wunsch, auch slawisch besiedelte Gebiete zu annektieren, um die Adria als mare nostro (unser Meer) zu etablieren, kam der Geheimvertrag von London am 26. April 1915 zustande. Am 23. Mai 1915 erklärte Italien Österreich den Krieg, Der greise Kaiser Franz Joseph äußerte sich empört („Ein Treuebruch, dessengleichen die Geschichte nicht kennt.“). Österreich war schlecht vorbereitet[2]. Der Österreicher Ingomar Pust schrieb: „In Österreich eilten über 10.000 freiwillige Schützen zu den Fahnen. Es waren in der Masse Sechzehn- und Siebzehnjährige. Der Kampfwert […] war gering. […] Fünferlei Gewehrmodelle stellten ihre Bewaffnung dar und allen 10.000 Freiwilligen gab man nur zwei Maschinengewehre mit.“[3]
Die Reichswehr bestand aufgrund der Auflagen des Versailler Vertrages bis 1935 ausschließlich aus Freiwilligen im Sinne von Zeitsoldaten.
Die Internationalen Brigaden der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg waren ein Freiwilligenverband von nicht-spanischen Antifaschisten.
Nach dem Kriegsbeginn 1939 meldeten sich im Deutschen Reich zahlreiche Freiwillige. Auch meldeten sich während des Krieges Ausländische Freiwillige der Waffen-SS. Ihnen wurde eine Einbürgerung zugesagt.
Auch auf alliierter Seite meldeten sich zahlreiche Freiwillige (siehe unten).
Am 15. und 16. Juli 1955 verabschiedete der Deutsche Bundestag gegen die Stimmen der SPD das Freiwilligengesetz, das die Einstellung von 6.000 Freiwilligen in die Bundeswehr gestattete. Dies war ein wichtiger Schritt hin zur Gründung der Bundeswehr.
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Die Nationale Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik war in den ersten Jahren eine reine Freiwilligenarmee, da bis zum Mauerbau 1961 eine Wehrpflicht nicht durchsetzbar war.
In der israelischen Armee besteht das Sar-El-Programm, in dem Nichtisraelis unabhängig von der Herkunft für einige Wochen unbewaffneten Dienst bei den Streitkräften leisten können.
Nach Ausbruch des Krieges im Jahr 1914 meldeten sich in Kanada rund 30.000 Freiwillige (Hintergründe hier.
1917 kam es in Kanada zu einer Wehrpflichtkrise. Da sich nicht genügend Freiwillige für den Krieg in Europa meldeten, setzte die konservative Bundesregierung von Premierminister Robert Borden 1917 die Einführung der Wehrpflicht durch. Diese Maßnahme spaltete das Land in zwei gegnerische Lager: die englischsprachige Bevölkerungsmehrheit unterstützte die Wehrpflicht, im französischsprachigen Teil des Landes wurde sie mit großer Mehrheit abgelehnt. Letztlich waren nur ein einige tausend Soldaten von dieser Wehrpflicht betroffen.
Im September 1939 meldeten sich 54.873 Männer freiwillig.[4] Im Juni 1940 meldeten sich 29.309 freiwillig; im Januar 1943 war es zum letzten Mal eine fünfstellige Zahl (12.079).[5] 1941 gab es in Kanada genügend Freiwillige für die Bildung von fünf Übersee-Divisionen. Im Herbst 1944 kam es zur Wehrpflichtkrise von 1944.
4983 irische Soldaten desertierten im Zweiten Weltkrieg aus ihrer - neutralen - Armee, um an der Seite britischer Truppen gegen Hitlerdeutschland in den Kampf zu ziehen. Viele waren bei der Landung in der Normandie (6. Juni 1944) dabei, andere bei der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. In Irland gelten diese - inzwischen größtenteils verstorbenen - Männer bis heute (2012) nicht als Helden. Die überlebenden Heimkehrer wurden nach ihrer Rückkehr ohne Anhörung unehrenhaft aus der Armee entlassen, aller Militärpensionsansprüche enthoben und für sieben Jahre von jeder Beschäftigung beim Staat ausgeschlossen. Manche mussten sich sogar vor einem Kriegsgericht verantworten. 2011 begann ein pensionierter Taxifahrer aus Dublin eine Kampagne mit dem Ziel, diese Männer zu rehabilitieren. Irlands oberste Justitiarin Máire Whelan soll 2012 in einem Gutachten entscheiden, ob nicht der Einsatz "gegen Tyrannei und Totalitarismus" schwerer wiegt als diese spezielle Form der Desertion.[6]
Hauptartikel Tschechoslowakische Legion
Die Tschechoslowakische Legionen waren aus Tschechen und Slowaken gebildete militärische Verbände im Ersten Weltkrieg, die in Frankreich, Italien und in Russland aufgestellt wurden, um auf Seiten der Entente gegen die Mittelmächte zu kämpfen. Insgesamt umfassten diese Heeresformationen bis zu 250.000 Soldaten an allen Fronten.[7] Aber nur in Russland trat das dortige Tschechoslowakische Korps als Kampfverband an der russischen Westfront und selbständig im russischen Bürgerkrieg in Erscheinung. Analog zu den antibolschewistischen Weißfinnen, Weißpolen usw. wurden sie aufgrund ihrer Parteinahme für die Weiße Armee von den Bolschewiki als Weißtschechen bezeichnet.
In Frankreich meldeten sich schon früh zahlreiche Exiltschechen freiwillig zur Armee; Mitte 1914 entstand eine eigene Abteilung in der Fremdenlegion.[8] Später unterzeichneten der französische Premier Clemenceau und Beneš für den tschechoslowakischen Nationalrat - ein Abkommen zur Aufstellung der tschechoslowakischen Nationalarmee als autonomer Verband innerhalb der französischen Streitkräfte.[9]
Der Psychologe David Mantell stellte in einer umfassenden Befragung amerikanischer Kriegsfreiwilliger eine machtbetonte familiäre Sozialisation als Ursache ihrer militärischen Aggressivität fest.[10]