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Friedrich Halm (eigentlich Eligius Franz Joseph Freiherr von Münch-Bellinghausen; * 2. April 1806 in Krakau; † 22. Mai 1871 in Wien) war ein österreichischer Dichter, Novellist und Dramatiker. Er gilt als literarischer Repräsentant der sogenannten Makartzeit.
Inhaltsverzeichnis |
Eligius Franz Joseph Freiherr von Münch-Bellinghausen wurde in Krakau als Sohn eines hohen Beamten geboren und besuchte zunächst das Stiftsgymnasium Melk und das Schottengymnasium in Wien. Danach begann er an der Universität Wien ein Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaften. Mit 20 Jahren trat er beim k. k. Fiskalamt in Linz in den Staatsdienst ein und brachte es im Lauf seines Lebens bis zum Regierungsrat. Auf seine lange Zeit geheim gehaltenen literarischen und poetischen Bestrebungen hatte sein Lehrer, der Ästhetiker Michael Leopold Enk von der Burg, bedeutenden Einfluss. 1835 wurde von Münch-Bellinghausens Erstlingswerk Griseldis unter dem auch später beibehaltenem Pseudonym Friedrich Halm mit großem Erfolg aufgeführt.
1845 übernahm er mit dem Titel eines Hofrats die erste Kustosstelle an der k. k. Hofbibliothek, um die er sich mit wichtigen Reformen verdient machte. 1865 bis 1869 war er Vorsitzender des Verwaltungsrats der Deutschen Schillerstiftung. 1869 bis 1871 leitete er als Generalintendant die beiden Wiener Hoftheater und war mit der Burgschauspielerin Julie Rettich eng befreundet.
Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 0, Reihe 1, Nummer 100)
Sein Onkel war Joachim Graf Münch-Bellinghausen, der Eigentümer der Güter Merkenstein und Gainfarn in Bad Vöslau.
Als Dramatiker gehört er in der Nachfolge Franz Grillparzers zu den beliebtesten Bühnenautoren seiner Zeit. Er hatte sogar mehr Erfolg als dieser auf dem Theater und orientierte sich gleichfalls am spanischen Drama. Seine teils durchaus sensationellen Theaterstücke sind heute zum Großteil in Vergessenheit geraten, von Interesse bleiben nach wie vor die von Heinrich von Kleist und der italienischen Novellistik beeinflussten Erzählungen, vor allem die sehr frühe Novelle, Das Auge Gottes, über die seelische Selbstzerstörung eines gottverleumdenden Ritters, und das novellistische Meisterstück, Das Haus an der Veronabrücke über den Verlust der Menschheit infolge eines außer Kontrolle geratenen Wahnes. Die Gefahr der Monomanie ist eines der beständigen Kernthemen der Novellistik Friedrich Halms, und auf diesem novellistischen Felde ist er ein Meister der tiefschürfendsten seelischen Darstellung.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Halm, Friedrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Münch-Bellinghausen, Eligius Franz Joseph Freiherr von; Bellinghausen, Eligius Franz Joseph von Münch- |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Dichter und Dramatiker |
| GEBURTSDATUM | 2. April 1806 |
| GEBURTSORT | Krakau |
| STERBEDATUM | 22. Mai 1871 |
| STERBEORT | Wien |