Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Friedrich III. (Deutsches Reich)

Heinrich von Angeli: Kronprinz Friedrich Wilhelm 1874

Friedrich III., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen (* 18. Oktober 1831 im Neuen Palais in Potsdam; † 15. Juni 1888 ebenda), war 99 Tage Deutscher Kaiser und König von Preußen. Er war preußischer Feldherr im Deutschen und im Deutsch-Französischen Krieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Friedrich Wilhelm 1871

Jugend

Friedrich war der Sohn des preußischen Thronfolgers und spĂ€teren Deutschen Kaisers Wilhelms I. (1797–1888) und Kaiserin Augusta (1811–1890). Der Althistoriker und ArchĂ€ologe Ernst Curtius war sein Lehrer, dem er zeitlebens verbunden blieb. An dritter Stelle der preußischen Thronfolge geboren, heiratete er 1858 die Ă€lteste Tochter der britischen Königin Victoria, Prinzessin Victoria. Ihr Vater war Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der zu den Liberalen des VormĂ€rzes zĂ€hlte und ein AnhĂ€nger des sogenannten Coburger Plans war. Er glaubte an eine Einigung Deutschlands unter einem liberalisierten Preußen mit einer konstitutionellen Monarchie und bereitete seine Tochter in diesem Sinne auf ihre Rolle als preußische Prinzessin vor.

Preußischer Kronprinz

Als Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen unterschrieb er am 20. Juni 1866 im preußisch-österreichischen Krieg diesen Armeebefehl

Mit der Thronbesteigung seines Vaters Wilhelm I. avancierte Friedrich Wilhelm 1861 zum preußischen Kronprinzen. Von eingeschrĂ€nkt liberaler politischer Gesinnung, die seine Mutter und seine Gattin förderten und unterstĂŒtzten, galt er in den Folgejahren als Gegner der Innenpolitik seines Vaters und dessen MinisterprĂ€sidenten Otto von Bismarck, zeigte sich allerdings in dieser Oppositionsrolle aufgrund seiner LoyalitĂ€t zum Vater und Monarchen sowie aufgrund der außenpolitisch-militĂ€rischen Erfolge Bismarcks immer wieder gespalten und schwankend. Dies zeigte sich insbesondere 1863, als er sich in einer Rede vor dem Magistrat und den Stadtverordneten Danzigs von der repressiven Pressepolitik Bismarcks distanzierte, gleichzeitig aber sein Vertrauen in seinen Vater, König Wilhelm I., der den MinisterprĂ€sidenten berufen hatte, zum Ausdruck brachte.

Einigungskriege

Nachdem Preußen am 9. Juni 1866 in das von Österreich verwaltete Holstein einmarschiert war, beantragte Österreich in Frankfurt die Mobilisierung des nichtpreußischen Bundesheeres, dem am 14. Juni stattgegeben wurde. Preußen reagierte darauf mit dem Einmarsch in Sachsen, Hannover und Kurhessen – dem Beginn des sogenannten Deutschen Krieges. Danach drangen preußische VerbĂ€nde immer weiter nach SĂŒden vor, bis sich die österreichische Armee am 3. Juli bei KöniggrĂ€tz der preußischen stellte. Generalstabschef Helmuth von Moltke, ein alter Freund des Kronprinzen, hatte sich entschieden, das preußische Heer in drei getrennten Armeen marschieren zu lassen. ZunĂ€chst eröffneten die Elbarmee unter Leitung von Herwarth von Bittenfeld und die erste Armee unter Leitung von Prinz Friedrich Karl von Preußen die Kampfhandlungen gegen die österreichische Armee, die nördlich der Festung KöniggrĂ€tz Stellung bezogen hatte. Die preußischen Angriffe konnten trotz hoher Verluste zunĂ€chst keine nennenswerten Erfolge erzielen, so dass die schlachtentscheidende Rolle dem 2. preußischen Armeekorps unter Leitung des Kronprinzen zufiel, das sich in GewaltmĂ€rschen dem Schlachtfeld nĂ€herte. Kronprinz Friedrich Wilhelm entschied sich fĂŒr einen Flankenangriff auf die kaiserlichen StreitmĂ€chte, um die zwei anderen preußischen Armeen zu entlasten. Dabei gelang es ihm, die Höhe von Chlum zu besetzen, von der aus seine Artillerie ein verheerendes Flankenfeuer gegen die österreichische Armee eröffnen konnte. Die Niederlage von KöniggrĂ€tz zwang Österreich letztlich zur Kapitulation. Im Friedensschluss vom 23. August in Prag schied Österreich aus dem Deutschen Bund aus. Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt wurden durch Preußen annektiert.

Im Deutsch-Französischen Krieg befehligte der Kronprinz dann die 3. Armee. In den Anfangstagen des Krieges gewannen die vom Kronprinzen gefĂŒhrten Truppen die Schlacht bei Weißenburg und die Schlacht bei Wörth. In der Schlacht von Sedan kam seiner Truppe erneut eine entscheidende Rolle zu. Bis zum Ende des Krieges befehligte er mit seiner Armee einen Teil der Belagerung von Paris. Seither galt er in Deutschland als Kriegsheld und wurde zum Generalfeldmarschall ernannt. 1871 unterstĂŒtzte er Bismarck bei der Erhebung seines Vaters zum „Deutschen Kaiser“, welcher dieser sich aufgrund innenpolitischer ErwĂ€gungen zunĂ€chst widersetzt hatte.

Kaiserlicher Kronprinz

Kaiser Friedrich als Kronprinz auf dem Hofball 1878, GemÀlde von Anton von Werner, 1895

Den Maler Anton von Werner verband mit Friedrich seit dem Deutsch-Französischen Krieg ein persönliches VerhĂ€ltnis. Werner erinnerte spĂ€ter an die Verbindung des Kronprinzen Friedrich mit den Köpfen der Opposition gegen Bismarck in dem nebenstehenden GemĂ€lde Kaiser Friedrich als Kronprinz auf dem Hofball 1878, dem Jahr der Regentschaft. Das Bild zeigt den Kronprinzen im Mittelpunkt einer abgesonderten Gruppe auf dem Hofball im Berliner Schloss. Ganz links lauscht dem GesprĂ€ch der nationalliberale Abgeordnete Robert von Benda, 1878 noch ein Gegner der bismarckschen Schutzzollpolitik, rechts daneben Ernst Curtius, der liberal−humanistische Lehrer und Freund des Kronprinzen. Im Vordergrund der Gruppe diskutiert Max von Forckenbeck, an der Amtskette erkennbar als frisch gewĂ€hlter OberbĂŒrgermeister von Berlin, ein RevolutionĂ€r von 1848 und MitbegrĂŒnder der Deutschen Fortschrittspartei. Deren Programm hatte 1878 eine stĂ€rkere Parlamentarisierung der Reichsverfassung und eine dem Parlament verantwortliche Regierung gefordert. Forckenbeck galt bereits 1866 als Friedrichs Favorit in der Nachfolge Bismarcks. Zwischen Forckenbeck und dem Kronprinzen steht im roten Talar des Dekans der Medizinischen FakultĂ€t Rudolf von Virchow, ein Fortschrittler und persönlicher Feind Bismarcks. „Forchow und Wirckenbeck“, wie Bismarck die beidenspöttisch nannte, galten ihm als liberale EinflĂŒsterer des Kronprinzen. In den Folgejahren entfernte er sie aus dem Umfeld des Thronfolgers.[1] Zwischen diesen und dem Kronprinzen steht der politisch liberale Physiker Hermann Helmholtz. Rechts am Fenster registriert der von Werner hoch verehrte Adolph Menzel, beobachtet vom Maler Ludwig Knaus, die Szene. Werner selbst hat sich im Hintergrund rechts neben Virchow portraitiert.

Seit 1871 in der Doppelrolle als „Deutscher Kronprinz und Kronprinz von Preußen“, wurde Friedrich Wilhelm durch die Langlebigkeit seines Vaters und die Dauer-Herrschaft Bismarcks politisch immer stĂ€rker zermĂŒrbt. Lediglich nach einem Attentat auf Wilhelm I. fĂŒhrte der Kronprinz 1878 vorĂŒbergehend die RegierungsgeschĂ€fte, wurde von Bismarck aber so geschickt ausmanövriert, dass er auf dessen Politik keinerlei Einfluss nehmen konnte. Nach diesem Stellvertretungs-Semester wurde er schließlich wieder in einen machtlosen Wartestand zurĂŒckgestuft.

Im Laufe des Jahres 1887 litt Kronprinz Friedrich Wilhelm, ein starker Raucher, zunehmend an Heiserkeit. Der vom Leibarzt Dr. Wegner hinzugezogene Spezialist Carl Gerhardt entdeckte schließlich Knötchen am linken Stimmband, die man in einer quĂ€lenden Prozedur zunĂ€chst zu entfernen suchte. Am Stimmband tauchte allerdings bald erneut eine Geschwulst auf. Der ebenfalls hinzugezogene Chirurg Ernst von Bergmann diagnostizierte ein Karzinom und empfahl eine Entfernung des befallenen Gewebes durch eine Spaltung des Kehlkopfes. Otto von Bismarck intervenierte zu diesem Zeitpunkt und sorgte dafĂŒr, dass man den englischen Laryngologen Morell Mackenzie hinzuzog.[2] Die Gewebeprobe, die der englische Arzt dem Kronprinzen entnahm und die von Rudolf Virchow untersucht wurde, wies jedoch auf keine Krebserkrankung hin.[3] Das Kronprinzenpaar reiste nach England, wo mit EinverstĂ€ndnis des deutschen Ärztekollegiums Morell Mackenzie seine Behandlung fortsetzen sollte.[4] Dass er den Thron ĂŒberhaupt besteigen konnte, verdankte er Friedrich Gustav von Bramann. Mit einem Tracheostoma hatte er ihn in San Remo vor dem Erstickungstod bewahrt.

Deutscher Kaiser

20 Mark mit Konterfei Friedrichs III.

Als Friedrich Wilhelm durch den Tod seines Vaters am 9. MĂ€rz 1888 Deutscher Kaiser und König von Preußen wurde, war er bereits so schwer an Kehlkopfkrebs erkrankt, dass er nicht mehr sprechen konnte. Seine nur dreimonatige Regentschaft („99-Tage-Kaiser“) endete bereits im Jahr der Thronbesteigung und machte mit der Thronbesteigung seines Sohnes Wilhelm II. (1888-1918) das Jahr 1888 zum Dreikaiserjahr. VolkstĂŒmlich wurde ihm „Lerne leiden, ohne zu klagen!“ zugeschrieben.

Mit der ZĂ€hlung als Friedrich III. knĂŒpfte er ĂŒbrigens nicht an die Tradition des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation an, innerhalb deren die ZĂ€hlung als Friedrich IV. (vgl. Friedrich III. des Heiligen Römischen Reichs) richtig gewesen wĂ€re, sondern er ĂŒbernahm auch als Kaiser die ZĂ€hlung der preußischen Könige. Er selbst wollte sich ursprĂŒnglich in der Tradition des Heiligen Römischen Reiches Friedrich IV. nennen, aber Bismarck riet ihm davon aus verfassungsrechtlichen GrĂŒnden ab.[5]

Aufgrund seiner schweren Erkrankung konnte Friedrichs Plan, die Macht des Monarchen und des Reichskanzlers stĂ€rker an die Verfassung zu binden[6], nicht in die Tat umgesetzt werden, der konservative preußische Innenminister Robert Viktor von Puttkamer wurde jedoch am 8. Juni auf Veranlassung Friedrichs III. entlassen, als es Hinweise fĂŒr seine unbotmĂ€ĂŸige Einmischung bei den Reichstagswahlen gab.

Friedrich III. starb am 15. Juni 1888 im Neuen Palais in Potsdam und wurde im Mausoleum bei der Friedenskirche bestattet. Zwei Tage zuvor hatte der todkranke Kaiser noch Oskar von Schweden empfangen.[7]

Freimaurerei

Friedrich III. in Freimaurerkleidung

Kronprinz Friedrich wurde 1853 durch seinen Vater in die Freimaurerei eingefĂŒhrt und in die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland aufgenommen. Gleichzeitig wurde er Ehrenmitglied der beiden anderen altpreußischen Großlogen Große National-Mutterloge „Zu den 3 Weltkugeln“ und Große Loge von Preußen genannt „Royal York zur Freundschaft“. Am 18. Juni 1860 wurde er Ordensmeister der Großen Landesloge und ĂŒbernahm ab 1861 von seinem Vater das Protektorat ĂŒber die drei Großlogen in Berlin. Zugleich wurde er Vorsitzender des Großmeistervereins. Der Kronprinz wirkte intensiv auf eine Vereinigung aller freimaurerischen Körperschaften in Deutschland hin und strebte eine umfangreiche Reform der Großen Landesloge an, in der nicht haltbare Verbindungen zum Templerorden aus Symbolik und Ritual entfernt werden sollten, die zu diesem Zeitpunkt noch als historische Fakten angenommen wurden. Die Reform sollte zur Streichung aller rituellen Inhalte fĂŒhren, die nicht historisch durch Dokumente belegbar waren. Außerdem sollte der Orden in seinen höheren Graden deutlich umstrukturiert werden, um ihn den anderen deutschen Großlogen anzupassen. Mit den konservativen BrĂŒdern in der Ordensleitung kam es zum Streit, so dass er am 7. MĂ€rz 1874 sein Amt niederlegte. Die Templerlegende als historische Tatsache wurde gestrichen, die rituellen und symbolischen Inhalte aber grĂ¶ĂŸtenteils behalten. Er blieb aber Protektor der altpreußischen Großlogen [8].

Rezeption

Friedrich III. gilt nach wie vor als die „liberale Hoffnung“ Preußens und des Deutschen Kaiserreiches nach 1871, die durch seine spĂ€te Thronbesteigung und seinen frĂŒhen Tod zunichte gemacht worden sei. („Kaiser-Friedrich-Legende“ vergl. Kaiserin Friedrich, Deutsche Freisinnige Partei und Franz August von Stauffenberg). Es ist jedoch unklar, wie liberal die Politik dieses zwischen preußischer MilitĂ€rtradition und liberalen Ansichten schwankenden Monarchen tatsĂ€chlich gewesen wĂ€re. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Kaisers und sich der daraus ergebenden RĂŒcksichtnahmen fanden PersonalverĂ€nderungen, bis auf die Entlassung Puttkamers, kaum statt. Vielmehr muss hingegen davon ausgegangen werden, dass es auch, wenn Friedrich eine lĂ€ngere Lebenszeit vergönnt gewesen wĂ€re, zu keiner weitergehenden Liberalisierung des Reiches gekommen wĂ€re. Weder war er ein AnhĂ€nger des Parlamentarismus, noch vom liberalen Glauben an den politischen Fortschritt erfĂŒllt. Bereits als Kronprinz hatte er sich als konservativer Konstitutionalist erwiesen, dem es nicht an einer Weiterentwicklung der Reichsverfassung - etwa hin zu einem stĂ€rkeren Parlament - gelegen war.[9]

In seiner langen Kronprinzenzeit glichen Friedrich Wilhelm und seine Frau Victoria die politische Machtlosigkeit durch die Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur aus. Unter anderem war er als Vorgesetzter Wilhelm von Bodes mit dem Aufbau der Museen auf der Berliner Museumsinsel betraut. Zu Ehren des verstorbenen Kaisers wurde daher das heutige Bodemuseum nach der Eröffnung 1904 Kaiser-Friedrich-Museum benannt.

Kronprinz Friedrich mit seinem Sohn Wilhelm, dem spÀteren letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. 1863 auf Schloss Balmoral

Nachkommen

Friedrich III. war verheiratet mit Victoria von Großbritannien und Irland, Prinzessin von Großbritannien und Irland.

Ahnentafel

Ahnentafel Friedrich III. (Deutsches Reich)
Ururgroßeltern

Karl zu Mecklenburg (1708–1752)
∞ 1735
Elisabeth Albertine von Sachsen- Hildburghausen (1713–1761)

Prinz
Georg Wilhelm von Hessen- Darmstadt (1722–1782)
∞ 1748
Maria Luise Albertine von Leiningen- Dagsburg- Falkenburg (1729–1818)

Prinz
August Wilhelm von Preußen (1722–1758)
∞ 1742
Luise Amalie von Braunschweig- WolfenbĂŒttel (1722–1780)

Landgraf
Ludwig IX. (Hessen- Darmstadt) (1719–1790)
∞ 1741
Henriette Karoline von Pfalz- ZweibrĂŒcken (1721–1774)

Herzog
Ernst August II. Konstantin (Sachsen- Weimar- Eisenach) (1737–1758)
∞ 1756
Anna Amalia von Braunschweig- WolfenbĂŒttel (1739–1807)

Landgraf
Ludwig IX. (Hessen- Darmstadt) (1719–1790)
∞ 1741
Henriette Karoline von Pfalz- ZweibrĂŒcken (1721–1774)

Zar
Peter III. (Russland) (1728–1762)
∞ 1745
Zarin
Katharina II. (Russland) (1729–1796)

Herzog
Friedrich Eugen (WĂŒrttemberg) (1732–1797)
∞ 1753
Friederike Dorothea Sophia von Brandenburg- Schwedt (1736–1798)

Urgroßeltern

Großherzog
Karl II. (Mecklenburg-Strelitz) (1741–1816)
∞ 1768
Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt (1752–1782)

König
Friedrich Wilhelm II. (Preußen) (1744–1797)
∞ 1769
Friederike von Hessen-Darmstadt (1751–1805)

Großherzog
Carl August (Sachsen-Weimar- Eisenach) (1757–1828)
∞ 1775
Luise von Hessen-Darmstadt (1757–1830)

Zar
Paul I. (Russland) (1754–1801)
∞ 1776
Sophie Dorothee von WĂŒrttemberg (1759–1828)

Großeltern

König Friedrich Wilhelm III. (Preußen) (1770–1840)
∞ 1793
Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776–1810)

Großherzog Karl Friedrich (Sachsen-Weimar-Eisenach) (1783–1853)
∞ 1804
GroßfĂŒrstin Maria Pawlowna Romanowa (1786–1859)

Eltern

Kaiser Wilhelm I. (Deutsches Reich) (1797–1888)
∞ 1829
Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890)

Kaiser Friedrich III. (Deutsches Reich) (1831–1888)

Auszeichnungen

Nachleben

Die Kaiser-Friedrich-GedĂ€chtniskirche, die zur Erinnerung an Kaiser Friedrich III. errichtete Berliner Votivkirche, wurde am 21. Oktober 1895 geweiht. Weiterhin wurde das heute unter dem Namen Bode-Museum bekannte Kaiser-Friedrich-Museum 1904 nach Friedrich III. benannt. Die Kaiser-Friedrich-Halle, ein Theater- und Konzerthaus in Mönchengladbach, wurde zwischen 1901 und 1903 errichtet. Thomas Mann schuf ihm ein zweifelhaftes Denkmal im Zauberberg, in dem stillen, mehr reagierenden als agierenden Joachim Ziemßen, dem Vetter des Protagonisten Hans Castorp (er benannte Joachim nach dem Kaiser-Biografen Ludwig Ziemssen). 1970 strahlte das ZDF das Biopic von Rudolf Nussgruber "Friedrich III 'gestorben als Kaiser'" aus. Hans Weiss spielte Friedrich. 2011 begannen die Drehvorbereitungen fĂŒr einen neuen Film ĂŒber die Tragödie Friedrichs und seiner Frau "Vicky - die vergessene Kaiserin" von Bastian Terhorst und Dr. Raphael Utz.

DenkmÀler

Friedrich-III.-Statue in Bremen

Auf dem Aachener Kaiserplatz findet sich ein bronzenes Reiterstandbild Kaiser Friedrich III., geschaffen von dem Berliner Bildhauer Hugo Lederer. Es wurde am 18. Oktober 1911 eingeweiht. Die Neuaufstellung erfolgte 1960. Der Steinsockel ist neu, die SeitensockelwĂ€nde wurden in den Aachener Kennedy-Park transloziert. Zwei schlafende Steinlöwen gehörten zu dem Sockel. In unmittelbarer NĂ€he findet sich die Darstellung eines schlafenden Löwen, wohl eine Symbolisierung der nach damaliger Anschauung nicht erwachten nationalen StĂ€rke. Der zweite schmĂŒckt den Eingang zum Burtscheider Ferberpark. Das Denkmal wurde 1977 vom Landeskonservator Rheinland in die DenkmĂ€lerliste aufgenommen.[11]

In DĂŒsseldorf-Kaiserswerth befindet sich ein Denkmal auf dem GelĂ€nde der Kaiserswerther Diakonie, das ihn noch als Kronprinz zeigt.

In Köln befindet sich ein Reiterstandbild Friedrichs III. an der Nordseite des linksrheinischen BrĂŒckenkopfes der HohenzollernbrĂŒcke. Der unterhalb des Denkmals beginnende Teil der Rheinuferstraße hieß bis 1967 Kaiser-Friedrich-Ufer, wurde dann aber in Konrad-Adenauer-Ufer umbenannt.

In Bremen steht ein gegossenes Friedrich-III.-Denkmal auf einem Platz in der Hermann-Böse-Straße.

In Braunfels befindet sich im Schlosspark eine BildnisbĂŒste Kaiser Friedrichs III. Es handelt sich dabei um das erste im Deutschen Reich enthĂŒllte Denkmal, das diesem Kaiser gewidmet wurde.

In Kronberg im Taunus steht ein Denkmal von Kaiser Friedrich III. im Victoria-Park.

Im Kurpark Bad Homburg an der Kaiser-Friedrich-Promenade stehen zwei BĂŒsten von Friedrich III. und seiner Gattin Victoria.

In Wiesbaden befindet sich ein Denkmal fĂŒr Kaiser Friedrich III auf der Wilhelmstraße gegenĂŒber dem Kurhaus. Kaiser Friedrich III., wie auch viele andere Kaiser und Kronprinzen schĂ€tzten den Aufenthalt im Wiesbadener Kurhaus. Aus diesem Grunde unterstĂŒtzte der Kronprinz den Umbau vom alten Kurhaus zum neuen Kurhaus und nannte dies das schönste Kurhaus der Welt. Ebenfalls ist in Wiesbaden die Kaiser-Friedrich-Therme, die ebenfalls nach ihm benannt worden ist.

Im Hagener Stadtteil Haspe steht ein Aussichtsturm, der Kaiser-Friedrich-Turm. Im Stadtteil Eilpe steht ein Standbild aus Bronze auf einem Granitsockel.

In Mönchengladbach ist die Festhalle noch immer nach Kaiser Friedrich III. benannt.

In Wanne-Eickel (heute Herne) wurde 1871 das Steinkohlenbergwerk Zeche Unser Fritz nach Friedrich III. benannt.

In Bremerhaven befindet sich an der Außenfassade des Hauses Rickmersstraße 30 ein etwa einen Meter großes Standbild des Kaisers Friedrich III.

In Edewecht Ecke Odenburger-Straße / Holljestraße befindet sich ein Denkmal von Kaiser Friedrich III.

Schriften

  • Heinrich Otto Meisner (Hrsg.): Kaiser Friedrich III. TagebĂŒcher von 1848–1866. Leipzig 1929.
  • Heinrich Otto Meisner (Hrsg.): Kaiser Friedrich III. Das Kriegstagebuch von 1870/71. Berlin/Leipzig 1926.
  • Hans Rothfels (Hrsg.): Tagebuch meiner Reise nach dem Morgenlande 1869. Bericht des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm ĂŒber seine Reise zur Einweihung des Suez-Kanals. Frankfurt am Main 1971.

Literatur

  • Franz Herre: Kaiser Friedrich III. Deutschlands liberale Hoffnung. Eine Biographie. Stuttgart 1987.
  • Patricia Kollander: Frederick III. Germany’s Liberal Emperor. Westport/ Conn. u. a. 1995 (lesenswert).
  • Hans-Christof Kraus: Friedrich III. In: Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Preußens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II. MĂŒnchen 2001, Seite 265–289.
  • Heinz Ohff: Preußens Könige. Piper Verlag MĂŒnchen, 1999.
  • Martin Philippson: Friedrich III. als Kronprinz und Kaiser. Berlin 1893 (mit Vorsicht zu genießen; wegen der Sprache jedoch lesenswert).
  • Michael Freund: Das Drama der 99 Tage. Krankheit und Tod Friedrichs III. Köln 1966.
  • Ferdinand Runkel: Geschichte der Freimaurerei, Reprint von 1932, Edition Lempertz, Bonn 2006, ISBN 3-933070-96-1.
  • GLLFvD (Hrsg.): Die ersten 150 Jahre des Großen Ordenskapitels INDISSOLUBILIS, Selbstverlag, Berlin 1926.
  • Eugen Lennhoff/Oskar Posner: Internationales Freimaurer-Lexikon. Almathea-Verlag MĂŒnchen 1980, Reprint von 1932, ISBN 3-85002-038-X.
  • Edouard Simon.: "Kaiser Friedrich III" (nach dem franz. Original in die deutsche Sprache ĂŒbertragen von Eufemia GrĂ€fin Ballestrem, Frau von Adlersfeld (autorisierte Ausgabe) Druck u. Verlag S. Schottlaender 1888 Breslau
  • Hermann MĂŒller-Bohn: Friedrich III.. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 49, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 1–93.
  • Heinrich Otto Meisner: Friedrich III.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, S. 487–489.
  • Charles T. Lucas: Virchow's Mistake (Bericht ĂŒber Krankheit und Tod Friedrichs III., sowie die Operationen.)

Weblinks

 Commons: Friedrich III. â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Friedrich III. (Deutsches Reich) â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ So Ernst Engelberg: Bismarck. Das Reich in der Mitte Europas, Siedler Verlag, ISBN 3-88680-385-6, Berlin 1990, S. 518, dort auch das Zitat mit Nachweis
  2. ↑ Sinclair, S. 285
  3. ↑ Herre, S. 243
  4. ↑ Pakula, S. 480
  5. ↑ John C. G. Röhl: Wilhelm II. S. 784/85.
  6. ↑ Kollander, S. 147.
  7. ↑ Hermann MĂŒller-Bohn: Friedrich III.. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 49, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 1–93.
  8. ↑ Lennhoff/Posner S. 711
  9. ↑ Vgl. dazu die Magister-Arbeit von Martin Henniger: Kronprinz Friedrich Wilhelm, Bismarck und die innenpolitische wende des Jahres 1878, Potsdam 2011.
  10. ↑ Rudolf von Kramer und Otto Freiherr von Waldenfels: VIRTUTI PRO PATRIA – Der königlich bayerische MilitĂ€r-Max-Joseph-Orden Kriegstaten und Ehrenbuch 1914–1918, Selbstverlag des königlich bayerischen MilitĂ€r-Max-Joseph-Ordens, MĂŒnchen 1966, S.444
  11. ↑ „Landeskonservator Rheinland. DenkmĂ€lerverzeichnis. 1.1 Aachen Innenstadt mit Frankenberger Viertel.“ Unter Mitwirkung von Hans Königs, bearb. v. Volker Osteneck. Rheinland Verlag Köln, 1977, S.32.
VorgÀnger Amt Nachfolger
Wilhelm I. König von Preußen
1888
Wilhelm II.
Deutscher Kaiser
1888
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.