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Friedrich Wilhelm II. (Preußen)

Friedrich Wilhelm II. PortrÀtiert von Anton Graff 1792.

Friedrich Wilhelm II. (* 25. September 1744 in Berlin; † 16. November 1797 in Potsdam) war ab 1786 König von Preußen und Markgraf von Brandenburg, ErzkĂ€mmerer und KurfĂŒrst des Heiligen Römischen Reiches. Er war ein Lebemann, grundverschieden von seinem Onkel Friedrich II., und setzte das Werk seines viel bekannteren VorgĂ€ngers nicht fort. Er wurde im Volk hĂ€ufig Der dicke LĂŒderjahn (Taugenichts) genannt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Der Vater: August Wilhelm
Der Onkel: Friedrich II. PortrÀtiert von Anton Graff 1781.

Friedrich Wilhelm wurde 1744 als Ă€ltester Sohn des preußischen Prinzen August Wilhelm von Preußen (1722–1758), des jĂŒngeren Bruders von Friedrich dem Großen, und Prinzessin Luise Amalie von Braunschweig-WolfenbĂŒttel geboren. Aufgrund der Kinderlosigkeit Friedrichs wurden zunĂ€chst August Wilhelm und nach dessen Tod sein Sohn Friedrich Wilhelm preußische Thronfolger.

Friedrich kĂŒmmerte sich persönlich um die Erziehung seines Neffen und Thronfolgers. Als dreijĂ€hriges Kind wurde Friedrich Wilhelm ins Berliner Schloss geholt und der Schweizer Gelehrte Nicolas de Beguelin offiziell als Erzieher bestimmt. Friedrich der Große wollte vermeiden, die Fehler seines eigenen tyrannischen Vaters zu wiederholen, der ihn durch körperliche und seelische ZĂŒchtigungen nach seinem Bild formen wollte.

Friedrich Wilhelm war 13 Jahre alt, als sein Vater August Wilhelm im Herbst 1757 von Friedrich dem Großen unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde, weil er im SiebenjĂ€hrigen Krieg mehrfach versagt hatte. Ein gutes VerhĂ€ltnis hatte nie zwischen den BrĂŒdern bestanden, schon allein aufgrund Friedrichs Überzeugung, dass der Vater, Friedrich Wilhelm I., den jĂŒngeren Bruder vorgezogen hatte. 1757 wechselte die vorherige Abneigung in offene Verachtung. 1758 starb August Wilhelm im Alter von 36 Jahren und der Titel des Thronfolgers Prinz von Preußen fiel an seinen Sohn Friedrich Wilhelm.

In der Endphase des SiebenjĂ€hrigen Krieges 1762 nahm der junge Prinz an militĂ€rischen EinsĂ€tzen teil, wie an der Belagerung von Schweidnitz und der Schlacht von Burkersdorf. Er wurde vom König fĂŒr seine Tapferkeit gelobt und zum Kommandeur eines Potsdamer Infanterieregiments ernannt. Im Lauf der Zeit Ă€nderte sich allerdings das VerhĂ€ltnis zwischen dem Monarchen und seinem Thronfolger grundlegend. Die Ursachen hierfĂŒr lagen vorwiegend in den unterschiedlichen Charakteren der beiden Personen. Friedrichs Lebensstil und Staatsauffassung unterschieden sich grundlegend von denen seines Neffen. Friedrich lebte nach dem Grundsatz, Erster Diener seines Staates sein zu wollen. FĂŒr ihn gab es kaum ein Privatleben, und er vermied nach Möglichkeit gesellschaftliche Auftritte. Stattdessen widmete er sich zunehmend der Politik und der Regierungsarbeit und kĂŒmmerte sich teilweise um kleinste Details. Er versĂ€umte es allerdings, seinen Thronfolger in politische VorgĂ€nge und ZusammenhĂ€nge einzuweihen. Friedrich Wilhelm seinerseits wollte in erster Linie sein Leben genießen, eine Einstellung, die er mit vielen seiner adligen Zeitgenossen im Europa des 18. Jahrhunderts teilte. Der Prinz hatte in seinen jungen Jahren einige MĂ€tressen, was von den konservativen Mitgliedern am preußischen Hof und besonders vom König missbilligt wurde.[2]

Heirat

Friederike Luise von Hessen-Darmstadt

1765 verheiratete Friedrich seinen zwanzigjĂ€hrigen Thronfolger mit Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-WolfenbĂŒttel, der Tochter von Herzog Karl I. zu Braunschweig-WolfenbĂŒttel und Friedrichs Schwester Charlotte. Diese Ehe verlief ausgesprochen unglĂŒcklich. Beide Ehepartner nahmen es mit der ehelichen Treue nicht zu genau. Als Friedrich Wilhelm von dem Seitensprung seiner Ehefrau erfuhr, ließ er sich am 18. April 1769 von ihr scheiden und sie nach KĂŒstrin in die Verbannung schicken. Nach der Scheidung begannen am Potsdamer Hof sofort AktivitĂ€ten zur erneuten VermĂ€hlung des Thronfolgers. Immerhin brauchte die Dynastie einen mĂ€nnlichen Stammhalter. Man entschied sich schließlich fĂŒr die Prinzessin Friederike Luise von Hessen-Darmstadt. Diese erfĂŒllte dann auch den Wunsch ihrer neuen Familie und sorgte fĂŒr Nachwuchs im preußischen Königshaus. Am 3. August 1770 brachte Friederike Luise einen Stammhalter, den spĂ€teren König Friedrich Wilhelm III., zur Welt und in folgenden Jahren noch weitere sechs Kinder.[2]

Wilhelmine Encke

Die zweite Ehe Ă€nderte nichts an Friedrich Wilhelms außerehelichen AffĂ€ren. Bereits 1764 hatte der Prinz die Tochter eines Musikers namens Wilhelmine Encke (1753–1820) kennengelernt. Diese galt ab 1769 mit Billigung des Königs als offizielle MĂ€tresse des Kronprinzen und erhielt eine jĂ€hrliche Apanage von 30.000 Talern. Der Form halber wurde sie mit einem Kammerdiener namens Johann Friedrich Ritz verheiratet, was aber nichts an dem VerhĂ€ltnis mit dem Prinzen Ă€nderte. Gemeinsam mit dem spĂ€teren König hatte sie fĂŒnf Kinder, doch nur die Tochter Marianne (1780–1814) lebte lĂ€ngere Zeit. Nach seiner Thronbesteigung ĂŒbereignete Friedrich Wilhelm ihr zugunsten Mariannes sein Palais Görne.[3] In dem durch Umbauten von Carl Gotthard Langhans verschönerten Palais richtete sich Wilhelmine Encke einen privaten Nebenhof ein, der zu einem der SchauplĂ€tze des skandaltrĂ€chtigen Treibens um Friedrich Wilhelm wurde.[4] 1796 wurde Wilhelmine zur GrĂ€fin von Lichtenau erhoben. Ihr politischer Einfluss ist umstritten, war jedoch eher gering. Trotzdem erhielt sie den Beinamen einer preußischen Madame de Pompadour. Nach dem Tod des Königs 1797 fiel sie in Ungnade und wurde inhaftiert, spĂ€ter aber wieder rehabilitiert.[2]

Spiritismus

Neben Wilhelmine Encke hatte der spĂ€tere König auch noch weitere MĂ€tressen wie z. B. Sophie Juliane GrĂ€fin von Dönhoff und Elisabeth Amalie GrĂ€fin von Voß. Sie alle spielten aber politisch keine bedeutende Rolle. ErwĂ€hnenswert ist noch eine andere Neigung Friedrich Wilhelms, nĂ€mlich der Okkultismus. Der Thronfolger hatte sich dem Orden der Gold- und Rosenkreuzer zugewandt. Die Lehren dieses Ordens waren schwer durchschaubar und basierten auf einem Gemisch aus Bibeltexten, Theosophie, Mystizismus, Alchemie und Kabbalistik. Der Orden fĂŒhlte sich von Gott beauftragt, Millionen von Seelen vor dem Bösen zu retten. Zwei der fĂŒhrenden Ordensvertreter waren Johann Christoph von Woellner und Johann Rudolf von Bischoffwerder. Diesen gelang es, den Kronprinzen von ihren Lehren zu ĂŒberzeugen. Sie schafften es, spiritistische Sitzungen zu inszenieren, in deren Verlauf dem König vorgespielt wurde, mit seinen verstorbenen Vorfahren zu reden und sich Rat von ihnen zu holen. Zeitweise beteiligte sich auch Wilhelmine Encke an diesem Spuk, um ihre eigene Position zu festigen. Der Rat seiner Vorfahren fiel selbstverstĂ€ndlich immer im Sinne des Ordens aus, und bald nach der Thronbesteigung ihres SchĂŒlers stiegen Woellner und Bischoffswerder in wichtige StaatsĂ€mter auf. Zusammenfassend ist allerdings zu bemerken, dass Friedrich Wilhelms spiritistische Neigungen und das GĂŒnstlingswesen durchaus zeittypisch waren und nicht ĂŒberbewertet werden sollten.[5]

Der König

Innenpolitik

Friedrich Wilhelm II. von Preußen

Friedrich der Große starb am 17. August 1786 im Alter von vierundsiebzig Jahren in Sanssouci. Wie geplant folgte ihm sein Neffe auf den Thron und wurde König Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Bei seinem Regierungsantritt war er sehr beliebt und das Volk erhoffte sich eine allgemeine Besserung seiner Lage. Der verstorbene König war am Ende seines Lebens lĂ€ngst nicht mehr populĂ€r gewesen und sein Tod löste in Preußen keine große Trauer aus. Der neue König verlegte die Residenz von Sanssouci nach Berlin zurĂŒck und löste damit bei den Berlinern große Begeisterung aus. Er schaffte eine verhasste Steuer ab, verteilte Orden, Auszeichnungen und Rangerhöhungen, unter denen auch die von Woellner und Bischoffwerder waren.[2]

Friedrich Wilhelm ließ die Residenzstadt von bekannten Baumeistern wie Carl Gotthard Langhans (1732-1808) umgestalten und unter anderem das Brandenburger Tor errichten. Der König, selbst ein ausgezeichneter Cellospieler, förderte die Kunst und hier besonders die Musik und das Theater. Bald jedoch zeigten sich die Schattenseiten des neuen Monarchen. Da sein Onkel ihn nicht in die politischen AblĂ€ufe eingefĂŒhrt hatte, konnte er den Staat nicht wie jener von seinem Schreibtisch aus regieren. An die Stelle der Selbstregierung seiner VorgĂ€nger trat eine Kabinettsregierung, in der Woellner großen Einfluss ausĂŒbte. Im Gegensatz zur Überzeugung Friedrichs des Großen, jeder sollte nach seiner Fasson selig werden, bekannte sich Friedrich Wilhelm zur Reformation. Er sicherte jedoch den anderen Konfessionen mit dem Religionsedikt vom 9. Juli 1788 freie ReligionsausĂŒbung zu. Das Edikt löste heftige Debatten in Preußen aus, so dass er diesem das Zensuredikt vom 19. Dezember 1788 folgen ließ, in dem die persönlichen Freiheiten wieder eingeschrĂ€nkt wurden.[2]

Ein anderer wesentlicher Faktor in der preußischen Innenpolitik war die Beibehaltung der alten Verwaltungsstruktur sowie der Beamten und Offiziere Friedrichs des Großen. Die meisten von ihnen waren bereits seit 1763 im Amt und Friedrich hatte sie aus Dankbarkeit in seinen Diensten behalten. Sie hatten in ihren jĂŒngeren Tagen viel fĂŒr Preußen und seinen damaligen König getan. Inzwischen waren viele von ihnen ĂŒber 65, manche sogar ĂŒber 70 Jahre alt. Das wirkte sich auf die Staatsverwaltung aus. Noch grĂ¶ĂŸer waren die Wirkungen im militĂ€rischen Bereich. Die Veteranen des SiebenjĂ€hrigen Krieges waren nicht in der Lage, den französischen Volksheeren nach 1789 entscheidend gegenĂŒber zu treten, weil sie die neuen militĂ€rischen Konzepte der Franzosen ignorierten.[2]

Außenpolitik

Ewald Friedrich Graf von Hertzberg
Kanonade von Valmy

Die FĂŒhrung der Außenpolitik lag zunĂ€chst bei dem aus den Diensten Friedrich des Großen ĂŒbernommenen Ministers Ewald Friedrich Graf von Hertzberg (1725–1795), der sich völlig von der Idee der preußisch-österreichischen RivalitĂ€t leiten ließ. Nach dem Abschluss des Vertrags von Reichenbach vom 27. Juli 1790, der den Krieg Österreichs gegen die TĂŒrkei beendete, kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem König und seinem Minister. Der König ließ Hertzberg durch Bischoffwerder ersetzen.[2]

Nach Ausbruch der Französischen Revolution und der gescheiterten Flucht der Königsfamilie im Juni 1791 trafen sich Kaiser Leopold II., König Friedrich Wilhelm II. von Preußen und Prinz Karl von Artois, der Bruder des französischen Königs Ludwig XVI., im August 1791 in Schloss Pillnitz bei Dresden. In der Pillnitzer Deklaration beteuerten sie ihre Verbundenheit mit König Ludwig XVI. Am 30. Juli 1792 beteiligte sich der preußische König persönlich an einem Feldzug in die Champagne gegen das revolutionĂ€re Frankreich. Bei der Kanonade von Valmy, etwa 10 Kilometer westlich von Sainte-Menehould im DĂ©partement Marne, kam es am 20. September zu einem Artillerieduell beider Seiten. Das strategisch eher unbedeutende Gefecht erlangte historische Bedeutung, da die Revolutionssoldaten dabei erstmals einem massiven Angriff der gegnerischen Truppen standhielten. GeschwĂ€cht durch Krankheit, Hunger und Regen traten die preußischen Truppen zehn Tage spĂ€ter, ohne einen weiteren Schuss abzugeben, den RĂŒckzug an. Im Frieden von Basel am 5. April 1795 hatte Friedrich Wilhelm II. den Krieg gegen Frankreich beendet und durch eine Demarkationslinie NeutralitĂ€t und Frieden nicht nur fĂŒr Preußen, sondern fĂŒr ganz Norddeutschland gesichert.[1]

Friedrich Wilhelm wandte seine Aufmerksamkeit Polen zu, als Russland und Österreich eine zweite Teilung Polens vorbereiteten. Der preußische König wollte nicht leer ausgehen und schloss am 23. Januar 1793 einen Teilungsvertrag mit Russland, in dem er Danzig, Thorn und SĂŒdpreußen erwarb, insgesamt 57.000 kmÂČ mit rund 1.100.000 Einwohnern. 1794 kam es zum polnischen Nationalaufstand unter Tadeusz Kosciuszko (1746 - 1817) in Krakau, der von Russland niedergeschlagen wurde. In einem weiteren Teilungsvertrag am 3. Januar 1795 zwischen Russland, Österreich und Preußen bekam Friedrich Wilhelm II. Masowien, Warschau und Neuostpreußen zugesprochen. Seit 1791 gehörten auch Ansbach und Bayreuth zum preußischen Herrschaftsgebiet. Damit hatte sich Preußen in Friedrich Wilhelms Regierungszeit um ĂŒber ein Drittel vergrĂ¶ĂŸert, wĂ€hrend die Bevölkerungszahl von 5,4 auf 8,7 Millionen Untertanen angewachsen war.[1]

Ende der Regierungszeit und Tod

Die Königin fĂŒhlte sich wegen der zahllosen AffĂ€ren des Königs verletzt, vor allem wegen der Beziehung zu Wilhelmine Encke. Der Kronprinz, der spĂ€tere König Friedrich Wilhelm III., unterstĂŒtzte sie und war daher weder auf die MĂ€tresse noch auf seinen Vater gut zu sprechen. Wilhelmine war am 28. April 1796 zur GrĂ€fin von Lichtenau erhoben worden und wurde am 17. September offiziell bei Hof eingefĂŒhrt. Unterdessen wurde dem König vorgeworfen, er habe mit seiner Verschwendungssucht, den protzigen Bauten und der Freigebigkeit gegenĂŒber MĂ€tressen und GĂŒnstlingen das unter Friedrich dem Großen angesammelte Staatsvermögen sinnlos verschleudert. Friedrich Wilhelm II. starb 53-jĂ€hrig am 16. November 1797 an Brustwassersucht. Die GrĂ€fin von Lichtenau, die den Sterbenden gepflegt hatte, durfte den Toten nicht mehr sehen und wurde unter Hausarrest gestellt. Friedrich Wilhelm III. ließ die ihm verhasste Geliebte des Vaters in die Verbannung nach Glogau bringen und den grĂ¶ĂŸten Teil ihres Vermögens beschlagnahmen.[2]

Denkmal Friedrich Wilhelms II. in Neuruppin

Rezeption

Im 19. Jahrhundert wurde das Bild Friedrich Wilhelm II. zumeist klischeehaft ĂŒberzeichnet und von dem unter ihm herrschenden MĂ€tressen- und GĂŒnstlingswesen bestimmt. Dazu gehören auch seine spiritistischen Neigungen, insgesamt alles Erscheinungen, die bei nĂ€herer Betrachtung als durchaus zeittypisch und vergleichsweise harmlos anzusehen sind. Friedrich Wilhelm II. kam in den elf Jahren seiner Regierung nicht aus dem langen Schatten seines VorgĂ€ngers heraus. Positiv aus preußischer Sicht waren seine Gebietsgewinne aus der Zweiten und Dritten polnischen Teilung und die Verabschiedung des Allgemeinen Landrechts im Jahr 1794, das zwar zu großen Teilen noch unter Friedrich II. erarbeitet worden war, aber von ihm in Kraft gesetzt wurde und bis 1900 GĂŒltigkeit hatte.[5]

FĂŒr die ehemalige Berliner Siegesallee schuf der Bildhauer Adolf BrĂŒtt in der Denkmalgruppe 29 ein Standbild Friedrich Wilhelms II. EnthĂŒllt wurde es am 22. MĂ€rz 1900. BrĂŒtt gelang es, Friedrich Wilhelm II. als bequemen Genussmenschen darzustellen, ohne der Figur die unerlĂ€ssliche königliche WĂŒrde zu nehmen. Die elegante Generalsuniform der Zeit, der Degen und das Ordensband des Schwarzen Adlers betonen die WĂŒrde, wĂ€hrend die legere Haltung, der Spazierstock, die weiche Hand mit wulstigen Fingern und das schwammig gezeichnete Gesicht den Eindruck von KörperfĂŒlle und Dekadenz vermitteln.[6] Als SeitenbĂŒsten waren der Figur Johann Heinrich Casimir von Carmer und Immanuel Kant zugeordnet. Das Denkmal ist, allerdings ohne Kopf, erhalten und ruht zusammen mit weiteren Siegesalleefiguren seit Mai 2009 in der Zitadelle Spandau.

Nachkommen

Erste Ehe 1765–1769: Prinzessin Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-WolfenbĂŒttel. Die Ehe wurde 1769 geschieden. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor:

Zweite Ehe 1769: Prinzessin Friederike Luise von Hessen-Darmstadt, mit dieser hatte er folgende Kinder:

  1. ∞ 1793 Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz
  2. ∞ 1825 Prinzessin Auguste GrĂ€fin von Harrach, spĂ€tere FĂŒrstin von Liegnitz

DarĂŒber hinaus pflegte er neben vielen anderen eine außereheliche Beziehung zu Wilhelmine von Lichtenau, die ihm u. a. seinen Lieblingssohn, den Grafen Alexander von der Mark (1779–1787) schenkte, zudem:

1786 ging der König eine morganatische Ehe mit Julie von Voß (1766–1789) ein. Die beiden hatten eine Sohn Gustav Adolf (1789–1855). Am 12. November 1787 erhob er die Mutter und ihren Sohn zu Grafen von Ingenheim.

Er vermÀhlte sich nach ihrem Tod im Jahr 1790 mit Sophie Juliane Friederike GrÀfin von Dönhoff in einer weiteren morganatischen Verbindung. Aus letzterer ging ein Sohn, Friedrich Wilhelm Graf von Brandenburg (1792-1850) und eine Tochter hervor, GrÀfin Julie von Brandenburg, die ihrerseits durch morganatische Heirat mit Ferdinand von Anhalt-Köthen Herzogin wurde.

Stammtafel

Stammtafel Friedrich Wilhelm II. von Preußen (1744–1797)
Großeltern

Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1688–1740)
∞ 1706
Sophie Dorothea von Hannover (1687–1757)

Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig-Bevern (1680–1735)
∞ 1712
Antoinette Amalie von Braunschweig-WolfenbĂŒttel (1696–1762)

Eltern

August Wilhelm Prinz von Preußen (1722–1758)
∞ 1742
Luise Amalie von Braunschweig-WolfenbĂŒttel (1722–1780)

Friedrich Wilhelm II. (Preußen) (1744–1797)

Ehe mit

∞ 1765
Elisabeth von Braunschweig-WolfenbĂŒttel (1746–1840)

∞ 1769
Friederike von Hessen-Darmstadt (1751–1805)

Kinder

Friederike (1767–1820)
∞ 1791
Friedrich August von York und Albany (1763–1827)

Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770–1840)
∞ 1793
Louise von Mecklenburg-Strelitz (1776–1810)

Ludwig (1773–1796)
∞
Friederike von Mecklenburg-Strelitz (1778–1841)

Wilhelmine von Preußen (1774–1837)
∞ 1791
Wilhelm I. von Oranien-Nassau (1772–1843)

Auguste (1780–1841)
∞
Wilhelm II. von Hessen-Kassel

Heinrich von Preußen (1781–1846)

Wilhelm (1783–1851)
∞
Maria Anna von Hessen-Homburg (1785–1846)

Enkelkinder

–

Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861)
Wilhelm I. (1797–1888)
Charlotte (1798–1860) ∞ Zar Nikolaus I.
Friederike (1799–1800)
Carl (1801–1883)
Alexandrine (1803–1892)
Ferdinand (1804–1806)
Luise (1808–1870)
Albrecht (1809–1872)

Friedrich Wilhelm Ludwig (1794–1863)
Friedrich Carl Georg (1795–1798)
Friederike (1796–1850)

Wilhelm II. (1792–1849)
Friedrich (1797–1881)
Paulina (1800–1806)
Marianne (1810–1883)

?

?

Adalbert (1811–1873)
Elisabeth (1815–1885)
Waldemar (1817–1849)
Marie (1825–1889)

Literatur

Statue von Friedrich Wilhelm II. auf der Burg Hohenzollern
  • David E. Barclay: Friedrich Wilhelm II. (1786–1797). In: Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Preußens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II. Beck, MĂŒnchen 2006, S. 179–196.
  • Wilhelm Moritz Freiherr von Bissing: Friedrich Wilhelm II., König von Preußen. Berlin 1967.
  • Karin Feuerstein-Prasser: Die preußischen Königinnen. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2000.
  • Friedrich Wilhelm II. – Wilhelmine Horster, 
 Ich kĂŒĂŸe dir in Gedanken 
, Briefwechsel, herausgegeben von Sonja Schnitzler, Berlin 2008, ISBN 978-3-928589-22-2
  • v. Hartmann.: Friedrich Wilhelm II.. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 7, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 685–700.
  • Hans Haussherr: Friedrich Wilhelm II.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, S. 558–560.
  • Brigitte Meier: Friedrich Wilhelm II. – König von Preußen (1744–1797). Ein Leben zwischen Rokoko und Revolution. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2007.
  • Hans-Joachim Neumann: Friedrich Wilhelm II. Preußen unter den Rosenkreuzern, Berlin 1997
  • Ernst von Salomon, Die schöne Wilhelmine. Ein Roman aus Preußens galanter Zeit, Rowohlt Verlag 1951

Weblinks

 Commons: Friedrich Wilhelm II â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c  Hans Herzfeld (Hrsg.): Lexikon der Weltgeschichte - Daten und Gestalten. BĂŒchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main, Wien, ZĂŒrich 1970.</span>
  2. ↑ a b c d e f g h Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Abgerufen am 13. Mai 2010.
  3. ↑ Hermann Schmitz: Berliner Baumeister vom Ausgang des achtzehnten Jahrhunderts, Verlag Ernst Wasmuth, Berlin 1925, S. 327, Abbildungen S. 144–147
  4. ↑ Winfried Löschburg: Unter den Linden. Gesichter und Geschichten einer berĂŒhmten Straße, Buchverlag Der Morgen, Berlin 1980, S. 78f.
  5. ↑ a b Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Abgerufen am 14. Mai 2010.
  6. ↑ Uta Lehnert: Der Kaiser und die Siegesallee. RĂ©clame Royale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1998, S. 208 ISBN 3-496-01189-0
VorgÀnger Amt Nachfolger
Friedrich II. KurfĂŒrst von Brandenburg
1786–1797
Friedrich Wilhelm III.
König von Preußen
1786–1797
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