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Fritz Pleines

Fritz Pleines (* 6. Juli 1906 in Stolp[1]; † 30. Juni 1934) war ein deutscher SS-Mann und KZ-Kommandant. Pleines wurde vor allem bekannt als kurzzeitiger Kommandant des Konzentrationslager in Stettin sowie als einer der Getöteten des „Röhm-Putsches“.

Leben und Wirken

Pleines arbeitete ursprünglich als Malergehilfe und Dekormaler. Später war er als Kriminalbeamter bei der Staatspolizei in Stettin tätig. Am 1. März 1930 trat Pleines der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter Partei (NSDAP) bei (Mitgliedsnummer 205.331). Außerdem wurde er Mitglied der Sturmabteilung (SA), der Privatarmee der Partei. Ab 1931 gehörte er auch der Schutzstaffel (SS) an, in der er den Rang eines SS-Truppenführers erreichte.[2]

Ab September 1933 arbeitete Pleines als Aufseher in dem Konzentrationslager, das die SA auf dem Gelände der ehemaligen Vulkan-Werft in Stettin errichtet hatte. In den folgenden Monaten beteiligte Pleines sich an der Misshandlung und Folter von in seiner Obhut befindlichen Häftlingen, wobei sein Vorgesetzter Joachim Hoffmann und sein Kollege Gustav Fink zu seinen engsten Komplizen zählten. Im März 1934 amtierte Pleines als Nachfolger von Karl Salis kurzzeitig als Kommandant des Vulkan-Lagers.[3]

Im April wurde Pleines – wie auch Fink, Hoffmann, Salis und ein Kollege namens Herrmann – wegen der Übergriffe auf die Vulkan-Häftlinge verhaftet und bald darauf vor Gericht gestellt. Während Fink und Hoffmann Gefängnisstrafen erhielten, verurteilte das Landgericht Stettin Pleines am 6. April 1934 wegen Gefangenmisshandlung zu einer fünfjährigen Zuchthausstrafe (unter Verwirkung des Verlustes der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre). Zur Verbüßung derselben wurde er ins Zuchthaus Brandenburg überstellt.[4] Justizgeschichtlich bemerkenswert war die Verurteilung von Pleines, Hoffmann und Fink, da es sich dabei um einen der wenigen Fälle handelt, in denen KZ-Personal wegen der Misshandlung von Häftlingen vom NS-Regime selbst zur Rechenschaft gezogen wurde.

Nachdem am 26. Juni 1934 fälschlich die Begnadigung Pleines’ vermeldet worden war, wurde dieser am 30. Juni aus dem Zuchthaus geholt und erschossen.[5] Während Gruchmanns Darstellung nahelegt, Pleines sei in Brandenburg oder Berlin umgebracht worden, schreibt Tuchel, er sei – mit Hoffmann und Fink – in Stettin getötet worden.[6] Offiziell wurde die Erschießung von Pleines, Hoffmann und Fink mit der von ihnen begangenen „Gefangenenmisshandlung“ begründet.[7] Neben Anton von Hohberg und Buchwald waren die drei die einzigen SS-Angehörigen, die dem „Röhm-Putsch“ zum Opfer fielen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Geburtsjahr und -ort nach Robert Thévoz/ Hans Branig/ Cécile Lowenthal-Hensel: Pommerm 1934/35, 1974, S. 223.
  2. ↑ Klaus Drobisch, Günther Wieland: System der NS-Konzentrationslager, 1933-1939. Akademie Verlag, Berlin 1993, ISBN 9783050008233, S. 98.
  3. ↑ Klaus Drobisch, Günther Wieland: System der NS-Konzentrationslager, 1933-1939. Akademie Verlag, Berlin 1993, ISBN 9783050008233, S. 69.
  4. ↑ Lothar Gruchmann: Justiz im Dritten Reich 1933-1940. 2001, S. 352.
  5. ↑ Lothar Gruchmann: Justiz im Dritten Reich 1933-1940, 2001, S. 352.
  6. ↑ Johannes Tuchel: Konzentrationslager. Organisationsgeschichte und Funktion der Inspektion … 1991, S. 177.
  7. ↑ Lothar Gruchmann: Justiz im Dritten Reich 1933-1940. 2001, S. 364.
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