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Fritz Schwitzgebel

Fritz Schwitzgebel im Reichstagshandbuch 1938

Fritz Schwitzgebel (* 19. September 1888 in Waldmohr; † 19. Juni 1957 in Zweibrücken) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und Oberbürgermeister von Saarbrücken.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Besuch der Volksschule und eines Gymnasiums in Zweibrücken studierte Fritz Schwitzgebel neuere Sprachen in München, Straßburg, Nancy und Bonn sowie an einer nicht näher bezeichneten Universität in England.

Ab 1914 nahm Schwitzgebel als Kriegsfreiwilliger im 22. Bayerischen Infanterieregiment am Ersten Weltkrieg teil. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde er als Leutnant der Reserve im 17. Bayerischen Infanterie-Regiment eingesetzt und mit verschiedenen Kriegsauszeichnungen dekoriert (Eisernes Kreuz I. und II. Klasse, Bayerischer Militär-Verdienstorden IV. Klasse, Verwundetenabzeichen in Schwarz).

Nach den Lehramtsprüfungen 1924 und 1925 war er bis 1935 als Hauptlehrer an der Oberrealschule in Zweibrücken im Schuldienst. Im Januar 1926 trat er der Sturmabteilung (SA) und der NSDAP bei. 1930 amtierte er als stellvertretender Gauleiter, dann bis 1935 als Führer der pfälzischen und saarländischen Sektion der SA, der SA-Brigade 51 (Pfalz-Saar). Später wurde er in der SA noch bis zum Gruppenführer (General) befördert. Schwitzgebel war 1932/33 in der 5. Wahlperiode Mitglied des Bayerischen Landtags.

Am 1. März 1935 wurde Schwitzgebel zum Oberregierungsrat in der Schulabteilung des Reichskommissars für das Saarland ernannt. Am 2. September 1937 wurde Schwitzgebel als Nachfolger des wegen Alkoholproblemen ausgeschiedenen Ernst Dürrfeld zum Oberbürgermeister von Saarbrücken ernannt, ein Amt, das er bis zu seiner Flucht am 20. März 1945 innehatte; von 1940 bis 1944 war er zugleich Leiter der Stadtverwaltung Forbach und des Verwaltungsbezirks Forbach im okkupierten Lothringen. Hinzu kam seine Tätigkeit als Kreisleiter der NSDAP in Kaiserslautern.

Mit der deutschen Besetzung Polens nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er am 24. September 1939 bis 31. Mai 1940, also in der Zeit der ersten Evakuierung Saarbrückens, Stadthauptmann in Radom, sein Distriktgouverneur dort war Karl Lasch.[1]

Vom 12. November 1933 bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 gehörte Schwitzgebel außerdem dem Berliner Reichstag als Abgeordneter der NSDAP mit einem Mandat für den Wahlkreis 27 (Rheinpfalz-Saar) an.

Schwitzgebel wurde nach Kriegsende am 13. Juli 1945 verhaftet, interniert und am 22. Oktober 1948 im Spruchkammerverfahren zu vier Jahren Haft verurteilt. Am 14. April 1949 wurde er mit der Auflage das Saarprotektorat zu verlassen vorzeitig aus dem Internierungslager Theley entlassen. Über eine Entnazifizierung ist nichts bekannt.

Schwitzgebel wurde 1938 zum Ehrenbürger der Stadt Zweibrücken ernannt.

Literatur

  • Hanns Klein: „Fritz Schwitzgebel“, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend Jg. 19, 1971, S. 529.
  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe – Wer war was im Dritten Reich. Arndt-Verlag, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1.
  • Markus Roth: Herrenmenschen. Die deutschen Kreishauptleute im besetzten Polen - Karrierewege, Herrschaftspraxis und Nachgeschichte. Wallstein Verlag : Göttingen 2009. ISBN 9783835304772

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kurzbiografie bei Markus Roth: Herrenmenschen, S. 504.
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