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Unter Fuchsjagd versteht man die Bejagung des Fuchses, in Europa in der Regel des Rotfuchses. Der Fuchs ist in Deutschland ganzjährig jagdbar, wobei die Bundesländer Abweichungen festlegen können. Eine strafbewehrte Ausnahme ergibt sich jedoch grundsätzlich aus dem Bundesjagdgesetz (BJagdG): Hiernach dürfen in den Setz- und Brutzeiten bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden. Da sich bei Füchsen auch die Rüden an der Aufzucht der Jungtiere beteiligen, ist davon auszugehen, dass alle Altfüchse in der Zeit vom 1. März bis mindestens zum 15. Juni für die Aufzucht von Jungfüchsen notwendige Elterntiere im Sinne des Gesetzes sind, sofern das gesamte Geheck nicht vorher erlegt oder gefangen wurde[1]. In Deutschland wurden im Jagdjahr 2005/06 604.452 Füchse erlegt, im Jagdjahr 2006/07 waren es 432.146[2].
Inhaltsverzeichnis |
→ Hauptartikel: Ansitzjagd
Jagd von einem festen Platz aus, z. B. von Hochsitzen. Voraussetzung ist geduldiges Warten und die Berücksichtigung der Windrichtung. Zum Anlocken können Luderplätze eingerichtet werden[3]. Ausführliche Beschreibung bei Kröger (1990)[4] und Claußen (1990)[5].
→ Hauptartikel: Drückjagd
Mehrere Jäger schließen sich zusammen und positionieren sich unter Berücksichtigung der Windrichtung. Jagdhelfer treiben dann den Schützen das Wild zu[3]. Ausführlich bei Kröger (1990)[4].
→ Hauptartikel: Lockjagd
Bei der Lockjagd wird der Fuchs über das Nachahmen der Geräusche von Mäusen, Hasen, Kaninchen oder Rehkitzen angelockt. Die Geräusche werden entweder vom Jäger ohne Hilfsmittel selbst gemacht oder mit Hilfe von Lockinstrumenten[3]. Ausführlich bei Kröger (1990)[4] und Engel (1990a)[6].
Jagd auf den Fuchs während eines „Pirschganges“, sich also den Füchsen langsam nähernd[4].
→ Hauptartikel: Tierfalle
Man unterscheidet zwischen Fallen für den Lebend- und Fallen für den Totfang. Der Einsatz der verwendeten Fallenart ist heute vor allem von der jeweiligen Gesetzeslage abhängig. Je nach Jagd- und Tierschutzrecht des jeweiligen Landes kommen auch heute noch Schlagfallen zu Einsatz, welche durch Druck (z. B. einen Tritt) ausgelöst werden können. Solche Fallen sind in Deutschland bereits seit 1934 verboten. Zulässig sind nur noch Schlagfallen, welche auf Zug auslösen, wodurch gewährleistet werden soll, dass das Tier die Falle nur mit dem Kopf auslösen kann und dadurch sofort getötet wird. Allerdings kann das auch bei solchen Schlagfallen nicht zu hundert Prozent garantiert werden, da Tiere auch mit anderen Körperteilen in die Falle geraten[7].
In Deutschland werden üblicherweise so genannte Schwanenhals-Fallen benutzt, die v. a. bei Altfüchsen erfolgreich sind, während Jungfüchse auch in Kasten-, Knüppel- und Scherenfallen erbeutet werden können. In von Spaziergängern stark frequentierten Revieren können auch Betonröhrenfallen eingesetzt werden, da hier keine Menschen oder Haustiere zu Schaden kommen können. Engel (1990b)[8] meint, dass auf die Fallenjagd nicht verzichtet werden könne, da der Fuchs überwiegend nachtaktiv sei. – Ausführlich bei Kröger (1990)[4] und bei Engel (1990b).
Seitdem die Tollwutgefahr durch die Impfungen eingeschränkt werden konnte und auch die Hunde schutzgeimpft sind, „findet auch diese traditionelle Jagdart wieder ihre Liebhaber.“[3] Sie wird v. a. dann praktiziert, wenn die Füchse auch im Bau sind, also zwischen Dezember und Februar, vorwiegend jedoch in der Aufzuchtszeit der Jungen zwischen April und Juni. Letzteres hat den Vorteil, dass dann mit einem Jagdeinsatz ein relativ effektives Fuchsmanagement (Altfüchse und Jungtiere) möglich ist. Wenn der Fuchs nicht „gesprengt“ (von dem Hund aus dem Bau getrieben) werden kann, wird mit Graben nachgeholfen. Dort, wo wenig „Naturbaue“ vorhanden sind, können Kunstbaue hohen jagdlichen Erfolg bieten. Ausführlich bei Kröger (1990)[4].
→ Hauptartikel: Parforcejagd
Eine Hundemeute sucht, verfolgt und tötet den Fuchs; die Jagdteilnehmer folgen der Meute zu Pferde. In Deutschland ist die Parforcejagd seit 1934 verboten, in Großbritannien seit 2005. Aus der Parforcejagd haben sich die Jagdrennen und das Jagdreiten entwickelt. Bei der Reitjagd wird kein Wild gejagt. Die Reitjagd ohne Hunde heißt Fuchsjagd, mit Hunden spricht man dagegen von Schleppjagd oder Meutenjagd.
Als sich in den 1960er Jahren die Tollwut nach Westeuropa ausbreitete, war die Impfung von Füchsen durch Auslage von Ködern noch nicht entwickelt. Da die Wahrscheinlichkeit der Übertragung bei kleiner Fuchsdichte geringer ist, wurde versucht, die Fuchsbestände zu reduzieren. Schonzeiten wurden auch während der Jungenaufzucht ausgesetzt und viele Baue wurden vergast. Es gelang aber nicht, den Fuchsbestand flächendeckend unter den zur Tollwutausbreitung kritischen Wert von 0,25 bis 1,0 Füchsen pro Quadratkilometer zu reduzieren. Erst mit der Einführung einer Impfmethode konnte die Tollwutausbreitung gestoppt werden.[10]Regional war die Bejagung vereinzelt wirksam,[15]wenngleich umstritten.[20]Heute gilt die Tollwut in weiten Teilen Westeuropas als ausgerottet.[21][22]
Damit eine Fuchspopulation abnimmt, müssen mehr Füchse sterben als Jungfüchse geboren werden und aus anderen Gebieten zuwandern. Die Sterberate muss demnach höher sein als die Populationszuwachsrate. Das ist jedoch nur schwer zu erreichen: Die natürliche Sterblichkeit ist in vielen Wildtierpopulationen hoch, insbesondere bei den Jungtieren. Bei vielen Säugetieren sterben mehr als die Hälfte der Jungtiere, bevor sie ein Jahr alt sind. Daher würden viele (Jung-) Füchse, die durch die Jagd erlegt werden, ohnehin sterben. In Gebieten, wo Füchse erst nach dem Ende einer Schonzeit (z. B. ab 15. Juni wie in der Schweiz) geschossen werden dürfen, kompensiert die Jagd die natürliche Sterblichkeit und hat daher keinen regulierenden Effekt.
Wo Füchse in stabilen Familiengruppen leben, wird der Ausfall der ranghöchsten, sich fortpflanzenden Fähe im nächsten Jahr von einer anderen Füchsin eingenommen. Wird dagegen eine Fähe geschossen, die sich nicht fortpflanzt, hat der Abschuss ohnehin keinen Einfluss auf die Nachwuchszahl. Wird ein Rüde geschossen, füllt schnell ein anderer Rüde diese „Lücke“.
Zudem kann sich die Jagd nicht nur auf die Sterblichkeit, sondern auch auf die Anzahl der Jungtiere, die geboren werden oder überleben, auswirken: So wurde in verschiedenen Studien gezeigt, dass Füchse je nach Situation mehr oder weniger Junge bekommen können. Starke Verluste (auch durch Jagd) können bis zu einem gewissen Grad durch eine Erhöhung der Reproduktion ausgeglichen werden. Durch Abschuss freie Reviere werden schnell durch die Jungfüchse besetzt, die im Herbst vor Ort bleiben oder von außen zuwandern,[10]
Studien in verschiedenen Ländern haben gezeigt, dass hohe Fuchsbestände nur in kleinen Gebieten und nur mit sehr massiven Eingriffen reduziert werden können, und dies auch nur so lange, wie der starke Jagddruck aufrechterhalten wird.[10] Müller (1997)[23] konnte zeigen, dass bei intensiver Fuchsjagd mit drastischen Bekämpfungsmethoden die gewünschte Verringerung des Fuchsbestandes auch eintrat.
Jagd hat einen starken Einfluss auf die Stabilität von Familiengruppen, den Wanderbewegungen v. a. der Jungfüchse sowie dem Verhalten (z. B. Scheue, Meidung der Baue bei intensiv betriebener Baujagd, keine Ausbildung von stabilen Familiengruppen).
Baker & Harris (2006)[24] untersuchten die Wirkung v. a. der Baujagd in Waldgebieten von England und geben an, dass die Zahl der getöteten Füchse grundsätzlich von der Größe der Lokalpopulation abhing (je größer die Lokalpopulation, desto mehr Füchse wurden getötet und umgekehrt), die Verluste wurden aber überwiegend durch Einwanderung von benachbarten Populationen ausgeglichen. Insgesamt konnte nicht bestätigt werden, dass die Fuchsbejagung einen Einfluss auf den Bestand der Füchse im Wald hat, was möglicherweise an der zu geringen Intensität lag.
Heydon & Reynolds (2000)[25] untersuchten die Bedeutung der Fuchsjagd auf regionaler Ebene (> 1000 km²) in 3 unterschiedlichen Regionen in Großbritannien: Mid-Wales (A), East Midlands (B) und East Anglia (C). In den Regionen A und C wurde eine hohe Reproduktionsrate, eine geringe Dichte, eine hohe Jagdintensität und eine hohe Gesamtsterblichkeit der Füchse registriert, in Region B war es umgekehrt. Die Autoren folgern, dass der Einfluss der Jagd je nach Region verschieden ist, abhängig von den benutzten Jagdmethoden, der Jagdintensität und auch der Tradition der Fuchsjagd. Unter bestimmten Bedingungen könne die Jagd aber eine starke Reduzierung der Fuchsbestände bewirken.
Rushton et al. (2006)[26] geben anhand einer Modellierung an, dass die Populationsdichte des Fuchses ohne Jagd eng mit der Lebensraumkapazität und der Einwanderung von Nachbarpopulationen zusammenhing. Von den Jagdmethoden war die Baujagd in der Reduzierung der Fuchsdichte am effektivsten. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine Kontrolle der Fuchspopulationen nur möglich bzw. sinnvoll ist, wenn die Einwanderung von außen ebenfalls kontrolliert werden kann.
Consiglio (2001)[20] berichtet, dass in Japan ein groß angelegtes Programm zur Kontrolle der Fuchsvermehrung zu einer Änderung im Zahlenverhältnis der Geschlechter und zu einer relativen Zunahme der Jungtiere führte.
Spittler (1990)[15] führt bezüglich der Schwanenhals-Falle aus, dass „die überwiegende Mehrzahl“ der gefangenen Tiere tot aufgefunden wird. Es sei jedoch unklar, ob die Füchse sofort beim Zuschlagen der Fangbügel getötet werden. Die Tierschutzprobleme seien „dringend zu klären“, wenn der Fallenfang erhalten werden soll. Spittler bewertet die von ihm entwickelte Betonrohrfalle, in der der gefangene Fuchs bis zum Töten in Dunkelheit ruhig gehalten wird, als tierschutzgerecht; zudem erfülle sie die Bedürfnisse der Jagd: „Das Spitzenergebnis belief sich bisher auf 18 Füchse in einer derartigen Falle in zwei Jahren.“ Engel (1990b)[8] meint, dass „moderne, gute Fanggeräte (…) keinesfalls mittelalterliche Foltergeräte, sondern hochwertige Jagdwerkzeuge“ seien.
Eine Schliefanlage ist ein künstlicher Fuchsbau mit zahmen Füchsen zur Ausbildung von Jagdhunden. Neumann (1990)[27] meint zunächst, dass die Fuchsjagd notwendig sei, und führt dann aus, dass die bloße Anwesenheit des Hundes im Bau für den Fuchs keine Belastung darstelle, da der Fuchs zahm sei. Jedoch könne es in zwei Ausbildungsphasen im Bau zu erheblichen Verletzungen beim Fuchs kommen. Neumann macht für die kritischen Phasen weniger gefährliche Vorschläge. Insgesamt sei aber die Vorbereitung von Teckeln an einer Schliefanlage sinnvoll und aus Tierschutzgründen dem Hund gegenüber notwendig.
Fox et al. (2003)[28] untersuchten die Treffsicherheit von unerfahrenen, angelernten und erfahrenen Jägern auf sich bewegende Papiersilhouetten eines Fuchses. Anhand der Lage der Einschusslöcher und der errechneten Eindringtiefe der Geschosse wurde abgeleitet, dass unter normalen Geländebedingungen der Anzahl geschossener Füchse mindestens dieselbe Anzahl von verwundeten Füchsen, die nicht aufgefunden werden, entspricht. Außerdem ergab sich, dass mit zunehmender Erfahrung der Jäger die Rate der geschossenen Füchse anstieg bei unverändertem Anteil der als „verwundet“ gewerteten Silhouetten.
Mester[29] behauptet, dass der von ihm entwickelte Kunstbau neben den jagdlichen Erfolgen auch den „sehr hohen Tierschutzansprüchen“ gerecht werde, „da die Füchse den optimalen Fluchtweg schnellstens nutzen und direkter Kontakt zwischen Hund und Fuchs wirksam vermieden wird.“