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| Fulfulde (Ful, Fula, Fulani, Peul, Poular/Pulaar) | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Mauretanien, Senegal, Mali, Guinea, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Kamerun, Gambia
sowie teilweise in: | |
| Sprecher | 13–25 Millionen | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | | |
| Sonstiger offizieller Status in: | | |
| Anerkannte Minderheitensprache in: | | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
ff | |
| ISO 639-2: |
ful | |
Fulfulde (auch Ful; engl. Fula/Fulani, frz. peul) gehört zum atlantischen (auch „westatlantischen“) Zweig der Niger-Kongo-Sprachen. Der östliche Dialekt der Sprache wird Ful oder Fulfulde genannt, der westliche Dialekt oft Poular oder Pulaar.
Eine relativ nah verwandte Sprache ist das Wolof.
Der Language Code ist ff bzw. ful (nach ISO 639).
Inhaltsverzeichnis |
Ful wird in einem langen Band durch den Sahel und der Savanne vom Senegal und Guinea bis nach Sudan gesprochen. Größere Gebiete, in denen Ful gesprochen wird, sind das Futa Jalon, das Fouta Toro, die Massina im Niger-Binnendelta um Djenné sowie Nordnigeria, Südniger und vor allem Nordkamerun (Hochland von Adamaua), wo es als Lingua franca dient. Das Ful gehört neben dem Hausa zu den weitestverbreiteten Sprachen (West)-Afrikas. Ful wird von ca. 7.300 Personen in kleinen Gruppen im Norden Ghanas gesprochen.[1] Die bedeutendste Fulfulde-Poetin ist Nana Asma’u (1793 - 1864).
Das Ful wird in mehreren Staaten der Sahara und des Sahel gesprochen von:
Die folgende Übersicht ordnet die Dialektgruppen des Fulfulde und gibt ihre Sprecherzahlen und Verbreitungsgebiete an.
Die Dialekte des Fulfulde:
Das Ful gehört zu den Sprachen mit Nominalklassensystem, wobei es über 24 Nominalklassen verfügt. Die interessanteste Nominalklasse ist die Personenklasse, die die Suffixe -’o, Plural: -ɓe aufweist, die in der ganzen Sprachfamilie verbreitet sind und ihr Äquivalent in Bantu mu-, Plural: ba- haben und in der Form muntu, Plural: bantu „Mann“, „Männer“ dem ganzen Bantu-Sprachzweig seinen Namen gaben (bekannt ist dieses Präfix z. B. im Namen Watussi, eigentlich eine Pluralform von Tutsi).
Darüber hinaus verfügt das Ful, ähnlich dem in keiner Weise verwandten Keltischen, über sogenannte Anlautmutationen (wie auch andere atlantische Sprachen). Typisch für das Fulfulde sind auch sogenannte Implosiv-Laute.
Anhand des Fulfulde-Dialekts in Maroua in Nordkamerun lassen sich einige Charakteristika dieser Sprache erklären. Dazu gehören das System der Nominalklassen, die Anlautpermutation, das Verbalsystem und der Verb–Adjektiv-Dualismus.
Keine andere Sprache in Kamerun kennt ein Nominalklassensystem. Hier zeigt sich die Verwandtschaft des Fulfulde mit den Sprachen des Senegaltales, wie zum Beispiel Wolof oder Serer. Man nimmt an, dass die Fulbe nach ihrer Ankunft in dieser Region (um Christi Geburt) durch den Kontakt mit den ortsansässigen Völkern die Nominalklassen in ihre Sprache integrierten.
Im Fulfulde von Nordkamerun gibt es 22 Nominalklassen, die aktiv verwendet werden. Drei weitere (kal und ngum dienen alle als Diminutive, kol hat nur ein einziges Grundwort) werden nur noch äußerst selten gebraucht. Die einzelnen Klassen werden nach der Permutation des Anfangskonsonanten in 3 Gruppen (Anlautstufen) eingeteilt. In jeder Klasse gibt es 4 mögliche Suffixe, die je nach dem Typ des Wortstamms an diesen angehängt werden. Dies bedeutet, dass ein Wortstamm in allen Klassen immer eine Endung aus derselben Suffixstufe verlangt.
Dies ist eine große Klasse, in der sich viele belebte und unbelebte Wörter finden. Die Suffixstufen sind -re, -re, -de und -nde, der Plural wird fast ausschließlich über die Klasse ɗe gebildet.
Dies ist eine fast ebenso große Klasse. Sie besitzt die Suffixstufen -ru, -ru, -du und -ndu. Da suudu (Haus, Zimmer) in diese Klasse gehört, finden sich hier auch alle anderen Hausarten. Dasselbe trifft ebenfalls auf Vögel (sonndu) zu. Die Wörter dieser Klasse gehen im Plural in die Klasse ɗi über.
Im Kontrast zu den vorangegangenen Klassen hat diese nur sehr wenige Grundwörter. Zu ihr gehören nagge (Hausrind), yiite (Feuer), naange (Sonne) sowie einige wenige Abstrakta, die auf -ye enden, wie z. B. hinnuye (Gnade) und wasuye (Ratschlag). Gleichzeitig werden aus diesen wenigen Wörtern eine Vielzahl von Ableitungen gebildet, denn das Fulfulde ist – wie nur wenige Sprachen – reich an Wörtern für Kühe. Die Suffixstufen sind -e, -ye, -ge und -nge, der Plural wird meist über die Klasse ɗi gebildet.
In diese Klasse gehören alle geflochtenen Dinge: daago (Matte), sekko (Grasmatte), saɓɓo (Nest), faɗo (Sandale), des Weiteren konkrete Wörter wie maayo (Fluss), wuro (Dorf), luumo (Markt) und abstrakte wie suuno (Habgier) und muuyo (Wille). Die Suffixstufen lauten -o, -wo, -go und ngo, der Plural wird je nach Wort über die Klasse ɗe oder die Klasse ɗi gebildet.
Das Stammwort dieser Klasse ist haako (Blatt einer Pflanze, Sauce). Deshalb gehören alle Arten von Blättern, ob von Bäumen, Sträuchern oder Gras, in diese Gruppe: ɓokko (Afrikanischer Affenbrotbaum), giligannjaaho (Moringa). Eine der wenigen Ausnahmen dieser Klasse ist hunnduko (Mund). Die Suffixstufen sind -o, -ko, -ko und -ko, der Plural wird entweder über die Klasse ɗe oder die Klasse ɗi gebildet.
In dieser Klasse befinden sich alle Plurale der Personenklasse ’o. Das Suffix ist in allen Stufen -ɓe, wobei die Wörter, die im Singular auf -jo enden, im Plural zum großen Teil das Suffix -’en erhalten, z. B. jaamanjo – jaaman’en (der Deutsche, die Deutschen).
Zu den charakteristischen Wörtern dieser Klasse gehören leggal (Holz) und i’al (Knochen). Alle Knochen des Körpers, alle Holzarten sowie viele aus Holz gemachte Dinge sind hier zu finden: koombowal (Boot), dammugal (Tür), koromwal (Stuhl, Hocker), balawal (Schulter), korlal (Schienbein). Einige große Vögel, vor allem Geier, Störche, Reiher und Nashornvögel, gehören ebenfalls hierher: dutal (Wollkopfgeier), nyaalal (Kuhreiher), gagarammawal (Sattelstorch), gurɓallowal (Hornrabe). Die Suffixstufen sind -al, -wal, -gal und -ngal, der Plural wird meist über die Klasse ɗe gebildet.
Dies ist die am häufigsten gebrauchte Diminutivklasse. Man kann jedes Wort kleiner oder niedlicher erscheinen lassen, indem man es hierher transferiert:
Die Suffixstufen lauten -el, -yel, -gel und -ngel, der Plural wird ausschließlich über die Klasse kon (dritte Anlautstufe) gebildet.
In dieser Klasse finden sich sehr viele konkrete Begriffe, die sich durch ihre Länge auszeichnen: laawol (Weg), mahol (Mauer), ɓoggol (Strick), meetaleewol (Turban), ngapaleewol (langes Gewand). Einige abstrakte Begriffe aus dieser Klasse sind: kulol (Angst) und peewol (feuchte Kälte). Die Suffixstufen lauten –ol, -wol, -gol und -ngol, der Plural wird meist über die Klasse ɗi, vereinzelt auch über die Klasse ɗe gebildet.
Das charakteristische Wort dieser Klasse ist lekki (Baum, Pflanze). Da man traditionell Medizin aus Pflanzen herstellt, ist die dritte Wortbedeutung „Medikament“ oder „Heilmittel“. Alle Bäume und Sträucher sind in dieser Klasse zu finden: jaɓɓi (Tamarindenbaum), gelleehi (Dumpalme), bantaahi (Weißer Kapokbaum), ɓokki (Affenbrotbaum). Viele spitze oder scharfe Gegenstände haben ihre Heimat ebenfalls in dieser Klasse: laɓi (Messer), kaafaahi (Schwert). Die Suffixstufen sind -i, -hi, -ki und -ki, der Plural wird zum großen Teil über die Klasse ɗe gebildet.
Diese Klasse ist die sogenannte Neutralklasse. Sie beinhaltet viele aus Verben abgeleitete Wörter, die meist adjektivische oder partizipische Bedeutung haben: booɗɗum (gut, schön), garanɗum (Zukunft), bi’eteeɗum (die Dinge, von denen man gerade spricht), ɗuuɗɗum (viel, zahlreich). Die Klasse ɗum wird auch immer dann verwendet, wenn man beim Sprechen nicht ganz sicher ist, welche Klasse man benutzen soll. Sie wird vor allem von Nichtmuttersprachlern gerne benutzt. Die Suffixstufen sind -um, -jum, -ɗum und -ɗum, der Plural wird meist über die Klasse ɗe gebildet.
In diesen beiden Klassen findet man alle Plurale der Sachenklassen. Im Ostful, zu dem auch der Dialekt von Maroua gehört, kann man zum Übergang von der Singular- zur Pluralklasse folgendes Schema aufstellen:
| nde, ngo, ngal, ki und ɗum | Plural mit ɗe |
| ndu, nga, nge, ngu | Plural mit ɗi |
| ngol, ka, ɗam | Plural meistens mit ɗi |
| ndi und ko gehen je zur Hälfte nach ɗe und ɗi über | |
Die Suffixstufen sind: -e, -je, -ɗe, -ɗe für die Klasse ɗe und -i, -ji, -ɗi und -ɗi für die Klasse -ɗi. Statt der Suffixe -e und -i findet man manchmal auch -le oder -li: fattude – pattule (Stadtviertel), ɓunndu – ɓulli (Brunnen).
Im Singular sind alle Personensubstantive in dieser Klasse beheimatet. Hierzu einige Beispiele, jeweils mit der Plural in der Klasse ɓe:
Wörter, die aus einer Tätigkeit abgeleitet sind, enden meist auf -wo:
Die Suffixstufen sind -o, -jo, -ɗo und -ɗo, der Plural wird nur über die Klasse ɓe gebildet.
Zur zweiten Anlautstufe gehören auch noch folgende, wenig gebrauchte Klassen:
Das einzige echte Substantiv in dieser Klasse ist nyalahol (Kalb).
Dies ist ebenfalls eine Diminutivklasse (vgl. oben ngel), die darin verwendeten Wörter werden als winzig, kümmerlich, kläglich oder geringwertig bezeichnet.
Dies ist eine weitere Diminutivklasse. Sie gibt an, dass etwas in einer geringen Menge vorhanden ist.
Dies ist die Klasse der Körner. Zu ihr gehören z. B. gawri (Hirse), maaroori (Reis), alkamaari (Weizen und alles, was man daraus macht): kuroori (Mehl), nyiiri (Hirsebrei), mbusiri (flüssiger Hirsebrei). Eine andere große Wortgruppe in dieser Klasse sind männliche Tiere wie agugumri (Hahn), ngaari (Stier), njawdi (Ziegenbock). Des Weiteren nimmt diese Klasse zahlreiche konkrete und abstrakte Wörter auf: comri (Müdigkeit), pinndi (Blume), kangeeri (Gold), ndemri (Ackerbau). Die Suffixstufen sind -ri, -ri, -di und -ndi, der Plural wird je zur Hälfte über die Klasse ɗe und die Klasse ɗi gebildet.
Diese Klasse ist eine Augmentativklasse, d. h., sie wird benutzt, um Begriffe größer zu machen. Sie beinhaltet vor allem große, oft wilde Tiere wie mbarooga (Löwe), nyiiwa (Elefant) und tireewa (Giraffe), aber auch Haustiere wie mbeewa (Ziege), mbaala (Schaf) und ngeelooba (Kamel). Diese Klasse wird ebenfalls benutzt, um aus Verben Substantive zu bilden: wooɗgo – mbooɗeenga (Güte), teddugo – teddeenga (Gewicht). Die Suffixstufen sind -a, -wa, -ga und -nga, der Plural wird meist über die Klasse ɗi gebildet.
Auch in dieser Klasse findet man viele Tiere. Da liingu (Fisch) hierher gehört, werden alle Fische zu dieser Klasse gerechnet. Des Weiteren findet sich hier ngabbu (Flusspferd), ndaw(u) (Strauß), puccu (Pferd), ngilngu (Raupe, Wurm, Made, Larve, Bakterium, Virus). Nahrungsmittel, die unter der Erde wachsen, werden ebenfalls hier eingeordnet: mbiriiwu (Erdnuss), ɓulumwu (Yamswurzel), ngalaawu (Erderbse). Einige abstrakte Begriffe in dieser Klasse sind nyaw(u) (Krankheit) und sawtu (Stimme). Die Suffixstufen sind -u, -wu, -gu und -ngu, der Plural wird immer über die Klasse ɗi gebildet.
Dieser Klasse kann man keine bestimmte Wortklasse zuordnen. Konkrete Begriffe aus dieser Klasse sind ngesa (Feld), ngaska (Loch), sirla (Hose). Abstrakte Begriffe sind z. B. daliila (Grund), asama (Himmel), ɗomka (Durst), alaama (Zeichen). Die Suffixstufen sind -a, -ha, -ka und -ka, der Plural wird entweder über die Klasse ɗe oder die Klasse ɗi gebildet.
Alle Wörter, die im Singular in die Klasse ngel gehören, gehen im Plural in die Klasse kon über. Die Suffixstufen sind -on, -hon, -kon und -kon.
Diese Klasse enthält alle Flüssigkeiten, Fette und Milchprodukte. Einige Beispiele sind: ndiyam (Wasser), nebbam (Öl, Benzin), kosam (Milch), njaram (Getränk), mbosam (gelbes Knochenmark), ’yi’yam (Blut), enɗam (Muttermilch, übertragen: Mutterliebe); sukkar (Zucker) und mannda (Salz) gehören ebenfalls dazu, da sie sich in Flüssigkeiten auflösen. Die Suffixstufen sind -am, -jam, -ɗam und -ɗam, der Plural wird meist über die Klasse ɗi gebildet.
| Bedeutung | Anlautstufe | Klassen |
|---|---|---|
| Sachenklassen - Singular | 1. | nde, ndu, nge, ngo, ko |
| Sachenklassen - Singular | 2. | ngal, ngol, ki, ɗum (kol) |
| Sachenklassen - Singular | 3. | ndi, nga, ngo, ka, ɗam |
| Sachenklassen - Plural | 2. | ɗe und ɗi |
| Personenklasse - Singular | 2. | ’o |
| Personenklasse - Plural | 1. | ɓe |
| Diminutivklassen - Singular | 2. | ngel, (ngum, kal) |
| Diminutivklasse - Plural | 3. | kon |
| Augmentativklasse - Singular | 3. | nga |
(mit je einem Beispiel eines Wortstammes)
| Anlautstufe | Klasse | 1. hes- (neu) | 2. woɗ- (rot) | 3. wor- (männlich) | 4. wul- (heiß) |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | nde | hesre | woɗeere | worde | wulnde |
| 1. | ndu | hesru | woɗeeru | wordu | wulndu |
| 1. | nge | hese | woɗeeye | worge | wulnge |
| 1. | ngo | heso | woɗeewo | worgo | wulngo |
| 1. | ko | heso | woɗeeho | worko | wulko |
| 1. | ɓe | hes'be | woɗeeɓe | worɓe | wulɓe |
| 2. | ngal | kesal | boɗeewal | gorgal | gulngal |
| 2. | ngel | kesel | boɗeeyel | gorgel | gulngel |
| 2. | ngol | kesol | boɗeewol | gorgol | gulngol |
| 2. | ki | kesi | boɗeehi | gorki | gulki |
| 2. | ɗe | kese | boɗeeje | gorɗe | gulɗe |
| 2. | ɗi | kesi | boɗeeji | gorɗi | gulɗi |
| 2. | 'o | keso | boɗeejo | gorko * | gulɗo |
| 2. | ɗum | kesum | boɗeejum | gorɗum | gulɗum |
| 3. | ndi | kesri | mboɗeeri | ngordi | ngulndi |
| 3. | nga | kesa | mdoɗeewa | ngorga | ngulnga |
| 3. | ngu | kesu | mboɗeewu | ngorgu | ngulngu |
| 3. | ka | kesa | mboɗeeha | ngorka | ngulka |
| 3. | kon | keson | mboɗeehon | ngorkon | ngulkon |
| 3. | ɗam | kesam | mboɗeejam | ngorɗam | ngulɗam |
* Die Wortendung in der dritten Suffixstufe lautet normalerweise -ɗo, die Form hier heißt aber gorko (Mann).
Auch wenn diese Tabelle auf den ersten Blick verwirren mag, so gibt es doch viele Ähnlichkeiten zwischen den Gruppen bezüglich der Suffixstufen:
| nde, ndu und ndi |
| nge, ngo, nga und ngu |
| ko, ki und ka |
| ngal, ngel und ngol |
| ɗe, ɗi und ’o |
| ɗum und ɗam |
Ein weiteres Charakteristikum des Fulfulde ist die Permutation. In Bezug auf Sprachen versteht man darunter die Veränderung von Lauten eines Wortstammes, je nachdem in welchem grammatikalischen Zusammenhang sie stehen. August Klingenheben schreibt dazu Folgendes: "Ein wichtiges, den grammatischen Aufbau beherrschendes morphologisches Charakteristikum des Ful stellt eine Lautveränderung dar, die wir unter dem Namen Permutation zusammenfassen."
Man unterscheidet als Unterformen die Anlautpermutation, welche beim ersten Laut des Wortes auftritt und entscheidend für die Einordnung ins Nominalklassensystem ist, und die Inlautpermutation, welche den Anlaut der Klassensuffixe bestimmt.
Im Fulfulde gibt es eine Anzahl von Lauten, die der Permutation unterliegen. Dabei unterscheidet man, in wie vielen Anlautstufen die Laute verändert werden.
| 1. Anlautstufe | 2. Anlautstufe | 3. Anlautstufe |
|---|---|---|
| w | b | mb |
| w | g | ng |
| y | j | nj |
| y | g | ng |
| r | d | nd |
w und y haben zwei verschiedene Permutationswege. Bei w findet man den Weg über b zu mb zum Beispiel bei wi’go (sagen), wamgo (tanzen) oder weergo (jemanden beherbergen). Der Weg über g nach ng wird unter anderem bei wargo (kommen), wurtaago (herausgehen) und waddugo (bringen) benutzt. Es gibt hier keine klare Regel, um Wortstämme dem Permutationsweg zuzuordnen. Bei y ist dies anders. Folgt dem Vokal ein a, o oder u, so wird der Weg über j zu nj gewählt, wie z. B. yargo (trinken), yoofgo (los-/fallen lassen) oder yuuwgo (durchbohren). Verben wie yi’go (sehen) oder yettugo (danken) sind Beispiele für die Permutation über g zu ng vor e und i. Es ist sehr zweckmäßig (wie zBsp mitunter in Pulaar "inoffiziell" vorkommt), neben dem w (eher wie u gesprochen und nach g, ng permutierend) ein v (eher wie w gesprochen und nach b, mb gehend) zu benutzen.
| 1. Anlautstufe | 2. Anlautstufe | 3. Anlautstufe |
|---|---|---|
| f | p | p |
| h | k | k |
| s | c | c |
Es gibt zwei Ausnahmen von diesem System: Die Verben hokkugo (geben) und laarugo (an-/zuschauen) permutieren über d zu nd.
Die Permutation tritt in verschiedenen Zusammenhängen auf.
Da im Fulfulde die Endungen des konjugierten Verbs für alle Personen dieselben sind, dient die Permutation zur Unterscheidung zwischen den Personen des Singular und des Plural.
| mi wi’i - ɓe mbi’i | ich sagte – sie sagten |
| o wari – on ngari | er/sie kam – ihr kamt |
| a yaran – en njaran | du wirst trinken – wir (inkl.) werden trinken |
| mi yi’i – min ngi’i | ich sah – wir (exkl.) sahen |
| moota ranwi – defte ndanwi | das Auto ist weiß – die Bücher sind weiß |
| a foofi – ɓe poofi | du atmetest – sie atmeten |
| o huli – on kuli | er hatte Angst – ihr hattet Angst |
| mi soodi – en coodi | ich kaufte – wir (inkl.) kauften |
Die Eingangskonsonanten b, d, g und j unterliegen nicht der Permutation, werden jedoch im Plural der Verben pränasalisiert (ein Nasallaut wird dem Konsonanten vorangestellt):
| mi dilli – ɓe ndilli | ich ging fort – sie gingen fort |
| a jalan – on njalan | du wirst lachen – sie werden lachen |
Jedes Substantiv geht beim Wechsel vom Singular zum Plural in eine neue Klasse über. Damit geht in den meisten Fällen ein Wechsel der Anlautstufe einher und somit auch eine Anlautpermutation. Verschiedene substantivische Ableitungen eines Wortstammes können ebenfalls in verschiedenen Klassen mit unterschiedlichen Anlautpermutationen auftreten.
| Singular | Klasse | Plural | Klasse | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| wamnde | nde | bamɗe | ɗe | Esel |
| wookaandu | ndu | gookaali | ɗi | Schrei |
| jurumɗo | ’o | yurumɓe | ɓe | erbarmungswürdige Person |
| yenaande | nde | genaale | ɗe | Grab, Grabstätte |
| hasre | nde | kase | ɗe | Haufen, Stapel |
| pemmboowo | ’o | femmbooɓe | ɓe | Barbier, Haarschneider |
| sonndu | ndu | colli | ɗi | Vogel |
| demoowo | ’o | remooɓe | ɓe | Ackerbauer |
Als Beispiel für die Ableitung in verschiedenen Klassen soll uns die Wurzel SAS- dienen:
| caski | der Baum Faidherbia albida |
| sasre | die Frucht des Baumes |
| casal | das Holz des Baumes |
| casol | die Wurzel des Baumes |
| casɗe | Plural für Bäume, Holz und Früchte |
Die sogenannte Fulistik, die von August Klingenheben begründet wurde, ist heute ein Teil der Afrikanistik.
Es gibt weitere Bücher, die sich mit verschiedenen Dialekten des Fulfulde beschäftigen. Einige davon sind eher linguistischer Natur, andere sind eher Sprachkurse. Wer des Französischen mächtig ist, dem seien die Bücher von Père Dominique Noye empfohlen. Er hat nicht nur einen Sprachkurs des Diamaré-Dialektes herausgegeben, sondern auch Sprichwörter und Geschichten gesammelt.