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| Friaulisch (Furlan) | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Italien | |
| Sprecher | 600.000 | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
- | |
| ISO 639-2: |
fur | |
| ISO 639-3: |
fur | |
Das Furlanische oder Friaulische oder auch Friulanische (furlanisch: furlan, italienisch: friulano) ist eine romanische Sprache. Furlanisch wird im italienischen Friaul von etwa 600.000 Menschen gesprochen und ist dort als regionale Amts- und Schulsprache anerkannt. Es wird teilweise als Literatursprache genutzt.
Nach einigen Forschern bildet das Furlanische mit dem (Dolomiten-)Ladinischen und dem BĂŒndnerromanischen die Gruppe der rĂ€toromanischen Sprachen. Diese Theorie ist jedoch bis heute sehr umstritten (siehe Questione Ladina).
Fast alle Sprecher des Furlanischen beherrschen auch die italienische Sprache.
Auch die in der Gegend von Görz lebenden Slowenen und die Angehörigen der kleinen deutschsprachigen Minderheit im Friaul nutzen mehrheitlich Furlanisch als Zweit- oder Drittsprache neben Slowenisch oder Deutsch und Italienisch.
Inhaltsverzeichnis |
Die UrsprĂŒnge des Friaulischen sind Ă€uĂerst unklar. Ein Streitpunkt ist dabei der Einfluss des um Aquileia gesprochenen Lateins; von einigen Seiten wird behauptet, dass diverse Merkmale spĂ€ter ins Friaulische ĂŒbernommen wurden. Allerdings weisen die in dieser Gegend gefundenen Inschriften lediglich auf Abweichungen vom Standard-Latein hin, von denen die meisten im restlichen Römischen Reich ebenfalls gelĂ€ufig waren. Da die Ureinwohner des Friauls Karnier waren, war bis zur Ankunft der Römer im Jahr 181 v. Chr. diese VarietĂ€t des Keltischen am weitesten verbreitet. Der Anteil des keltischen Substrats am modernen friaulischen Wortschatz ist jedoch gering; lediglich die Ortsbezeichnungen lassen oft keltischen Ursprung erkennen (z. B. Ortsnamen auf â-accoâ oder â-iccoâ). Der Einfluss des Langobardischen ist auch sehr gering, woraus geschlossen werden kann, dass sich das Friaulische um das Jahr 1000 entwickelte, etwa zur selben Zeit wie andere Dialekte, die sich vom Standard-Latein abspalteten (siehe VulgĂ€rlatein). Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen des Friaulischen sind in Verwaltungsakten des 13. Jahrhunderts zu finden. Diese Aufzeichnungen tauchen im folgenden Jahrhundert jedoch noch hĂ€ufiger auf, als auch erste literarische Zeugnisse in Erscheinung treten (so z. B. die âFrammenti letterariâ).
Besonders bemerkenswert ist hier die Existenz einer Zweikasusflexion wie auch im Altfranzösischen und Altokzitanischen. WĂ€hrend die anderen altromanischen Sprachen (bis auf das RumĂ€nische) die Nominalflexion völlig eliminiert haben, erhielt das Altfriaulische eine Zweikasusflexion. Diese hatte einen Fall fĂŒr den Nominativ und einen weiteren fĂŒr alle weiteren Kasus. Dadurch ergab sich folgende Opposition:
| Zweikasusflexion | ||
|---|---|---|
| Kasus | Singular | Plural |
| Casus Rectus | murs | mur |
| Casus Obliquus | mur | murs |
Im Altfranzösischen sah die Opposition Rectus vs. Obliquus analog aus: murs/mur âdie Mauerâ/âdie Mauernâ (Nominativ), mur/murs âder Mauerâ/âden Mauernâ (Akkusativ). Das Friaulische des 14. Jahrhunderts Ă€hnelt im Wortschatz noch stark dem Lateinischen und ist in Texten wie dem Quaderno di Foncasio da Gemona (1336-37) stark latinisiert. So finden sich hier Formen wie ego fĂŒr neufriaulisch jo (dt. âichâ), filius fĂŒr neufriaulisch fi (dt. âSohnâ) oder die fĂŒr neufriaulisch di (dt. âTagâ). Der Wandel a > e ist ebenfalls noch nicht vollzogen, so finden sich etwa Formen wie glesia, chasa fĂŒr neufriaulisch glesie, cjase (âKircheâ/âHausâ). Der Artikel lautet hĂ€ufig lu und im Plural li, wo heute im Standard il bzw. i stehen. Die fĂŒr das Friaulische so typische Fusion von Artikel und PrĂ€position zu ArtikelprĂ€positionen ist noch nicht vollzogen. So finden sich etwa im Registro dei Pelliciai di Udine (zwischen 1400 und 1430 verfasst) Formen wie in lo und in lu statt neufriaulisch intal (âin demâ, âimâ) etc. Die schriftlichen Aufzeichnungen unterstreichen jedoch bereits die Existenz der fĂŒr das Friaulische typischen Palatalisierung von /k/ vor /a/: altfriaulisch la chasa fĂŒr neufriaulisch la cjase (âdas Hausâ). Eine Ă€hnliche Palatalisierung findet sich sonst auch im Französischen.
Beispiel fĂŒr einen altfriaulischen Text (Quaderno di Odorlico da Cividale, 1360 ca., Karte 10r, Abgedruckt in Vicario (2005: 104))
Der berĂŒhmte Sprachforscher Graziadio Isaia Ascoli vertrat im Jahre 1871 die Vorstellung von einer Einheit zwischen Ladinisch, BĂŒndnerromanisch und Friaulisch. Dieser Theorie zufolge gehören jene drei Sprachen derselben Familie an, die sich in der Vergangenheit von der Schweiz ĂŒber Muggia bis nach Istrien erstreckte. Heutzutage lassen sich diese drei Sprachen nur noch als voneinander isolierte Inseln erkennen, wobei das Friaulische vor allem stark vom Deutschen beeinflusst worden ist. Der Sprachwissenschaftler Francescato behauptete darĂŒber hinaus, dass das Venetische bis zum 14. Jahrhundert viele phonetische Merkmale mit dem Friaulischen und Ladinischen gemeinsam hatte. Die heute am meisten vertretene Meinung ist, dass die oben genannten Sprachen ursprĂŒnglich zwar zur selben Familie gehörten, aber sich vor vielen Jahrhunderten bereits auseinanderentwickelten. AuĂerdem gibt es viele Merkmale, welche von Ascoli als typisch rĂ€toromanisch angesehen wurden, ebenfalls in norditalienischen VarietĂ€ten.
Friaulisch wird heutzutage vor allem in den Provinzen Pordenone, Udine und in den karnischen Alpen gesprochen. Weit verbreitet ist es darĂŒber hinaus in der Provinz Gorizia und im Osten der Region Venetien. In der Vergangenheit war das Friaulische jedoch noch weiter verbreitet, da es auch in Triest und Muggia gesprochen wurde.
Bis in die 1960er Jahre war Friaul eine Gegend, die von hoher Armut geprĂ€gt war, weshalb viele Einwohner nach Frankreich, Belgien und in die Schweiz auswanderten. AuĂereuropĂ€ische Emigrationsziele waren Kanada, Australien, Argentinien, Brasilien, die USA und SĂŒdafrika. Dort gibt es auch Gemeinschaften friaulischer Emigranten (âFogolĂąr furlanâ), die ihre Traditionen und vor allem die friaulische Sprache aufrechterhalten wollen.
Die ersten Schriftzeugnisse des Friaulischen reichen bis in das 13. Jahrhundert zurĂŒck und sind meist wirtschaftlicher oder juristischer Natur. Vor allem im verwaltungstechnischen Bereich sind viele Beispiele zu finden, in denen Latein und Friaulisch nebeneinander verwendet wurden. Die ersten literarischen Erzeugnisse bestehen aus Liebesdichtung des 14. Jahrhunderts, welche wohl vom Dolce Stil Novo inspiriert worden war. Das berĂŒhmteste Werk dieser Zeit stellt âPiruç myĂČ doç inculuritâ (âMeine sĂŒĂe, farbige Birneâ) dar, das von einem anonymen Autor aus Cividale del Friuli um 1380 verfasst worden war.
| Originaltext | Ăbertragung in modernes Friaulisch |
| Piruç myĂČ doç inculurit
quant yĂČ chi viot, dut stoi ardit |
Piruç mio dolç inculurßt
cuant che jo ti viĂŽt, dut o stoi ardĂźt |
Da sich bei der Ăbertragung nur wenige Unterschiede ergeben, kann man davon ausgehen, dass sich die Sprache nicht ĂŒber die MaĂen weiterentwickelt hat. Abgesehen von obsoleten Wörtern (so z. B. dum(n) lo) hĂ€tte ein moderner Friaulisch-Sprecher keine Probleme, dieses Gedicht zu verstehen.
Die zweite wichtige Ăra der friaulischen Literatur ist das 16. Jahrhundert. Die Hauptgestalt dieser Zeit ist der Autor Ermes di ColorĂȘt; sein Gesamtwerk umfasst ĂŒber 200 Gedichte. Auch Pier Paolo Pasolini schrieb Texte in furlanischer Sprache. 1944 grĂŒndete er eine Akademie fĂŒr die furlanische Sprache, die Academiuta di lenga furlana aus der Widerstandshaltung gegen den Faschismus heraus, aber auch um dem katholischen Klerus nicht allein den Gebrauch des von der Linken als rĂŒckstĂ€ndig empfundenen Dialekts zu ĂŒberlassen.[1]
Lange Vokale sind typisch fĂŒr das Friaulische, was wiederum die italienische Aussprache von Friaulern beeinflusst.
Das Friaulische unterscheidet zwischen kurzen und langen Vokalen, so dass sich aus diesem quantitativen Unterschied Minimalpaare ergeben. Lange Vokale werden durch einen Zirkumflex-Akzent gekennzeichnet.
Die VarietĂ€ten des Friaulischen lassen sich anhand ihres Umgangs mit Langvokalen unterscheiden. So werden in manchen VarietĂ€ten besagte Langvokale diphthongiert. Die folgende Grafik stellt vier Wörter aus dem Standard-Friaulischen (pĂźt FuĂ, sĂȘt Durst, pĂŽc ein bisschen, fĂ»c Feuer) und ihre Realisation in vier VarietĂ€ten dar. Dabei sind Monophthonge blau und Diphthonge gelb gekennzeichnet.
| Westen | Codroipo | Karnien | Zentral | |
| sĂȘt | [seit] | [se:t] | [seit] | [se:t] |
| pĂźt | [peit] | [peit] | [pi:t] | [pi:t] |
| pĂŽc | [pouk] | [po:k] | [pouk] | [po:k] |
| fûc | [fouk] | [fouk] | [fu:k] | [fu:k] |
Die AufzÀhlung hier beschreibt die Aussprache der furlanischen Sprache nach der offiziellen Rechtschreibung. Folgende Konsonanten und Konsonantenkombinationen weichen in ihrer Aussprache vom Deutschen ab:
| c vor e oder i | tsch wie in tschĂŒs | [tÊ] |
| c sonst | k unbehaucht | [k] |
| ch | k unbehaucht | [k] |
| cj | Àhnlich wie tj in tja | [c] |
| ç | tsch | [tÊ] |
| g vor e oder i | dsch wie in Dschungel | [dÊ] |
| g sonst | g wie in gut | [g] |
| gh | g | [g] |
| gj | wie gy im Ungarischen, Ă€hnlich wie dj | [É] |
| gn | nj wie gn in Kampagne | [ÉČ] |
| h | immer stumm | |
| n am Wortende | wie n in hinken | [Ć] |
| p | p unbehaucht | [p] |
| r | r an der Zungenspitze gerollt | [r] |
| s | s stimmlos | [s] |
| s zwischen zwei Vokalen | s stimmhaft | [z] |
| 's | s stimmhaft | [z] |
| t | t unbehaucht | [t] |
| v | w wie in Wald | [v] |
| z | je nach Wort wie deutsches z, z stimmhaft oder dsch | [ts], [dz], [dÊ] |
Doppelkonsonanten (ll, rr, etc.), wie sie im Italienischen ĂŒblich sind, sind im Friaulischen fast nicht existent.
Das Friaulische kennt zwei grammatische Geschlechter, nÀmlich mÀnnlich und weiblich, so z. B. il mûr (die Wand), la cjadree (der Stuhl).
Die Artikel stammen von den lateinischen Pronomen ille und unus:
| Bestimmter Artikel | ||
|---|---|---|
| Numerus | Maskulin | Feminin |
| Singular | il | la |
| Plural | i | lis |
Vor einem Vokal können il und la zu lâ abgekĂŒrzt werden. Auch der unbestimmte Artikel weist im Friaulischen zwei grammatische Geschlechter auf.
| Unbestimmter Artikel | |
|---|---|
| Maskulin | un |
| Feminin | une |
Bei diesen Formen handelt es sich um diejenigen des Standard-Friaulischen. Ărtliche Varianten umfassen el (Nordfriaul) oder al (SĂŒd- und Westfriaul) fĂŒr den bestimmten Artikel maskulin Singular. Es gibt (vor allem im Nordfriaul) darĂŒber hinaus auch noch las oder li anstelle von lis und le anstelle von la. Der Plural des indefiniten Artikels uns, unis (der zum Beispiel auch im Spanischen vorkommt) gilt heute als veraltet.
Wie in anderen romanischen Sprachen auch der Fall, teilen sich die friaulischen Nomen in maskuline und feminine auf.
Die meisten femininen Namen enden auf âe. (Dieses âe wird, im Gegensatz zum Französischen, auch ausgesprochen).
Beispiele
Einige feminine Nomen enden jedoch auf Konsonant, so auch die aus dem Lateinischen abgeleiteten Nomen auf âzion.
Die meisten maskulinen Nomen enden auf Konsonant oder âi.
Einige maskuline Nomen enden auf âe, wie z. B. sisteme (System) und probleme (Problem); dabei handelt es sich normalerweise um Wörter, die ihre Wurzeln im Altgriechischen haben. Man kann allerdings auch assimilierte Formen wie problem oder system finden.
Gerade heutzutage kann man immer hĂ€ufiger Lehnwörter aus dem Italienischen antreffen, wie z. B. treno, obwohl das finale âo fĂŒr das Friaulische Ă€uĂerst untypisch ist. Viele dieser Wörter ĂŒbernehmen jedoch den Friaulischen Plural auf âs (also trens). Dieser Trend trifft bei vielen Sprachpuristen auf Widerstand, die darauf bestehen âechteâ friaulische Wörter anstatt der italienischen Versionen zu verwenden. Oft wird das finale âo (als eine Art Mittelweg) schlicht und einfach weggelassen, so dass das Nomen wieder auf Konsonant endet (tren). Gerade in von Sprachpuristen dominierten Printmedien wird dieser Trend konsequent verfolgt.
Die friaulischen Adjektive weisen Genus- und Numerus-Kongruenz auf, so dass sich fĂŒr die meisten Adjektive vier Formen ergeben; hier das Beispiel brut (hĂ€sslich):
| Deklination | ||
|---|---|---|
| Numerus | Maskulin | Feminin |
| Singular | brut | brute |
| Plural | bruts | brutis |
In nördlichen VarietÀten lÀsst sich auch die Form brutes anstatt der Standard-Form brutis finden. Die Bildung der feminine Form eines Adjektivs folgt einigen nicht immer ganz so einfachen Regeln.
Nomina auf âe (egal, ob maskulin oder feminine) nehmen die Endung âis.
Bei fast allen anderen Nomen lĂ€sst sich der Plural bilden, in dem man âs anhĂ€ngt.
In einigen friaulischen VarietĂ€ten gibt es viele Nomen, deren finaler Konsonant verstummt, wenn das Plural-s angehĂ€ngt wird. So wird der Plural von gjat beispielsweise wie gjas ausgesprochen, obwohl die Schreibung gjats lautet. Auch Nomen mit finalem âç (was etwas wie das deutsche tsch ausgesprochen wird) nehmen das Plural-s an, wie z. B. messaç/messaçs.
Maskuline Nomen auf âl oder âli bilden den Plural, indem diese Endungen durch âi bzw. âli ersetzt werden.
Weibliche Nomen auf âl formen den Plural regulĂ€r:
Einige masculine Nomen auf ât bilden den Plural, indem das finale ât durch âcj ersetzt wird.
Nomen auf âs bleiben durch die Pluralbildung unverĂ€ndert:
Eine besondere Eigenschaft des Friaulischen sind pleonastische Pronomen, die in der Aussprache nie betont sind. Sie sind obligatorisch und stehen in AussagesÀtzen vor dem Verb. In FragesÀtzen und HortativsÀtzen werden sie an das Verb gehÀngt.
| Pleonastische Pronomen | |||
|---|---|---|---|
| Deklarativsatz | Fragesatz | Hortativsatz | |
| Ich | o | -io | -io |
| Du | tu | -tu | -tu |
| Er | al | -ial | -ial |
| Sie | e | -ie | -ie |
| Wir | o | -o | -o |
| Ihr | o | -o | -o |
| Sie | -a | -o | -o |
Ein Beispiel: jo o lavori bedeutet âIch arbeite.â; lavorio jo? bedeutet âArbeite ich?â
| Verben, PrÀsens, Deklarative Form | |||
|---|---|---|---|
| Person | fevelĂą (sprechen) | lĂą (gehen) | jessi (sein) |
| Jo | o fevel-i | o v-oi | o soi |
| Tu | tu fevel-is | tu v-Ăąs | tu sĂȘs |
| Lui | al fevel-e | al v-a | al Ăš |
| NĂŽ | o fevel-ĂŹn | o l-in | o sin |
| VĂŽ | o fevel-ais | o v-ais (l-ais) | o sĂȘs |
| LĂŽr | a fevel-in | a v-an | a son |
Indem man an die feminine Form eines Adjektivs die Endung âmentri anhĂ€ngt, erhĂ€lt man das entsprechende Adverb, z. B. lente, lentementri (langsam). Eine Ausnahme bilden die Adjektive auf âil, welche die maskuline Form zur Adverbbildung verwenden: facil, facilmentri (einfach). Diese Adverbbildung ist jedoch ein Italianismus. Das Friaulische kennt anstelle dieser Adverbbildung zahlreiche Umschreibungen des Typs a ... vie (âauf ... Artâ) z. B. a stupit vie (âdummerweiseâ). Wie die meisten romanischen PopulĂ€rsprachen, das RumĂ€nische und das Sardische wird ansonsten das maskuline Adjektiv auch als Adverb verwendet.
Der Wortschatz des Friaulischen basiert zum GroĂteil auf dem Lateinischen, wobei sich hier natĂŒrlich einige phonologische und morphologische VerĂ€nderungen abgespielt haben. Viele Wörter sind daher anderen romanischen Sprachen gemein. Es gibt jedoch auch andere Sprachen die zum friaulischen Wortschatz beigetragen haben:
Das Friaulische ist in Italien durch das Gesetz 482/1999 offiziell als Minderheitensprache anerkannt. So wurde Friaulischunterricht in vielen Grundschulen eingefĂŒhrt, aber nur als Wahlfach. DarĂŒber hinaus gibt es Online-Zeitungen und viele friaulische Musikgruppen, die diese Sprache auch in ihren Texten verwenden. Vor kurzem wurden auch zwei Filme auf Friaulisch (Tierç lion, LidrĂźs cuadrade di trĂȘ) herausgebracht und stieĂen dabei in italienischen Zeitungen auf positive Kritik. Zweisprachige (italienisch und friaulisch) Ortsschilder trifft man in ca. 40 Prozent der Gemeinden der Provinz Udine an. Seit 2004 werden auch einsprachig-italienische StraĂenwegweiser sukzessive durch zweisprachige ersetzt. Es existiert ebenfalls eine friaulische Ăbersetzung der Bibel. Der Dichter und Schriftsteller Ermes Culos hat verschiedene Literaturwerke wie z. B. Miguel de Cervantes Don Quijote ins Furlanische ĂŒbersetzt. AuĂerdem hat er Dantes Göttliche Komödie ins Furlanische ĂŒbertragen und sie ist im Project Gutenberg [1] frei verfĂŒgbar. Die gröĂte Organisation zur Erhaltung des Friaulischen ist die SocietĂąt filologjiche furlane, die im Jahre 1919 in Görz gegrĂŒndet wurde.
Jeder Ort Friauls besitzt sowohl einen friaulischen als auch einen italienischen Namen. Da das Italienische jedoch die offizielle Staatssprache ist, sind analog auch die italienischen Ortsbezeichnungen offiziell. Es wird jedoch erwartet, dass auch die friaulischen Versionen in naher Zukunft in offiziellen Kontexten Anerkennung finden; zwei Beispiele: die friaulische Bezeichnung fĂŒr Udine lautet Udin, diejenige von Tolmezzo Tumieç.
Wie andere Minderheitensprachen stellt sich dem Friaulischen auch die Problematik der Standardisierung, was nicht nur die Schaffung einer Standardsprache, sondern auch ein einheitliches Schriftsystem betrifft. In der Regel wird das Zentralfriaulische als Standard anerkannt, was allerdings immer noch als kontrovers betrachtet wird.
Die vier gröĂeren Dialektgruppen des Friaulischen unterscheiden sich in erster Linie anhand der Endvokale von Nomen oder Adjektiven:
So entsprechen dem zentralfriaulischen cjase in anderen Gegenden die Versionen cjasa oder cjaso. Der wohl bekannteste Vertreter des Friaulischen im 20. Jahrhundert, Pier Paolo Pasolini, verfasste seine Werke auf Westfriaulisch, das er von seiner Mutter erlernt hatte. ([2]), in der NĂ€he von Pordenone.
Die ersten literarischen Werke aus dem 13. Jahrhundert basieren auf dem Friaulischen, das um Cividale del Friuli gesprochen wurde, das zur damaligen Zeit die wichtigste Stadt Friauls gewesen war; so findet sich hier interessanterweise sehr hĂ€ufig der Endvokal âo, was heutzutage nur noch auf einige Dörfer in Karnien beschrĂ€nkt ist. Udine, wo die Endung âa am hĂ€ufigsten war, löste spĂ€ter Cividale del Friuli als bedeutendste Stadt im Friaul ab. Erst ab dem 16. Jahrhundert findet sich die Endung âe.
Das offizielle Schriftsystem, das von der Provinz Udine in offiziellen Dokumenten verwendet wird, besteht aus dem lateinischen Alphabet und dem c-CĂ©dille (ç). Der Buchstabe q wird nur fĂŒr Eigennamen und historische Ortsnamen verwendet und wird in allen anderen FĂ€llen durch c ersetzt. Die Buchstaben k, x, w und y kommen lediglich in Lehnwörtern vor. Sie werden nicht als Teil des Alphabets gesehen:
Aa Bb Cc Ăç Dd Ee Ff Gg Hh Ii Jj Ll Mm Nn Oo Pp Qq Rr Ss Tt Uu Vv Zz
DarĂŒber hinaus existieren auch Gravis-, Lenis- und Zirkumflex-Akzent, wobei letzterer einen Langvokal anzeigt, um so Minimalpaare zu unterscheiden, so z. B. lĂąt vs. lat.
Pari nestri che tu sĂȘs in cĂźl,
che al sedi santifiĂąt il to nom,
che al vegni il to ream,
che e sedi fate la tĂŽ volontĂąt
sicu in cĂźl cussĂŹ ancje in tiere.
Danus vuĂȘ il nestri pan cotidian
e pardoninus i nestris debits
sicu ancje nĂŽ ur ai pardonĂŹn ai nestris debitĂŽrs
E no stĂą menĂąnus in tentazion
ma liberinus dal mĂąl.
To al Ăš il ream, tĂŽ e je la potence, tĂŽ e je la glorie tai secui dai secui.
Amen.