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Mit Futur (lat. futurum – das Zukünftige) bezeichnet man grammatikalische Kategorien des Verbs, die unter anderem zur Kennzeichnung von Zukünftigem verwendet werden.
Die traditionelle Grammatik der deutschen Sprache hat gelehrt, dass die mit dem Hilfsverb werden gebildeten Formen auf die Zukunft verweisen und bezeichnete sie als Futur I und Futur II.
Der empirischen Forschung halten diese Aussagen nur zum Teil stand. Zwar wird die Form des sogenannten „Futur I“ tatsächlich auch mit Zukunftsbedeutung verwendet, das sogenannte „Futur II“ jedoch kaum. Eine alternative grammatische Beschreibung ordnet das Verb werden den Modalverben zu und betrachtet die genannten als modale Konstruktionen, die sich nur teilweise auch auf die Zukunft beziehen.
Inhaltsverzeichnis |
Das Futur I ist im Deutschen seiner Hauptform nach eine Tempusform, die einen Zukunftsbezug ausdrĂĽckt.[1]
Dies bedeutet nicht, dass das Zukünftige hauptsächlich durch das Futur I ausgedrückt wird. Die Forschung hat gezeigt, dass diese Beschreibung vor allem am Tempusgebrauch des lateinischen Verbs mit seiner streng durchgehaltenen Zeitenfolge, der consecutio temporum orientiert war. Wie eine 1982 an einem repräsentativen Korpus von Texten durchgeführte Untersuchung ergeben hat, wurde dort „Zukünftiges“ bloß in 4,6 % der Fälle mit dem Futur I ausgedrückt, während für das Präsens 76,0 % errechnet wurden. Überdies ist in Aussagen, die bereits einen klaren Zukunftsbezug aufweisen, eine zusätzliche Kennzeichnung der Zukunft im Verb aus sprachökonomischen Gründen unnötig. Die eigentliche Zukunftsform der deutschen Sprache (wie auch des Englischen) ist also das Präsens:
In Texten mit historischem Präsens als Grundtempus dient das Futur – spiegelbildlich zum rückschauenden Präsensperfekt – der Vorschau von einem vergangenen Zeitpunkt aus.[1]
Das Futur I kann sich auch auf einen Sachverhalt beziehen, der zum Sprechzeitpunkt noch oder schon aktuell ist. Er drĂĽckt dann meist eine Vermutung (modale Komponente) aus[2].
Die Form des „Futur I“ (in der zweiten Person) wird auch als Aufforderung verwendet:
oder als auffordernde Frage:
Das sogenannte Futur II, auch Futur exakt oder nach der Bildung des entsprechenden lateinischen Tempus mit dem Perfektstamm auch Perfekt Futur genannt, drĂĽckt eine in der Zukunft abgeschlossene Handlung aus. Alternativ werden abgeschlossene Handlungen in der Zukunft stattdessen auch durch das Perfekt ausgedrĂĽckt:
statt
Die Form des „Futur II“ wird häufig als Möglichkeitsform gebraucht:
Häufig werden auch Vermutungen im Futur II angestellt:
Aorist | Futur | Futur II | Imperfekt | Paratatikos | Präsens | Perfekt | Plusquamperfekt | Präteritum