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| Göschenen | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Uri |
| Bezirk: | (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.) |
| BFS-Nr.: | 1208 |
| Postleitzahl: | 6487 |
| Koordinaten: | 687832 / 16914646.6677698.5863941111Koordinaten: 46° 40âČ 4âł N, 8° 35âČ 11âł O; CH1903: 687832 / 169146 |
| Höhe: | 1'111 m ĂŒ. M. |
| FlĂ€che: | 104.31 kmÂČ |
| Einwohner: | 410 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.goeschenen.ch |
| Göschenen | |
| Karte | |
Göschenen ist eine politische Gemeinde im Reusstal, Kanton Uri in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Das Dorf Göschenen liegt im oberen Reusstal. Zur Gemeinde gehören nebst dem Dorf die Weiler Abfrutt (1168 m), Wiggen (1318 m) und GwĂŒest (1582 m) im Göschenertal. Die frĂŒhere Siedlung Göscheneralp, neun Kilometer westlich des Dorfs, ist im Stausee Göscheneralpsee verschwunden. Ihre Bewohner siedelten nach GwĂŒest um. Bei der Alpsiedlung Wiggen fliessen die Alper Reuss und die Voralpreuss zusammen, welche durch das Voralptal fliesst. Das GewĂ€sser trĂ€gt von da an den Namen Göschenerreuss. Nur 97 ha oder 1 % der Gemeinde sind SiedlungsflĂ€che. Davon sind elf ha GebĂ€ude- und zwei ha Industrieareal sowie 49 ha VerkehrsflĂ€che. Umfangreicher ist die LandwirtschaftsflĂ€che mit 759 ha oder einem Anteil von 7 %. Darunter befinden sich grosse Alpgebiete im Göschenertal. Diese bedecken eine FlĂ€che von 689 ha. Nur 70 ha sind Wies- und Ackerland. Ausserdem sind 1186 ha oder 11 % von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst den Grossteil des Gemeindegebiets, das bedeutet 8372 ha oder 80.4%. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose FlĂ€chen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).
Göschenen grenzt im Westen an die Walliser Gemeinde Obergoms und an die Berner OberlĂ€nder Gemeinde Gadmen, im Norden an Wassen, im Osten an Gurtnellen und im SĂŒden an Andermatt, Hospental und Realp.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1837 | 344 |
| 1850 | 348 |
| 1880 | 2992 |
| 1888 | 703 |
| 1920 | 974 |
| 1930 | 860 |
| 1941 | 850 |
| 1950 | 698 |
| 1960 | 1284 |
| 1970 | 888 |
| 1980 | 708 |
| 1990 | 585 |
| 2000 | 511 |
| 2005 | 473 |
Zwischen 1837 und 1850 stagnierte die Einwohnerzahl. Wegen seiner Zugehörigkeit zur Gemeinde Wassen (bis 1875) gibt es danach bis 1880 keine Bevölkerungsangaben mehr. Die Rekordzahl von 1880 ist bedingt durch die Anwesenheit zahlreicher Bauarbeiter der Gotthardbahn. Darauf ist auch der erhebliche Bevölkerungsschwund bis 1888 zurĂŒckzufĂŒhren. Als Folge des Anschlusses ans Schienennetz kam es zwischen 1888 und 1920 zu einem Wachstum von fast 40 %.
In den 1920er Jahren kam es zu einem starken Bevölkerungsschwund (1920â1930: â11.3%), gefolgt von einem Jahrzehnt der Stagnation. In den 1940er-Jahren folgte ein weiterer Auswanderungsschub (1941â1950: â17.9%), vorab ins Urner Unterland. Die hohe Einwohnerzahl von 1960 lĂ€sst mit der PrĂ€senz zahlreicher Bauarbeiter fĂŒr den Göscheneralpstausee erklĂ€ren. Immerhin fĂŒhrte dieser Bau zu einem erheblichen Bevölkerungswachstum (1950â1970: +27.2%), so dass Göschenen 1970 mehr Einwohner zĂ€hlte als 1941. Seither sinkt die Zahl der Bewohner; zwischen 1970 und 2005 halbierte sich die Einwohnerzahl.
Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tÀgliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 95 % Deutsch, 2 % Portugiesisch und 1 % Spanisch als Hauptsprache an.
Die Bevölkerung war frĂŒher vollumfĂ€nglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die KonfessionsverhĂ€ltnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprĂŒngliche Struktur erkennen. 452 Personen waren katholisch (88.45%). Daneben gab es 4 % evangelisch-reformierte Christen und 4 % Konfessionslose. 14 Personen machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.
Von den Ende 2005 473 Bewohnern waren 440 (93 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Deutschland, Liechtenstein und Ăsterreich), aus SĂŒdeuropa (Italien, Portugal und Spanien) und aus Island sowie Brasilien. Bei der VolkszĂ€hlung 2000 waren 483 Personen (94 %) Schweizer BĂŒrger; davon besassen fĂŒnfzehn Personen die doppelte StaatsbĂŒrgerschaft.
Die Gemeinde zÀhlt einen hohen Anteil an Àlteren Bewohnern. Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 21 % der Bevölkerung liegt deutlich unter dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und Àlter: 26.42%).
Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:
| Alter | 0â6 Jahre | 7â15 Jahre | 16â19 Jahre | 20â29 Jahre | 30â44 Jahre | 45â59 Jahre | 60â79 Jahre | 80 Jahre und Ă€lter |
| Anzahl | 28 | 57 | 22 | 56 | 111 | 102 | 115 | 20 |
| Anteil | 5.48% | 11.15% | 4.31% | 10.96% | 21.72% | 19.96% | 22.50% | 3.91% |
Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zwei Mal jÀhrlich zusammen.
Der siebenköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tÀtig. GemeindeprÀsidentin ist Trudy Banholzer (Stand 2009).
Im Jahr 2005 gab es 10 Landwirtschaftsbetriebe, die 34 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschÀftigten in 4 ArbeitsstÀtten 75, der Dienstleistungsbereich in 17 Betrieben 96 Personen (BeschÀftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die VolkszÀhlung 2000 ergab 12 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 35 BeschÀftigten. Die BetriebszÀhlung 2001 kam auf 6 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 109 und 23 Dienstleistungsunternehmen mit 121 BeschÀftigten. Von den im Jahr 2000 268 erwerbstÀtigen Personen Göschenens arbeiteten 143 (53 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 243 Menschen Arbeit an, von denen 143 (59 %) Einheimische waren.
Die 125 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in anderen Gemeinden des Kantons Uri. Darunter 34 Personen in Altdorf, 30 in Andermatt, je 12 in Erstfeld und Wassen, 7 in Schattdorf und 5 in Silenen. Es gab aber auch 100 Zupendler. Diese kamen hauptsÀchlich aus Silenen (20 Personen), Wassen (14), Andermatt (12), Altdorf und Schattdorf (je 10), Erstfeld und Gurtnellen (je 9).
Etwa acht Kilometer oberhalb im Tal der Göschenerreuss liegt der Göscheneralp-Stausee, der zur Energiegewinnung im Kraftwerk Göschenen dient. Daneben gibt es noch ein kleines Gemeindewerk.
Auf Göschener Gemeindegebiet befindet sich das Nordportal des zwischen 1872 und 1882 erbauten Gotthardtunnels der Gotthardbahn sowie das Nordportal des Gotthard-Strassentunnels, der 1980 eröffnet wurde.
Der Bahnhof Göschenen ist auch Ausgangspunkt der Schöllenenbahn (heute Matterhorn-Gotthard-Bahn), einer meterspurigen Zahnradbahn hinauf nach Andermatt. Diese fĂŒhrt durch das enge Tal der Reuss, die Schöllenenschlucht, mit der bekannten TeufelsbrĂŒcke.
typischer Pendelzug der Matterhorn-Gotthard-Bahn auf dem Bahnhofsvorplatz von Göschenen |
Altdorf | Andermatt | Attinghausen | Bauen | BĂŒrglen | Erstfeld | FlĂŒelen | Göschenen | Gurtnellen | Hospental | Isenthal | Realp | Schattdorf | Seedorf | Seelisberg | Silenen | Sisikon | Spiringen | UnterschĂ€chen | Wassen