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| GLS Gemeinschaftsbank | |
|---|---|
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| Staat | Deutschland |
| Sitz | Bochum |
| Rechtsform | eG |
| Bankleitzahl | 430 609 67[1] |
| BIC | GENO DEM1 GLS[1] |
| Gründung | 1974 |
| Verband | BVR |
| Website | gls.de |
| Geschäftsdaten 2011[2] | |
| Bilanzsumme | 2,26 Mrd. Euro |
| Einlagen | 1,97 Mrd. Euro |
| Kundenkredite | 1,12 Mrd. Euro |
| Mitarbeiter | 407 |
| Geschäftsstellen | 7 |
| Mitglieder | 22.150 |
| Leitung | |
| Vorstand | Thomas Jorberg (Sprecher), Andreas Neukirch |
| Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland | |
Die GLS Gemeinschaftsbank eG ist eine Genossenschaftsbank. GLS steht für Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken.
Die GLS Bank gehört dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und dessen Sicherungseinrichtung an. Sie wurde 1974 gegründet und war die erste Bank in Deutschland, die nach sozial-ökologischen Grundsätzen arbeitet. Die GLS Gemeinschaftsbank entstammt dem anthroposophischen Milieu, hat sich aber inzwischen deutlich erweitert.[3] Ihre Zentrale befindet sich in Bochum, weitere Niederlassungen gibt es in München, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, Freiburg und Berlin. Anfang 2003 übernahm die GLS Bank die Geschäfte der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Ökobank. Durch die Übernahme der IntegraBank (München) im Jahr 2008 verstärkt die Bank ihr Engagement auch im christlich-kirchlichen Bereich.[4]
Die GLS Bank wurde in einer breiten Umfrage der Zeitschrift Börse Online und des Nachrichtensenders n-tv mit Abstand zur Bank des Jahres 2010 und 2011 gewählt.[5][6] Bei einem großen deutschen Bankentest mit über 100.000 Kunden im Frühjahr 2011 erhielt sie Bestnoten im Service sowie die beliebteste Baufinanzierung attestiert.[7]
Inhaltsverzeichnis |
Die Bank finanziert mehr als 11.000 Unternehmen und Projekte pro Jahr, die in Bereichen wie freie Schulen und Kindergärten, regenerative Energien, Behinderteneinrichtungen, Wohnen, nachhaltiges Bauen und Leben im Alter tätig sind.[8] Die Geschäftstätigkeiten zielen somit nicht auf eine reine finanzielle Gewinnmaximierung ab. Nicht finanziert werden unter anderem Alkohol, Atomenergie, Embryonenforschung, grüne Gentechnik, Rüstung, Tabak, Kinderarbeit und Tierversuche.[9] Als Teil der Unternehmensphilosophie sieht die Bank die Transparenz in ihrer Kreditvergabe. So werden alle an Unternehmen vergebenen Kredite in der Kundenzeitschrift „Der Bankspiegel“ veröffentlicht.
Zur Transparenz und Mitbestimmung zählt, dass die Kunden bei der Kontoeröffnung bestimmen können, wo ihr Geld angelegt werden soll. Einige der Projekte werden auch auf der Internetseite vorgestellt.[10] Die Einlagen können in folgende Branchen eingebracht werden:
Seit 2012 ist es erstmals möglich, dass die Genossenschaftsbank einen Teil des Jahresüberschusses an ihre Mitglieder ausschüttet. Über die Höhe der Dividende wird in der jährlich stattfindenden Generalversammlung entschieden.[11]
Das Unternehmen ist nach Stop Climate Change zertifiziert, um die Klimabilanz stetig zu verbessern, und veröffentlicht regelmäßig die ökologischen Auswirkungen seiner Tätigkeit.[12]
Gemeinsam mit anderen Alternativbanken gründete die GLS Bank 2009 die internationale Global Alliance for Banking on Values. Ziel des internationalen Bündnisses ist „die gemeinsame Entwicklung einer sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen und erfolgreicheren Alternative zum global krisenbehafteten Finanzmarkt in der gegenwärtigen Form.“[13]
Sie hat außerdem weltweite Partner wie die International Association of Investors in the Social Economy (INAISE),[14] das Institute for Social Banking, Oikocredit, den World Future Council oder La Société financière de la NEF.[15]
Die Leih- und Schenkgemeinschaft der GLS Bank ermöglicht gemeinnützigen Einrichtungen, größere Projekte auf Kreditbasis zu finanzieren. Eine solche Gemeinschaft ist eine Gruppe von bis zu 30 Unterstützern, von denen sich jeder persönlich verpflichtet hat, in Monatsraten von maximal 50 Euro – maximal fünf Jahre lang – an der Rückzahlung des Kredits mitzuwirken.[16]
Mit dem Mikrokreditfonds Deutschland will die Bundesregierung Kleinstunternehmen und Gründungen den Zugang zu Kapital erleichtern. Es werden Mikrokredite von unter 20.000 Euro vergeben, da es für kleine Unternehmen häufig schwierig ist, von größeren Banken Kredite zu erhalten. Ziel des Programms ist der Aufbau eines flächendeckenden Mikrokreditangebots in Deutschland. Die Vergabe der Mikrokredite erfolgt durch die GLS Bank, auf Empfehlung von Mikrofinanzinstituten, die am Erfolg beteiligt werden.[17] Der Mikrofinanzfonds, für den der Bund 100 Mio. Euro zur Verfügung gestellt hat, sichert mögliche Kreditausfälle gegenüber der Bank ab. Die GLS Bank hat seit 2000 im Rahmen von Modellprojekten Mikrokredite vergeben, die Praxisforschung vorangetrieben, Risikokapital bereitgestellt und dabei sowohl öffentliche Stellen als auch private Initiativen eingebunden.
Die Mikrokredite der GLS Bank sind so erfolgreich, dass sie im ersten Jahr bereits beinahe doppelt so viele vergeben konnte wie geplant,[18] im zweiten Jahr waren es beinahe drei mal so viele, wie zunächst veranschlagt.[19]
Die Kundenzeitschrift der GLS Bank Bankspiegel erscheint dreimal im Jahr. Darin wird über die Arbeit der Bank und einzelne Themen im Bereich Nachhaltigkeit berichtet. Außerdem erscheint in jeder Ausgabe eine Liste der zuletzt vergebenen Kredite. Die Zeitschrift kann im Internet als PDF-Datei kostenlos heruntergeladen oder im Abonnement für zwölf Euro pro Jahr (Nicht-Kunden) bestellt werden.[20]
Die GLS Bank nutzt über das Internet insbesondere soziale Netzwerke, um transparent über sich zu informieren und mit Interessierten in Kontakt zu treten. Sie unterhält ein Weblog auf blog.gls.de [21], unterstützt mit einer iPhone-App[22] Mobile-Banking und nutzt die Internetdienste Twitter[23] (die Bank unterhielt 2009 laut dem Social Media Newsroom das erfolgreichste Twitter-Profil unter Finanzdienstleistern[24]), Facebook[25], YouTube[26], Google+[27] und Flickr[28].
| Kennzahl | 2005 [30] | 2007 [31] | 2008 [32] | 2009 [33] | 2010[18] | 2011[34] |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kunden Veränderung [%] |
47.500 |
55.000 +7,9 |
62.000 +12,7 |
73.000 +17,7 |
91.000 +24,65 |
>116.000 +27,5 |
| Mitglieder | 14.000 | 15.000 | 15.500 | 16.500 | 17.500 | 22.150 |
| Mitarbeiter (ohne GLS Treuhand) | 152 | 180 | 227 | 254 | 323 | 407 |
| Bilanzsumme [Mrd. Euro] nur GLS Bank, ohne GLS Treuhand und GLS BAG, jährliche Veränderung zum Vorjahr [%] |
0,5554 +11,7 |
0,796 +20,4 |
1,013 +27,4 |
1,35 +33 |
1,67 +36,7 |
>2,26 +22,5 |
| Geschäftsvolumen [Mrd. Euro] GLS Gruppe (Bank, Treuhand/Stiftungen und Beteiligungsgeschäft) |
0,614 | 0,991 | 1,232 | 1,6 | 2,4 | |
| Kundeneinlagen [Mrd. Euro] | 0,478 | 0,654 | 0,824 | 1,134 | 1,602 | 1,969 |
| Eigenkapital [Mio. Euro] | 31,1 | 45,5 | 54,5 | 67,5 | 86,7 | |
| Kreditvolumen [Mio. Euro] (davon Neuvergabe: Volumen / Anzahl) |
318 |
472,7 98 |
613,3 129 |
717 |
877 372 / 7.300 |
1.122 |
| Mikrokredite (Anzahl / Volumen [Mio €]) |
1.750 ~ 10 |
6.630 39,8[19] |
Beim aktuellen Slogan der Bank "das macht Sinn" handelt es sich um eine ursprünglich im Deutschen nicht vorhandene Direktübersetzung des Englischen "that makes sense".[53]
Im Aufsichtsrat sitzt unter anderem Götz Werner, Gründer von dm-drogerie markt und ein bekennender Anthroposoph, Milliardär.
51.470817.21981Koordinaten: 51° 28′ 15″ N, 7° 13′ 11″ O