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| Einheit | |
|---|---|
| Norm | CGS-Einheitensystem |
| Einheitenname | Gal |
| Einheitenzeichen | <math>\mathrm{Gal}</math> |
| In SI-Einheiten | <math>\mathrm{1\, Gal = 0{,}01\,\frac{m}{s^2 |
|Dimension= Beschleunigung |Dim= <math>a</math> |NamedAfter= Galileo Galilei |DerivedFrom= |SeeAlso= |PhysicalSize= |Size= |cgs= |esE= |emE= }} Das Gal (benannt nach Galileo Galilei) ist die Einheit, in der meistens die Schwerebeschleunigung auf der Erde angegeben wird. Es ist keine SI-Einheit (allerdings in den Geowissenschaften gebräuchlich), sondern bedeutet eine Schwerebeschleunigung auf Zentimeter-Basis im CGS-System. Es wird seit dem 1. Januar 1978 nicht mehr für die gesetzliche Angabe der Beschleunigung verwendet. Zulässig in Deutschland und Österreich ist dazu nur mehr die Angabe in der SI-Einheit m/s².
Inhaltsverzeichnis |
An verschiedenen Punkten der Erdoberfläche variiert die Erdschwerebeschleunigung wegen der Abplattung unseres Planeten um bis zu 0,5 Prozent und beträgt
wozu jeweils noch der Vertikalgradient von etwa -0,3086 Gal pro km kommt.
In der Geophysik und Geodäsie misst man die Schwerebeschleunigung, um die Struktur der Erdkruste, ihre Lagerstätten und das Geoid zu bestimmen. Dabei berechnet man die Abweichungen des wahren vom „theoretischen“ Schwerefeld des mittleren Erdellipsoides. Diese Schwereanomalien erreichen etwa ± 0,3 Gal, werden aber in Milligal angegeben. Sie lassen sich mit modernen Gravimetern auf ± 0,001 mGal = 0,01 µm/s² genau messen, also auf 1 : 1 Milliarde.
Zum Beispiel ist die größte Schwereanomalie in den Ostalpen Δg = -200 mGal, weil die Erdkruste unter großen Gebirgen weiter in den Erdmantel hinunterreicht als anderswo. Doch bewirken schon die lockeren Sedimente eines breiten Alpentales bzw. des Wiener Beckens oder der oberrheinischen Tiefebene Änderungen bis 20 mGal bzw. fast 100 mGal.
¹) Dieser Wert auf 45° Breite wurde für die Definition des „Kilopond“, der früheren Krafteinheit, verwendet (1 kp = 9,80665 Newton).
Das Milligal (abgekürzt mGal) ist ein Tausendstel Gal und eine für die Gravimetrie handliche Einheit kleiner Änderungen im Erdschwerefeld. Es wird für Schwereanomalien und zur sogenannten Geländereduktion (topografischen Reduktion) von Schweremessungen verwendet.
Das Milligal wird in Geodäsie und Geophysik nach wie vor am häufigsten verwendet und nur zögernd durch die abgeleitete SI-Einheit µm/s² ersetzt. Denn es hat die für die gravimetrische Praxis bestgeeignete Dimension:
Aus den erwähnten Gründen wird daher bis heute - 5 Jahrzehnte nach der Einführung des SI - auch die Darstellung der gravimetrischen Resultate in Milligal bevorzugt.
Beispielsweise beträgt die Bouguer-Anomalie im Zentrum der Ostalpen -150 bis -200 mGal und lässt sich lokal auf etwa 1-5 mGal interpolieren. Eine ähnliche Auflösung haben die Schwerekarten und Datenbanken, welche die Angewandte Geophysik für die Exploration (Vorerkundung) von Erzgängen, Erdöl- und anderen Lagerstätten bereitstellt.