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Avigail âGaliâ Atari (hebräisch â××× ×˘×ר×â; * 29. Dezember 1953 in Rechovot) ist eine israelische Sängerin und Schauspielerin. Internationale Bekanntheit erlangte sie im Jahr 1979 durch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC), den sie gemeinsam mit der israelischen Popgruppe Milk & Honey gewinnen konnte. In den 1980er und 1990er Jahren wurde sie mehrmals in Israel zur âSängerin des Jahresâ gekĂźrt. Sie hat mehr als 130 Lieder verĂśffentlicht und ihre Alben wurden in ihrem Heimatland mehrfach mit Silbernen und Goldenen Schallplatten ausgezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
Gali Atari wurde als siebentes und jĂźngstes Kind jemenitisch-jĂźdischer Einwanderer im Sha'arayim-Viertel von Rechovot geboren. Ihr Vater Shalom war Kantor in einer Synagoge und starb, als sie vier Jahre alt war. Ihre Mutter Naomi nahm sich daraufhin allein der Erziehung der Kinder an und lieĂ sich später zur Sozialarbeiterin ausbilden.[1] Bis zum Tod der Mutter sollte Atari ein enges Verhältnis zu dieser pflegen.[2] Sie wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und besuchte ab dem sechsten Lebensjahr eine religiĂśse Schule. Drei Jahre später wechselte sie auf ein Internat. Atari beschrieb sich als scheues, dĂźnnes Mädchen, das gerne BĂźcher las. Sie besuchte später ein städtisches Gymnasium in Tel Aviv.[1] Aufgrund einer ĂberfĂźlle an Rekruten wurde ihre Klasse vom obligatorischen israelischen Wehrdienst befreit.[2] Ataris Berufswunsch, nach der Schule als Radiomoderatorin zu arbeiten, erfĂźllte sich nicht.[1] Ihre Schwestern Shoshana âShoshâ Atari (1950â2008) und Yona Atari (* 1934) sollten später ebenfalls erfolgreiche Karrieren als Radio- und Fernsehmoderatorin beziehungsweise Sängerin und Schauspielerin einschlagen. Ihr Bruder Yossi arbeitete als Wissenschaftler.[3]
Ein befreundeter Musiker erkannte Ataris Gesangstalent, als sie 17 Jahre alt war und nahm mit ihr erste Lieder auf. International erstmals als Sängerin auf sich aufmerksam machte Atari 1971 mit dem Gewinn des World Popular Song Festival in Tokio, wo sie Israel unter anderem mit dem englischsprachigen Titel Give Love Away vertrat. Daraufhin Ăźbersiedelte sie mit 18 Jahren in die Vereinigten Staaten, wo sie unter anderem gemeinsam mit ihrer Schwester Yona Arbeit als Revuegirl in einem Off-Broadway-Musical fand und Auftritte in Clubs absolvierte. Um diese Zeit änderte sie ihren Vornamen von Avigail in Gali, ein Kosename, den sie von ihrer Schwester Shosh erhalten hatte.[4] Ab 1974 entschloss sich Atari eine Karriere als Sängerin anzustreben und kehrte nach Israel zurĂźck.[2] Neben Auftritten auf Festivals moderierte sie zwischenzeitlich gemeinsam mit der später erfolgreichen Kabarettistin und Schauspielerin Hanna Laslo eine israelische Kindersendung und erschien in dem israelischen Fernsehfilm Stella (hebräisch âץ×××â).[1] 1976 nahm Atari mit dem Song The Same Old Game, zu dem ihre Schwester Shosh den Text lieferte, ein weiteres Mal fĂźr Israel am japanischen World Popular Song Festival teil.
Nachdem der Erfolg als Sängerin und Schauspielerin ausblieb, verdiente sich Atari ab 1978 als Flugbegleiterin der israelischen Airline El Al ihren Lebensunterhalt. Wenig später gab sie mit dem Part der Mali in Avi Neshers Spielfilm Ha-Lahaḳah (englischsprachiger Titel: The Troupe) mit Gidi Gov ihr DebĂźt als Schauspielerin im israelischen Kino. Von der US-amerikanischen Kritikerin Janet Maslin (The New York Times) als ââChorus Lineâ in Armeestiefelnâ betitelt,[5] spielte der Film zur Zeit des Sechstagekriegs und erzählte die Geschichte einer Gruppe von Soldaten, die Israel bereist und die Armeemitglieder mit Musical-Nummern und Stand-up-Comedy zu unterhalten versucht. Ha-Lahaḳah war groĂer Erfolg in Israel beschieden, erreichte 570.000 Zuschauer und gilt heute als Kultfilm.[6]
Noch im selben Jahr nahm Atari ihr erstes Album Nesich ha-Chalomot (dt. âDer Traumprinzâ) auf und stellte die Arbeit als Flugbegleiterin ein. Ebenfalls im Jahr 1978 nahm sie mit dem gleichnamigen hebräischen Titel am israelischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) teil. Nachdem die israelischen ESC-Beiträge bis 1977 intern bestimmt worden waren, griff die Ăśffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt IBA in diesem Jahr erstmals auf das traditionsreiche Festival Hazemer Vehapizmon (englisch Israeli Song Festival) zurĂźck, um den nationalen Teilnehmer zu bestimmen.[7] Beim Sieg des späteren ESC-Gewinners Izhar Cohen belegte Atari mit Nesich ha-Chalomot einen dritten Platz.
1979 stellte sich der internationale Erfolg als Sängerin ein. Atari und die extra fĂźr den europäischen Gesangswettbewerb zusammengesetzte Band Milk & Honey (hebräisch â××× ×××׊â, Halav u-devash) um Reuven Gvirtz, Yehuda Tamir und Shmulik Bilu konnten mit dem Titel Hallelujah den israelischen ESC-Vorentscheid mit groĂem Vorsprung fĂźr sich entscheiden. Im Vorjahr war der Song von der israelischen Gruppe Hakol Over Habibi noch abgelehnt worden.[1] Die hebräischsprachige Ballade, komponiert von Kobi Oshrat und getextet von Shimrit Orr, beinhaltete alle Elemente des Eurovisionsrezepts. Zwar wies das MusikstĂźck keinen Refrain auf, verfĂźgte aber Ăźber ein einprägsames, âinternationalesâ Wort, das sich in fast jeder Zeile wiederholte sowie Ăźber eine kurze symmetrische Melodie von sechzehn Takten, die durch beständige Ănderungen in der Struktur zu einem HĂśhepunkt aufbaute.[8] Mit dem Lied gewannen âGali Atari & Milk and Honeyâ den 24. Eurovision Song Contest in Jerusalem vor der Spanierin Betty Missiego und der frĂźheren ESC-Gewinnerin Anne-Marie David aus Frankreich.
| Chartplatzierungen
Erklärung der Daten | ||||||||||||||||||||||||
| Singles[9][10][11] | ||||||||||||||||||||||||
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Hallelujah entwickelte sich zum internationalen Erfolgshit, wurde von Atari und Milk & Honey in verschiedenen Sprachen aufgenommen und verkaufte sich ßber 4,5 Mio. Mal in Europa.[1] In den britischen Singlecharts konnte sich der Titel acht Wochen lang behaupten, wo dieser Platz fßnf erreichte (teilweise erschien Ataris Name nicht auf den verkauften Tonträgern von Polydor).[9] Obwohl die Bundesrepublik Deutschland beim Eurovision Song Contest keine Punkte an den israelischen Beitrag vergeben hatte, hielt sich der Titel 30 Wochen in den deutschen Airplay-Charts, wo dieser Platz eins erreichte sowie Platz elf in den Verkaufscharts.[10]
Insgesamt gingen Atari und die Bandmitglieder von Milk & Honey 18 Monate lang mit ihrem Siegersong auf eine internationale Tournee[2] und bereiteten weitere Songs in Englisch, Deutsch und FranzĂśsisch vor. Währenddessen sollte das Israeli Song Festival ab 1981 â nachdem es zwei internationale ESC-Sieger hervorgebracht hatte â unter der Bezeichnung Kdam Eurovision mit Erfolg als israelischer Vorentscheid fĂźr den ESC weitergefĂźhrt werden.[7]
Nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest wurde Atari in Israel zur Sängerin des Jahres gekĂźrt, Hallelujah zum Song des Jahres. FĂźr ihre Rolle als talentierte aber unsichere Sängerin in Ha-Lahaḳah erhielt sie ebenfalls eine Auszeichnung. Atari erschien daraufhin erneut unter der Regie Avi Neshers in der Teenager-KomĂśdie Drei unter'm Dach (1979) neben Gidi Gov und Meir Suissa. 1980 brach die Formation âGali Atari & Milk and Honeyâ wegen Vertragsstreitigkeiten mit dem Management auseinander. Die gerichtliche Auseinandersetzung, bei der es um unterschlagene Einnahmen ging, sollte sich bis 1994 hinziehen und gewann Atari.[1]
Nach der Trennung von der Gruppe Milk & Honey verfolgte Atari ab 1981 wieder eine Solokarriere als Sängerin. Sie verĂśffentliche ihr zweites Album Qach oti ha-Baita (dt. âHol' mich nach Hauseâ), das sich in ihrer Heimat 13.000 Mal verkaufte und ihr die Auszeichnungen fĂźr die beste israelische Sängerin und die beste Produktion des Jahres einbrachten. In den folgenden Jahren begann Atari mit am Rockmusik orientierten Arrangeuren und Produzenten zu arbeiten. Dies mĂźndete 1986 in das erfolgreiche Album Emtza September (dt. âMitte Septemberâ), produziert von Ilan Virtzberg und Yaakov Gilad. Mit Soft-Rock-Arrangements versuchte sich Atari von ihrem Eurovisionsimage zu lĂśsen und hoffte, ähnlich wie die ESC-Teilnehmerinnen Jardena Arasi und Ofra Haza, dass ihr Pop-Image damit an kĂźnstlerischer GlaubwĂźrdigkeit, Seriosität und persĂśnlicher Authentizität gewinnen kĂśnnte.[12] âNach dem groĂen Erfolg von âHalleluyahâ gab es ein Tief [...] Ich versuchte vom Eurovisionsimage wegzukommen. Ich wurde als Sängerin fĂźr die komplette Familie angesehen, die unaufgewĂźhlte Lieder singt â und plĂśtzlich Rock ânâ Roll. Ich wollte von diesem kĂźnstlichen Image befreit werden [...] Ich wĂźrde diese Art von Songs heute nicht mehr aufnehmenâ, so Atari im Oktober 1987 im Gespräch mit der israelischen Tageszeitung Hadashot.[13]
1988 folgte das hebräischsprachige Album Tza'ad echad liphne ha-Nahar (dt. âEin Schritt vor dem FluĂâ), das mit Ăźber 80.000 Verkäufen zum Album des Jahres in Israel gekĂźrt wurde.[3] Ambitionen als Songwriterin tätig zu werden hatte Atari nicht und sie arbeitete bei Be-reschit (1989; dt./en. âGenesisâ) mit der Texterin Rahel Shapira zusammen. Dieses Album sollte sich 15.000 Mal in Israel verkaufen. âEs gibt Sänger die schreiben und jene, die das nicht tun, und ich weiĂ, ich wurde nicht geboren um zu schreiben [...] ich wurde geboren um Sängerin zu seinâ, so Atari 1989 in einem Interview mit der Jerusalem Post.[2]
Anfang der 1990er Jahre hatte Atari mit persĂśnlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Ihre Mutter starb und ihre Hochzeit mit einem Privatdetektiv, der 1993 zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt werden sollte,[1] wurde von der hebräischen Boulevardpresse aufgegriffen. Gleichzeitig trennte sie sich nach fĂźnf Jahren von ihrem Manager Solo Yorman und wurde von Lilian Shutz unter Vertrag genommen, die normalerweise Schauspieler und Opernsänger zu ihren Klienten zählte. Auch wenn sie sich nicht als Rockmusikerin in ihrem Heimatland etablieren konnte und dynamische BĂźhnenperformances oder Werbeverträge ausblieben, fand sie ihre Nische im Mainstream-Pop und verĂśffentlichte regelmäĂig Tonträger, die vordere Plätze in den israelischen Verkaufscharts belegten.[14] Die 1991 verĂśffentlichte Kompilation Raq etmol (dt. âErst gesternâ) erreichte mit 20.000 verkauften Tonträgern die Goldene Schallplatte. Ebenso gut verkaufte sich das Album Ba-jom sche-achare (dt. âAm Tag danachâ), fĂźr das Atari 1992 erneut zur âSängerin des Jahresâ in Israel gekĂźrt wurde.
Obwohl Atari an den internationalen Erfolg von Hallelujah (lange Zeit nahm sie den Song aus ihrem Repertoire[15]) nicht anknĂźpfen konnte, ist sie bis heute als prominentes Mitglied in der israelischen Musikszene aktiv (âDer Gesang ist in meinen Knochen und meiner Seele und meinem Bauchâ[15]). Neben diversen Auszeichnungen als âSängerin des Jahresâ und dem Gewinn von Silbernen und Goldenen Schallplatten verĂśffentlichte sie bis 2001 Ăźber 130 Lieder.[15] Die aus der gleichnamigen Show entstandene Kompilation Ha-Schirim, sche-javi'u lachem Ahava (dt. âDie Lieder, die Euch Liebe bringenâ) verkaufte sich im selben Jahr Ăźber 30.000 Mal, ihr zehntes Studioalbum Chabeq oti le'at (dt. âUmarme mich sanftâ) 15.000 Mal.
2004 trat Atari in den USA gemeinsam mit dem Pianisten Marvin Goldstein und der kanadisch-arabischen Sängerin Najwa Gibran im Rahmen einer Konzertreihe unter dem Titel Peace With Music auf.[16] Mit Goldstein und Gibran sollten zwei Jahre später weitere Auftritte in Haifa und Jerusalem folgen.[17] 2008 verĂśffentlichte sie ihr zwĂślftes Album Ben ha-Esch u-ven ha-Majim (dt. âZwischen Feuer und Wasserâ), das sie ihrer im selben Jahr verstorbenen Schwester Shosh widmete und von Sagiv Cohen getextet und komponiert wurde. Ein Jahr später folgte ein Best-Of-Album, während sich ihr Song Stav Yisraeli (dt. âEin israelischer Herbstâ) in den israelischen Radioplaylists platzieren konnte.[18]
Gali Atari lebt in Tel Aviv und ist Mutter einer Tochter (* Juli 1996). Sie war bis 1994 fĂźnf Jahre lang mit dem Privatdetektiv Udi Hershovicz verheiratet, einem frĂźheren Mitarbeiter des israelischen Geheimdiensts Shin Bet. Sporadisch tritt sie als Schauspielerin im israelischen Film und Fernsehen in Erscheinung. Seit 1999 ist sie mit dem Gastronom Yoram Erzine liiert.[4]
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Yizhar Cohen & The Alpha-Beta | Gewinnerin des Eurovision Song Contests 1979 (gemeinsam mit Milk & Honey) |
Johnny Logan |
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Yizhar Cohen & The Alpha-Beta | Israel beim Eurovision Song Contest 1979 |
Hakol Over Habibi (1981) |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Atari, Gali |
| ALTERNATIVNAMEN | Atari, Avigail (wirklicher Name); ××× ×˘××¨× |
| KURZBESCHREIBUNG | israelische Sängerin und Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 29. Dezember 1953 |
| GEBURTSORT | Rechovot |