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Als Ganglagerstätte wird gewöhnlich ein Gang bezeichnet, der genügend Erz enthält, um als Lagerstätte abgebaut werden zu können. Im umgangssprachlichen Gebrauch werden solche Lagerstätten zuweilen als „Erzadern“ bezeichnet.
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Die Lagerstätten sind jedoch in aller Regel nicht ader- oder röhrenförmig, sondern werden durch die beiden Salbänder flächig vom umliegenden tauben Gestein geschieden. Unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird die Lagerstätte allerdings nicht durch die Salbänder begrenzt, sondern nur durch die Bauwürdigkeitsgrenze, die aufgrund von Imprägnationen durchaus jenseits der Gangbegrenzungen liegen kann. Erzgänge können in verschiedenen, auch flachen, Neigungen auftreten (Fallen).
Der Mineralgehalt von Ganglagerstätten kann eine große Bandbreite haben. Während einige Lagerstätten, wie etwa manche Schwerspat-Gänge praktisch monomineralisch sind, stellen andere eine nahezu unerschöpfliche Fundgrube für Mineraliensammler dar. Oftmals bilden die wirtschaftlich interessanten Erze jedoch nicht den Hauptbestandteil des Ganges, sondern die so genannte Gangart, zum Beispiel Quarz in den goldführenden Quarzgängen. Wenn das Nebengestein nicht aus Silikaten, sondern zum Beispiel aus Kalkstein besteht, so herrscht Kalzit als Gangart vor. Dies deutet auf die Herkunft der Gangminerale aus dem umgebenden Gestein hin. Während es sich bei der Gangart oft um „Durchläufer-Minerale“ handelt, die in allen Teilen der Lagerstätte vorkommen, so zeigen die metallhaltigen Erzminerale zuweilen eine typische Zonierung entsprechend der Tiefenlage. Ein bekanntes Beispiel sind die Buntmetall-Lagerstätten in Cornwall. Unterhalb einer kupferreichen Zone befindet sich dort eine sehr reiche Zinn-Mineralisation. Die Kenntnis solcher gesetzmäßigen Abfolgen ist von großem Nutzen bei der Exploration neuer Lagerstätten.
Von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter wurden zahlreiche Ganglagerstätten anhand ihrer Ausbisse entdeckt (Sichtbarwerden an der Erdoberfläche). Auch farblich auffälliges Geröll auf Schotterbänken oder Bachläufen, oder Zeigerpflanzen, die Schwermetallgehalt indizieren, können auf Erzvorkommen hindeuten.
Ganglagerstätten können in den unterschiedlichsten geologischen Umgebungen auftreten, so etwa in tektonisch beanspruchten Gebieten wie der Grauwackenzone der Ostalpen, in der Nähe von magmatischen Intrusionen wie beispielsweise im Harz, in vulkanischen Eruptivgesteinen, oder in archaischen Grünsteingürteln. Hierbei variiert die Mächtigkeit der Gänge zwischen wenigen Millimetern bis zu mehr als 100 Metern. Im Allgemeinen geht wird davon ausgegangen, dass sich Ganglagerstätten in Spalten und Störungen bilden, die mineralhaltigen Lösungen oder Gasen (Fluide) einen Transportweg oder eine Abscheidungsfalle bieten. Die Herkunft der mineralischen und metallischen Komponenten kann dabei sehr unterschiedlich sein. Sie können direkt aus dem Nebengestein stammen (Lateralsekretion), oder aber aus weit entfernten Quellen, wie magmatischen Schmelzen, Hydrothermalsystemen oder Produkten der Gesteinsumwandlung (Metamorphose).