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Ein Gaswerk ist eine Anlage zur Herstellung, Speicherung und Bereitstellung von technischen Gasen, insbesondere von solchen für Heiz- und Beleuchtungszwecke.
Am 2. März 1810 entstand in London das erste Gaswerk, das Gas durch Kohlevergasung in einer Kokerei erzeugte.
Ein Gaswerk setzt sich zusammen aus der Anlage zur Erzeugung und Reinigung des Gases sowie die Anlagen zur Messung der Gasmenge, zur Speicherung, etwa in einem Gasbehälter, sowie Kompressoren und Ventile für die Verteilung und Bereitstellung des Leitungsdruckes.
Neben der Anlage zur Produktion von Stadtgas werden mit dem Gaswerk auch kommunale Unternehmen bezeichnet, die für den Aufbau und Betrieb des Gasnetzes, sowie den darüber stattfindenden Vertrieb des Gases zuständig waren. Gaswerke wurden im Sinne des Munizipalsozialismus' oft mit Elektrizitätswerken und Wasserwerken zu Stadtwerken zusammengefasst. Teilweise hat sich ihr Name auch nach der Wandlung vom Produzenten von Stadtgas zum Distributor von Erdgas im Firmennamen gehalten, wie z. B. bei der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft oder der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG.
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Als man in den 1950er und 1960er Jahren dazu überging, Erdgas-Verbundnetze zu schaffen, hatte dies die Schließung zahlreicher Gaswerke und den Abriss eines großen Teils ihrer Bauten zur Folge. Die Gasometer blieben jedoch oft erhalten, weil sie noch immer eine Funktion besitzen. Der älteste erhaltene Gasometer stammt aus der Zeit um 1830 und befindet sich in Fulham. Das 1854 erbaute Point Breeze-Gaswerk in Philadelphia, ist noch immer in Betrieb und enthält außergewöhnlich viele Anlagen aus dem 19. Jahrhundert. Beispiele für gut erhaltene Anlagen in Deutschland sind das Gaswerk Neustadt (Dosse) und das Gaswerk Augsburg.
In einem Gaswerk wurde meist Steinkohlegas oder einer der folgenden Gassorten hergestellt.
Die Leuchtgasproduktion aus Steinkohle gliedert sich in folgende Schritte[4]:
Danach wurde das Gas über die als Puffer für Verbrauchsschwankungen wirkende Gasspeicher und die Gasregulierung zu den Verbrauchstellen geleitet.
Neben dem Hauptprodukt Gas fielen in Gaswerken eine Reihe sogenannter Nebenprodukte an. Die wichtigsten sind Koks, Rohteer, Benzol, Naphthalin, Toluol, Ammoniak und Schwefel. Während der Koks als Brennstoff im Gaswerk verwendet oder weiterverkauft wurde, wurden die übrigen Stoffe hauptsächlich je nach Marktlage direkt oder nach einer Aufbereitung verkauft und in der chemischen Industrie weiter verarbeitet oder wie das in durch Verarbeitung entstandene Ammoniumsulfat als Dünger in der Landwirtschaft verwendet.[4]. Durch den Verkauf der Nebenprodukte konnte so der Verkaufspreis vom Stadtgas reduziert werden.
Scheiben- und Teleskop-Gasbehälter im Gaswerk Augsburg
Gemauerter Gasometer im Gaswerk Wien-Simmering