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Geisterbild

Das Signal gelangt auf unterschiedlich langen Wegen vom Sender zum Empfänger

Als Geisterbild bezeichnet man eine schwach sichtbare, meist weniger leuchtstarke Kopie eines Bildes, das gegenüber dem Hauptbild versetzt ist. Bei Fernsehbildern ist das Geisterbild meist einige Zentimeter nach rechts verschoben.

Entstehung

BAS-Signal unmoduliert mit störendem, zeitversetzten Zweitsignal (darunter)

Ursache des Geisterbildes ist Mehrwegempfang des gesendeten Hochfrequenzsignals wegen Reflexion an Gegenständen wie Hauswänden. Das Signal erreicht die Empfangsantenne auf zwei unterschiedlichen Wegen, deren Laufzeiten von der Sendeantenne sich um wenige Mikrosekunden unterscheiden. Im Regelfall wird auf dem kürzeren, direkten Weg das stärkere Signal empfangen. Dieses synchronisiert mit dem Synchronimpuls den Zeilenstart am linken Rand des Bildschirms.

Hat nun das zweite Signal wegen des Umwegs über die reflektierende Fläche einen Umweg von 3000 m zurückgelegt, kommt es 10 Âµs später an, die entsprechenden Bildpunkte erscheinen also 10/64 der Bildbreite weiter rechts als erwartet. Dieses unerwünschte Zusatzsignal ist im nebenstehenden Bild mit 35 % Amplitude nach rechts versetzt eingezeichnet. Im Empfänger addieren sich beide Signale, und die Summe beeinflusst die Helligkeit der Bildpunkte. Insgesamt sieht man die Überlagerung zweier Bilder. Sind beide Signale gleich stark, wird der Empfang wegen der doppelt vorhandenen Synchronimpulse stark gestört.

Geisterbilder treten fast nur bei analoger, terrestrischer Fernsehübertragung auf. Bei modernen digitalen Übertragungsmethoden wie DVB-T werden sie nicht beobachtet. Der Empfang über den unerwünschten Signalweg kann durch Richtantennen wie Yagi-Antennen abgeschwächt werden.

Rastertunnelmikroskopie

Geisterbild bei einer rastertunnelmikroskopischen Aufnahme einer 75 nm x 75 nm großen Kupferoberfläche

Auch bei der Rastertunnelmikroskopie können durch mehrfache Abtastspitzen Geisterbilder entstehen, da beim Rastern verschiedene Spitzen Strukturen an derselben Stelle mehrfach abtasten.

3D-Displays

Bei 3D-Displays und 3D-Fernsehgeräten bezeichnet man als Geisterbilder (häufig auch „Ghosting“ genannt) eine fehlerhafte stereoskopische Darstellung, bei der das Bild für das rechte und das linke Auge in kontrastreichen Bildpartien vorübergehend gleichzeitig sichtbar sind. Besonders ghosting-anfällig sind LCD-Displays in Verbindung mit 120 Hz-3D-Shutterbrillen, während DLP-3D-Projektoren mit gut angepassten 3D-Shutterbrillen kein Ghosting zeigen.

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