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Das GelĂ€nde, auch Relief, Terrain oder Topografie, ist die natĂŒrliche ErdoberflĂ€che mit ihren Höhen, Tiefen, UnregelmĂ€Ăigkeiten und Formen.
Die grafische Darstellung des GelĂ€ndes wird bei groĂen MaĂstĂ€ben GelĂ€ndeplan genannt, bei kleineren MaĂstĂ€ben (z.B. 1:5.000) hingegen Grund- (Deutschland) bzw. Basiskarte (Ăsterreich) und ab etwa 1:20.000 topographische Karte.
Inhaltsverzeichnis |
Physikalisch ist das GelÀnde die Grenzschicht zwischen der festen Erdkruste (LithosphÀre) auf der einen, der Luft (ErdatmosphÀre) und den GewÀssern (HydrosphÀre) auf der anderen Seite.
Das GelĂ€nde entspricht somit der ErdoberflĂ€che, ohne die darauf befindlichen Objekte (geographische Situation), auch ohne die Wasserkörper der GewĂ€sser, umfasst also die ganze LandflĂ€che, in erweitertem Sinne auch die GrĂŒnde der GewĂ€sser (Betten der SĂŒĂgewĂ€sser, Meeresboden). Nach dieser Definition ist der Ozeanboden das untermeerische GelĂ€nde, doch nennt die Ozeanografie auch die kleinen UnregelmĂ€Ăigkeiten des Meeresspiegels die Meerestopografie.
Im erweiterten Sinne bezieht sich GelÀnde auch auf die OberflÀchen anderer Himmelskörper
Ihre Vermessung und Erforschung ist Gegenstand der Geowissenschaften:
KleinrĂ€umige Strukturen der LandoberflĂ€che werden GelĂ€ndeform oder GelĂ€ndeformation, auch Erdform oder Landformen genannt. Sie sind ein geomorphologisches PhĂ€nomen, die natĂŒrliche Form (Landschaft) eines GelĂ€ndes oder Landschaftsteils, z. B. Gebirge, Tal, DĂŒnen, Felsformation.
Sie werden von der Geomorphographie deskriptiv und typologisch erarbeitet, ihre Vermessung wird als GelÀndeaufnahme bezeichnet.
Es lassen sich allgemein bei einem ebenen Element zwei Achsen aufspannen, und die KrĂŒmmung entlang der Achsen messen (HauptkrĂŒmmungen) - je nach Richtung ist das Element entlang der einen oder beiden eben, konvex oder konkav. Aus dem vorherrschenden Charakter ergeben sich folgende Grundelemente der Topographie (Reliefelemente):
Als geomorphographische Formelemente kommen neben Wölbung und Grundform auch noch Informationen ĂŒber Neigung und Exposition hinzu, sowie weitere geowissenschaftliche Metainformationen, wie Material, Bodenbeschaffenheit, Bewuchs und Bebauung und anderes.
Durch Strukturlinien lĂ€sst sich das GelĂ€nde gliedern. Man unterscheidet Geripplinien (weiche Kanten) und Bruchkanten (harte Kanten). Zu den Geripplinien gehören die RĂŒcken- und Muldenlinien.
Eine RĂŒckenlinie ist die höchste Linie entlang eines BergrĂŒckens bzw. einer langgezogenen Aufwölbung. RĂŒckenlinien stellen im Regelfall Wasserscheiden dar: das Regenwasser flieĂt in den rechten oder linken Hang ab. Besonders markante RĂŒckenlinien im Hochgebirge heiĂen Kammlinien.
Mulden- oder Tallinien sind die tiefsten Linien im Verlauf einer Mulde oder einem Tal. Sie stellen die Wassersammler dar, wohin das von den HĂ€ngen abflieĂende Wasser zusammenströmt und entlang einer tiefer folgenden Linie weiterflieĂt. In Mulden sind diese Linien nicht immer klar ausgeprĂ€gt, in einem Tal jedoch durch das gleichsinnige GefĂ€lle der Talsohle definiert, wo meist auch der Fluss verlĂ€uft.
Unter einer Bruchkante versteht man einen Knick im GelĂ€nde. An Bruchkanten Ă€ndert sich das GefĂ€lle sprunghaft, und an diesen Linien knicken in der Landkarte die Höhenlinien. Eine besonders markante Form der Bruchkante ist die Abbruchkante, die fast senkrecht verlaufen kann. Im Kartenbild liegen die Höhenlinien quasi ĂŒbereinander, gehen aber dann meist in einen Steilhang ĂŒber.
Unter einer GelÀndeaufnahme versteht man die messtechnische Erfassung der GelÀndeformen (die Grenzvermessung ist hingegen Aufgabe des Katasters, die rechtliche Sicherung jene des Grundbuches).
Bei manueller Messung wird das GelÀnde anhand der markanten Formen strukturiert aufgenommen. Zwischen den markanten Punkten und Linien werden die Messungen profilartig verdichtet.
Bei automatischer Erfassung mĂŒssen sehr viele Punkte gemessen werden, damit die markanten Formen mit erfasst werden.
Eine Besonderheit ist die direkte Erfassung von Höhenlinien beim Messtischverfahren mit der Kippregel oder bei manueller Auswertung in der Luftbildphotogrammetrie.
Die Darstellung der GelĂ€ndeformen in Landkarten ist Aufgabe der Kartografie. FĂŒr diese GelĂ€ndedarstellung wurden seit dem 18. Jahrhundert spezielle Verfahren entwickelt, die von der Kavalierperspektive ĂŒber Auf- und Grundrisse mit Höhendaten (kotierte Projektion bis zu den Schraffenkarten des 19. Jahrhunderts bis zur modernen Schichtenlinien-Kartierung mit Schummerung, Kartensignaturen, Felszeichnung und verwandten Darstellungsformen reichen. Neuere GelĂ€ndeaufnahmen werden meist unmittelbar in Datenbanken verspeichert, bearbeitet und in digitalen Karten veranschaulicht.
GelÀndedarstellung umfasst:
Daneben erfolgt eine VerknĂŒpfung des GelĂ€ndes mit zahlreichen anderen geowissenschaftlichen Aspekten, von den Namen (Toponomastik) bis hin zu komplexen ZusammenhĂ€ngen. Diese werden in Karten allgemein, Spezialkarten, und modern in Geoinformationssystemen dargestellt.
Das GelÀnde wird auf Karten oft wie folgt dargestellt: