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Gelbelsee

Pfarrkirche St. Hippolyt

Gelbelsee ist ein Pfarrdorf in der geographischen Mitte des Freistaats Bayern. Es gehört zur Gemeinde Denkendorf. Der Ort hat ca. 500 Einwohner. Dorfpatron ist der heilige Hippolyt. Die Dorfkirche ist im barocken Baustil errichtet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gelbelsee liegt im Naturpark AltmĂĽhltal auf der Hochfläche der SĂĽdlichen Frankenalb 540 m ĂĽ. NN zwischen Kipfenberg und Denkendorf.

Kirche

Die Pfarrkirche St.Hippolyt wurde in der Barockzeit erbaut. Sie steht etwas erhöht im Dorf. Im neu renoviertem Innern findet man drei schöne Altäre. Der Kirchturm besitzt drei Glocken in der Tonfolge a1-h1-cis2.

Sender Gelbelsee

→ s. Hauptartikel: Sender Gelbelsee

Geschichte

Gelbelsee wird in den ältesten Urkunden Gouliubese genannt, was als „See des Gouliub“ – einem Einwohner – gedeutet wird. Im Jahr 1301 wurde der Ort Gelbelsee geschrieben.

Gelbelsee liegt in einem uralten Siedlungsgebiet, wie die ringsum in den Wäldern befindlichen HĂĽgelgräber aus der Hallsteinzeit (1200 bis 500 v. Chr.) zeigen. Die Hallsteinleute gehörten stammesgeschichtlich der illyrischen Völkerfamilie an. Ihnen folgten die germanischen Stämme und bei der Völkerwanderung im fĂĽnften Jahrhundert die Bajuwaren. Von Osten kommend, fĂĽhrt bereits eine vorrömische StraĂźe durch Gelbelsee, weiter durch das Kristal und Kipfenberg nach Westen. Nahe vorbei lief der römische Limes (Reste: zwei BeobachtungstĂĽrme, Kaserne und Brunnen).

Einige Daten aus der Ortsgeschichte:

  • FrĂĽhestens 1058 weihte Bischof Gundekar II. von Eichstätt eine Kirche St. Hippolyt.
  • 1075: Patrozinium am 13. August. Hippolyt war Gegenpapst zu Kalixt I., er starb um 235 als Märtyrer auf Sardinien. – Kirchweih wurde allerdings seit altersher am Fest des hl. Bartholomäus (24. August) bzw. am darauffolgenden Sonntag gefeiert.
  • 1144: Der Ort taucht als Gouliubesee in einer Urkunde des Klosters Plankstetten auf.
  • 1279: Konrad Kropf (bzw. Struma) von Kipfenberg schenkte dem Kloster Kaisheim einen Hof in Gelbelsee.
  • 1301: Konrad Kropf von Kipfenberg verkauft custrum et oppidum (Burg und Markt) mit den Erbleuten, dem Patronatsrecht der Kirche Gelbelsee und allem Zubehör etc. an den Bischof Konrad II. von Pfeffenhausen von Eichstätt. Gelbelsee, bisher Mutterkirche von Kipfenberg, wird jetzt Filiale. Das Besetzungsrecht geht von dem Herrn Kropf zu Kipfenberg auf den Bischof von Eichstätt ĂĽber.
  • 1426 erhob Bischof Johann II. von Heideck Gelbelsee erneut zur Pfarrei.
  • Um 1620 protestierte der Pfarrer von Gelbelsee, Melchior Holl, gegen den „Schleifentanz“ der Dorfbewohner und das damals neu erbaute Tanzhaus des Dorfes.
  • FrĂĽhes 17. Jahrhundert: Es entstand die Holzfigur des St. Hippolyt (in Rittertracht mit Speer und Schild) in der Pfarrkirche.
  • 1690 erhielt die Kirche ein neues Langhaus.
  • Am 12. November 1678 brannte das Pfarrhaus ab. Es wurde vom Eichstätter Maurermeister Hans Biba neu errichtet.
  • 1745 musste der Kirchturm auf mittelalterlichen Fundamenten neu gebaut werden.
  • Um 1770 erhielt die Kirche die noch heute vorhandenen Barockaltäre mit ihren Altarblättern. Die Kirche ist stuckiert.
  • 1829 bis 1841 wirkte in Gelbelsee der gelehrte Pfarrer Dr. Franz Anton Mayer.
  • 1910 malte Franz Hartmann das Deckengemälde Martyrium des heiligen Hippolyt in der Pfarrkirche.
  • 1914 wurde ein 40 Meter hoher Wasserturm errichtet.
  • 1960 grĂĽndete sich ein Krieger- und Kameradschaftsverein.
  • Am 11. November 1977 grĂĽndete sich der Zweigverein Gelbelsee-Buch-IrlahĂĽll des Katholischen Deutschen Frauenbundes.
  • 1981 weihte Pfarrer Georg Pavelka eine neue Marienkapelle auf Gemeindegrund im oberen Ortsteil. Der Vorgängerbau im unteren Ortsteil, eine Pestkapelle des 17. Jahrhunderts, hatte 1976/78 dem Ausbau der OrtsstraĂźe weichen mĂĽssen. Das Marienbild des 17. Jahrhunderts wurde restauriert in den Neubau ĂĽbernommen.
  • Seit 1982 ist Alfred Wenk Pfarradministrator von Gelbelsee und IrlahĂĽll (seit 1990 auch fĂĽr Irfersdorf; sein dortiger Vorgänger war Pfarrer i. R. Josef März).
  • 1996 wurde ein neues Feuerwehrhaus seiner Bestimmung ĂĽbergeben.

Literatur

  • Konrad Held: Drei-TĂĽrme-Pfarrei Gelbelsee, in: Kirchenzeitung fĂĽr das Bistum Eichstätt Nr. 41 vom 13. Oktober 2002, S. 18
  • Gelbelsee feierte 950 Jahre St. Hippolyth, in: Eichstätter Kurier vom 24. Juli 2007, S. 24

Weblinks

48.945833333311.4375Koordinaten: 48° 57′ N, 11° 26′ O

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