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Der geographische Formenwandel (nach Hermann Lautensach 1952, daher auch Lautensach'scher Formenwandel genannt) ist ein Konzept zur geographischen Betrachtung von Räumen. Die Abfolge von Landschaftsformen wird als Gesetzmäßigkeit gesehen. Das Konzept kommt besonders in der regionalen Geographie zum Einsatz und geht aus der Länderkunde hervor. Lautensachs Konzept beinhaltet keinen zeitlichen Aspekt und kann somit nicht auf raumrelevante Prozesse angewendet werden.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Der geographische Formenwandel wird in vier Arten unterteilt. Die ersten drei können so verstanden werden, dass sie sich richtungsbezogen an den drei kartesischen Achsen durch eine betrachtete Region orientieren, die letzte Art berücksichtigt das Zentrum einr Region im Bezug zu ihrer Umgebung.
beschäftigt sich mit den Veränderungen des Bodens, des Klimas und der Vegetation in Nord-Süd-Richtung, also vom Nordpol zum Äquator. Ergebnisse sind die Klima- und Vegetationszonen, die Ursache dafür ist die solare Strahlung. Dies ist durch die Schrägstellung der Erdachse (Ekliptik) geprägt.
erklärt die Veränderungen des Bodens, des Klimas und der Vegetation in West-Ost-Richtung, also vom Meer zum Landesinneren. Ergebnisse sind Streifen zunehmender Kontinentalität, die Ursache dafür sind die Meeresströmungen, Winde und die jeweilige Küstenentfernung.
erklärt Veränderungen des Bodens, des Klimas und der Vegetation mit zunehmender Höhe. Ergebnis sind Höhenstufen der Vegetation, die Ursache ist die Abnahme der Temperatur mit zunehmender Höhe.
erklärt die Zusammenhänge und Interaktionen zwischen einem Zentrum und der umgebenden Peripherie.
Weitere Konzepte zur Raumbetrachtung aus länderkundlicher Sicht sind das länderkundliche Schema nach Hettner (1932), die dynamische Länderkunde nach Spethmann (1928) oder die Geosystemlehre, die aus der geographischen Landschaftsforschung hervor geht.