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Georg Boock (* 6. September 1891 in Berlin; † 23. Juni 1961) war ein deutscher Verwaltungsbeamter, Kommunalpolitiker (SPD/USPD/KPD/SED) und Oberbürgermeister von Erfurt.
Inhaltsverzeichnis |
Boock entstammt einer Beamtenfamilie. Sein Vater war Lokomotivführer bei der Deutschen Reichsbahn. Nach dem Besuch der Volksschule und des Realgymnasiums ließ er sich zum Verwaltungsbeamten ausbilden und arbeitete in der Verwaltung von Berlin-Neukölln. Im Abendstudium erwarb er sich weitere Kenntnisse in der Volks- und Finanzwirtschaft sowie in der Rechtswissenschaft. Nach seiner Teilnahme am Heeresdienst im Ersten Weltkrieg und anschließender Kriegsgefangenschaft wurde er 1919 der Leiter des Fürsorgeamtes von Berlin-Neukölln. Sein politisches Engagement begann 1920 mit dem Eintritt in die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD), bevor er 1922 zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) überwechselte.
Seit 1921 bekleidete er verschiedene kommunalpolitische Funktionen in Thüringen. Er wurde Bürgermeister von Gera-Langenberg und von Meuselwitz und arbeitete für den Thüringer und den Reichsstädtebund. Ab 1927 war Boock Bürgermeister im sächsischen Wurzen. Nach seiner Amtsenthebung durch die NS-Machthaber 1933 eröffnete er in Leipzig ein Steuerbüro und bekam in dieser Stadt Kontakt zur Widerstandsgruppe Schumann-Engert-Kresse. Bei der „Aktion Gitter“ im August 1944 wurde er zu Zuchthaushaft verurteilt.
Nach der Befreiung vom Faschismus trat er im Juli 1945 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei und kehrte in das Bürgermeisteramt von Wurzen zurück. Im Juli 1946 wurde er durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) als Oberbürgermeister der Stadt Erfurt eingesetzt. Nach den Kommunalwahlen im September wählten die Stadtverordneten Paul Hach von der LDPD, die stärkste Fraktion geworden war, zum neuen Oberbürgermeister. Dieser wurde dann wegen "Verstoßes gegen Befehl 50 der SMAD" und "Sabotage der Kohleversorgung" verhaftet und ins Landesgefängnis Ichtershausen eingeliefert. Er kam erst wieder frei, nachdem die Abgeordneten der LDPD das Vorschlagsrecht für den Oberbürgermeisterposten an die SED abgetreten hatten. So wurde Boock in diese Position gewählt. In seine Amtszeit von 1946 bis 1961 fällt die Einführung des "Demokratischen Zentralismus" mit Gleichschaltung der anderen Parteien zu Blockparteien, entschädigungslose Enteignungen und andere systembedingte Umwälzungen. Auch in Erfurt wurde am 17. Juni 1953 gestreikt und es kam zu anderen Protestkundgebungen. Die Sowjetische Armee verhängte den Ausnahmezustand. 1961 lebten in Westdeutschland und Westberlin über 20.000 Erfurter, die ihre Stadt aus politischen und wirtschaftlichen Gründen seit 1945 verlassen hatten.[1] An positiven Entwicklungen in der Amtszeit von Boock sind zu nennen: der AWG-Wohnungsbau, die Gründung des Pädagogischen Instituts 1953 und der Medizinischen Akademie 1954, des Zooparks und 1961 der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) der sozialistischen Länder.[2] Boock unterstützte auch Curt Böhme in seinen Bemühungen um mehr Selbstverwaltungskompetenzen der örtlichen Verwaltungen. In den 1950er Jahren beteiligte er sich an der Erarbeitung eines Gesetzes über die Aufgaben und Arbeitsweisen staatlicher Organe. Boock gehörte auch dem Präsidium des Deutschen Städtetages der DDR an.
Wilhelm August Türk | Karl Friedrich Wagner | Hermann von Mallinckrodt | Freiherr Carl von Oldershausen | Richard Breslau | Gustav Schneider | Hermann Schmidt | Bruno Mann | Theodor Pichier | Max Zeitler | Walter Siegfried Kießling | Otto Gerber | Hermann Jahn | Paul Hach | Georg Boock | Rudolf-Dietrich Nottrodt | Heinz Scheinpflug | Rosemarie Seibert | Siegfried Hirschfeld | Manfred Otto Ruge | Andreas Bausewein
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Boock, Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kommunalpolitiker (USPD, SPD, KPD, SED), Städtebundsvorsitzender |
| GEBURTSDATUM | 6. September 1891 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 23. Juni 1961 |