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George Best

George Best
Spielerinformationen
Geburtstag 22. Mai 1946
Geburtsort BelfastNordirland
Sterbedatum 25. November 2005
Sterbeort LondonEngland
GrĂ¶ĂŸe 175 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1963 Manchester United
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1963–1974
1975
1975–1976
1976-1978
1976–1977
1979+1980
1979–1980
1979–1980+1981
1983
1983</br>1984
Manchester United
→ Stockport County (Leihe)
Cork Celtic
Los Angeles Aztecs
FC Fulham
Fort Lauderdale Strikers
Hibernian Edinburgh
San Jose Earthquakes
AFC Bournemouth
Brisbane Lions
Tobermore United
361 (137)
3 00(2)
3 00(0)
61 0(29)
42 00(8)
33 00(7)
22 00(3)
86 0(34)
5 00(0)
4 00(0)
1 00(0)
Nationalmannschaft
1964–1978 Nordirland 37 00(9)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

George Best (* 22. Mai 1946 in Belfast, Nordirland; † 25. November 2005 in London) war ein nordirischer Fußballspieler und vor allem fĂŒr seine erfolgreiche Karriere bei Manchester United bekannt.

Die fĂŒr einen FlĂŒgelstĂŒrmer typischen StĂ€rken in Form von hohem Tempo und Antrittsschnelligkeit kombinierte der mit beiden FĂŒĂŸen gleich schussstarke Best mit einer stark ausgeprĂ€gten TorgefĂ€hrlichkeit.[1] Im Jahre 1968 erlebte er sein persönliches „Annus mirabilis“, als er mit United den Europapokal der Landesmeister gewann und zu Europas Fußballer des Jahres gewĂ€hlt wurde. Obwohl er in der nordirischen Nationalmannschaft ein maßgeblicher LeistungstrĂ€ger war, konnte er sein Land nie in die Endrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft fĂŒhren.

Von PelĂ© wurde Best im Jahre 2004 in die Liste der weltweit 125 besten Fußballer aufgenommen.[2] Zudem rangierte er in einer UEFA-Umfrage anlĂ€sslich des 50-jĂ€hrigen Bestehens des europĂ€ischen Fußballverbands hinter Gerd MĂŒller auf dem 19. Platz. Vor allem in seiner nordirischen Heimat gilt der zumeist auf der rechten FlĂŒgelposition eingesetzte Best als sehr populĂ€r, was in dem dort sehr verbreiteten Wortspiel „Maradona good; PelĂ© better; George Best.“ seinen Ausdruck findet.[3]

Er war unter den Fußballspielern einer der ersten Medienstars. Sein extravaganter Lebensstil fĂŒhrte jedoch dazu, dass er immer mehr dem Alkoholismus verfiel, der den Karrierelauf nachhaltig negativ beeinflusste[4] und schließlich zu seinem frĂŒhen Tod im Alter von nur 59 Jahren fĂŒhrte, nachdem er an einer Niereninfektion erkrankt war. Diese war durch Nebenwirkungen immunsuppressiver Medikamente entstanden, die Best nach seiner Lebertransplantation hatte einnehmen mĂŒssen. Best war aufgrund seiner VolksnĂ€he und Schlitzohrigkeit im Laufe und nach seiner Karriere bei seinen AnhĂ€ngern zwar sehr beliebt, aber TrunkenheitsfĂ€lle im Fernsehen, Verurteilungen aufgrund Fahrens unter Alkoholeinfluss, die Beschimpfung eines Polizisten, VorwĂŒrfe von hĂ€uslicher Gewalt und seine UnfĂ€higkeit, das Trinken selbst nach der Lebertransplantation aufzugeben, zeigten darĂŒber hinaus eine Schattenseite Bests auf. Dennoch wohnten seiner Beerdigung im Osten Belfasts an einem regnerischen Tag 100.000 Menschen bei.

Inhaltsverzeichnis

Jugendzeit

George Best wurde als Ă€ltestes von vier Kindern geboren. Sein Vater Dickie war ein Hafenarbeiter, wĂ€hrend Mutter Annie als ehemalige Hockeyspielerin ein frĂŒhes Vorbild fĂŒr Georges sportliche Ziele darstellte. Schon in sehr jungen Jahren legte der leichtgewichtige George inmitten der zumeist körperlich ĂŒberlegenen und rustikal spielenden Arbeiterkindern den Grundstein fĂŒr eine außergewöhnliche Technik. Sein spĂ€ter legendĂ€ren Ruf als Ausnahmekönner mit Dribblings auf engstem Raum, kurzen Haken und KörpertĂ€uschungen fand hier seinen Ursprung. Es war zudem die Zeit, als die nordirische Nationalmannschaft 1958 bei der WM in Schweden das Viertelfinale erreicht hatte und mit Spielern wie Peter McParland und Billy Bingham die Generation rund um George Best nachhaltig inspirierte.

Erstmals Vereinsfußball spielte Best dann beim „Cregagh Football Club“. Er gewöhnte sich schnell an das grĂ¶ĂŸere Fußballfeld und in Belfast wurden die Stimmen immer lauter, dass man ein derartiges Talent zuvor noch nie gesehen hatte. Die Partien selbst wurden fĂŒr Best schnell zu einer langweiligen Angelegenheit, da er sich seinen Alterskameraden deutlich ĂŒberlegen zeigte.

Manchester United

Im Alter von 15 Jahren wurde Best von Bob Bishop - Talentscout von Manchester United - entdeckt, der an den Cheftrainer Matt Busby in einem Telegramm die spĂ€ter oft zitierten Worte verwendete: „I think I’ve found you a genius.“ (deutsch: „Ich denke, ich habe fĂŒr Dich ein Genie entdeckt.“)[5] Sein Heimatklub Glentoran Belfast hatte ihn hingegen zuvor als „zu klein und zu leicht“ befunden.[6] Best wurde 1961 gemeinsam mit einem weiteren Nachwuchsspieler (Eric McMordie) nach Manchester eingeladen, wo ihn allerdings nach nur einem Tag das Heimweh packte und er daraufhin zurĂŒck nach Belfast flĂŒchtete. Nach einem Telefonat seines Vaters mit Busby kehrte Best jedoch zurĂŒck und fand fortan in dem United-Trainer eine Vaterfigur in Manchester.

Am 14. September 1963 kam Best zu seinem ersten Einsatz in Old Trafford beim 1:0-Sieg gegen West Bromwich Albion. Zwei Wochen spĂ€ter erzielte er gegen den FC Burnley sein erstes Tor und schoss in seiner ersten Saison insgesamt sechs Tore fĂŒr United, das hinter dem FC Liverpool in der Meisterschaft den zweiten Platz belegen konnte. In der folgenden Spielzeit 1964/65 gewann Best mit Manchester United seinen ersten englischen Meistertitel.

Erstmals fĂŒr grĂ¶ĂŸere Schlagzeilen sorgte er schließlich im Viertelfinal-RĂŒckspiel des europĂ€ischen Landesmeisterwettbewerbs gegen Benfica Lissabon, in dem ihm zwei Tore in den ersten zehn Minuten gelangen und er somit Manchester United zu einem spektakulĂ€ren 5:1-AuswĂ€rtssieg fĂŒhrte. Dieser Auftritt brachte ihm in der Presse den Titel „El Beatle“ ein und seine fußballerischen FĂ€higkeiten in Kombination mit seinem Showtalent machten ihn in der Folge immer mehr zu einem Medienliebling. Dort wurde er aufgrund seiner langen Haare, dem guten Aussehen und seinem extravaganten und öffentlichkeitswirksamen Lebensstil vor allem als der „fĂŒnfte Beatle“ bezeichnet und Best unterfĂŒtterte diese Image durch öffentliche Auftritte, wie beispielsweise 1965 in der Musiksendung Top of the Pops.[7] Als weiterer Spitzname Bests, dessen Vorname hĂ€ufig in „Georgie“ oder in seiner Heimat Belfast in „Geordie“ umgewandelte wurde, fand die Bezeichnung „Belfast Boy“ in der Öffentlichkeit grĂ¶ĂŸere Verwendung.[8]

In der Saison 1966/67 gewann Best mit United seine zweite englische Meisterschaft und distanzierte dabei Nottingham Forest und Tottenham Hotspur um jeweils vier Punkte. Nur ein Jahr spĂ€ter folgte der grĂ¶ĂŸte Erfolg Bests, als ihm im Endspiel des europĂ€ischen Landesmeisterwettbewerbs gegen Benfica Lissabon ein Treffer gelang. United siegte insgesamt mit 4:1 und Best wurde als Europas und zudem von den englischen Fußballjournalisten zu Englands Fußballer des Jahres gewĂ€hlt.

Nach diesem sportlichen Höhepunkt begann jedoch der stetige Abstieg. Schon zuvor hatten ihm Mitspieler zeitweise seinen Ruhm geneidet und auch sportlich wurde Bests Spielweise egoistischer, als er immer hĂ€ufiger den besser positionierten Kameraden ĂŒbersah. Durch den RĂŒcktritt von Trainer Busby im Jahre 1969 verlor Best einen seiner grĂ¶ĂŸten FĂŒrsprecher und der ehemalige StarstĂŒrmer ließ sich immer mehr in AktivitĂ€ten außerhalb des Fußballs einwickeln. Mit dem Verfall Bests und seinen immer grĂ¶ĂŸeren Alkoholeskapaden ging auch die große Zeit von Manchester United zu Ende und fĂŒhrte bis 1974 sogar zum Abstieg in die zweite Liga.

In den spĂ€ten 1960er-Jahren hatte Best bereits mit dem „Oscar’s“ und dem „Slack Alice’s“ – Letzteres wurde spĂ€ter als „42nd Street Nightclub“ bekannt – zwei Nachtlokale eröffnet. Dazu besaß er gemeinsam mit Mike Summerbee von Manchester City zwei Modeboutiquen. Seine Leidenschaft fĂŒr GlĂŒcksspiele und Frauen nahm einen immer grĂ¶ĂŸeren Platz in seinem Leben ein, sportlich war Best 1971 nur noch ein Schatten frĂŒherer Tage und er baute zudem aufgrund seiner Spielsucht und der letztlich erfolglosen GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten einen betrĂ€chtlichen Schuldenberg auf. Schließlich suspendierte ihn Trainer Tommy Docherty im Jahre 1972 aus der ersten Mannschaft und versetzte ihn stattdessen in die Juniorenabteilung, denn Best war immer öfter – wenn er ĂŒberhaupt erschien – vormittags angetrunken zum Training angetreten und teilweise vor Pflichtspielen tagelang nicht aufzufinden gewesen. Noch im gleichen Jahr erklĂ€rte Best seinen RĂŒcktritt, um neun Monate spĂ€ter wieder ein Comeback zu geben.

Seine letzte Partie absolvierte er fĂŒr United am 1. Januar 1974 gegen die Queens Park Rangers an der Loftus Road. Der Spieler mit der RĂŒckennummer 7 absolvierte 466 Pflichtspiele fĂŒr Manchester und war in dieser Zeit der ToptorjĂ€ger mit 178 Treffern – darunter alleine sechs in einem Spiel gegen den Viertligisten Northampton Town. Er war zudem in sechs aufeinanderfolgenden Spielzeiten bester TorjĂ€ger seines Vereins und in der Saison 1967/68 mit 28 Ligatreffern TorschĂŒtzenkönig in der englischen Eliteklasse.

SpĂ€tere Fußballerstationen und die Jahre in den USA

Best spielte 1974 kurzzeitig in SĂŒdafrika fĂŒr die Jewish Guild of Johannesburg, hatte dort aber mit denselben Alkohol- und Spielproblemen zu kĂ€mpfen und kehrte nach England zurĂŒck, wo er fĂŒr Dunstable Town in einem Freundschaftsspiel auflief. Trainer dort war sein ehemaliger Mitspieler Barry Fry. Auf Leihbasis wechselte er schließlich in die vierte englische Liga zu Stockport County und schoss dort 1975 in drei Spielen zwei Tore. Zu drei weiteren Spielen kam er fĂŒr den irischen Verein Cork Celtic, bevor er dann 1976 den Sprung ĂŒber den Atlantik tĂ€tigte, um fĂŒr die Los Angeles Aztecs in der nordamerikanischen Profiliga NASL zu spielen.

In Los Angeles wurde er zu dem uneingeschrĂ€nkten Starspieler des Teams und befand sich mit 15 Treffern in seiner ersten Saison unter den besten TorschĂŒtzen der Liga. In den beiden folgenden Jahren sollte er erneut an diese StĂ€tte zurĂŒckkehren und erlebte zudem zwischen 1976 und 1977 mit dem englischen Zweitligisten FC Fulham eine kurze RĂŒckkehr zu alter StĂ€rke, wenn auch nicht mehr als wendiger FlĂŒgelstĂŒrmer. Streit gab es schließlich um seine Verpflichtung im Jahre 1978 bei dem US-amerikanischen Verein Fort Lauderdale Strikers im Rahmen seiner AktivitĂ€ten beim FC Fulham. Der Weltfußballverband FIFA belegte Best schließlich mit einer Sperre, so dass er erst 1979 fĂŒr diesen Verein zum Einsatz kam. In Ă€hnlich abwechselnder Manier, wie zuvor zwischen Fulham und den Aztecs, spielte Best fortan noch fĂŒr den schottischen Klub Hibernian Edinburgh und heuerte 1980 in San JosĂ© bei den damaligen Earthquakes – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen gegenwĂ€rtigen MLS-Team – an. Dort begann er eine Alkoholtherapie und spielte zwischen 1981 und 1982 noch weitere 56 Male, bevor er dann den Vereinigten Staaten den RĂŒcken kehrte.

Nach kleineren Engagements – beispielsweise beim englischen AFC Bournemouth und in Australien bei den Brisbane Lions – trat Best endgĂŒltig vom aktiven Sport zurĂŒck. In gesundheitlicher und finanzieller Hinsicht musste Best ab Mitte der 1980er-Jahre weitere RĂŒckschlĂ€ge erleiden. Nachdem er 1984 aufgrund von Trunkenheit am Steuer und massiver Beleidigungen eines Polizisten ins GefĂ€ngnis eingewiesen worden war, konnte vier Jahre spĂ€ter erst ein von Freunden in Belfast im Windsor Park organisiertes „Testimonial Match“ – Ă€hnlich einer Mischung aus Abschiedsspiel und persönlicher Benefizveranstaltung fĂŒr ehemalige Spieler – den drohenden Bankrott Bests noch einmal abwenden.

Nordirische Nationalmannschaft

Best spielte 37 Mal fĂŒr die Nationalmannschaft Nordirlands und erzielte neun Tore. Dabei hatte er bereits kurz vor seinem 18. Geburtstag am 15. April 1964 in Swansea mit einem 3:2-Sieg gegen Wales debĂŒtiert und verabschiedete sich mehr als 13 Jahre spĂ€ter am 12. Oktober 1977 mit einer 0:1-Niederlage gegen die Niederlande in seiner Heimat Belfast.

Der Windsor Park in Belfast war außerdem am 15. Mai 1971 Schauplatz der wohl spektakulĂ€rsten Szene im Laufe von Bests LĂ€nderspielkarriere. In der Partie gegen England spitzelte Best dem gegnerischen TorhĂŒter Gordon Banks den Ball wĂ€hrend eines Torabschlags weg, gewann das anschließende Laufduell gegen den TorhĂŒter und köpfte ins Tor ein. Der Treffer wurde zwar formal nicht anerkannt und England entschied die Begegnung mit 1:0 fĂŒr sich, aber die spitzbĂŒbisch anmutende Szene Bests gegen den ehemaligen WeltmeistertorhĂŒter hatte ihren Weg in die Fußballhistorie gefunden.

Im Vorfeld der WM 1982 in Spanien erwog der damalige nordirische Nationaltrainer Billy Bingham, den 36-jĂ€hrigen Best in den Kader zu berufen. Da die sportlichen FĂ€higkeiten aber durch seine andauernden Alkoholprobleme und das fortgeschrittene Alter bereits deutlich gelitten hatten, wurde von diesem Vorhaben frĂŒhzeitig Abstand genommen. Best sprach sich anschließend fĂŒr ein gemeinsames nordirisch-irisches Team aus.

Nach der aktiven Karriere

Best arbeitete nach seiner Laufbahn fĂŒr verschiedene Zeitungen und engagierte sich ab 1998 als Kommentator fĂŒr den britischen TV-Sender Sky Sports. Er trat wĂ€hrend der 1990er-Jahre weiterhin durch seine Alkoholprobleme öffentlich in Erscheinung und erschien im September 1990 betrunken zur Talkshow „Wogan“ in der Prime Time, wodurch er große öffentliche Proteste seitens der Zuschauer auslöste.[9] SpĂ€ter entschuldigte sich Best fĂŒr diesen Auftritt und stufte diesen als eines seiner dunkelsten Kapitel ein.

Im Jahre 1995 vermĂ€hlte er sich mit dem Fotomodell Alex Pursey. Best hatte zuvor im Jahre 1978 das ehemalige Playboy-Model Angela MacDonald-James in Las Vegas geheiratet und sich 1986 von ihr – fĂŒnf Jahre nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes – scheiden lassen. Die Probleme Bests machten aber auch vor der neuen Liaison nicht halt und Alex Best sollte spĂ€ter im Jahre 2004 in der britischen Ausgabe von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ihren Ehemann beschuldigen, sie wĂ€hrend der gemeinsamen Beziehung geschlagen zu haben.

Als 1996 ein Nachfolger fĂŒr Jack Charlton als neuer irischer Nationaltrainer gesucht wurde, bekundete Best öffentlich sein Interesse an diesem Amt. Die Football Association of Ireland („FAI“) entschied sich schließlich aber fĂŒr Mick McCarthy. Gesundheitlich ging es fĂŒr Best weiter bergab und er verkĂŒndete im Jahre 2001, dass er auf der Warteliste fĂŒr eine Lebertransplantation stehe.

Die letzten Jahre

Am 30. Juli 2002 ließ er sich fĂŒr diesen Eingriff in das „King’s College Hospital“ in London einliefern. Als er im anschließenden Jahr 2003 weiterhin öffentlich Alkohol konsumierte, schlug ihm Kritik aus der Öffentlichkeit entgegen. Vor allem wurde ihm massiver Egoismus und unsensibles Verhalten vorgeworfen. Auch finanziell machte Best 2003 negative Schlagzeilen, als er verkĂŒndete, seine TrophĂ€e zu Europas Fußballer des Jahres verkaufen zu mĂŒssen, um mit dem Erlös ein neues Haus in Griechenland zu finanzieren. Im Jahre 2004 wurde ihm wegen Trunkenheit am Steuer der FĂŒhrerschein fĂŒr 20 Monate entzogen.

Am 3. Oktober 2005 wurde Best zur Intensivbehandlung in das private Cromwell Hospital in London eingeliefert. Er war an einer Niereninfektion erkrankt in Folge von Nebenwirkungen immunsuppressiver Medikamente. Diese hatte Best nach seiner Lebertransplantation einnehmen mĂŒssen, damit sein Körper das ihm neu eingesetzte Organ nicht abstieß. Am 27. Oktober verkĂŒndete die Presse erstmals, dass sich sein Zustand lebensbedrohend entwickelt hatte. Es folgte eine kurze Stabilisierung seines Zustand und im November der erneute RĂŒckfall. Am 20. November druckte die britische Boulevardzeitung „News of the World“ ein Foto von Best mit seiner letzten Botschaft "don't die like me" (dt. "sterbt nicht wie ich") auf dessen Wunsch im Krankenbett ab. FĂŒnf Tage spĂ€ter verstarb er infolge von Multiorganversagen.

Die Premier League verkĂŒndete, dass am folgenden Wochenende vor allen englischen Erstligaspielen eine Schweigeminute abgehalten werde, die aber in mehreren Stadien durch die Tradition „ignoriert“ wurde, dass dem Verstorbenen stattdessen durch einen einminĂŒtigen Applaus gehuldigt wird. Das erste Spiel in Old Trafford nach Bests Tod fand im Ligapokal gegen West Bromwich Albion statt – dies war der Verein, gegen den Best 1963 debĂŒtiert hatte. Bobby Charlton, weitere frĂŒhere Spieler seines ehemaligen Vereins und des Gegners West Bromwich Albion hielten vor der Partie gemeinsam mit Bests Sohn Calum die Schweigeminute ab, wĂ€hrend Zuschauer Bilder des Verstorbenen in die Höhe hielten.

Beerdigung und Ehrungen

George Best wurde am 3. Dezember 2005 in Belfast beerdigt. Etwa 100.000 Menschen gaben ihm die letzte Ehre, was dieses BegrĂ€bnis zu einer der grĂ¶ĂŸten Zeremonien dieser Art in der Geschichte Großbritanniens machte. Die Beisetzung Bests neben seiner Mutter im „Roselawn Cemetery“ selbst fand im privaten Kreise statt.

Der Schriftzug des „George Best Belfast City Airport“

Um Best zu wĂŒrdigen, wurde der Belfast City Airport im Osten Belfasts in „George Best Belfast City Airport“ umbenannt. Hierzu fand eine offizielle Zeremonie in Anwesenheit der Angehörigen von Best am 22. Mai 2006 – dem 60. Geburtstag Bests − statt. Die Umbenennung war sehr umstritten. Nur 52 % der Bevölkerung standen hinter dieser Entscheidung[10] und politische Stimmen Ă€ußerten, dass man besser ein Stadion nach Best benannt hĂ€tte anstelle eines Flughafens.[11] Im MĂ€rz 2006 gab die Billigfluggesellschaft Flybe einer Dash-8-Maschine den Namen „The George Best“.[12]

AnlĂ€sslich seines ersten Todestages brachte die nordirische Ulster Bank eine Million FĂŒnf-Pfund-Noten mit seinem Abbild in Umlauf.[13] Nach fĂŒnf Tagen waren die Geldscheine – die Best sowohl im nordirischen Nationaltrikot als auch im Trikot von Manchester United abgebildet zeigen – bereits ausverkauft.[14]

Wissenswertes

  • 1970 drehte der deutsche Filmemacher Hellmuth Costard einen Film ĂŒber ein Match zwischen Manchester United und Coventry City, in dem die Kamera wĂ€hrend der gesamten Spieldauer ausschließlich auf Best gerichtet war. „Fußball wie noch nie“ wurde 1971 von der ARD ausgestrahlt und rief massive Proteste hervor, da der Großteil der Zuschauer es unmöglich fand, den Film zur besten Sendezeit auszustrahlen bzw. ein Fußballspiel lang nur einen Spieler herauszuheben. Bei der ARD hĂ€uften sich nach der Sendung die Beschwerdebriefe.
  • Don Fardon schrieb 1970 als Hommage an George Best den Song Belfast Boy, der sich 5 Wochen in den britischen Charts platzierte und die er 2006 anlĂ€sslich von Bests Tod neu herausbrachte.
  • 1987 widmete ihm die englische Independent-Band The Wedding Present ihr erstes Album.
  • Unvergessen ist der Nihilismus von George Best, der sich in seinem Lebensmotto Ă€ußerte: „Ich habe viel Geld fĂŒr Alkohol, Frauen und Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst.“ („I spent a lot of money on booze, birds and fast cars – the rest I just squandered.“) Belegt ist noch dieses Zitat: „WĂ€re ich hĂ€sslich auf die Welt gekommen, hĂ€ttet ihr nie etwas von PelĂ© gehört.“ ("If I had been born ugly, you would never have heard of Pele")

Trivia

Beim Champions League Finale 1999 verließ George Best, seines Zeichens inzwischen Fan von Manchester United, vorzeitig das Stadion, da seine Mannschaft im Nou Camp gegen den FC Bayern MĂŒnchen kurz vor Schluss mit 0:1 zurĂŒcklag. Die Wende durch zwei spĂ€te Tore zum 2:1 Sieg von Manchester verpasste er.[15]

Vereinsstationen

Erfolge & Titel

  • Europapokalsieger der Landesmeister: 1968
  • Englischer Meister: 1965, 1967
  • Europas Fußballer des Jahres: 1968
  • Englands Fußballer des Jahres: 1968
  • Aufnahme in die englische Football Hall of Fame: 2002
  • EhrendoktorwĂŒrde an der Queen’s University of Belfast: 2001
  • Ehrenpreis der Fußballergewerkschaft PFA: 2006

Weblinks

 Commons: George Best â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: George Best â€“ Zitate

Literatur

  • When Saturday Comes – The Half Decent Football Book, Penguin Books, London 2005, ISBN 0-14-051575-5, S. 32–33.
  • Ulrich von Berg, Von Goals und Girls – George Best ist tot., In: 11 Freunde Nr. 51 (Februar 2006), S. 100–108.
  • Hellmuth Costard, Fußball wie noch nie. DVD. Zweitausendeins, Frankfurt April 2006. ISBN 978-3-86150-667-6. Ein radikales filmhistorisches Dokument und eine Hommage an George Best: Beim Spiel zwischen Manchester United gegen Coventry City im September 1970 folgen acht KameramĂ€nner nur den Aktionen von Best.

Einzelnachweise


VorgÀnger Amt Nachfolger
Flórián Albert Europas Fußballer des Jahres
1968
Gianni Rivera
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