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George P. Lakoff (* 24. Mai 1941) ist ein US-amerikanischer Linguist. Er ist derzeit Professor für Linguistik an der University of California, Berkeley.
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Seit 1972 unterrichtet Lakoff an der University of California, Berkeley. Als Schüler Noam Chomskys arbeitete er zunächst auf dem Gebiet der Generativen Transformationsgrammatik und entwickelte in den 1960er Jahren mit seiner Generativen Semantik[1] eine Alternative zu der von Jerrold Katz und Jerry Fodor[2] konzipierten und von Chomsky[3] übernommenen Interpretativen Semantik. In diesem Zusammenhang entzündete sich in den 1960er und 1970er Jahren die als "The Linguistics Wars" bezeichnete - nicht allein auf die Linguistik begrenzte - wissenschaftliche Debatte zwischen Chomsky, Lakoff und ihren Anhängern. Infolge wandte sich Lakoff seinem - in Spannung zu Chomskys Forschungen stehenden - neuen Spezialgebiet zu: der Kognitiven Linguistik. Am bekanntesten sind seine Theorien über die Sprache als Metaphersystem im menschlichen Denken, politischen Verhalten und Gesellschaft. In den letzten Jahren engagierte er sich mehr und mehr in der US-amerikanischen Politik. Im Juni 2003 gründete er das Rockridge Institute, eine progressive Denkfabrik, die Politiker der Demokratischen Partei beriet und progressive Öffentlichkeitsarbeit betrieb. Ende April 2008 musste das Institut wegen Finanzierungsproblemen geschlossen werden.
George Lakoff vertritt die These, dass Menschen in Metaphern denken; dies geschehe zumeist unbewusst, da die Metaphern nicht mehr wahrgenommen werden würden. Trotzdem sei es relevant, in welchen Metaphern man denke und welche rhetorisch genutzt werden, da Metaphern immer einem Denkmodell unterliegen, das man durch die Verwendung seiner Schlüsselbegriffe stützt. Benutzt man beispielsweise militärische Metaphern („Gewehr bei Fuß stehen“, „Zweifrontenkrieg“ usw.), so wird etwas implizit als Krieg angesehen. Als wichtigste Vorbilder seines Denkens bezeichnet er John Dewey und Maurice Merleau-Ponty.
Lakoff wendet seine Analyse der Metaphern, die er wie oben beschrieben als konzeptionelle Konstruktionen begreift, u.a. auf den Bereich der (amerikanischen) Politik an: der Rhetorik der Konservativen unterliegt die Vorstellung, Staat und Gesellschaft seien eine Familie mit einem strengen Vater (Staat), dessen Kinder (Bürger) diszipliniert werden müssen, damit sie verantwortliche Erwachsene werden. Die Liberalen/Demokraten teilen eher die Metapher einer schützenden, geborgenen Familienumgebung, in der die Kinder (die ja in der Metapher tatsächlich schon Bürger sind) von den Eltern vor negativen Einflüssen geschützt werden, damit sie sich frei entfalten können (für die Politik würde das z.B. bedeuten: strenge Umweltstandards und allgemeine Gesundheitsversorgung). Lakoff sieht weiter das Problem der Demokraten seit den 80er Jahren, dass sie sich zu sehr den Diskursmetaphern der Konservativen angepasst haben. Das bedeutet sie benutzen die gleichen Metaphern, die aber dem konservativen Modell entsprechen, also unbewusst dieses Modell stützen. Bsp. 'tax relief' Steuererleichterung impliziert, dass Steuern per se etwas Schlechtes seien. Siehe auch: Leben in Metaphern? - Pinker gegen Lakoff
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lakoff, George |
| ALTERNATIVNAMEN | Lakoff, George P. |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Linguist, Professor für Linguistik an der University of California, Berkeley |
| GEBURTSDATUM | 24. Mai 1941 |