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Die Geschichte Brasiliens beginnt mit der Besiedlung durch IndianerstÀmme unterschiedlicher Herkunft vor Tausenden von Jahren.
Der portugiesische Seefahrer Pedro Ălvares Cabral, der 1500 im Nordosten Brasiliens landete, gilt gemeinhin als europĂ€ischer Entdecker Brasiliens. Vom 16. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Land eine portugiesische Kolonie. 1822 erklĂ€rte Brasilien seine UnabhĂ€ngigkeit und wurde zu einer konstitutionellen Monarchie, dem Kaiserreich Brasilien. 1889, ein Jahr nach der Abschaffung der Sklaverei, folgte auf einen MilitĂ€rputsch die GrĂŒndung einer Republik. Nach mehreren Phasen der Diktatur im 20. Jahrhundert, einschlieĂlich eines 21jĂ€hrigen MilitĂ€rregimes ab 1964, wurde ab 1985 die Demokratie gestĂ€rkt.
Die Ă€ltesten Spuren menschlichen Lebens wurden in Höhlen im Bundesstaat PiauĂ gefunden. Die PalĂ€o-Indianer erreichten die SĂŒdspitze Amerikas wahrscheinlich um 10.000 v. Chr. Skelettfunde belegen, dass die KĂŒstengebiete des heutigen Brasilien um circa 8.000 v. Chr. bewohnt waren.
Traditionell wird vertreten, dass die ökologischen Bedingungen im Amazonasbecken das Aufkommen von bevölkerungsstarken Hochkulturen wie im Andenraum nicht zulieĂen und man deshalb von einer dĂŒnnen Bevölkerung aus nomadischen oder halbnomadischen Gruppen von JĂ€gern und Fischern ausgehen muss, die in geringem Umfang auch Ackerbau trieben.
Neuere Forscher haben die Hypothese aufgestellt, dass die AktivitĂ€ten der einheimischen Völker vor der Kolonialisierung weit ĂŒber das bisher angenommene AusmaĂ hinausgingen. Demnach hĂ€tten die Ureinwohner durch systematische Anpflanzung und Verbreitung von Pflanzenarten sowie Bodenverbesserung das Ăkosystem des Amazonasbeckens erst geschaffen. Auch ihre Ansiedlungen -etwa auf der riesigen Flussinsel MarajĂł- seien demnach weit gröĂer gewesen als bisher angenommen.[1]
Ăhnliches gilt fĂŒr den Ă€uĂersten Westen Brasiliens. In der Provinz Mato Grosso fanden sich zahlreiche geplante Orte, deren GröĂe den zeitgenössischen europĂ€ischen kaum nachsteht, und in denen Fischzucht und Landwirtschaft bis in die Zeit um 1500 betrieben wurde. Sie waren durch ein StraĂennetz miteinander verbunden. Man nimmt an, dass die Bevölkerung dieser Orte durch Epidemien verschwunden ist.[2]
Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) wurde die neue Welt unter Spanien und Portugal im Vertrag von Tordesillas (1494) aufgeteilt. Das damals noch unbekannte Brasilien fiel in die portugiesische HĂ€lfte.
Offiziell wurde Brasilien am 22. April 1500 durch den portugiesischen Seefahrer Pedro Ălvares Cabral entdeckt. Welcher EuropĂ€er Brasilien wirklich entdeckte, ist jedoch umstritten. Der spanische Seefahrer Vicente Yåñez PinzĂłn segelte bereits 1499 entlang der OstkĂŒste des heutigen Brasilien bis zum MĂŒndungsgebiet des RĂo de la Plata (heutiges Argentinien). Der portugiesische Seefahrer, Geograph und Astronom Duarte Pacheco Pereira soll sogar schon Ende 1498 die KĂŒsten der heutigen brasilianischen Staaten ParĂĄ und MaranhĂŁo sowie das MĂŒndungsgebiet des Amazonas befahren haben.
Nach französischen Aufzeichnungen des 15. Jahrhunderts soll der KapitĂ€n Jean Cousin 1488 an Bord eines aus Dieppe stammenden Schiffs des Reeders Jehan Ango zu einer Reise nach Westafrika aufgebrochen, aber durch die Ăquatorialströmung in Höhe der Azoren abgetrieben und nach zwei Monaten an eine fremde KĂŒste und einen gewaltigen Strom gelangt sein, den er Maragnon nannte. Nach kurzem Aufenthalt ĂŒberquerte er den Atlantik erneut, lief Westafrika an und kehrte von dort 1489 gesund nach Dieppe zurĂŒck.
Verschiedene Indizien geben auĂerdem zu der Vermutung Anlass, dass in Portugal die Existenz einer groĂen Landmasse westlich des Atlantik schon lange vor 1500, eventuell sogar bereits seit 1325, bekannt war.
Cabral landete in der NĂ€he des heutigen Porto Seguro an und nahm das neu gefundene Land fĂŒr den portugiesischen König Emanuel I. (Manuel I.) in Besitz. Die bei der Landung angetroffenen TupĂ-Indianer leisteten den EuropĂ€ern keinen Widerstand. Portugal hielt die Entdeckung zunĂ€chst geheim, um im Wettlauf um neue Kolonien einen Vorteil zu behalten. SpĂ€testens aber seit 1507 wurde der neu entdeckte Kontinent in Europa bekannt, als der deutsche Kartograph Martin WaldseemĂŒller eine Karte SĂŒdamerikas veröffentlichte, auf der auch Porto Seguro eingezeichnet ist.
Nachdem reiche Vorkommen von Brasilholz (port.: Pau Brasil / Pau VerzĂm) ausgemacht wurden, bekam das neue Land den Namen Brasilien. Brasilholz eignet sich zur Farbgewinnung und zur Herstellung edler Möbel. Damit wurde es zum ersten Exportprodukt der Kolonie und bildete die Grundlage fĂŒr eine erste wirtschaftliche Nutzung des Landes. Aufgrund der massiven Abholzung ist Brasilholz heute vom Aussterben bedroht und steht unter Naturschutz.
Im Jahr 1503 entdeckt eine Expedition von Gonçalo Coelho, dass die Franzosen sich anschickten, in Brasilien zu landen. Der französische König hat im Juli 1503 erstmals Paulmier de Gonneville mit dem Schiff l'espoir ĂŒber den Atlantik entsandt. De Gonneville zeigte sich erstaunt darĂŒber, wie selbstverstĂ€ndlich sich die IndĂgenas dem Schiff nĂ€herten, fĂŒr sie unbekannte europĂ€ische Werkzeuge benutzten und den Zweck der BordgeschĂŒtze kannten. 1530 wurde eine neue Expedition von Martim Alfonso de Souza nach Brasilien gesendet, um die Franzosen zu bekĂ€mpfen und die ersten KolonialstĂ€dte zu grĂŒnden. 1625 wurden die Franzosen endgĂŒltig aus Brasilien vertrieben.
König Johann III. teilte die brasilianische KĂŒste in 15 Zonen, CapitanĂas Hereditarias, ein und vergab diese an Adlige und Personen aus dem Mittelstand. Zur wirtschaftlichen Entwicklung setzte man vor allem auf den Anbau von Zuckerrohr, da Zucker zu jener Zeit ein teures Gut war. Um ArbeitskrĂ€fte fĂŒr die Plantagen zu bekommen, wurden Indianer im nĂ€heren Hinterland gefangen.
Nicht alle der Siedler, die von Portugal nach Brasilien kamen, waren Freiwillige: Das portugiesische Gesetzbuch kannte zu jener Zeit 200 Vergehen, die mit Verbannung geahndet wurden. AuĂerdem lieĂ die Kolonialmacht Einwanderer aus allen LĂ€ndern zu, die einzige Voraussetzung war, dass sie dem katholischen Glauben angehörten.
Da viele der Indianer auf den Plantagen Selbstmord begingen oder an europĂ€ischen Krankheiten starben, wurden 1538 die ersten afrikanischen Sklaven importiert. Um 1600 war Brasilien der gröĂte Zuckerproduzent der Welt. Wenige Jahre spĂ€ter war der Dreieckshandel in vollem Schwung: Manufakturprodukte wurden in Afrika gegen Sklaven verkauft, die Sklaven wurden in SĂŒd- und Nordamerika gegen Edelmetalle, Zucker und GewĂŒrze eingetauscht und diese wurden nach Europa gebracht.
1549 wurde SĂŁo Salvador da BahĂa de Todos os Santos (das heutige Salvador da Bahia) zur Hauptstadt ĂŒber alle Capitanias der Kolonie Brasilien erklĂ€rt und ein Generalgouverneur (der sich zuweilen Vizekönig nennen durfte) eingesetzt. Von 1565 bis 1567 zerstörte Mem de SĂĄ, ein portugiesischer Kolonialoffizier und der dritte Generalgouverneur Brasiliens die zehn Jahre alte französische Kolonie France Antarctique in der Guanabara-Bucht. Er und sein Neffe EstĂĄcio de SĂĄ grĂŒndeten daraufhin im MĂ€rz 1567 Rio de Janeiro.
Das Hinterland wurde ab dem Beginn des 17. Jahrhunderts von Bandeirantes-Expeditionen erkundet, die Sklaven und BodenschĂ€tze (vor allem Gold) suchten. Obwohl die Portugiesen versuchten, mit Festungen an der KĂŒste das Land abzuschotten und keine Konkurrenten zuzulassen, eroberte im Jahre 1624 eine Flotte der NiederlĂ€ndischen Westindien-Kompanie unter dem Kommando von Jacob Willekens und Piet Heyn mit 26 Schiffen die Stadt Bahia, die sie im Folgejahr jedoch wieder an die Portugiesen verloren. Mit dieser Aktion begann der bis 1661 andauernde NiederlĂ€ndisch-Portugiesische Krieg. 1629 setzten sich die NiederlĂ€nder in âMauritsstadâ, dem heutigen Recife (Pernambuco) fest. Der Nordosten erlebte unter der Herrschaft der Westindischen Kompanie unter FĂŒhrung von Johann Moritz von Nassau-Siegen eine kurze BlĂŒte. Mit Hilfe der 1649 ins Leben gerufenen Allgemeinen Gesellschaft des Brasilienhandels (Companhia Geral do ComĂ©rcio do Brasil) sollte vor allem der Kampf gegen die NiederlĂ€nder unterstĂŒtzt und der fĂŒr das Mutterland immer wichtiger werdende Ăberseehandel zwischen Brasilien und Portugal gesichert werden. Die Portugiesen errangen im Februar 1649 einen bedeutenden Sieg in der zweiten Schlacht von Guararapes. 1654 gaben die Niederlande auf und die Kontrolle ĂŒber Gesamtbrasilien an die Portugiesen zurĂŒck.
WĂ€hrend des 17. Jahrhunderts grĂŒndeten entflohene Sklaven im Nordosten Brasiliens Siedlungen, die vorbildlich verwaltet und von einem Heer verteidigt wurden. Erst 1699 wurde - nach zahlreichen Niederlagen der Kolonialtruppen - der letzte dieser Quilombos zerstört.
1696 wurde im Hinterland von Rio de Janeiro Gold, wenig spĂ€ter auch Diamanten und andere BodenschĂ€tze gefunden. Dies wurde die Grundlage fĂŒr die Entwicklung reicher BarockstĂ€dte wie Ouro Preto. Mit ausgehendem 17. Jahrhundert verlagerte sich der wirtschaftliche Schwerpunkt in den SĂŒden Brasiliens. Dem wurde 1763 dadurch Rechnung getragen, dass die Hauptstadt von Salvador nach Rio de Janeiro verlegt wurde.
Mit Ende des 18. Jahrhunderts mehrten sich AufstĂ€nde gegen die portugiesische Herrschaft. Der wichtigste Aufstand war die âInconfidĂȘncia Mineiraâ in Minas Gerais, deren AnfĂŒhrer Tiradentes 1792 hingerichtet wurde. Gleichzeitig geriet man im SĂŒden auf dem Gebiet des heutigen Uruguay, wo die Bandeirantes die Westgrenze des Kolonialreiches ĂŒber die Linie des Vertrags von Tordesillas hinausgeschoben haben, mit Spanien und dem Vizekönigreich des RĂo de la Plata aneinander.
Ab 1805 wurde in Brasilien Kaffee angebaut, nachdem die ersten Kaffeebohnen durch Francisco de Mello Palheta 1727 ins Land geschmuggelt worden waren.
Der Aufbruch Brasiliens in die UnabhĂ€ngigkeit begann mit der Ăbersiedlung des gesamten portugiesischen Hofes von Lissabon nach Rio de Janeiro. Nach dem Scheitern seiner Schaukelpolitik zwischen Frankreich und England floh der portugiesische Regent Dom JoĂŁo vor den Truppen Napoleons im November 1807 mitsamt Hof und Staatskasse nach Brasilien, wobei die britischen Flotte hilfreiche und nicht ganz uneigennĂŒtzige Dienste leistete. Mit der königlichen Familie lieĂ sich auch der gesamte Hofstaat (alles in allem etwa 15.000 Personen) im MĂ€rz 1808 (nach einem Zwischenaufenthalt in Bahia) in Rio nieder - eine nicht unerhebliche Erhöhung der Einwohnerzahl der Stadt und des gesamten Landes. Vor allem aber Ă€nderte sich damit dessen Status von dem einer abhĂ€ngigen Kolonie zum gleichberechtigten Bestandteil des Mutterlandes - eine Entwicklung, die nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig zu machen war.
Die HĂ€fen des Landes wurden fĂŒr befreundete Nationen geöffnet, was vor allem den Briten zugute kam, denen auch ZollvergĂŒnstigungen eingerĂ€umt werden mussten. Gewerbebetriebe, Hochschulen, Banken wurden gegrĂŒndet, der Druck von Zeitungen und BĂŒchern zugelassen. Mit der österreichischen Prinzessin Leopoldina, die JoĂŁos Sohn Pedro heiratete, kamen Gelehrte und KĂŒnstler ins Land, die betrĂ€chtlich zum Aufschwung des geistigen Lebens beitrugen.
Auf dem Wiener Kongress (1815) wird Brasilien im Rahmen eines âVereinigten Königreichs von Portugal, Brasilien und Algarveâ dem Mutterland formal gleichgestellt. Der königliche Hof hĂ€tte nach der endgĂŒltigen Niederlage Napoleons nach Portugal zurĂŒckkehren können. Prinzregent JoĂŁo, der 1817 nach dem Tod seiner geisteskranken Mutter Maria als JoĂŁo VI. den Thron bestieg, zögert die RĂŒckkehr aber immer wieder hinaus. Wachsende Unruhen im Mutterland zwingen ihn schlieĂlich 1821 zur Abreise. Seinem Sohn, der als Regent in Brasilien zurĂŒckbleibt, soll er den vĂ€terlichen Rat gegeben haben: âPedro, ponha a coroa na cabeça, antes que alguns desses aventureiros o façaâ. (Pedro, setze dir selbst die Krone aufs Haupt ehe es irgendein Abenteurer tut.)
In dieser Zeit erlangen die anderen Staaten SĂŒdamerikas unter der FĂŒhrung von SimĂłn BolĂvar ihre UnabhĂ€ngigkeit. Mit dem Ruf von Ipiranga: âIndependĂȘncia ou morteâ (UnabhĂ€ngigkeit oder Tod) setzt sich der Prinz am 7. September 1822 an die Spitze der UnabhĂ€ngigkeitsbewegung nachdem die portugiesischen Cortes eine RĂŒckkehr zum Kolonialstatus gefordert hatte. Am 12. Oktober wird Brasilien zum Kaiserreich erklĂ€rt. Noch stehen portugiesische Truppen im Lande, eigene brasilianische StreitkrĂ€fte sind erst im Aufbau. Dennoch gelingt es den Brasilianern, die Portugiesen bis Ende 1823 Schritt fĂŒr Schritt aus dem Lande zu drĂ€ngen.
Pedro I. enttĂ€uscht sehr bald die hochgesteckten Erwartungen, die die Brasilianer in ihn gesetzt hatten. Die UnabhĂ€ngigkeit beginnt zwar glanzvoll mit der ersten Kaiserkrönung auf sĂŒdamerikanischem Boden, Brasilien bekommt eine liberale Verfassung und wird eine konstitutionelle Monarchie, aber die Querelen um die Verfassunggebende Versammlung und das zunehmend autokratische Auftreten des jungen Kaisers verheiĂen wenig Gutes fĂŒr die Zukunft.
In den kommenden Jahren wird Brasilien von vielen Staaten anerkannt (USA 1823, GroĂbritannien 1825, Portugal 1825). Die Monroe-Doktrin der Vereinigten Staaten macht klar, dass eine gewaltsame Wiederherstellung der Kolonialordnung in Lateinamerika fĂŒr die USA nicht akzeptabel ist. Zur gleichen Zeit beginnt eine verstĂ€rkte und organisierte Einwanderung, nicht zuletzt aus Deutschland.
Der Kaiser ist schlieĂlich isoliert im eigenen Land und dankt am 7. April 1831 zugunsten seines noch minderjĂ€hrigen Sohnes ab. Als Pedro IV wird er König von Portugal.
Noch am Tage der Abdankung Pedros I. tritt das Parlament zusammen und setzt einen dreiköpfigen provisorischen Regentschaftsrat ein. Durch eine Zusatzbestimmung zur Verfassung (Ato Adicional vom 6. August 1834) werden einige Reformen durchgefĂŒhrt: mehr Autonomie fĂŒr die Provinzen in der Gesetzgebung und Steuererhebung und schlieĂlich die Einsetzung eines einzigen Regenten, der an die Stelle des Regentschaftsrats treten und in allgemeiner Wahl gewĂ€hlt werden soll.
Uruguay spaltet sich 1825 von Brasilien ab und erklĂ€rt seine UnabhĂ€ngigkeit, nachdem es nur vier Jahre als Provincia Cisplatina Teil Brasiliens war. Brasilien stimmte auf britischen Druck hin, dieser UnabhĂ€ngigkeit zu. Der Aufstand der âCabanagemâ im Norden ist die gewalttĂ€tigste Rebellion der Regentschaftsperiode. Sie wird vor allem von den sozialen Unterschichten der Provinz GrĂŁo-ParĂĄ (die die heutigen Bundesstaaten ParĂĄ, Amazonas, Roraima, RondĂŽnia und AmapĂĄ umfasst) getragen und erhĂ€lt ihren Namen von den armseligen HĂŒtten (cabanas), in denen der GroĂteil der Bevölkerung lebte. In wechselhaften KĂ€mpfen werden die Rebellen nach drei Jahren schlieĂlich gĂ€nzlich aufgerieben: Experten schĂ€tzen, dass im Verlauf der KĂ€mpfe etwa 40 % der Bevölkerung der Provinz ums Leben kommen.
Bekannter noch war die Farrapen-Revolution (Revolução Farroupilha), die lĂ€ngste und fĂŒr den territorialen Zusammenhalt Brasiliens gefĂ€hrlichste Aufstandsbewegung. Sie hat vor allem ökonomische GrĂŒnde. Die RinderzĂŒchter der Provinz Rio Grande do Sul verlangen von der Regierung Schutzzölle gegen die Einfuhr von Fleisch aus Uruguay und Argentinien. TatsĂ€chlich können die Argentinier und Uruguayer billiger produzieren, da sie mit freien Lohnarbeitern anstatt mit Sklaven arbeiten. Die Rebellion bricht am 20. September 1835 aus, als die GaĂșchos unter FĂŒhrung von Bento Gonçalves da Silva und AntĂŽnio de Sousa Neto den Provinzgouverneur verjagen. Bald danach wird die Republik Rio Grande do Sul ausgerufen. Die Rebellen können groĂe Erfolge verbuchen, vor allem nachdem der italienische RevolutionĂ€r Giuseppe Garibaldi zu ihnen stöĂt: 1839 dringen sie bis in die Nachbarprovinz Santa Catarina vor und rufen dort eine Tochterrepublik aus.
Anders als beim Aufstand der Cabanos sind diesmal eher die fĂŒhrenden Schichten der Provinz beteiligt, obwohl der Namen Guerra dos Farrapos (âKrieg der Zerlumptenâ) das Gegenteil suggeriert. Dies erklĂ€rt die ZurĂŒckhaltung der Zentralregierung bei der Niederschlagung des Aufstands. 1842 wird LuĂs Alves de Lima e Silva, der spĂ€tere Herzog von Caxias, zum MilitĂ€rgouverneur der Provinz ernannt, mit dem Auftrage, sie zu âbefriedenâ. 1845 wird schlieĂlich eine Ăbereinkunft mit den Rebellen erreicht. Sie legen die Waffen gegen erhebliche Konzessionen der kaiserlichen Regierung nieder: Eingliederung der Farrapen-Truppen ins Heer, Generalamnestie und Freilassung der am Aufstand beteiligten Sklaven.
Kleinere AufstÀnde in Maranhão und Bahia gegen Ende der Regentschaftsperiode werden ziemlich rasch niedergeschlagen.[3]
1840 wird Pedro II. vorzeitig fĂŒr mĂŒndig erklĂ€rt und zum Kaiser von Brasilien gekrönt.
In den 1860er Jahren wird Brasilien zur fĂŒhrenden Exportnation von Kautschuk. Auch der Export von Rindfleisch, Edelhölzern, Kaffee und Zucker floriert. Es kommt zu einer zögerlichen Industrialisierung (vor allem durch die Einwanderer aus Europa); der Nordosten, vom SĂŒden wirtschaftlich ĂŒberrundet, verarmt langsam.
Brasilien unterstĂŒtzt den erfolgreichen revolutionĂ€ren Kampf gegen den Diktator Argentiniens Juan Manuel de Rosas und fĂŒhrt von 1865 bis 1870, verbĂŒndet mit Argentinien und Uruguay, einen siegreichen Krieg gegen Paraguay. Dieser Krieg, der etwa 100.000 Brasilianer das Leben kostet, fĂŒhrt zu Gebietsgewinnen auf Kosten Paraguays.
Die innenpolitisch wichtigste Herausforderung erwĂ€chst aus einer ausgedehnten Bewegung fĂŒr die Aufhebung der Sklaverei. Die âEinfuhrâ afrikanischer Sklaven wird schon 1853 geĂ€chtet. Eine organisierte Kampagne fĂŒr die Emanzipation der 2,5 Millionen Sklaven in Brasilien beginnt einige Jahre spĂ€ter. Die Abolitionisten erringen ihren ersten Sieg 1871, als das Parlament alle Kinder, die von Sklavinnen geboren wurden, fĂŒr frei erklĂ€rt (âLei do Ventre Livreâ). Etwa um die gleiche Zeit entsteht eine republikanische Bewegung, die in den folgenden Jahren mehr und mehr Zulauf erhĂ€lt. 1885 werden alle Sklaven ĂŒber 60 Jahre fĂŒr frei erklĂ€rt. 1888 unterzeichnet die Regentin Prinzessin Isabel schlieĂlich die Lei Ăurea, das Goldene Gesetz, welches die Sklaverei abschafft. Brasilien ist damit das letzte Land der westlichen HemisphĂ€re, in dem die Sklaverei verboten wird. Rein zahlenmĂ€Ăig ist die Sklaverei inzwischen ohne Belang: es gibt noch 500.000 Sklaven bei einer Gesamtbevölkerung von 13,5 Millionen. Jedoch beraubt die Sklavenbefreiung die kaiserliche Regierung ihres letzten RĂŒckhalts bei den GroĂgrundbesitzern und bereitet den Boden fĂŒr die Ausrufung der Republik im November des folgenden Jahres.
Durch den Krieg mit Paraguay erfĂ€hrt das Heer nicht nur technisch sondern auch sozial einen Modernisierungsschub. Infolge des erhöhten Personalbedarfs gelangen zunehmend Angehörige der Mittelschicht in Offizierspositionen, die bisher Mitgliedern der lĂ€ndlichen Oberschicht vorbehalten waren; Sklaven können durch den MilitĂ€rdienst die Freiheit erlangen. Dies fördert abolitionistische Tendenzen innerhalb des Offizierskorps und bringt es in Gegnerschaft zur lĂ€ndlichen Aristokratie. Die MarinefĂŒhrung bleibt dagegen konservativ und eine StĂŒtze der Monarchie.
Nach dem Krieg werden die meisten Offiziere an den MilitĂ€rakademien der Hauptstadt ausgebildet, wo sie mit modernen europĂ€ischen und nordamerikanischen Verwaltungsmethoden und den Ideen des Positivismus in BerĂŒhrung kommen. Benjamin Constant Botelho de MagalhĂŁes (1836-1881), ein AnhĂ€nger Auguste Comtes, unterrichtet in dieser Zeit an der Escola Militar und bereitet ĂŒber seine SchĂŒler, u.a. Marschall Deodoro da Fonseca, den MilitĂ€rputsch vom 15. November 1889 vor. Fonseca - obwohl dem Kaiser gegenĂŒber persönlich loyal - wird zur Symbolfigur und zum AushĂ€ngeschild des Aufstandes. Paradoxerweise glaubt er zunĂ€chst, der Putsch richte sich nur gegen das Ministerium des liberalen Premiers Ouro Preto, nicht gegen die Monarchie an sich. Erst am Abend des 15. November lĂ€sst er sich fĂŒr das Ziel der Errichtung einer Republik gewinnen.
Am 15. November 1889 wird Kaiser Pedro II. vom MilitĂ€r gestĂŒrzt und muss mit seiner Familie das Land verlassen. Manuel Deodoro da Fonseca ruft die Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien (RepĂșblica dos Estados Unidos do Brasil) aus.
Mehrere Faktoren tragen zum Sturz der Monarchie bei: die wachsende republikanische Bewegung, die ein brasilianisches Kaiserreich zunehmend als anachronistisch und unamerikanisch empfindet; der Konflikt mit Teilen des Klerus und schlieĂlich die Sklavenbefreiung, die die GroĂgrundbesitzer der Krone entfremdet.
Die neue brasilianische Verfassung vom 5. Oktober 1988 behob den âGeburtsfehlerâ der Republik, indem sie die Staatsform zum Gegenstand eines Referendums machte.
Die Zeit zwischen 1889 und 1930 wird in Brasilien gemeinhin als RepĂșblica Velha(dt.: alte Republik) bezeichnet. Die Jahre nach 1889 waren von politischer StabilitĂ€t geprĂ€gt. 1891 wurde Floriano Peixoto PrĂ€sident und 1894 Prudente de Morais Barros. Die Wahlen von 1898 gewann Manuel Ferraz de Campos Sales, die von 1902 Francisco de Paula Rodrigues Alves und die von 1906 Afonso Augusto Moreira Pena. Nach dessen Tod folgte 1909 VizeprĂ€sident Nilo Peçanha in das PrĂ€sidentenamt. Die Wahlen von 1910 gewann Hermes Rodrigues da Fonseca.
Zu den ersten MaĂnahmen der republikanischen Regierung gehörten eine groĂ angelegte VolkszĂ€hlung, die EinfĂŒhrung des metrischen Systems, die allgemeine Schulpflicht und AnsĂ€tze zur Trennung von Staat und Kirche, z.B. die EinfĂŒhrung der Zivilehe, die in lĂ€ndlichen Regionen auf Widerstand stieĂen. Der Wohlstand war durch die groĂe Kaffee-Nachfrage gesichert und die Wirtschaft konzentrierte sich auf diesen Zweig. 1914 gewann Venceslau BrĂĄs die PrĂ€sidentschaftswahl. In den Ersten Weltkrieg trat Brasilien offiziell auf der Seite der Alliierten gegen Deutschland ein, beteiligte sich aber nicht aktiv. In den Kriegsjahren ging die Nachfrage nach Kaffee stark zurĂŒck, was die Wirtschaft Brasiliens entscheidend schwĂ€chte. 1918 gewann Rodrigues ein zweites Mal die PrĂ€sidentschaftswahl, trat das Amt wegen Erkrankung aber nicht an.
Stattdessen wurde Delfim Moreira PrĂ€sident, der aber 1919 wieder zurĂŒcktrat. Ihm folgte VizeprĂ€sident EpitĂĄcio da Silva Pessoa nach. Die Wahlen von 1922 gewann Arturo da Silva Bernardes, die von 1926 Washington LuĂs Pereira de Sousa und die von 1930 JĂșlio Prestes.
Als dann 1930 die Kaffeepreise nochmals einbrachen, wuchs die Unzufriedenheit mit dem oligarchischen System, das auf Wahlmanipulationen beruhte und groĂe Teile der Bevölkerung de facto von der Mitbestimmung ausschloss. An der Spitze einer "Koalition der Unzufriedenen" fĂŒhrte GetĂșlio Vargas, der "Vater der Armen", einen Aufstand an und wurde so PrĂ€sident. In den ersten Monaten seiner Regierungszeit wuchs die Wirtschaft Brasiliens spĂŒrbar. 1937 wurde die Herrschaft Vargas' als "wohlwollender Diktator" festgeschrieben. Seine autoritĂ€re Regierung forcierte die Industrialisierung des wirtschaftlich rĂŒckstĂ€ndigen Brasilien und fĂŒhrte erstmals soziale Leistungen fĂŒr Arbeiter ein und fand so groĂen RĂŒckhalt in der Bevölkerung. Datei:Brazil at War (1943).ogv 1942 erklĂ€rte er nach einer Serie von U-Boot-Angriffen auf brasilianische Schiffe den Krieg gegen die AchsenmĂ€chte.
Er entsandte die gut 25.000 Mann starke Força Expedicionåria Brasileira (FEB) und eine Fliegerstaffel nach Italien, die unter anderem in der Schlacht um Monte Cassino eingesetzt wurde. 500 Brasilianer kamen im Zweiten Weltkrieg ums Leben.
1945 wurde Vargas von der Armee abgesetzt. ZunĂ€chst setzte sie JosĂ© Linhares als PrĂ€sidenten ein, der aber 1946 im Zuge von Wahlen durch Eurico Gaspar Dutra wieder abgelöst wurde. 1951 wĂ€hlte das Volk Vargas erneut zum PrĂ€sidenten. Weil sich die USA gegen die zunehmend sozialistische Politik Brasiliens stellte und daraufhin Rechte und die Armee Vargas' RĂŒcktritt forderten, beging er 1954 Selbstmord.
ZunĂ€chst wurde JoĂŁo CafĂ© Filho PrĂ€sident. Ihm folgte 1955 Carlos Coimbra da Luz, der aber noch im selben Jahr durch Nereu Ramos abgelöst wurde. Erst die Wahlen von 1956 brachten mit dem Sieg von Juscelino Kubitschek vorĂŒbergehende StabilitĂ€t. Er sorgte mit Hilfe der Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) fĂŒr neue, auslĂ€ndische Investoren, die die brasilianische Wirtschaft in den spĂ€ten 1950er Jahren ankurbelten. 1960 wurde dann JĂąnio da Silva Quadros zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Nach seinem Amtsantritt 1961 versuchte er die AbhĂ€ngigkeit zu den USA zu lösen und den desaströsen Staatshaushalt zu sanieren. Nach nur wenigen Monaten im Amt trat er wieder zurĂŒck, sein Nachfolger wurde der bisherige Vize-PrĂ€sident JoĂŁo Goulart, kurz nachdem die neue Hauptstadt BrasĂlia nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht wurde. Auch Goulart war in der Bevölkerung nicht unumstritten, weshalb seine Befugnisse in den ersten drei PrĂ€sidentschaftsjahren nur eingeschrĂ€nkt waren.
1964 putschte das MilitĂ€r, unterstĂŒtzt durch verdeckte Operationen des US-Geheimdienstes CIA[4], und zwang Goulart ins Exil. Das neue Regime unter General Humberto Castelo Branco unterdrĂŒckte die linke Opposition und entzog etwa 300 Personen die politischen Rechte. Ein 1965 verabschiedetes Gesetz schrĂ€nkte die bĂŒrgerlichen Freiheiten ein, sprach der Nationalregierung weitere Machtbefugnisse zu und bestimmte die Wahl des PrĂ€sidenten und VizeprĂ€sidenten durch den Kongress.
Der ehemalige Kriegsminister Marschall Artur da Costa e Silva, Kandidat der Regierungspartei ARENA (Aliança Renovadora Nacional; deutsch: Allianz zur nationalen Erneuerung) wurde 1966 zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Die Brasilianische Demokratische Bewegung (MDB, Movimento DemocrĂĄtico Brasileiro), die einzige legale Oppositionspartei, weigerte sich aus Protest einen Kandidaten fĂŒr die Wahl aufzustellen, weil die Regierung alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten nicht zugelassen hatte. 1966 gewann die ARENA auch die National- und Parlamentswahlen.
Das Jahr 1968 stand im Zeichen von Studentenunruhen und Streiks. Das MilitĂ€rregime reagierte mit politischen SĂ€uberungsaktionen und Zensur. Im August 1969 wurde Costa e Silva entmachtet. Das MilitĂ€r bestimmte General EmĂlio Garrastazu MĂ©dici zu seinem Nachfolger, der Kongress wĂ€hlte ihn zum PrĂ€sidenten. Unter MĂ©dici wurden die Repressionen verstĂ€rkt und in der Folge nahmen die revolutionĂ€ren AktivitĂ€ten zu. Der römisch-katholische Klerus erhob seine kritische Stimme immer öfter und prangerte die Bedingungen der armen Bevölkerung an. Am 25. MĂ€rz 1970 weitete MĂ©dici per Dekret die brasilianischen HoheitsgewĂ€sser von 12 auf 200 Seemeilen aus.[5]
1974 wurde General Ernesto Geisel, nach seiner MilitĂ€rkarriere PrĂ€sident der âPetrobrasâ, der staatlichen Ălmonopolgesellschaft, zum brasilianischen PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Aufgrund der relativen politischen StabilitĂ€t und gezielter Förderung der Industrie war die Zeit der MilitĂ€rmachthaber zugleich eine Zeit des Wirtschaftsbooms; viele Investoren haben in den 1970er Jahren in Brasilien investiert.
1979 wurde General JoĂŁo Baptista de Oliveira Figueiredo neuer PrĂ€sident. Anfang der 1980er Jahre schwĂ€chte die MilitĂ€rregierung die Repression deutlich ab, bis schlieĂlich 1985, auch aus Mangel an eigenen Optionen aus dem MilitĂ€rkader und bereits inmitten einer Wirtschaftskrise mit galoppierender Inflation, freie Wahlen zugelassen wurden.
WĂ€hrend der Zeit der MilitĂ€rdiktatur sind Menschenrechtsgruppen zufolge, staatlicher Mord, staatliche Todesschwadrone, Folter und Verschwindenlassen von Oppositionellen an der Tagesordnung gewesen[6]. Brasilien war beteiligt an der Operation Condor, einem Komplott etlicher lateinamerikanischer Diktaturen, deren Ziel es war, sich bei der Ermordung miĂliebiger StaatsbĂŒrger gegenseitig zu helfen[7] .
2010 startete PrĂ€sident Lula da Silva eine Initiative fĂŒr eine Brasilianische Wahrheitskommission, die die Verbrechen in der Zeit untersuchen soll. Die offizielle Eröffnungszeremonie fand im November 2011 unter PrĂ€sidentin Dilma Rousseff statt. Der abschlieĂende Bericht soll 2014 vorgelegt werden.[8]
Der Wahlsieg Tancredo Neves' gegen den Herrscher JoĂŁo Figueiredo 1985 markiert das Ende der 21jĂ€hrigen brasilianischen MilitĂ€rdiktatur. Der Wahlsieger Tancredo Neves verstarb 1985 unter bis heute ungeklĂ€rten UmstĂ€nden noch vor seinem Amtsantritt. Im selben Jahr wurde das Wahlrecht fĂŒr Analphabeten eingefĂŒhrt. 1987 fand man auf Yanomami-Land im Bundesstaat Roraima Gold, was viele illegale GoldgrĂ€ber auf den Plan rief. Im Jahr 1988 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die zwar vorsah die Sozialausgaben zu erhöhen, aber weder eine Landreform noch den Schutz der Indios enthielt. 1988 wird auch der Gewerkschafter und UmweltschĂŒtzer Chico Mendes ermordet. 1989 wurde ein erster Umweltschutzplan beschlossen. Die Inflation lag in diesen Jahren bei bis zu 1000 %. Am 26. April 1991 wurde Mercosur (portugiesisch Mercosul) gegrĂŒndet. Dieser Gemeinsame Markt des SĂŒdens, den die Staaten Argentinien, Paraguay und Uruguay gemeinsam mit Brasilien grĂŒndeten, ist ein Binnenmarkt mit mehr als 230 Millionen Einwohnern, der die Wirtschaft der MitgliedslĂ€nder und dadurch die Stellung Lateinamerikas in der Welt stĂ€rken sollte.
1992 fand der UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro statt. AuĂerdem trat PrĂ€sident Fernando Collor de Mello nach KorruptionsvorwĂŒrfen von seinem Amt zurĂŒck. 1993 konnte die Bevölkerung Brasiliens in einem Referendum ĂŒber die WiedereinfĂŒhrung der Monarchie entscheiden. Die Wahl fiel dabei eindeutig auf die Republik. 1994 wurde eine umfassende WĂ€hrungsreform beschlossen. Durch die neue WĂ€hrung (Plano Real eingefĂŒhrt von Fernando Henrique Cardoso) endete die Hyperinflation vorerst. Zur Sanierung des Haushalts beschloss das Parlament die Privatisierung von Staatsmonopolen, dennoch stieg die Staatsverschuldung unter der von 1995 bis 2002 dauernden PrĂ€sidentschaft Cardosos von 28,1% auf 55,5% des Bruttoinlandsprodukts an.[9]
Von 2003 bis 2011 war Luiz InĂĄcio Lula da Silva von der Arbeiterpartei PT PrĂ€sident Brasiliens. Er priorisierte eine Verringerung der Staatsverschuldung, setzte aber auch soziale Programme wie âNull Hungerâ (Fome Zero) und Bolsa FamĂlia um. 2004 fĂŒhrte Brasilien erstmals in seiner Geschichte UN-Friedenstruppen an, das MilitĂ€r entsandte 1.470 Soldaten nach Haiti.
2011 wurde Dilma Rousseff als erste Frau PrÀsidentin von Brasilien.
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