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Gevelsberg

Wappen Deutschlandkarte
Datei:Stadtwappen der Stadt Gevelsberg.png
51.32555555567.34194444444131,5–336,4
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Ennepe-Ruhr-Kreis
Höhe: 131,5–336,4 m ü. NN
Fläche: 26,27 km²
Einwohner:

31.952 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 1216 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58285
Vorwahlen: 0 23 32
Kfz-Kennzeichen: EN
Gemeindeschlüssel: 05 9 54 012
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
58285 Gevelsberg
Webpräsenz: www.gevelsberg.de
Bürgermeister: Claus Jacobi (SPD)
Lage der Stadt Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis

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Gevelsberg ist eine Stadt im Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört dem Ennepe-Ruhr-Kreis an.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die geographische Lage ist 7° 20' östliche Länge und 51° 18' nördliche Breite. Die größte Höhendifferenz beträgt etwa 200 Meter von der Ennepe bei Vogelsang mit 131,5 m ü. NN bis zum Hageböllinger Kopf mit 336,4 m ü. NN. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 7,1 km und die größte West-Ost-Ausdehnung 7,15 km. Die Fläche misst 26,27 km².

Eingemeindungen

Im Rahmen der Gemeindereform wurden im Jahre 1970 folgende Gemeinden mit Ausnahme geringer Randgebiete nach Gevelsberg eingegliedert:

Vor der Gemeindereform besaß Gevelsberg nur eine Fläche von 11,26 km².[2]

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet erstreckt sich von den südlichen bewaldeten sieben Steilhängen über das schmale Tal der Ennepe mit der Bundesstraße 7 bis weit in das nördliche flache Hügelland. Die kulturgeographische Übergangslage zwischen Sauerland im Süden und Ruhrgebiet im Norden vereint Nähe zu den Erholungsgebieten und gute Verkehrsanbindungen zu den benachbarten Großstädten Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal und Hagen. Das Stadtbild wird unter anderem geprägt von viel Grünvegetation entlang der Flussaue der Ennepe und überall in den Wohngebieten. Die direkten Nachbarstädte von Gevelsberg sind Schwelm, Sprockhövel, Wetter (Ruhr), Ennepetal (alle Ennepe-Ruhr-Kreis) sowie Hagen.

Datei:Staedte.Gevelsberg.Panorama.jpg
Panorama-Aufnahme von Gevelsberg im Sommer

Geschichte

Ennepebrücke mit Stadtzeichen

Erste Spuren menschlichen Lebens auf dem heutigen Gevelsberger Stadtgebiet stammen aus der Steinzeit. Gevelsberg ist aus der früheren Bauernschaft Mylinghausen hervorgegangen. Urkundlich erwähnt wurde „Milinchusen“ erstmals am 13. Dezember 1096. In dieser Urkunde überließ der Erzbischof von Köln dem Kloster von Siegburg u. a. einen Hof in Mylinghausen. Aufgrund der Endung des Namens auf -inghausen wird angenommen, dass der Name Mylinghausen und damit die Besiedlung aus dem 9. Jahrhundert stammt.

  • 1102 musste Friedrich von Westfalen die Hälfte seiner Grafschaft an den Erzbischof von Köln abtreten. Zu dem abgetretenen Teil, mit dem die Edelherren von Volmarstein belehnt wurden, gehörte auch das Gebiet um Gevelsberg.
  • Ab 1180 wurden die Erzbischöfe von Köln als Herzöge von Westfalen auch weltliche Herrscher über Gevelsberg.
  • Bekannter wurde Gevelsberg vor mehr als 780 Jahren. Denn am 7. November 1225 wurde in einem Hohlweg am Hange des Gevelsbergs der Reichsverweser und Kölner Erzbischof Engelbert, Graf von Berg, von dem Sohn seines Vetters, dem Grafen Friedrich von Isenberg, überfallen und erschlagen. Am vormaligen Tatort wurde etwa um 1230 zur Sühne ein Zisterzienserinnenkloster errichtet, das die Keimzelle der heutigen Stadt wurde.
  • Seit 1324 gehört Gevelsberg zur Grafschaft Mark.
  • Ab Mitte des 15. Jahrhunderts Abbau von Steinkohle im Ortsteil Silschede.
  • Ab 1577 wurde das Zisterzienserinnenkloster in ein freiweltliches adeliges Damenstift umgewandelt, das im Jahre 1812 unter Napoleon aufgelöst wurde.
  • 1609 kommt Gevelsberg unter die Herrschaft des Churfürsten von Brandenburg, da dieser die Grafschaft Mark erbte. Da die Erbteilung auf Schwierigkeiten stieß, erfolgte bis 1614 eine gemeinsame Verwaltung der Grafschaft Mark mit dem Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Nach 1614 gehört Gevelsberg nur noch zu Brandenburg.
  • Während der napoleonischen Besatzung der Jahre 1807–1813 gehörte Gevelsberg zum Großherzogtum Berg.
  • 1815 wurde die preußische Provinz Westfalen geschaffen, zu der Gevelsberg gehörte.
  • Am 1. Mai 1867 wurde die Mylinghauser Bauernschaft offiziell in Gevelsberg umbenannt.
  • Am 1. Februar 1886 wurden Gevelsberg aufgrund der Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen vom Kaiser Wilhelm I. als König von Preußen die Stadtrechte verliehen.
  • 1889/1890 wurde in Gevelsberg eines der ersten kommunalen Elektrizitätswerke in Deutschland errichtet. Als zweite Stadt in Deutschland (nach Berlin) führte Gevelsberg eine elektrische Straßenbeleuchtung ein.[3]

Das Aufblühen der kleinindustriellen Wirtschaft (Wasserkraft nutzende Hammerwerke, Kleineisenprodukte) ließ die Bevölkerungsanzahl im 19. Jahrhundert stark ansteigen. Zahlreiche Wohnhäuser, Fabrikantenvillen und Fabrikanlagen entstanden in dieser Zeit, die das Stadtbild noch heute prägen.

Nach der Reichspogromnacht 1938 wurden die jüdischen Bürger in der folgenden Zeit verschleppt. Fedor und Johanna Rosenthal, die ein großes Textilkaufhaus in Gevelsberg betrieben, kamen im KZ Sachsenhausen und Ghetto Theresienstadt um.

  • 1946 wird Preußen aufgelöst und Gevelsberg gehört zum Land Nordrhein-Westfalen.

Bergbau

Auch in Gevelsberg gab es schon früh Bergbau. Im Norden war es der Ortsteil Silschede. Wie in den Nachbargemeinden Wetter und Sprockhövel streichen die ältesten Flöze der Steinkohle an der Erdoberfläche aus. Erster Abbau ist für 1641 urkundlich belegt. Um diese Zeit gibt es bereits einen alten Stollen in einem vor langer Zeit verlassenen Kohlenbergwerk. In dieser Gegend bauten die Zechen Dachsloch, Fuchsloch und Grevelsloch auf den Flözen Breite Bank, Schmale Bank und Striepen. Aus diesen Zechen entwickelte sich die Zeche Dachs & Grevelsloch. Der Hauptförderschacht war der Schacht Rudolph. 1871 wird die Zeche Dachs & Grevelsloch von der Zeche Deutschland übernommen.

Im Jahre 1849 erbaute die Zeche Trappe, in Silschede Ihren neuen Tiefbauschacht Voerster. 1925 wurde dieses Bergwerk geschlossen. Nach dem Krieg gab es noch einzelne Zechen, die aber auch nach wenigen Jahren aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurden. So wurden z. B. auf der Kleinzeche „Wilhelmsfreude“ in den alten Kohlenfeldern Restbestände abgebaut.

Im Süden Gevelsbergs gab es unbedeutende Eisenerzvorkommen.

Bevölkerung und Politik

Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1975

Bürgermeister

  • 1886–1911: Fritz Knippschild
  • 1911–1919: Walter Leinberger
  • 1919–1929: Hermann Müller
  • 1930–1933: Konrad Rappold
  • 1933: Heinrich Hanholz (danach Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises)
  • 1933–1945: Günter Albitz
  • 1945: Hermann Hußmann
  • 1945–1961: Gustav Trost
  • 1961–1991: Helmut vom Schemm
  • 1991–2004: Klaus Solmecke
  • seit 2004: Claus Jacobi

Stadtdirektoren

Von 1946 bis zur Zusammenlegung der Funktion des Stadtdirektors mit der des Bürgermeisters im Jahre 1996 standen an Spitze der Stadtverwaltung folgende Stadtdirektoren:

  • 1946–1969: Erich Blumenroth
  • 1969–1981: Gerhard Borgemeister
  • 1981–1996: Volker Stein (danach Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises)

Gemeinderat

Sitzverteilung im Gevelsberger Stadtrat
Parteien u. Wählergemeinschaften Sitze
2009 2004
SPD 23 20
CDU 9 15
FWG 3 6
Bündnis 90/Die Grünen 2 3
FDP 2 2
Linke 1 0
NPD 1 0

Wappen

Das historische Gevelsberger Stadtwappen war der Stadt durch Erlass des Preußischen Innenministeriums vom 9. März 1903 verliehen worden.

Auf einem goldfarben grundierten, rechteckigen Schild mit unten abgerundeten Ecken erhebt sich über einem grünen Hügel ein roter, von drei Rundbogenfenstern durchbrochener Backsteingiebel. Im Zentrum des Wappens befindet sich auf einem goldenen Herzschild ein schwarzes Kammrad.

Aus diesem ursprünglichen Stadtwappen wurde Mitte der 1950er-Jahre das aktuelle Gevelsberger Stadtwappen entwickelt, das seither bei allen offiziellen Anlässen verwendet wird. Am oberen Rand angebracht ist hier zusätzlich eine dreitürmige, sandsteingrauen Mauerkrone mit einem geschlossenen Stadttor unter dem Mittelturm, das Abzeichen der Stadtrechte. Das zentrale Herzschild mit dem Rad als Zeichen der Industrie ist hier farbig in das Rot des Gebäudes aufgenommen.

Städtepartnerschaften

  • Vendôme, die französische Kleinstadt mit ca. 17000 Einwohnern liegt im Departement Loir-et-Cher in der Region Centre.
  • Sprottau (polnisch: Szprotawa) (Polen), die Partnerschaft besteht seit dem 17. Mai 1996. Szprotawa, eine Stadt von 22 000 Einwohnern, gehört zum Bezirk (polnisch: Wojewodschaft) Grünberg (polnisch: Zielona Gora). Der Ort liegt im ehemaligen Niederschlesien, rund 50 km von der deutsch-polnischen Grenze bei Cottbus.
  • Butera, Italien, ein Dorf im südwestlichen Sizilien. Knapp 1000 Italiener in Gevelsberg haben ihre familiären Wurzeln in Butera oder der umliegenden Region Caltanissetta. Die Urkunde wurde am 8. Mai 2004 unterzeichnet. Butera ist 295 km2 groß und hat rund 5100 Einwohner.

Kultur

An der zentralen Hauptstraße der Stadt Gevelsberg, Mittelstraße 86/88, liegt das „Bürgerzentrum“, der Sitz des Volkshochschul-Zweckverbandes Ennepe-Ruhr Süd. Durch zahlreiche Seminare und Veranstaltungen trägt die Volkshochschule zur Weiterbildung der heimischen Bevölkerung bei. Außerdem haben im Bürgerzentrum noch zahlreiche Vereine eigene Räumlichkeiten.

Gevelsberg zeichnet sich darüber hinaus durch ein reges Kulturleben aus, das indes von den Bewohnern der Stadt im Wesentlichen selber organisiert wird. Das Kulturerleben der jüngeren Einwohner wurde in den letzten Jahren insbesondere vom NGK - Neuen Gevelsberger Kulturverein geprägt. Anspruchsvolles Programm-Kino bietet regelmäßig „Filmriss“.

Neben dem Programm in klassischer Musik der „Konzertgesellschaft Gevelsberg“ ist außerdem das „Internationale Gitarrenfestival“ in der Woche vor Ostern zu nennen.

Einen traditionellen Höhepunkt im Stadtleben stellt die alljährlich am letzten Juni-Wochenende seit 1934 stattfindende Gevelsberger Kirmes mit dem sonntäglichen Kirmeszug dar, die Gevelsbergs Namen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Ebenfalls traditionsgebunden sind Veranstaltungen in der Fußgängerzone wie das „Quellenfest“ im Mai (erstmalig 1988 zuletzt 2008) und der Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende. Das Quellenfest wurde 2009 aufgrund der neugestalteten Mittelstraße, sie ist jetzt verkehrsberuhigte Zone, in "boulevard Gevelsberg" umgenannt.

Es gibt in der Stadt eine Vielzahl aktiver Vereine.

Die Stadtbücherei Gevelsberg ist in der Wittener Straße 13 zu finden.

Sehenswürdigkeiten

Im Jahre 1805, also kurz vor Aufhebung des Klosters durch Napoleonisches Dekret, wurde noch das repräsentative Schieferhaus Im Stift 6 im Stil des Klassizismus für die Äbtissin fertiggestellt. Zahlreiche noch erhaltene ältere Häuser des alten Klosterbereiches wurden 1989 im Rahmen einer Denkmalbereichssatzung „Elberfelder Straße/Altes Dorf“ unter Denkmalschutz gestellt.

Das „Gevelsberger Stadtzeichen“ wurde 1989 von dem Künstler Janusz Hajduk-Gubalke geschaffen. Die Realisierung des Projektes war u. a. durch die großzügige Spende des Mäzens Wasyl Seniw, der in Gevelsberg eine neue Heimat gefunden hatte, möglich. Auf dem Stadtzeichen ist eine Bronzetafel mit dem Sator-Quadrat eingelassen. Zielsetzung war es, zeitgenössische Kunst ins Stadtbild einzubringen. Neben diesem auf der zentralen „Ennepe Brücke“ gehören auch die „Zeitschichten“ des Japaners Yoshiaki Watanabe am „Lusebrink“ zum Gesamtprojekt.

Das Schwimm-in-Gevelsberg ist ein modernes Sport- und Freizeitbad, das im Jahre 2000 umgebaut wurde. Es verfügt über ein Erlebnisbecken, vier Riesenrutschen und eine großzügige Saunalandschaft.

Das Stadion Stefansbachtal wurde im Rahmen der vergeblichen Bewerbung als Trainingsstandort für die Fußball-WM 2006 in den Jahren 2004–2006 modernisiert. Es verfügt über einen Echtrasen- und einen Kunstrasenplatz und das FSV-Gevelsberg Vereinsheim.

Der Erlebnispark Gevelsberg ist eine kommerzielle Freizeitanlage für Kinder, die aus dem ehemaligen Kruiner Gußstahlwerk am Kruiner Tunnel an der B 7 entstanden ist. Nach einjähriger Planungs- und Bauzeit wurde der Erlebnispark 2005 mit ca. 5000 m2 Hallenfläche zu einem der größten Hallenspielplätze im Ruhrgebiet.

Im Ortsteil Silschede sind noch Überreste der Trasse der ehemaligen von Friedrich Harkort gegründeten Harkortschen Kohlenbahn, die auch als Silscheder Kohlenbahn oder Hasper Kohlenbahn bezeichnet wird, zu sehen. Die Trasse führte von Schlehbusch zur Hasper Hütte.

Bauwerke

Der 540 Meter lange Engelberttunnel wurde am 3. Dezember 2007 für den Verkehr freigegeben.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Internationales Gitarrenfestival in der Woche vor Ostern
  • Boulevard Gevelsberg (Quellenfest-Nachfolger) am Himmelfahrtswochenende im Mai
  • Gevelsberger Kirmes am letzten Wochenende im Juni

Die Gevelsberger Kirmes ist ein großes Volksfest, das am letzten Wochenende im Juni im Stadtzentrum stattfindet. Entlang der Mittel- und Elberfelderstraße sind zahlreiche Fahrgeschäfte, aber auch Getränkestände der heimischen Vereine aufgebaut. Höhepunkt der Kirmes ist der Kirmeszug am Kirmessonntag mit einem großen Kirmeszug. Die Kirmes wird vom Kirmesverein und den 13 Kirmesgruppen organisiert. Es besteht eine Partnerschaft zwischen dem Gevelsberger Kirmesverein und der Mühlhäuser Kirmes.

  • Gevelsberg-Rennen – Seifenkistenrennen in der Heidestraße Ende August
  • Oldtimertreffen Goldenclassics im Oktober
  • Weihnachtsmarkt Silschede am ersten Adventswochenende
  • Weihnachtsmarkt im Zentrum von Gevelsberg am zweiten Adventswochenende

Wirtschaft und Infrastruktur

Einkaufszentrum

Die mittelständisch geprägte Industrie Gevelsbergs (Metallindustrie, Maschinenbau, Zulieferer) hat sich bis in die Gegenwart durch alle Krisenzeiten als sehr anpassungsfähig erwiesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der hier nur vergleichsweise geringe Schäden anrichtete, zeigte sich, dass die Stilllegung großer, inzwischen konzernabhängiger Betriebsstätten und der Rückgang der Industriebeschäftigten auch Gevelsberg nicht verschonte.

Unternehmen

Ehemalige Unternehmen:

Bildung und Forschung

  • Städtisches Gymnasium Gevelsberg


Einkaufsmöglichkeiten

  • Textil- und Lebensmitteldiscounter
  • Drogeriemärkte
  • Baumärkte
  • Gevelsberger Markthalle, Mittelstraße

Gewerbeflächen

Nachdem die Gewerbegebiete Wiensiepen und Silschede-Süd komplett vermarktet wurden, stehen zurzeit für Gewerbeansiedlungen nur noch wenige Grundstücke zur Verfügung. Mit dem Bau des neuen Gewerbegebietes „Im Winkel“ ist begonnen worden.

Verkehr

Hauptbahnhof
Gevelsberg liegt an der Bundesautobahn 1 und den Bundesstraßen 7 und 234 und den Landesstraßen 527 (Elberfelder Straße + Wittener Straße + Eichholzstraße), 666 (Haßlinghauser Straße – Mittelstraße), 702 (Asbecker Straße), 891 (Rosendahler Straße).

Ein Eisenbahnanschluss besteht über die S-Bahn S8 nach Hagen und über Wuppertal und Düsseldorf nach Mönchengladbach. Es bestehen die 4 Haltepunkte Berge-Knapp, Hauptbahnhof, Kipp und West. Der Gevelsberger Hauptbahnhof gilt als kleinster Hauptbahnhof der Bundesrepublik. Er ist nach strenger Definition nicht als Bahnhof zu bezeichnen, da sich dort keine Weiche befindet.

Gevelsberg gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr an. Außerdem gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe für Fahrten in deren Gebiet. Der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Sieg kann als Übergangstarif bis Köln benutzt werden.

Stadt-Entwicklung

Die bedeutendsten Projekte der Stadtentwicklung sind:

Ennepebogen

Beim Stadtentwicklungsprojekt Ennepebogen soll eine alte Industriebrache, auf der auch das Gevelsberger Elektrizitätswerk stand, in einen Wohn- und Freizeitbereich umgestaltet werden. Das 10-Mio.-Euro-Projekt soll gemeinsam von der Stadt Gevelsberg, der Aktiengesellschaft für Versorgungsunternehmen als Energieversorger, der Stadtsparkasse Gevelsberg und dem Bauverein Gevelsberg umgesetzt werden. Bürgermeister Claus Jacobi hat das Projekt Ennepebogen im Januar 2006 gegen heftige Widerstände der oppositionellen Ratsfraktionen (Grüne, FWG + FDP) verteidigt. Die Abbrucharbeiten wurden im August 2006 begonnen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten leben in Gevelsberg oder wurden in Gevelsberg geboren:

  • Hans-Jürgen Abromeit (* 13. Oktober 1954), Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche
  • Ulrich Adrian, Journalist, ARD-Korrespondent (ARD-TV-Studio Warschau)
  • Remigius Bäumer (* 11. Dezember 1918; † 26. Dezember 1998 in Kirchzarten), katholischer Theologe
  • Alfred Birnschein (* 12. Juni 1908 in Crossen (Oder); † 13. November 1990 in Gevelsberg), Maler, Grafiker und Kunsterzieher
  • Dorothea Fischer, Künstlerin
  • Rüdiger Frohn, Jurist, Chef des Bundespräsidialamtes (1999-2004)
  • Norbert Gallinnis (* 26. August 1967 in Gevelsberg), Fernschachspieler
  • Otto Goetze (* 25. Juni 1886; † 19. Juli 1955 in Heidelberg), Namensgeber des Otto-Goetze-Preises für chirurgischen Nachwuchs
  • Elisabeth Höngen (* 7. Dezember 1906; † 6. August 1997 in Wien), Sängerin (Mezzosopran) an der Semperoper in Dresden, Professorin an der Wiener Musikakademie
  • Josef Horn (* 1. Januar 1902 in Gevelsberg, Mittelstr. 73, † 3. Dezember 1951 in Wuppertal), Maler
  • Ernst Krukowski (* 2. April 1918; † 22. Oktober 1982 in Berlin), Opernsänger (Bariton) an der Deutschen Oper, Berlin
  • Arthur Kulling, Konzertmeister, Dirigent, Komponist, Präsident der Deutschen Johann Strauss-Gesellschaft, Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Ralph Kulling (* 1953), Leiter des Alt-Wiener-Strauß-Ensembles, Stuttgart, Inhaber des audiophilen Klassik-CD-Labels Edition HERA
  • Heinz Lohmann (* 1934), Konzertorganist
  • Walter Oettinghaus (1883–1950), sozialistischer Politiker und Gewerkschafter, Reichstagsabgeordneter 1920–1924 und 1930–1933
  • Ulrich Samm (* 1950), Lehrstuhlinhaber für Plasmaphysik in Düsseldorf/Jülich
  • Maik Schott (* 1969), Jazzmusiker
  • Peter Stangier (* 7. April 1898; † 12. Dezember 1962 in Münster), Politiker (NSDAP)
  • Klaus-Peter Thaler (* 14. Mai 1949 in Eckmannshausen, Netphen), Radrennfahrer, mehrfacher Amateur- und Profiweltmeister
  • Heinrich Theodor Vierhaus (* 14. Juli 1951), Leiter des Lehrstuhls Technische Informatik an der Universität Cottbus
  • Klaus Weiss (* 17. Februar 1942), Jazz-Schlagzeuger
  • Ernst Weisenfeld (* 21. August 1913; † 4. Januar 2009 in Hamburg), Buchautor und Frankreich-Korrespondent der ARD und des WDR in Paris

Ehrenbürger

  • Fritz Knippschild – Bürgermeister der Stadt Gevelsberg – gemäß Beschluss vom 6. September 1910

Danach hat die Stadt Gevelsberg keine Ehrenbürger mehr ernannt. Die eingemeindeten Gemeinden Asbeck, Silschede und Berge hatten vor der Eingemeindung Ehrenbürger ernannt, die heute als Gevelsberger Ehrenbürger gelten. Dies sind:

  • Karl Hiby – Bürgermeister der Gemeinde Asbeck – gemäß Beschluss vom 12. Februar 1965
  • Friedrich Külpmann – Bürgermeister der Gemeinde Silschede – gemäß Beschluss vom 7. Mai 1969
  • Fritz Große-Oetringhaus sen. – Gemeindevertreter der Gemeinde Silschede – gemäß Beschluss vom 7. Mai 1969
  • Walter Behle – Bürgermeister der Gemeinde Berge – gemäß Beschluss vom 15. Juli 1969

Medien

Print
Hörfunk
Fernsehen

Gevelsberg gehört zum Redaktionsgebiet des Studios Dortmund, des Lokalsenders des WDR.

Literatur

  • Schloemann, Friedrich: Geschichte von Gevelsberg, Gevelsberg 1907
  • Zierenberg, Bruno: Die Geschichte Gevelsbergs, Gevelsberg 1928
  • Overkott, Franz: Gevelsberg, Die Kleineisen - Industriestadt an der Ennepe, Gevelsberg 1956
  • Herrmann, Walter: 1886–1986, 100 Jahre Stadt Gevelsberg, Das Werden einer Stadt, Meinerzhagen 1985
  • Reininghaus, Wilfried, u. a.: Gevelsberg 1225 - 1886 - 1986, Untersuchungen und Quellen zur Geschichte der Stadt Gevelsberg, Gevelsberg 1988
  • Kappel, Rolf: Unbekannt wohin verzogen. Jüdinnen und Juden in Gevelsberg, Hagen 1991
  • Meister, Wido: Die Engelbert-Tafeln in Gevelsberg, in: RomerikeBerge, Heft 1/2003, S. 32–37.
  • Meister, Wido: Der Hohlweg, in dem der Erzbischof Engelbert von Berg überfallen wurde, in: Romerike Berge, Heft 4/2003, S. 2–6.
  • Korn, Margret: Gevelsberg, Geschichte und Gegenwart, Plaudereien über eine Stadt, Gevelsberg 2007

Fußnoten

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen - Amtliche Bevölkerungszahlen (Hilfe dazu)
  2. Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen: Vorschlag zur Neugliederung des Ennepe-Ruhr-Kreises, Düsseldorf o.J., S.99
  3. Klingelberg, Lutz: Stadtporträt Gevelsberg. Schwelmer Heimatbrief, 1994, Nr. 71, 51 f., hier: 51.

Weblinks

Commons Commons: Gevelsberg – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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